Pendeln aus dem Berliner Umland: Hier lohnt sich der Wohnungskauf

Medieninformation vom 19.10.2026
HWWI analysiert die Kaufpreisvorteile außerhalb der Hauptstadt • Pendelkostenrechner zeigt, wo sich der Arbeitsweg mindestens 25 Jahre lohnt • Sehr gute Bedingungen in Blankenfelde-Mahlow und Bernau bei Berlin

Die Kauf­prei­se für Wohn­im­mo­bi­li­en in Deutsch­land sind 2025 erst­mals wie­der leicht (+0,6 Pro­zent) ge­stie­gen. Vor allem in den Groß­städ­ten be­fin­den sie sich seit Jah­ren auf einem hohen Ni­veau und sol­len künf­tig wei­ter stei­gen. Wer sich da­ge­gen für den Kauf einer Woh­nung im Um­land statt in der In­nen­stadt einer Me­tro­po­le ent­schei­det, kann viel Geld spa­ren. Wäh­rend die durch­schnitt­li­chen Qua­drat­me­ter­prei­se für Be­stands­woh­nun­gen in Ber­lin bei 5.796 Euro lagen, waren Ei­gen­tums­woh­nun­gen in den Um­land­krei­sen im Schnitt min­des­tens 1.900 Euro pro Qua­drat­me­ter güns­ti­ger. Aus­nah­me ist die Stadt Pots­dam, in der Ei­gen­tums­woh­nun­gen sogar rund 100 Euro mehr pro Qua­drat­me­ter kos­ten als Im­mo­bi­li­en in der Haupt­stadt.

Doch wer au­ßer­halb Ber­lins wohnt, darf die zu­sätz­li­chen Kos­ten für Kraft­stoff, La­de­strom oder das Ti­cket im öf­fent­li­chen Nah­ver­kehr (ÖPNV) nicht außer Acht las­sen. Zudem kos­tet der Ar­beits­weg in die Ber­li­ner In­nen­stadt nicht nur zu­sätz­li­ches Geld, son­dern auch mehr Zeit. Das Ham­bur­gi­sche Welt­Wirt­schafts­In­sti­tut (HWWI) hat für die Postbank eine Mo­dell­rech­nung für die Pen­del­kos­ten ent­wi­ckelt. Der Postbank Wohn­at­las 2026 zeigt, wie viele Jahre sich der Im­mo­bi­li­en­er­werb im Um­land lohnt und wann die er­höh­ten Pen­del­kos­ten den Preis­vor­teil auf­ge­zehrt haben. Im Mo­dell pen­delt je Haus­halt eine Per­son zur Ar­beit. Neben einer Voll­zeit­tä­tig­keit wurde auch der Fak­tor Home­of­fice oder Teil­zeit mit drei statt fünf Pen­del­ta­gen pro Woche be­rück­sich­tigt.

Die Un­ter­su­chung des HWWI ver­gleicht den Kauf einer durch­schnitt­lich teu­ren 70 Qua­drat­me­ter bzw. 120 Qua­drat­me­ter gro­ßen Woh­nung in Ber­lin zur Selbst­nut­zung mit gleich gro­ßen Im­mo­bi­li­en in den größ­ten Ort­schaf­ten der acht Land­krei­se Bar­nim, Dahme-​Spreewald, Ha­vel­land, Märkisch-​Oderland, Ober­ha­vel, Oder-​Spree, Potsdam-​Mittel­mark und Teltow-​Fläming. Neben den je­weils vier be­völ­ke­rungs­reichs­ten Städ­ten wur­den aus den Land­krei­sen alle Kom­mu­nen mit mehr als 20.000 Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner in die Ana­ly­se ein­be­zo­gen. Ins­ge­samt hat das HWWI somit 34 Städ­te und Ge­mein­den im Um­land Ber­lins un­ter­sucht. Da Im­mo­bi­li­en in ver­kehrs­güns­tig ge­le­ge­nen grö­ße­ren Ort­schaf­ten im Um­land deut­lich teu­rer sind als in ab­ge­le­ge­nen klei­ne­ren Ge­mein­den, kal­ku­lier­ten die Fach­leu­te bei ihren Ana­ly­sen für diese Orte mit einem Preis­auf­schlag von 20 Pro­zent auf den Durch­schnitts­preis des je­wei­li­gen Land­krei­ses.

