Neubau oder Bestand: Diese Preisunterschiede bestehen in den Regionen

Medieninformation vom 01.10.2026
In 43 Städten und Kreisen liegt der Aufschlag für eine 70-Quadratmeter-Neubauwohnung im mittleren Preissegment unter 100.000 Euro • Höchste Aufschläge in den Kreisen Miesbach und Garmisch-Partenkirchen sowie in Erlangen, Stuttgart und Schwerin • Bei Luxus-Wohnungen liegen die durchschnittlichen Aufschläge für Neubauten unter denen im mittleren Preissegment

Postbank Wohnatlas 2026:
Neubau vs. Bestand

Für den Kauf einer Neu­bau­woh­nung in Deutsch­land zah­len In­ter­es­sier­te im Schnitt fast über­all mehr als für eine ver­gleich­ba­re Be­stands­woh­nung. In 49 Re­gi­o­nen be­trägt der Auf­preis für eine 70-​Quadratmeter-​Wohnung im mitt­le­ren Preis­seg­ment sogar min­des­tens 180.000 Euro. Aus­nah­men be­tref­fen die Land­krei­se in Küs­ten­nä­he wie Nord­fries­land, Ros­tock und Leer: Hier sind Neu­bau­ten güns­ti­ger als Be­stands­woh­nun­gen. Im obe­ren Seg­ment – den teu­ers­ten zehn Pro­zent der An­ge­bo­te – ge­hö­ren mit Fries­land und Witt­mund noch zwei wei­te­re Fe­ri­en­re­gi­o­nen zur Liste der Son­der­fäl­le. Dies sind zen­tra­le Er­geb­nis­se der Stu­die „Postbank Wohn­at­las 2026“.

Ex­per­tin­nen und Ex­per­ten des Ham­bur­gi­schen Welt­Wirt­schafts­In­sti­tuts (HWWI) haben für die Stu­die die re­gi­o­na­len Preis­un­ter­schie­de zwi­schen Neu­bau­ten, die zwi­schen 2023 und 2025 fer­tig­ge­stellt wur­den, und ver­gleich­ba­ren Be­stands­woh­nun­gen ana­ly­siert. Dafür haben sie auf Basis der An­ge­bo­te des Jah­res 2025 die Preis­dif­fe­ren­zen für 70 Qua­drat­me­ter große Ei­gen­tums­woh­nun­gen in zwei Preis­ka­te­go­rien be­rech­net: Im mitt­le­ren Preis­seg­ment wird der Me­di­an aller Bestands-​ sowie aller Neu­bau­woh­nun­gen einer Re­gi­on ein­an­der ge­gen­über­ge­stellt – also der Wert, über und unter dem je­weils 50 Pro­zent der An­ge­bo­te lie­gen. Im obe­ren Preis­seg­ment wur­den da­ge­gen die teu­ers­ten zehn Pro­zent der Neubau-​ und Be­stands­woh­nun­gen ver­gli­chen. Ne­ben­kos­ten blie­ben außen vor. Der Kauf eines Neu­baus kann sich im kon­kre­ten Ein­zel­fall trotz hö­he­rer Prei­se lang­fris­tig loh­nen. Denn äl­te­re Ei­gen­tums­woh­nun­gen müs­sen oft um­fang­reich sa­niert oder en­er­ge­tisch mo­der­ni­siert wer­den.

Mitt­le­res Preis­seg­ment: In 49 Re­gi­o­nen be­steht eine große Preis­dif­fe­renz

In 49 von ins­ge­samt 400 un­ter­such­ten deut­schen Re­gi­o­nen wird für Neu­bau­ten im mitt­le­ren Preis­seg­ment ge­gen­über ver­gleich­ba­ren Be­stands­woh­nun­gen ein Preis­auf­schlag von 2.570 Euro oder mehr je Qua­drat­me­ter fäl­lig – Käu­fe­rin­nen und Käu­fer zah­len dort einen Auf­preis von min­des­tens 180.000 Euro. An der Spit­ze der Liste ste­hen gleich drei Re­gi­o­nen aus Bay­ern: Im Land­kreis Mies­bach be­trägt der Auf­preis 422.892 Euro, da­hin­ter fol­gen der Land­kreis Garmisch-​Partenkirchen mit 373.126 Euro und die kreis­freie Stadt Er­lan­gen mit 307.461 Euro Zu­schlag für Neu­bau­woh­nun­gen im Ver­gleich zu Be­stands­bau­ten. Auf den Plät­zen da­hin­ter lie­gen meh­re­re Groß­städ­te. Stutt­gart auf Rang vier ist als ein­zi­ge Me­tro­po­le der „Big 7“ unter den zehn Re­gi­o­nen mit den höchs­ten Preis­auf­schlä­gen ver­tre­ten. Hier be­trägt der Neu­bau­zu­schlag 261.878 Euro. Schwe­rin (Mecklenburg-​Vorpommern) be­legt mit einem Auf­schlag von durch­schnitt­lich 260.472 Euro den fünf­ten Platz.

