Wohnungskauf: Hier lohnt das Pendeln aus dem Frankfurter Umland

Medieninformation vom 02.11.2026
HWWI analysiert die Kaufpreisvorteile außerhalb der Mainmetropole • Pendelkostenrechner zeigt, wo sich der Arbeitsweg mindestens 25 Jahre lohnt • Sehr gute Bedingungen in Offenbach am Main und Neu-Isenburg

Die Kauf­prei­se für Wohn­im­mo­bi­li­en in Deutsch­land sind 2025 erst­mals wie­der leicht (+0,6 Pro­zent) ge­stie­gen. Vor allem in den Groß­städ­ten be­fin­den sie sich seit Jah­ren auf einem hohen Ni­veau und sol­len künf­tig wei­ter stei­gen. Wer sich da­ge­gen für den Kauf einer Woh­nung im Um­land statt in der In­nen­stadt einer Me­tro­po­le ent­schei­det, kann viel Geld spa­ren. Wäh­rend die durch­schnitt­li­chen Qua­drat­me­ter­prei­se für Be­stands­woh­nun­gen in Frank­furt am Main bei 6.293 Euro lagen, waren Ei­gen­tums­woh­nun­gen in den Um­land­krei­sen im Schnitt min­des­tens 2.000 Euro pro Qua­drat­me­ter güns­ti­ger.

Doch wer au­ßer­halb der Main­me­tro­po­le wohnt, darf die zu­sätz­li­chen Kos­ten für Kraft­stoff, La­de­strom oder das Ti­cket im öf­fent­li­chen Nah­ver­kehr (ÖPNV) nicht außer Acht las­sen. Zudem kos­tet der Ar­beits­weg in die Frank­fur­ter In­nen­stadt nicht nur zu­sätz­li­ches Geld, son­dern auch mehr Zeit. Das Ham­bur­gi­sche Welt­Wirt­schafts­In­sti­tut (HWWI) hat für die Postbank eine Mo­dell­rech­nung für die Pen­del­kos­ten ent­wi­ckelt. Der Postbank Wohn­at­las 2026 zeigt, wie viele Jahre sich der Im­mo­bi­li­en­er­werb im Um­land lohnt und wann die er­höh­ten Pen­del­kos­ten den Preis­vor­teil auf­ge­zehrt haben. Im Mo­dell pen­delt je Haus­halt eine Per­son zur Ar­beit. Neben einer Voll­zeit­tä­tig­keit wurde auch der Fak­tor Home­of­fice oder Teil­zeit mit drei statt fünf Pen­del­ta­gen pro Woche be­rück­sich­tigt.

Die Un­ter­su­chung des HWWI ver­gleicht den Kauf einer durch­schnitt­lich teu­ren 70 Qua­drat­me­ter bzw. 120 Qua­drat­me­ter gro­ßen Woh­nung in Frank­furt zur Selbst­nut­zung mit gleich gro­ßen Im­mo­bi­li­en in Of­fen­bach am Main sowie in den größ­ten Ort­schaf­ten der sechs Land­krei­se Groß-Gerau, Hoch­tau­nus, Main-Kin­zig, Main-Tau­nus, Of­fen­bach und Wet­ter­au. Neben den je­weils vier be­völ­ke­rungs­reichs­ten Städ­ten wur­den aus den Land­krei­sen alle Kom­mu­nen mit mehr als 20.000 Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner in die Ana­ly­se ein­be­zo­gen. Ins­ge­samt hat das HWWI somit 35 Städ­te und Ge­mein­den im Um­land Frank­furts un­ter­sucht. Da Im­mo­bi­li­en in ver­kehrs­güns­tig ge­le­ge­nen grö­ße­ren Ort­schaf­ten im Um­land deut­lich teu­rer sind als in ab­ge­le­ge­nen klei­ne­ren Ge­mein­den, gin­gen die Fach­leu­te bei ihren Ana­ly­sen von einem Preis­auf­schlag von 20 Pro­zent auf den Durch­schnitts­preis des je­wei­li­gen Land­krei­ses aus.