Dar­über hin­aus hat das HWWI den Kauf­preis­vor­teil im Speck­gür­tel mit den jähr­li­chen Pen­del­kos­ten ge­gen­ge­rech­net. In die Rech­nung flie­ßen neben Kos­ten für das ÖPNV-​Ticket oder für das Fahr­zeug in­klu­si­ve Kraft­stoff bzw. La­de­strom auch der hö­he­re Zeit­auf­wand fürs Pen­deln ein. Die Kos­ten für die Au­to­fahrt lie­gen nach Abzug der Steu­er­ver­güns­ti­gun­gen durch die Ent­fer­nungs­pau­scha­le bei 0,47 Euro pro Ki­lo­me­ter und ab einer ein­fa­chen Ent­fer­nung von 21 Ki­lo­me­tern bei 0,45 Euro. Die Fahrt mit Bus und Bahn wird mit 0,14 Euro pro Ki­lo­me­ter ver­an­schlagt, ab 21 Ki­lo­me­tern be­trägt der Preis 0,12 Euro pro Ki­lo­me­ter. Durch das Deutschland-​Ticket sind die jähr­li­chen Mo­bi­li­täts­kos­ten im ÖPNV nach Abzug von Steu­er­ver­güns­ti­gun­gen auf 673 Euro ge­de­ckelt.

Pen­deln per ÖPNV bie­tet den längs­ten Preis­vor­teil

Beim Ver­gleich einer 70-​Quadratmeter-​Wohnung in der Me­tro­po­le mit einer gleich gro­ßen Im­mo­bi­lie in den größ­ten Um­land­kom­mu­nen liegt das 22 Ki­lo­me­ter ent­fern­te Blankenfelde-​Mahlow (Land­kreis Teltow-​Fläming) vorn: Wer pen­delt, pro­fi­tie­ren dort am längs­ten vom güns­ti­ge­ren Woh­nungs­kauf. Bei 220 Pen­del­ta­gen pro Jahr mit den öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln ist der Preis­vor­teil erst nach 28,4 Jah­ren auf­ge­braucht. Bei der Fahrt mit dem Auto schrumpft die Zeit­span­ne da­ge­gen auf 8,4 Jahre. Damit sich ein Kauf im Um­land lohnt, soll­ten die er­höh­ten Pen­del­kos­ten min­des­tens 25 Jahre lang durch die Kauf­preis­er­spar­nis­se ge­deckt wer­den. Dies ent­spricht in der Regel der rest­li­chen Le­bens­ar­beits­zeit von Käu­fe­rin­nen und Käu­fern von Im­mo­bi­li­en, die in Deutsch­land im Durch­schnitt 40 Jahre alt sind. Unter die­sen Be­din­gun­gen lohnt sich das Pen­deln für Voll­zeit­ar­beits­kräf­te, die Bus und Bahn aber kein Home­of­fice nut­zen, beim Kauf einer 70-​Quadratmeter-​Wohnung in zwei Um­land­städ­ten von Ber­lin, für Au­to­fans da­ge­gen in kei­ner.

Die zwei­te Stadt im Speck­gür­tel mit Vor­tei­len für Pen­deln­de, die täg­lich mit dem ÖPNV in die Ber­li­ner In­nen­stadt fah­ren, ist Ber­nau bei Ber­lin. Der Qua­drat­me­ter kos­tet rund 2.140 Euro we­ni­ger als in der Haupt­stadt – die­ser Preis­vor­teil hält dort 25,8 Jahre lang an. 