„Vie­ler­orts trifft ein knap­pes An­ge­bot für Bau­land auf hohe Bau­kos­ten. In ei­ni­gen Re­gi­o­nen mit er­heb­li­chen Preis­auf­schlä­gen für Neu­bau­ten kön­nen Be­stands­woh­nun­gen daher güns­ti­ger sein, selbst in­klu­si­ve der Sa­nie­rungs­kos­ten“, sagt Ma­nu­el Beer­mann, Lei­ter Pro­dukt­ma­nage­ment Im­mo­bi­li­en der Pri­vat­kun­den­bank Deutsch­land. „Bei An­ge­bo­ten aus dem Be­stand kön­nen Kauf­in­ter­es­sier­te wich­ti­ge Fak­to­ren wie Raum­auf­tei­lung, Licht­ver­hält­nis­se und Lärm di­rekt in Au­gen­schein neh­men, an­statt sie sich an­hand von Plä­nen nur vor­zu­stel­len. Wer Fach­leu­te hin­zu­zieht, kann mög­li­che Män­gel an der Bau­sub­stanz, der Elek­tro­in­stal­la­ti­on oder der Däm­mung vor dem Kauf er­ken­nen und be­wer­ten.“

In 43 Re­gi­o­nen sind die Preis­un­ter­schie­de zwi­schen Neu­bau und Be­stand im mitt­le­ren Preis­seg­ment ge­rin­ger. Dort zah­len Käu­fe­rin­nen und Käu­fer durch­schnitt­lich ma­xi­mal 100.000 Euro mehr für die 70 Qua­drat­me­ter große Neu­bau­woh­nung, das ent­spricht 1.430 Euro je Qua­drat­me­ter. Be­son­ders nied­rig sind die Auf­prei­se in Fe­ri­en­re­gi­o­nen an den Küs­ten – acht davon zäh­len zu den zehn Re­gi­o­nen mit den ge­rings­ten Preis­dif­fe­ren­zen. In drei Küsten-​Landkreisen sind Neu­bau­woh­nun­gen sogar güns­ti­ger als Be­stands­im­mo­bi­li­en. Der Grund: Neu­bau­ten im mitt­le­ren Seg­ment ent­ste­hen hier eher in ab­ge­le­ge­ner als in at­trak­ti­ver Lage. Im Land­kreis Nord­fries­land mit den Fe­ri­en­in­seln Amrum, Föhr und Sylt zah­len Käu­fer und Käu­fe­rin­nen 53.444 Euro we­ni­ger für einen Neu­bau, im Land­kreis Leer mit der Insel Bor­kum sind es 29.988 Euro und im Land­kreis Ros­tock mit Ost­see­bä­dern wie Küh­lungs­born und Hei­li­gen­damm 14.062 Euro.

Im Land­kreis Witt­mund (Rang vier) gibt es zwar einen Auf­schlag auf Neu­bau­ten, die­ser be­trägt je­doch nur rund 30.000 Euro. Auch in den Land­krei­sen Au­rich (30.890 Euro), Fries­land (36.252 Euro) und Vorpommern-​Greifswald (59.282 Euro) sowie der Stadt Ros­tock (37.333 Euro) sind Be­stands­woh­nun­gen nur ge­ring­fü­gig güns­ti­ger als Neu­bau­ten.

Lu­xus­woh­nun­gen: Be­son­ders hohe Preis­auf­schlä­ge in 66 Krei­sen und Städ­ten

Im obe­ren Preis­seg­ment, das sind die teu­ers­ten zehn Pro­zent der An­ge­bo­te, lie­gen die durch­schnitt­li­chen Auf­schlä­ge für Neu­bau­ten unter denen im mitt­le­ren Preis­seg­ment. In den 66 Re­gi­o­nen mit den höchs­ten Preis­un­ter­schie­den zah­len Käu­fer für eine neu er­rich­te­te 70-​Quadratmeter-​Wohnung min­des­tens 160.000 Euro, also 2.285 Euro je Qua­drat­me­ter, mehr als für eine ver­gleich­ba­re Be­stands­woh­nung. 

Die höchs­te Dif­fe­renz ver­zeich­net wie schon bei den mit­tel­prei­si­gen Im­mo­bi­li­en der bay­e­ri­sche Land­kreis Mies­bach mit 492.750 Euro. Auch die Ur­laubs­re­gi­on Garmisch-​Partenkirchen (340.256 Euro) sowie die Städ­te Stutt­gart (318.931 Euro) und Kre­feld (263.540 Euro) waren be­reits im mitt­le­ren Preis­seg­ment unter den Top 10 ver­tre­ten.