Dar­über hin­aus hat das HWWI den Kauf­preis­vor­teil im Speck­gür­tel mit den jähr­li­chen Pen­del­kos­ten ge­gen­ge­rech­net. In die Rech­nung flie­ßen neben Kos­ten für die ÖPNV-Nut­zung oder für das Fahr­zeug in­klu­si­ve Kraft­stoff bzw. La­de­strom auch der hö­he­re Zeit­auf­wand fürs Pen­deln ein. Die Kos­ten für die Au­to­fahrt lie­gen nach Abzug der Steu­er­ver­güns­ti­gun­gen durch die Ent­fer­nungs­pau­scha­le bei 0,47 Euro pro Ki­lo­me­ter und ab einer ein­fa­chen Ent­fer­nung von 21 Ki­lo­me­tern bei 0,45 Euro. Die Fahrt mit Bus und Bahn wird mit 0,14 Euro pro Ki­lo­me­ter ver­an­schlagt, ab 21 Ki­lo­me­tern be­trägt der Preis 0,12 Euro pro Ki­lo­me­ter. Durch das Deutsch­land-Ti­cket sind die jähr­li­chen Mo­bi­li­täts­kos­ten im ÖPNV nach Abzug von Steu­er­ver­güns­ti­gun­gen auf 673 Euro ge­de­ckelt.

Pen­deln per ÖPNV bie­tet den längs­ten Preis­vor­teil

Beim Ver­gleich einer 70-Qua­drat­me­ter-Woh­nung in Frank­furt mit einer gleich gro­ßen Im­mo­bi­lie in den größ­ten Um­land­kom­mu­nen liegt das zehn Ki­lo­me­ter ent­fern­te Of­fen­bach am Main vorn: Pen­deln­de pro­fi­tie­ren dort am längs­ten vom güns­ti­ge­ren Woh­nungs­kauf. Bei 220 Pen­del­ta­gen pro Jahr mit den öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln ist der Preis­vor­teil erst nach 39,8 Jah­ren auf­ge­braucht. Bei der Fahrt mit dem Auto schrumpft die Zeit­span­ne auf nur noch 14,4 Jahre. In der Mo­dell­rech­nung wird davon aus­ge­gan­gen, dass ein Kauf im Um­land vor­teil­haft ist, wenn die er­höh­ten Pen­del­kos­ten min­des­tens 25 Jahre durch Kauf­preis­er­spar­nis­se ge­deckt wer­den. Dies ent­spricht in der Regel der rest­li­chen Le­bens­ar­beits­zeit von Im­mo­bi­li­en­käu­fe­rin­nen und -käu­fern, die in Deutsch­land im Durch­schnitt 40 Jahre alt sind. Unter die­sen Be­din­gun­gen lohnt sich das Pen­deln für Voll­zeit­ar­beits­kräf­te, die Bus und Bahn aber kein Home­of­fice nut­zen, beim Kauf einer 70-Qua­drat­me­ter-Woh­nung in vier Um­land­städ­ten von Frank­furt, für Au­to­fans da­ge­gen in kei­ner.

Die zwei­te Stadt im Speck­gür­tel mit Vor­tei­len für Per­so­nen, die täg­lich mit dem ÖPNV in die Frank­fur­ter In­nen­stadt fah­ren, ist das nur neun Ki­lo­me­ter ent­fern­te Neu-Isen­burg (Land­kreis Of­fen­bach). Von dort kann die Main­me­tro­po­le in etwa 16 Mi­nu­ten mit öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln er­reicht wer­den. Der Qua­drat­me­ter kos­tet rund 2.100 Euro we­ni­ger als in Frank­furt – die­ser Preis­vor­teil hält dort 31,8 Jahre lang an. Auch Drei­eich (Of­fen­bach) und Mör­fel­den-Wal­dorf (Groß-Gerau) lie­gen über der 25-Jah­res-Marke.