„Ein Umzug in eine 70-​Quadrat­meter-​Wohnung ins Um­land lohnt nur in zwei Städ­te. Und auch nur dann, wenn der Ar­beits­weg von pen­deln­den Per­so­nen ohne Home­of­fice mit der Bahn zu­rück­ge­legt wird. Ber­nau ist zum Bei­spiel vom Ber­li­ner Haupt­bahn­hof mit dem ÖPNV in 25 Mi­nu­ten zu er­rei­chen, mit dem Pkw dau­ert es da­ge­gen knapp über 50 Mi­nu­ten. Der schnel­le­re Weg mit den Öf­fent­li­chen macht die Um­land­stadt für Kauf­in­ter­es­sier­te zu­sätz­lich at­trak­tiv“, sagt Ma­nu­el Beer­mann, Lei­ter Pro­dukt­ma­nage­ment Im­mo­bi­li­en der Pri­vat­kun­den­bank Deutsch­land. „Wer im Um­land kau­fen will, soll­te daher nicht nur auf den güns­ti­gen Qua­drat­me­ter­preis schau­en, son­dern auch den Pen­del­kos­ten­rech­ner zu Rate zie­hen Denn für Pen­deln­de zäh­len auch Fahrt­kos­ten und Zeit­auf­wand. Ge­nau­so wich­tig sind auch per­sön­li­che Vor­lie­ben, etwa die Nähe zu Kita und Bahn­hof sowie die Aus­stat­tung der Woh­nung.“

An fünf Ar­beits­ta­gen pro Woche pen­deln­de Au­to­fans blei­ben im Ber­li­ner Um­land beim Kauf einer 70-​Quadrat­meter-​Wohnung in kei­ner der 34 un­ter­such­ten Re­gi­o­nen über der 25-​Jahres-​Marke. Am längs­ten rech­net sich das Pen­deln mit dem Auto noch mit je­weils rund zehn Jah­ren in Pan­ke­tal, Hop­pe­gar­ten und Neu­en­ha­gen bei Ber­lin. Mit dem ÖPNV ver­län­gert sich diese Zeit­span­ne je­doch um rund 8 bis 9 Jahre. In Klein­mach­now und Hohen Neu­en­dorf sind Auto- und ÖPNV-​Fans zwar fast gleich­ge­stellt, je­doch lohnt sich der Umzug in diese Städ­te nur kurz­fris­tig: Wer an fünf Tagen die Woche mit dem Auto von Klein­mach­now in das 19 Ki­lo­me­ter ent­fern­te Ber­lin pen­delt, hat den Vor­teil der güns­ti­ge­ren Qua­drat­me­ter­prei­se schon nach 5,9 Jah­ren auf­ge­braucht, aus Hohen Neu­en­dorf in 8,3 Jah­ren.

Fa­mi­li­en und Haus­hal­te mit viel Platz­be­darf pro­fi­tie­ren in 12 Um­land­städ­ten

Kin­der­zim­mer, ein grö­ße­rer Ess­tisch, mehr Stau­raum und ein Ar­beits­platz: Vor allem Fa­mi­li­en be­nö­ti­gen viel Platz. Die­ser ist in Ber­lin nicht leicht zu fin­den und mit er­heb­li­chen Kos­ten ver­bun­den ist. Für Käu­fe­rin­nen und Käu­fer von 120 Qua­drat­me­ter gro­ßen Woh­nun­gen im Um­land, lie­gen 12 Städ­te über der 25-​Jahres-​Grenze, wenn sie mit dem ÖPNV nach Ber­lin pen­deln. Am längs­ten hält der Vor­teil er­neut in Blan­ken­felde-​Mahlow, wo rein rech­ne­risch 48,6 Jahre nötig sind, um die güns­ti­ge­ren Kauf­prei­se ge­gen­über der Me­tro­po­le beim Pen­deln mit öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln auf­zu­brau­chen. Auch in Ber­nau bei Ber­lin kann sich eine große Ei­gen­tums­woh­nung trotz Ar­beits­stel­le in Ber­lin mehr als 40 Jahre lang rech­nen. Im nur 21 Mi­nu­ten mit öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln ent­fern­ten Tel­tow (Potsdam-​Mittelmark) hält der Vor­teil güns­ti­ge­rer Qua­drat­me­ter­prei­se noch 28,8 Jahre. Schluss­licht ist Ei­sen­hüt­ten­stadt im Land­kreis Oder-​Spree mit 10,2 Jah­ren – denn die Stadt ist fast zwei Stun­den Fahrt­zeit vom Ber­li­ner Haupt­bahn­hof ent­fernt. Je nach Ent­fer­nung von Tür zu Tür (Ar­beits­stät­te und Wohn­ort) fällt wei­te­re Zeit an, die ge­ge­be­nen­falls mit Kos­ten ver­bun­den ist (zum Bei­spiel für län­ge­re Kin­der­be­treu­ung).

