Streaming ist Mainstream – doch der Markt wird kleinteiliger

Medieninformation vom 10.09.2026
Die Postbank Digitalstudie 2026 zeigt: Streaming ist bei Jüngeren nahezu selbstverständlich, Mehrfach-Abos werden zum Normalfall – und die Nutzungsintensität nähert sich über Altersgruppen hinweg an.

Postbank Digitalstudie 2026:
Streaming

Strea­ming hat in Deutsch­land den Sta­tus eines Zu­satz­an­ge­bots hin­ter sich ge­las­sen. Was frü­her als Al­ter­na­ti­ve zum li­ne­a­ren Fern­se­hen galt, ist für viele Haus­hal­te längst Teil der all­täg­li­chen Me­di­en­ver­sor­gung. Laut der re­prä­sen­ta­ti­ven „Postbank Di­gi­tal­stu­die 2026“ nut­zen 72 Pro­zent der Deut­schen min­des­tens einen kos­ten­pflich­ti­gen Streaming-​Dienst im Haus­halt. Be­son­ders deut­lich ist die Ver­an­ke­rung bei den 18- bis 39-​Jährigen: In die­ser Al­ters­grup­pe kom­men kos­ten­pflich­ti­ge An­ge­bo­te auf eine Reich­wei­te von 90 Pro­zent.

Vom Leit­me­di­um zum Plattform-​Mix

Auf­fäl­lig ist dabei nicht al­lein die hohe Nut­zung, son­dern die Art, wie Haus­hal­te ihre Me­di­en­zu­gän­ge or­ga­ni­sie­ren. Das klas­si­sche Einzel-​Abo ver­liert an Ge­wicht: 46 Pro­zent der Haus­hal­te zah­len be­reits für zwei oder mehr Streaming-​Dienste, mehr als jeder fünf­te sogar für drei oder mehr An­ge­bo­te. Der Markt ent­wi­ckelt sich damit zu­neh­mend zu einem Bau­kas­ten­sys­tem, in dem Nut­ze­rin­nen und Nut­zer je nach In­halt, Preis und Ge­wohn­heit meh­re­re Platt­for­men kom­bi­nie­ren. „Strea­ming hat sich vor allem bei jün­ge­ren Men­schen fest im All­tag eta­bliert. Auf­fäl­lig ist aber nicht nur die Reich­wei­te, son­dern auch die wach­sen­de Parallel-​Nutzung meh­re­rer Platt­for­men. Viele Haus­hal­te stel­len sich ihr Pro­gramm heute in­di­vi­du­ell über ver­schie­de­ne Diens­te hin­weg zu­sam­men“, sagt David Dom­mel, Lei­ter di­gi­ta­les Performance-​Marketing der Postbank.

Ge­ne­ra­ti­on Gap bei der Reich­wei­te – nicht beim Viel­strea­ming

Der ei­gent­li­che Ge­ne­ra­ti­o­nen­un­ter­schied liegt we­ni­ger in der In­ten­si­tät als in der grund­sätz­li­chen Ver­brei­tung. Wäh­rend neun von zehn unter 40-​Jährigen kos­ten­pflich­ti­ge Streaming-​Angebote nut­zen, liegt der An­teil bei den ab 40-​Jährigen bei 63 Pro­zent. Um­ge­kehrt ver­zich­ten nur zehn Pro­zent der Jün­ge­ren kom­plett auf Strea­ming, aber 37 Pro­zent der Äl­te­ren. Wer je­doch streamt, un­ter­schei­det sich in der Nut­zungs­dau­er we­ni­ger stark, als es die Reich­wei­ten­wer­te ver­mu­ten las­sen: 35 Pro­zent der unter 40-​Jährigen sehen oder hören mehr als acht Stun­den pro Woche kos­ten­pflich­ti­ge Streaming-​Inhalte, bei den ab 40-​Jährigen sind es 29 Pro­zent.

Auch in der Spit­zen­grup­pe der Viel­nut­zer zeigt sich kaum noch ein Al­ters­ge­fäl­le: Je­weils zehn Pro­zent der Jün­ge­ren und der Äl­te­ren streamen mehr als 15 Stun­den pro Woche. Für Me­di­en­an­bie­ter ist das ein re­le­van­ter Be­fund. Die jün­ge­ren Ziel­grup­pen trei­ben zwar wei­ter­hin die Reich­wei­te, doch in­ten­si­ve Nut­zung ent­steht nicht aus­schließ­lich dort. „Strea­ming ist längst über ein­zel­ne Al­ters­grup­pen hin­aus­ge­wach­sen. Zwar ist die Nut­zung bei Jün­ge­ren ver­brei­te­ter. Wer aber streamt, kann un­ab­hän­gig vom Alter viel Zeit mit Se­ri­en, Fil­men, Sport oder Musik ver­brin­gen“, sagt Dom­mel.

Hintergrund­informationen zur Postbank Digitalstudie 2026

Für die „Postbank Di­gi­tal­stu­die 2026 – die di­gi­ta­len Deut­schen“ wur­den im April und Mai die­ses Jah­res 3.050 Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner be­fragt. Die Postbank un­ter­sucht mit der Stu­die im zwölf­ten Jahr in Folge, wel­che Ent­wick­lun­gen sich in ver­schie­de­nen Le­bens­be­rei­chen in Bezug auf Di­gi­ta­li­sie­rung all­ge­mein und ins­be­son­de­re zu Fi­nanz­the­men ab­zeich­nen. Um eine be­völ­ke­rungs­re­prä­sen­ta­ti­ve Struk­tur ab­zu­bil­den, er­folg­te eine Ge­wich­tung der Stich­pro­be nach Bun­des­land (Pro­por­ti­o­na­li­sie­rung), Alter und Ge­schlecht. Als Re­fe­renz­da­tei wurde der Zen­sus 2022 des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes zu­grun­de ge­legt. Die Er­geb­nis­se sind auf ganze Zah­len ge­run­det. Ab­wei­chun­gen in den Sum­men las­sen sich durch Run­dungs­dif­fe­ren­zen er­klä­ren.

Kontakt

Iris Laduch
Mediensprecherin