„Wer im Um­land kau­fen will, soll­te nicht nur auf den güns­ti­gen Qua­drat­me­ter­preis schau­en, son­dern auch den Pen­del­kos­ten­rech­ner zu Rate zie­hen“, sagt Ma­nu­el Beer­mann, Lei­ter Pro­dukt­ma­nage­ment Im­mo­bi­li­en der Pri­vat­kun­den­bank in Deutsch­land. „Aus Of­fen­bach, Neu-Isen­burg, Drei­eich und Esch­born ist Frank­furt in unter 20 Mi­nu­ten mit dem ÖPNV zu er­rei­chen. Da­durch kann sich der Umzug ge­gen­über der In­nen­stadt­la­ge län­ger ren­tie­ren. Denn für Pen­deln­de zäh­len auch Fahrt­kos­ten und Zeit­auf­wand. Ge­nau­so wich­tig sind per­sön­li­che Vor­lie­ben, etwa die Nähe zu Kitas und Bahn­hof und die Aus­stat­tung der Woh­nung.“

Esch­born ist zwar, wie Of­fen­bach, nur zehn Ki­lo­me­ter von Frank­furt ent­fernt und in 17 Mi­nu­ten mit der Bahn er­reich­bar, aber der hö­he­re Qua­drat­me­ter­preis im Main-Tau­nus-Kreis lässt die Stadt unter die 25-Jah­res-Gren­ze sin­ken. An­ders­her­um ist es in Geln­hau­sen und Bruch­kö­bel (beide Main-Kin­zig-Kreis): Hier lie­gen die Qua­drat­me­ter­prei­se zwar deut­lich unter denen in Frank­furt, doch der Fahrt­weg ist mit 40 bzw. 43 Mi­nu­ten deut­lich län­ger. Main­tal ist trotz ge­rin­ger Ent­fer­nung von 14 Ki­lo­me­tern so schlecht an Frank­furt an­ge­bun­den, dass Fah­re­rin­nen und Fah­rer des ÖPNV knapp 49 Mi­nu­ten be­nö­ti­gen.

Per­so­nen, die an fünf Ar­beits­ta­gen pro Woche mit dem Auto pen­deln, blei­ben im Frank­fur­ter Um­land beim Kauf einer 70-Qua­drat­me­ter-Woh­nung in kei­ner der 35 un­ter­such­ten Re­gi­o­nen über der 25-Jahre-Marke. Am längs­ten rech­net sich das Pen­deln mit dem Auto Amit 20,4 Jah­ren in Neu-Isen­burg. Mit dem ÖPNV ver­län­gert sich diese Zeit­span­ne um rund elf Jahre. Wer mit dem Auto in das 20 Ki­lo­me­ter ent­fern­te Kelk­heim (Tau­nus) pen­delt, ist zwar rein rech­ne­risch bes­ser­ge­stellt als die­je­ni­gen, die per ÖPNV rei­sen, je­doch lohnt sich der Umzug in diese Stadt auch nur sehr kurz­fris­tig: Der Vor­teil der güns­ti­ge­ren Qua­drat­me­ter­prei­se ist schon nach 8,9 Jah­ren auf­ge­braucht.

Fa­mi­li­en und Haus­hal­te mit viel Platz­be­darf pro­fi­tie­ren in 20 Um­land­städ­ten

Kin­der­zim­mer, ein grö­ße­rer Ess­tisch, mehr Stau­raum und ein Ar­beits­platz: Vor allem Fa­mi­li­en be­nö­ti­gen viel Platz – der in Frank­furt nicht leicht zu fin­den und mit er­heb­li­chen Kos­ten ver­bun­den ist. Für Käu­fe­rin­nen und Käu­fer von 120 Qua­drat­me­ter gro­ßen Woh­nun­gen im Um­land, lie­gen 20 Städ­te über der 25-Jah­res-Gren­ze, wenn sie mit dem ÖPNV in die Me­tro­po­le pen­deln. Am längs­ten hält der Vor­teil er­neut in Of­fen­bach, wo rein rech­ne­risch rund 68 Jahre nötig sind, um die güns­ti­ge­ren Kauf­prei­se ge­gen­über der Me­tro­po­le beim Pen­deln mit öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln auf­zu­brau­chen. Auch in Neu-Isen­burg, Drei­eich, Mör­fel­den-Wall­dorf und Lan­gen (Hes­sen) kann sich eine große Ei­gen­tums­woh­nung im Um­land trotz Ar­beits­stel­le in Frank­furt mehr als 40 Jahre lang rech­nen.