„In weit ent­fern­ten Städ­ten in teu­ren Land­krei­sen haben Käu­fe­rin­nen und Käu­fer den Preis­vor­teil schnell auf­ge­braucht. In an­de­ren Re­gi­o­nen hält der Kauf­preis­vor­teil für grö­ße­re Ei­gen­tums­woh­nun­gen so lange an, dass ein Kauf im Speck­gür­tel auch für jün­ge­re Fa­mi­li­en und Paare vor­teil­haft ist, selbst wenn ein Mit­glied der Fa­mi­lie das rest­li­che Ar­beits­le­ben täg­lich in die Groß­stadt pen­delt“, sagt Beer­mann. „Der Postbank Wohn­at­las hilft Kauf­in­ter­es­sier­ten bei der Ori­en­tie­rung im Ber­li­ner Um­land. Sie soll­ten für die fi­na­le Ent­schei­dung zu­sätz­lich alle in­di­vi­du­el­len Vor- und Nach­tei­le ehr­lich ab­wä­gen. Und bei Fra­gen zu mög­li­cher Wert­ent­wick­lung, Sa­nie­rungs­be­dar­fen und En­er­gie­ef­fi­zi­enz den Rat von Pro­fis ein­ho­len.“

Pen­deln mit Home­of­fice: Hier rü­cken mehr Städ­te ins Blick­feld

Home­of­fice und mo­bi­les Ar­bei­ten haben sich in­zwi­schen als Stan­dard in vie­len Jobs eta­bliert. Vor die­sem Hin­ter­grund hat das HWWI be­rech­net, wie lange Käu­fe­rin­nen und Käu­fer vom güns­ti­ge­ren Um­land­preis pro­fi­tie­ren, wenn sie durch eine Teilzeit-​Tätigkeit oder Homeoffice-​Option nur an drei Tagen pro Woche pen­deln müs­sen und der Preis au­ßer­dem 20 Pro­zent über dem kreis­wei­ten Durch­schnitt liegt. Unter die­sen Vor­aus­set­zun­gen ren­tiert sich der Kauf einer 120 Qua­drat­me­ter gro­ßen Ei­gen­tums­woh­nung in 25 Um­land­städ­ten. Spit­zen­rei­ter bleibt Blankenfelde-​Mahlow mit rech­ne­risch 75,4 Jah­ren. Städ­te, die ohne Home­of­fice nicht loh­nens­wert waren, aber jetzt ins Blick­feld ge­ra­ten, sind bei­spiels­wei­se Ora­ni­en­burg (Ober­ha­vel) und Kö­nigs Wus­ter­hau­sen (Dahme-​Spreewald).

Wer sich mit 70 Qua­drat­me­tern im Um­land be­gnügt, ist bei einer Per­son mit drei Pen­del­ta­gen pro Woche rein rech­ne­risch in elf Wohn­or­ten im Vor­teil ge­gen­über Ber­li­ne­rin­nen und Ber­li­nern – bei Nut­zung des ÖPNV. Am längs­ten pro­fi­tie­ren Käu­fe­rin­nen und Käu­fer mit 44 Jah­ren in Blankenfelde-​Mahlow, ge­folgt von Ber­nau bei Ber­lin (40,7 Jahre). In Lud­wigs­fel­de (32,2 Jahre), Hop­pe­gar­ten (30,8 Jahre), Pan­ke­tal (29,7 Jahre), Ebers­wal­de (29,3 Jahre), Neu­en­ha­gen bei Ber­lin (29,0 Jahre), Er­kner (28,5 Jahre), Zos­sen (26,5 Jahre), Tel­tow (26,1 Jahre) und Pe­ters­ha­gen/Eg­gers­dorf (25,0 Jahre) lohnt sich der Umzug bei zwei Tagen Home­of­fice. Mit fünf Ar­beits­ta­gen in Ber­lin pro­fi­tie­ren pen­deln­de Per­so­nen in die­sen Städ­ten je­doch nicht lang genug.