Ganz an­ders Nord­fries­land: Im mitt­le­ren Seg­ment sind Neu­bau­ten dort güns­ti­ger als Be­stands­woh­nun­gen, im Lu­xus­be­reich hin­ge­gen ver­zeich­nen sie den bun­des­weit zweit­größ­ten Auf­schlag (369.179 Euro). Neu in den Top 10 im obe­ren Seg­ment: Die Land­krei­se Rendsburg-​Eckernförde, Plön, Hoch­tau­nus­kreis und Potsdam-​Mittelmark sowie der Stadt­staat Ham­burg.

„In­ter­es­sier­te mit einem grö­ße­ren Bud­get kön­nen teil­wei­se auch neu ge­bau­te Woh­nun­gen in Meer­nä­he oder In­nen­stadt­la­ge fin­den, zah­len dafür aber bei den oh­ne­hin hohen Kauf­prei­sen noch einen be­acht­li­chen Zu­schlag“, er­klärt Beer­mann. „In vie­len Fe­ri­en­re­gi­o­nen und Me­tro­po­len sind je­doch weder im mitt­le­ren noch im hö­he­ren Preis­seg­ment genug Neu­bau­ten in guter Lage zu fin­den. Die ab­ge­le­ge­nen neu­e­ren Im­mo­bi­li­en sind dann güns­ti­ger als die Be­stands­woh­nun­gen in at­trak­ti­ver Lage. Das zeigt: Kauf­in­ter­es­sier­te soll­ten nicht nur das Bau­jahr im Blick haben, son­dern alle Vor- und Nach­tei­le wie Lage oder Aus­stat­tung der Ei­gen­tums­woh­nung mit ihren per­sön­li­chen Prä­fe­ren­zen ab­glei­chen.“

In den Land­krei­sen Au­rich (-529.065 Euro), Leer (-271.121 Euro), Fries­land (-255.879 Euro) und Witt­mund (-140.295 Euro) an der Nord­see sowie im Land­kreis Ros­tock (-36.257 Euro) an der Ost­see sind Neu­bau­ten im obe­ren Preis­seg­ment im Durch­schnitt güns­ti­ger als Be­stands­im­mo­bi­li­en. 

Ins­ge­samt ge­hö­ren 81 Land­krei­se, Groß- und Mit­tel­städ­te zu den Re­gi­o­nen mit ge­rin­gen Auf­schlä­gen für Neu­bau­ten im obe­ren Preis­seg­ment. Hier be­trägt die Dif­fe­renz einer zwi­schen 2023 und 2025 ge­bau­ten Woh­nung sowie einer äl­te­ren Im­mo­bi­lie we­ni­ger als 75.000 Euro. Jen­seits der Küs­ten­re­gi­o­nen be­trifft das ins­be­son­de­re auch die bay­e­ri­schen Land­krei­se Kro­nach (19.137 Euro) und Neu­stadt an der Wald­naab (18.651 Euro) sowie die Stadt Bam­berg (17.160 Euro). Im Ei­fel­kreis Bitburg-​Prüm und dem Land­kreis Wun­sie­del im Fich­tel­ge­bir­ge kos­ten Neubau-​ und Be­stands­woh­nun­gen durch­schnitt­lich etwa gleich viel.

„Bei ge­rin­gen Preis­un­ter­schie­den haben Neu­bau­ten vor allem den Vor­teil einer en­er­gie­ef­fi­zi­en­ten Bau­wei­se. An­ge­sichts stei­gen­der Lebenshaltungs-​ und Wohn­ne­ben­kos­ten lässt sich so lang­fris­tig Geld spa­ren. Au­ßer­dem ent­fal­len in der Regel auf ab­seh­ba­re Zeit zu­sätz­li­che Sa­nie­rungs­kos­ten etwa für Dach, Elek­trik oder Hei­zung“, sagt Beer­mann. 

Hinter­grund­infor­ma­tionen zum Postbank Wohn­atlas 2026

Der Postbank Wohn­at­las ist eine jähr­lich er­schei­nen­de, mehr­tei­li­ge Stu­di­en­rei­he, die den deut­schen Im­mo­bi­li­en­markt unter ver­schie­de­nen Aspek­ten re­gi­o­nal bis auf Kreis­ebe­ne be­leuch­tet. Für die vor­lie­gen­de Ana­ly­se, die den sechs­ten Stu­di­en­teil des dies­jäh­ri­gen Wohn­at­las dar­stellt, wurde unter der Lei­tung von Dr. Dirck Süß, Ge­schäfts­füh­rer des Ham­bur­gi­schen Welt­Wirt­schafts­In­sti­tuts (HWWI), die Im­mo­bi­li­en­preis­ent­wick­lung in den 400 deut­schen Land­krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten un­ter­sucht.

Kontakt

Oliver Rittmaier
Mediensprecher