Schluss­licht ist Kelk­heim (Tau­nus) im Main-Tau­nus-Kreis mit 12,2 Jah­ren – die Stadt ist al­ler­dings auch fast 54 Mi­nu­ten Fahrt­zeit vom Frank­fur­ter Haupt­bahn­hof ent­fernt. Je nach Ent­fer­nung von Tür zu Tür (Haupt­bahn­hof zur Ar­beits­stät­te und Um­land­bahn­hof zur Woh­nung) fällt wei­te­re Zeit an, die ge­ge­be­nen­falls mit Kos­ten ver­bun­den ist (zum Bei­spiel für län­ge­re Kin­der­be­treu­ung).

„In weit ent­fern­ten Städ­ten wie Kelk­heim und in teu­ren Land­krei­sen haben Käu­fe­rin­nen und Käu­fer den Preis­vor­teil schnell auf­ge­braucht. In an­de­ren Re­gi­o­nen wie Neu-Isen­burg hält der Kauf­preis­vor­teil für grö­ße­re Ei­gen­tums­woh­nun­gen so lange an, dass ein Kauf im Speck­gür­tel auch für jün­ge­re Fa­mi­li­en und Paare vor­teil­haft ist, selbst wenn ein Mit­glied der Fa­mi­lie das rest­li­che Ar­beits­le­ben täg­lich in die Groß­stadt pen­delt“, sagt Beer­mann. „Der Postbank Wohn­at­las hilft Kauf­in­ter­es­sier­ten bei der Ori­en­tie­rung im Frank­fur­ter Um­land. Sie soll­ten für die fi­na­le Ent­schei­dung zu­sätz­lich alle in­di­vi­du­el­len Vor- und Nach­tei­le ehr­lich ab­wä­gen. Und bei Fra­gen zu mög­li­cher Wert­ent­wick­lung, Sa­nie­rungs­be­dar­fen und En­er­gie­ef­fi­zi­enz den Rat von Pro­fis ein­ho­len.“

Pen­deln mit Home­of­fice: Hier rü­cken mehr Städ­te ins Blick­feld

Home­of­fice und mo­bi­les Ar­bei­ten haben sich in­zwi­schen als Stan­dard in vie­len Jobs eta­bliert. Vor die­sem Hin­ter­grund hat das HWWI be­rech­net, wie lange Käu­fe­rin­nen und Käu­fer vom güns­ti­ge­ren Um­land­preis pro­fi­tie­ren, wenn sie durch eine Teil­zeit­tä­tig­keit oder Home­of­fice-Op­ti­on nur an drei Tagen pro Woche pen­deln müs­sen und der Preis au­ßer­dem 20 Pro­zent über dem kreis­wei­ten Durch­schnitt liegt. Unter die­sen Vor­aus­set­zun­gen ren­tiert sich der Kauf einer 120 Qua­drat­me­ter gro­ßen Ei­gen­tums­woh­nung in na­he­zu allen Um­land­städ­ten. Nur in Bü­din­gen (Wet­ter­au­kreis) und Kelk­heim (Tau­nus) reicht der Kauf­preis­vor­teil trotz Home­of­fice und ÖPNV-Pen­delns nicht län­ger als 25 Jahre. Spit­zen­rei­ter bleibt Of­fen­bach mit rech­ne­risch 115,5 Jah­ren. Städ­te, die sich ohne Home­of­fice nicht lohn­ten, aber jetzt ins Blick­feld ge­ra­ten, sind bei­spiels­wei­se Nid­de­r­au und Main­tal (Main-Kin­zig-Kreis), Flörs­heim am Main (Main-Tau­nus-Kreis), Butz­bach (Wet­ter­au­kreis), Diet­zen­bach (Of­fen­bach) und Bad Soden am Tau­nus (Main-Tau­nus-Kreis). Selbst Schluss­licht Fried­richs­dorf (Hoch­tau­nus­kreis) ren­tiert sich 31 Jahre mit Home­of­fice.