Was Pen­deln wirk­lich kos­tet: So funk­ti­o­niert die Mo­dell­rech­nung

Aus­gangs­punkt für die Mo­dell­rech­nung sind die kal­ku­la­to­ri­schen Kos­ten für den Kauf einer 70 Qua­drat­me­ter bzw. 120 Qua­drat­me­ter gro­ßen Ei­gen­tums­woh­nung aus dem Be­stand zu­züg­lich No­tar­ge­büh­ren (zwei Pro­zent vom Kauf­preis) und Grund­er­werbs­steu­er in Ber­lin und im je­wei­li­gen Um­land­kreis. Der Er­werb er­folgt zum je­wei­li­gen Durch­schnitts­preis des Jah­res 2025, wobei in den Um­land­städ­ten und -​gemeinden der Durch­schnitts­preis des je­wei­li­gen Land­krei­ses zu­grun­de ge­legt wird. Da ver­kehrs­güns­tig ge­le­ge­ne Wohn­la­gen in den be­trach­te­ten größ­ten Um­land­städ­ten der Land­krei­se bei Pen­deln­den be­son­ders be­gehrt sind und nur in den sel­tens­ten Fäl­len zum Durch­schnitts­preis des Land­krei­ses er­wor­ben wer­den kön­nen, wird ein Preis­auf­schlag von 20 Pro­zent auf den Durch­schnitts­preis der je­wei­li­gen Land­krei­se er­ho­ben.

Es pen­delt je­weils eine Per­son des Haus­halts vom Um­land in die Me­tro­po­le. Für die Kal­ku­la­ti­on wird an­ge­nom­men, dass die Fahrt­zei­ten für die Be­woh­ne­rin­nen und Be­woh­ner Ber­lins in­ner­halb der City iden­tisch sind mit denen der Pen­deln­de von der Haus­tür zum Bahn­hof der be­tref­fen­den Stadt im Um­land und vom Ber­li­ner Haupt­bahn­hof zum Ar­beits­platz. Zu­sätz­li­che Pen­del­zei­ten ent­ste­hen für Pen­deln­de also vom Umland-​Bahnhof zum Ber­li­ner Haupt­bahn­hof. Ana­ly­siert wur­den so­wohl die Fahrt­zei­ten mit öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln (ÖPNV) als auch mit dem Auto.

Die Pen­del­kos­ten set­zen sich aus den Ti­cket­prei­sen für Bus und Bahn be­zie­hungs­wei­se den lau­fen­den Aus­ga­ben für das Auto pro Ki­lo­me­ter zu­sam­men. Hinzu kom­men die Zeit­kos­ten: Der zu­sätz­li­che Zeit­auf­wand für das Pen­deln vom Um­land in die Me­tro­po­le wurde mit dem im Mit­tel in Ber­lin er­ziel­ten Brut­to­lohn im Jahr 2025 (29,82 Euro je Stun­de) be­wer­tet. Dar­über hin­aus wurde eine wei­te­re Va­ri­an­te be­rech­net: Eine Homeoffice-​Lösung oder eine Teil­zeit­tä­tig­keit er­laubt es dem Be­rufs­pen­deln­den, nur noch an drei, statt an fünf Tagen pro Woche ins Büro zu pen­deln (130 statt 220 Tage im Jahr).

