Eigenkapital aufbauen: So klappt es mit dem Eigenheim

Aus Ausgabe 3/2026

Bild Nr. 1778, Quelle: Postbank / © Alexander Raths

Fast jeder zwei­te Mie­ter (48 Pro­zent) würde lie­ber in den ei­ge­nen vier Wän­den woh­nen – doch 85 Pro­zent von ihnen feh­len die nö­ti­gen fi­nan­zi­el­len Mit­tel, um die­sen Wunsch zu ver­wirk­li­chen. Das er­gibt eine ak­tu­el­le YouGov-​Umfrage im Auf­trag der Postbank. Die größ­te Hürde auf dem Weg zum Wohn­ei­gen­tum ist das Ei­gen­ka­pi­tal: 57 Pro­zent der Be­frag­ten nen­nen feh­len­de Rück­la­gen als Grund, dass sie wei­ter­hin zur Miete woh­nen. „Als Faust­re­gel gilt, dass Käu­fer min­des­tens die Kauf­ne­ben­kos­ten – etwa für Grund­er­werb­steu­er, Notar, Grund­buch­ein­trag und Mak­ler – aus ei­ge­nen Mit­teln fi­nan­zie­ren kön­nen. Sie ma­chen in der Regel zehn bis 15 Pro­zent des Kauf­prei­ses aus“, er­klärt Bau­fi­nan­zie­rungs­exper­te Fejzu Peci von der Postbank. „Da den Kauf­ne­ben­kos­ten kein ma­te­ri­el­ler Ge­gen­wert ge­gen­über­steht, fi­nan­zie­ren Ban­ken sie meist nicht mit. Ge­ne­rell gilt: Je höher das vom Käu­fer ein­ge­brach­te Ka­pi­tal, desto güns­ti­ger sind in der Regel die Kre­dit­kon­di­ti­o­nen, da es das Ri­si­ko der Bank senkt.“ Was vie­len Käu­fern nicht be­wusst ist: Zum Ei­gen­ka­pi­tal zählt weit mehr als das Gut­ha­ben auf dem Gi­ro­kon­to. Auch Spar­gut­ha­ben, Bau­spar­ver­trä­ge, Wert­pa­pier­de­pots, be­reits vor­han­de­ne Grund­stü­cke oder Im­mo­bi­li­en kön­nen als ei­ge­ne Mit­tel ge­wer­tet wer­den. Bei Neu­bau­ten er­ken­nen Ban­ken unter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen zudem Ei­gen­leis­tun­gen als so­ge­nann­te Mus­kel­hy­po­thek an. Um einen fi­nan­zi­el­len Grund­stock für den Im­mo­bi­li­en­kauf auf­zu­bau­en, soll­te man mög­lichst früh re­gel­mä­ßig spa­ren – ide­a­ler­wei­se per Dau­er­auf­trag di­rekt nach dem Ge­halts­ein­gang. Auch klei­ne Be­trä­ge sum­mie­ren sich über die Jahre zu einer statt­li­chen Summe. Ein­nah­men wie Urlaubs-​ oder Weih­nachts­geld, Steu­er­erstat­tun­gen oder Geld­ge­schen­ke kön­nen eben­falls kon­se­quent in die Ei­gen­ka­pi­tal­re­ser­ve flie­ßen. Wer die Er­trä­ge wie­der an­legt, pro­fi­tiert zu­sätz­lich vom Zin­ses­zins­ef­fekt. Laut Postbank Um­fra­ge sind Ei­gen­tü­mer deut­lich op­ti­mis­ti­scher als Mie­ter, dass man heute aus ei­ge­ner Kraft zum Im­mo­bi­li­en­be­sit­zer wer­den kann: 19 Pro­zent nen­nen re­gel­mä­ßi­ges Spa­ren als re­a­lis­ti­schen Weg zum Ei­gen­heim (Mie­ter: elf Pro­zent), 15 Pro­zent den Kauf einer sa­nie­rungs­be­dürf­ti­gen Im­mo­bi­lie (Mie­ter: acht Pro­zent) und elf Pro­zent die Be­reit­schaft, bei den ei­ge­nen Wohn­wün­schen Kom­pro­mis­se ein­zu­ge­hen (Mie­ter: fünf Pro­zent).

Informationen zur Umfrage

Die ver­wen­de­ten Daten be­ru­hen auf einer Online-​Umfrage der YouGov Deutsch­land GmbH, an der 2.016 Per­so­nen (davon 1.109 Per­so­nen, die zur Miete woh­nen und 809 Per­so­nen, die in der ei­ge­nen Im­mo­bi­lie woh­nen) zwi­schen dem 3. und 6.7.2026 teil­nah­men. Die Er­geb­nis­se wur­den ge­wich­tet und sind re­prä­sen­ta­tiv für die deut­sche Be­völ­ke­rung ab 18 Jah­ren.