Wer sich mit 70 Qua­drat­me­tern im Um­land be­gnügt, ist bei einer Per­son mit drei Pen­del­ta­gen pro Woche rein rech­ne­risch in 20 Wohn­or­ten im Vor­teil ge­gen­über Be­woh­ne­rin­nen und Be­woh­ner der In­nen­stadt – bei Nut­zung des ÖPNV. Am längs­ten pro­fi­tie­ren Käu­fe­rin­nen und Käu­fer mit 67,4 Jah­ren in Of­fen­bach am Main, ge­folgt von Neu-Isen­burg (53,8 Jahre).

Was Pen­deln wirk­lich kos­tet: So funk­ti­o­niert die Mo­dell­rech­nung

Aus­gangs­punkt für die Mo­dell­rech­nung sind die kal­ku­la­to­ri­schen Kos­ten für den Kauf einer 70 Qua­drat­me­ter bzw. 120 Qua­drat­me­ter gro­ßen Ei­gen­tums­woh­nung aus dem Be­stand zu­züg­lich No­tar­ge­büh­ren (zwei Pro­zent vom Kauf­preis) und Grund­er­werbs­steu­er in Frank­furt und im je­wei­li­gen Um­land­kreis. Der Er­werb er­folgt zum je­wei­li­gen Durch­schnitts­preis des Jah­res 2025, wobei in den Um­land­städ­ten und -ge­mein­den der Durch­schnitts­preis des je­wei­li­gen Land­krei­ses zu­grun­de ge­legt wird. Da ver­kehrs­güns­tig ge­le­ge­ne Wohn­la­gen in den be­trach­te­ten größ­ten Um­land­städ­ten der Land­krei­se bei Pen­deln­den be­son­ders be­gehrt sind und nur in den sel­tens­ten Fäl­len zum Durch­schnitts­preis des Land­krei­ses er­wor­ben wer­den kön­nen, wird ein Preis­auf­schlag von 20 Pro­zent auf den Durch­schnitts­preis der je­wei­li­gen Land­krei­se an­ge­setzt.

Es pen­delt je­weils eine Per­son des Haus­halts vom Um­land in die Me­tro­po­le. Für die Kal­ku­la­ti­on wird an­ge­nom­men, dass die Fahrt­zei­ten der Be­woh­ne­rin­nen und Be­woh­ner Frank­furts in­ner­halb der City iden­tisch sind mit denen, die pen­deln­de Per­so­nen von der Haus­tür zum Bahn­hof der be­tref­fen­den Stadt im Um­land und vom Frank­fur­ter Haupt­bahn­hof zum Ar­beits­platz be­nö­ti­gen. Zu­sätz­li­che Pen­del­zei­ten ent­ste­hen für Pen­deln­de also vom Um­land-Bahn­hof zum Frank­fur­ter Haupt­bahn­hof. Ana­ly­siert wur­den so­wohl die Fahrt­zei­ten mit öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln (ÖPNV) als auch mit dem Auto.

Die Pen­del­kos­ten set­zen sich aus den Ti­cket­prei­sen für Bus und Bahn be­zie­hungs­wei­se den lau­fen­den Kos­ten für das Auto pro Ki­lo­me­ter zu­sam­men. Hinzu kom­men die Zeit­kos­ten: Der zu­sätz­li­che Zeit­auf­wand für das Pen­deln vom Um­land in die Me­tro­po­le wurde mit dem im Mit­tel in Frank­furt er­ziel­ten Brut­to­lohn im Jahr 2025 (36,96 Euro je Stun­de) be­wer­tet. Dar­über hin­aus wurde eine wei­te­re Va­ri­an­te be­rech­net: Eine Home­of­fice-Lö­sung oder eine Teil­zeit­tä­tig­keit er­laubt es dem Be­rufs­pen­deln­den, nur noch an drei, statt an fünf Tagen pro Woche ins Büro zu pen­deln (130 statt 220 Tage im Jahr).

