Studie: Rund jedes zweite Kind ist täglich auf Social Media unterwegs – Eltern überprüfen die Aktivitäten nur selten

Medieninformation vom 06.07.2026
77 Prozent der Eltern sehen sich als gutes Vorbild bei der Internetnutzung • 54 Prozent der Kinder erhalten ihr erstes Smartphone im Alter von 9 bis 12 Jahren

Postbank Digitalstudie 2026:
Rund jedes zweite Kind ist täglich auf Social Media unterwegs

Tik­Tok, In­sta­gram und You­tube üben eine große An­zie­hungs­kraft auf Min­der­jäh­ri­ge aus: 47 Pro­zent der unter 18-​Jährigen ver­brin­gen nach An­ga­ben ihrer El­tern täg­lich min­des­tens eine Stun­de in so­zi­a­len Netz­wer­ken. Vor allem El­tern ab 40 Jah­ren haben diese Ak­ti­vi­tä­ten nicht immer im Blick: 61 Pro­zent in der Al­ters­grup­pe über­prü­fen nicht oder nur ge­le­gent­lich die In­hal­te und Hand­lun­gen ihrer Kin­der in so­zi­a­len Me­di­en. Viele davon ver­trau­en ihrem Kind und kon­trol­lie­ren des­halb die Social-​Media-​Nutzung be­wusst nicht. In 57 Pro­zent der Fa­mi­li­en gibt es zudem keine kla­ren Re­geln zur Nut­zung von So­cial Media durch min­der­jäh­ri­ge Kin­der. Das sind Er­geb­nis­se der re­prä­sen­ta­ti­ven „Postbank Di­gi­tal­stu­die 2026“.

Schon früh ein ei­ge­nes Smart­phone – oft ohne zeit­li­che Be­schrän­kung

Jedes fünf­te Kind nutzt be­reits spä­tes­tens mit acht Jah­ren ein ei­ge­nes Smart­phone – die Mehr­heit er­hält es im Alter von 9 bis 12 Jah­ren. Ob Kin­der schon im Grund­schul­al­ter oder erst spä­ter ein ei­ge­nes Handy be­kom­men, wird auch vom Alter der El­tern be­ein­flusst. Jün­ge­re El­tern füh­ren ihren Nach­wuchs ten­den­zi­ell frü­her an mo­bi­le Ge­rä­te heran als äl­te­re: 25 Pro­zent der El­tern unter 40 Jah­ren geben ihrem Kind be­reits vor dem neun­ten Ge­burts­tag ein ei­ge­nes Smart­phone. Bei den äl­te­ren El­tern sind es nur 14 Pro­zent.

Das Smart­phone darf in vie­len Haus­hal­ten in­ten­siv ver­wen­det wer­den; in 65 Pro­zent der Fa­mi­li­en gibt es keine zeit­li­che Be­schrän­kung für die täg­li­che Nut­zung. In zwei Drit­teln der Fa­mi­li­en herrscht auch vor dem Schla­fen­ge­hen kein Han­dy­ver­bot. Zwar gibt es in 90 Pro­zent der Fa­mi­li­en Re­geln zur Han­dy­nut­zung, al­ler­dings be­zie­hen sie sich vor­wie­gend auf den Ge­brauch wäh­rend der Mahl­zei­ten und beim Ler­nen sowie auf die Nut­zung be­stimm­ter Apps.

„Das Smart­phone ist für viele Fa­mi­li­en längst Teil des All­tags. Kin­der ler­nen, kom­mu­ni­zie­ren und or­ga­ni­sie­ren vie­les on­line. Des­halb geht es nicht al­lein darum, die Nut­zung zu be­gren­zen. Ent­schei­dend ist, Kin­dern Ori­en­tie­rung zu geben, damit sie di­gi­ta­le An­ge­bo­te si­cher und ver­ant­wor­tungs­voll nut­zen kön­nen“, sagt David Dom­mel, der das di­gi­ta­le Performance-​Marketing der Postbank lei­tet. „Viele El­tern ste­hen dabei vor der Her­aus­for­de­rung, di­gi­ta­le Teil­ha­be zu er­mög­li­chen und zu­gleich sinn­vol­le Gren­zen zu set­zen. Das ist be­son­ders an­spruchs­voll, wenn sie selbst nicht mit di­gi­ta­len Me­di­en auf­ge­wach­sen sind und auch für sich noch das rich­ti­ge Maß fin­den müs­sen.“