An­nah­men und Be­rech­nun­gen der Pen­del­kos­ten

  1. In kreis­frei­en Um­land­städ­ten wird eine Ei­gen­tums­woh­nung von 70 oder 120 Qua­drat­me­tern zum Durch­schnitts­preis der je­wei­li­gen Kom­mu­ne im Jahre 2025 er­wor­ben. Für in Land­krei­sen ge­le­ge­ne grö­ße­re Kom­mu­nen er­folgt ein Preis­auf­schlag von 20 Pro­zent auf den Durch­schnitts­preis des Land­krei­ses. Al­ter­na­tiv wird eine Ei­gen­tums­woh­nung von 70 oder 120 Qua­drat­me­tern in der Me­tro­po­le zum Durch­schnitt­preis der Me­tro­po­le im Jahre 2025 ge­kauft. 
  2. Der be­rech­ne­te Kauf­preis wird um No­tar­ge­büh­ren von zwei Pro­zent sowie der der­zeit im Bun­des­land gel­ten­den Grund­er­werb­steu­er er­höht.
  3. Ein­spa­run­gen beim Kauf einer Ei­gen­tums­woh­nung im Um­land im Ver­gleich zu einem Kauf in der Me­tro­po­le wer­den um not­wen­di­ge Mo­bi­li­täts­kos­ten (di­rek­te ent­fer­nungs­ab­hän­gi­ge Mo­bi­li­täts­kos­ten und be­wer­te­ter Zeit­auf­wand für das Pen­deln), die durch den Umzug in das Um­land ent­ste­hen, re­du­ziert. 
  4. Zusätzliche Mobilitätszeiten für Bewohnerinnen und Bewohner des Umlandes gegenüberdenjenigen der Metropole entstehen für den Weg vom Bahnhof der Umlandgemeinde zum Hauptbahnhof der Metropole. Falls die Umlandgemeinde keinen Bahnhof hat, wird die Ortsmitte verwendet. Alle Pendelnde nehmen den Weg von Bahnhof zu Bahnhof beziehungsweise von der Ortsmitte zum Bahnhof. 
  5. Als Pen­del­zeit für den ein­fa­chen Weg wird die kür­zes­te Rei­se­zeit an­ge­setzt, die mit dem je­wei­li­gen Ver­kehrs­mit­tel am Mitt­woch, den 22.04.2026, zwi­schen 7.00 Uhr und 8.30 Uhr er­zielt wer­den konn­te.
  6. Die Mo­bi­li­täts­zei­ten für Hin- und Rück­weg sind iden­tisch.
  7. Bis (ab) 20 km lie­gen die Mo­bi­li­täts­kos­ten pro ein­fa­chem Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter nach Abzug der Steu­er­ver­güns­ti­gun­gen bei 0,47 (0,45) Euro für den Pkw und bei 0,14 (0,12) Euro für den ÖPNV. Durch das Deutschland-​Ticket lie­gen die jähr­li­chen Mo­bi­li­täts­kos­ten im ÖPNV ak­tu­ell bei ma­xi­mal 673 Euro nach Steu­ern (bei Ti­cket­kos­ten von 756 Euro für das D-​Ticket) und wer­den in den Be­rech­nun­gen auf die­sen ma­xi­mal mög­li­chen Be­trag ge­de­ckelt. 
  8. Der Zeit­auf­wand für das Pen­deln wird mit dem durch­schnitt­li­chen Brut­to­lohn je Stun­de so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Voll­zeit­be­schäf­tig­ten be­wer­tet, der im Jahre 2025 in der Me­tro­po­le er­zielt wurde.
  9. Pro Haushalt pendelt ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin.

Hinter­grund­infor­ma­tionen zum Postbank Wohn­atlas 2026

Der Postbank Wohn­at­las ist eine jähr­lich er­schei­nen­de, mehr­tei­li­ge Stu­di­en­rei­he, die den deut­schen Im­mo­bi­li­en­markt unter ver­schie­de­nen Aspek­ten re­gi­o­nal bis auf Kreis­ebe­ne be­leuch­tet. Für die vor­lie­gen­de Ana­ly­se, die den sieb­ten Stu­di­en­teil des dies­jäh­ri­gen Wohn­at­las dar­stellt, wurde unter der Lei­tung von Dr. Dirck Süß, Ge­schäfts­füh­rer des Ham­bur­gi­schen Welt­Wirt­schafts­In­sti­tuts (HWWI), die Im­mo­bi­li­en­preis­ent­wick­lung in den 400 deut­schen Land­krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten un­ter­sucht.

Kontakt

Oliver Rittmaier
Mediensprecher