An­nah­men und Be­rech­nun­gen der Pen­del­kos­ten

  1. In kreisfreien Umlandstädten wird eine Eigentumswohnung von 70 oder 120 Quadratmetern zum Durchschnittspreis der jeweiligen Kommune im Jahre 2025 erworben. Für in Landkreisen gelegene größere Kommunen erfolgt ein Preisaufschlag von 20 Prozent auf den Durchschnittspreis des Landkreises. Alternativ wird eine Eigentumswohnung von 70 oder 120 Quadratmetern in der Metropole zum Durchschnittspreis der Metropole im Jahre 2025 gekauft.
  2. Der be­rech­ne­te Kauf­preis wird um No­tar­ge­büh­ren von zwei Pro­zent sowie der der­zeit im Bun­des­land gel­ten­den Grund­er­werb­steu­er er­höht.
  3. Ein­spa­run­gen beim Kauf einer Ei­gen­tums­woh­nung im Um­land im Ver­gleich zu einem Kauf in der Me­tro­po­le wer­den um not­wen­di­ge Mo­bi­li­täts­kos­ten (di­rek­te ent­fer­nungs­ab­hän­gi­ge Mo­bi­li­täts­kos­ten und be­wer­te­ter Zeit­auf­wand für das Pen­deln), die durch den Umzug in das Um­land ent­ste­hen, re­du­ziert. 
  4. Zusätzliche Mobilitätszeiten für Bewohnerinnen und Bewohner des Umlandes gegenüber denjenigen der Metropole entstehen für den Weg vom Bahnhof der Umlandgemeinde zum Hauptbahnhof der Metropole. Falls die Umlandgemeinde keinen Bahnhof hat, wird die Ortsmitte verwendet. Alle pendelnden Personen nehmen den Weg von Bahnhof zu Bahnhof beziehungsweise von der Ortsmitte zum Bahnhof.
  5. Als Pen­del­zeit für den ein­fa­chen Weg wird die kür­zes­te Rei­se­zeit an­ge­setzt, die mit dem je­wei­li­gen Ver­kehrs­mit­tel am Mitt­woch, den 22.04.2026, zwi­schen 7.00 Uhr und 8.30 Uhr er­zielt wer­den konn­te.
  6. Die Mo­bi­li­täts­zei­ten für Hin- und Rück­weg sind iden­tisch.
  7. Bis (ab) 20 km lie­gen die Mo­bi­li­täts­kos­ten pro ein­fa­chem Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter nach Abzug der Steu­er­ver­güns­ti­gun­gen bei 0,47 (0,45) Euro für den Pkw und bei 0,14 (0,12) Euro für den ÖPNV. Durch das Deutschland-​Ticket lie­gen die jähr­li­chen Mo­bi­li­täts­kos­ten im ÖPNV ak­tu­ell bei ma­xi­mal 673 Euro nach Steu­ern (bei Ti­cket­kos­ten von 756 Euro für das D-​Ticket) und wer­den in den Be­rech­nun­gen auf die­sen ma­xi­mal mög­li­chen Be­trag ge­de­ckelt. 
  8. Der Zeit­auf­wand für das Pen­deln wird mit dem durch­schnitt­li­chen Brut­to­lohn je Stun­de so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Voll­zeit­be­schäf­tig­ten be­wer­tet, der im Jahre 2025 in der Me­tro­po­le er­zielt wurde.
  9. Pro Haushalt pendelt eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer.

Hinter­grund­infor­ma­tionen zum Postbank Wohn­atlas 2026

Der Postbank Wohn­at­las ist eine jähr­lich er­schei­nen­de, mehr­tei­li­ge Stu­di­en­rei­he, die den deut­schen Im­mo­bi­li­en­markt unter ver­schie­de­nen Aspek­ten re­gi­o­nal bis auf Kreis­ebe­ne be­leuch­tet. Für die vor­lie­gen­de Ana­ly­se, die den sieb­ten Stu­di­en­teil des dies­jäh­ri­gen Wohn­at­las dar­stellt, wurde unter der Lei­tung von Dr. Dirck Süß, Ge­schäfts­füh­rer des Ham­bur­gi­schen Welt­Wirt­schafts­In­sti­tuts (HWWI), die Im­mo­bi­li­en­preis­ent­wick­lung in den 400 deut­schen Land­krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten un­ter­sucht.

Kontakt

Oliver Rittmaier
Mediensprecher