Ob­wohl auch viele Er­wach­se­ne das Smart­phone nur schwer aus der Hand legen kön­nen, sehen sich rund drei Vier­tel der El­tern als gutes Vor­bild in Bezug auf die In­ter­net­nut­zung. Da­ge­gen räu­men 29 Pro­zent der unter 40-​Jährigen ein, ein schlech­tes Vor­bild zu sein – fast aus­schließ­lich, weil sie mo­bi­le Ge­rä­te zu häu­fig nut­zen.

Mehr­heit der El­tern für Han­dy­ver­bot an Schu­len

Die häu­figs­te Maß­nah­me, um die Zeit mit mo­bi­len Ge­rä­ten ein­zu­däm­men, ist in 51 Pro­zent der Fa­mi­li­en ein Han­dy­ver­bot wäh­rend der Mahl­zei­ten. Jeder zwei­te be­frag­te El­tern­teil ver­bie­tet das Handy wäh­rend der Haus­auf­ga­ben und in der Schu­le. Au­ßer­halb ihres Haus­halts kön­nen die Er­zie­hungs­be­rech­tig­ten je­doch nur schwer ei­ge­ne Re­geln auf­stel­len. Daher sind 82 Pro­zent der El­tern für ein Han­dy­ver­bot an Schu­len. Als Grund nen­nen 51 Pro­zent, dass durch Han­dys der Un­ter­richt und die Kon­zen­tra­ti­on ge­stört wer­den. 32 Pro­zent wol­len sich je­doch ein Hin­ter­tür­chen of­fen­hal­ten und sind für ein Ver­bot mit Aus­nah­men in be­stimm­ten Si­tu­a­ti­o­nen. Bei den unter 40-​Jährigen ist die Zu­stim­mung mit 75 Pro­zent etwas ge­rin­ger als bei den äl­te­ren El­tern (87 Pro­zent).

„Of­fi­zi­el­le und klare Re­geln geben vie­len El­tern eine gute Ori­en­tie­rung, die Smartphone-​Nutzung ihrer Kin­der zu be­gren­zen. Damit Kin­der sich in der Schu­le bes­ser kon­zen­trie­ren und er­folg­reich ler­nen kön­nen, wün­schen sich viele El­tern dort einen ge­schütz­ten Raum ohne Han­dys“, sagt Dom­mel.

Hintergrund­informationen zur Postbank Digitalstudie 2026

Für die „Postbank Di­gi­tal­stu­die 2026 – die di­gi­ta­len Deut­schen“ wur­den im Mai die­ses Jah­res 3.050 Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner be­fragt. Dar­un­ter be­fin­den sich 732 Be­frag­te mit Kin­dern im Haus­halt. Die Postbank un­ter­sucht mit der Stu­die im zwölf­ten Jahr in Folge, wel­che Ent­wick­lun­gen sich in ver­schie­de­nen Le­bens­be­rei­chen in Bezug auf Di­gi­ta­li­sie­rung all­ge­mein und ins­be­son­de­re zu Fi­nanz­the­men ab­zeich­nen. Um eine be­völ­ke­rungs­re­prä­sen­ta­ti­ve Struk­tur ab­zu­bil­den, er­folg­te eine Ge­wich­tung der Stich­pro­be nach Bun­des­land (Pro­por­ti­o­na­li­sie­rung), Alter und Ge­schlecht. Als Re­fe­renz­da­tei wurde der Zen­sus 2022 des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes zu­grun­de ge­legt. Die Er­geb­nis­se sind auf ganze Zah­len ge­run­det. Ab­wei­chun­gen in den Sum­men las­sen sich durch Run­dungs­dif­fe­ren­zen er­klä­ren.

Kontakt

Iris Laduch
Mediensprecherin