Fünf goldene Regeln für die Immobilienfinanzierung

Aus Ausgabe 3/2026

Bild Nr. 1779, Quelle: Postbank / © Sarah Ahrens

1. Fle­xi­bi­li­tät ein­pla­nen

Beim Kauf einer Im­mo­bi­lie geht man lang­fris­ti­ge fi­nan­zi­el­le Ver­pflich­tun­gen ein – nicht sel­ten über zwei Jahr­zehn­te. Umso wich­ti­ger ist es, die Fi­nan­zie­rung so fle­xi­bel wie mög­lich zu ge­stal­ten. Sinn­voll sind ver­trag­lich ver­ein­bar­te Son­der­til­gun­gen und die Mög­lich­keit, die Til­gungs­ra­te wäh­rend der Lauf­zeit an­zu­pas­sen. So kön­nen Kre­dit­neh­mer schnel­ler til­gen, wenn es fi­nan­zi­ell gut läuft – oder die mo­nat­li­che Be­las­tung re­du­zie­ren, wenn der fi­nan­zi­el­le Spiel­raum enger wird.

2. För­der­gel­der nut­zen

Zu­schüs­se und zins­güns­ti­ge Dar­le­hen sind wert­vol­le Bau­stei­ne einer Im­mo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung. Die ak­tu­ell wich­tigs­ten För­der­pro­gram­me bie­ten KfW, BAFA und die För­der­ban­ken der je­wei­li­gen Län­der an. Das pas­sen­de Pro­gramm zu fin­den ist al­ler­dings nicht immer ein­fach. „Eine gute erste An­lauf­stel­le ist die Haus­bank. Sie kann prü­fen, wel­che För­der­pro­gram­me in­fra­ge kom­men, und un­ter­stützt bei der Be­an­tra­gung von KfW- oder Lan­des­för­der­mit­teln“, er­klärt Bau­fi­nan­zie­rungs­exper­te Fejzu Peci von der Postbank.

3. Fi­nan­zie­rung an Zins­ni­veau an­pas­sen

Bei sehr nied­ri­gen Bau­zin­sen lohnt sich eine lange Zins­bin­dung, um güns­ti­ge Kon­di­ti­o­nen mög­lichst lange zu si­chern. Lie­gen die Zin­sen höher, kann eine Kom­bi­na­ti­on meh­re­rer Dar­le­hen mit un­ter­schied­li­chen Lauf­zei­ten sinn­voll sein. „Dar­le­hen mit kür­ze­rer Zins­bin­dung sind in der Regel güns­ti­ger als lang­fris­ti­ge Fi­nan­zie­run­gen. Der so ent­ste­hen­de fi­nan­zi­el­le Frei­raum kann für eine hö­he­re Til­gung ein­ge­setzt wer­den, um schnel­ler schul­den­frei zu wer­den”, sagt der Postbank Ex­per­te.

4. Früh an die An­schluss­fi­nan­zie­rung den­ken

Viele Im­mo­bi­li­en­dar­le­hen lau­fen nach zehn oder 15 Jah­ren aus. Wer sich früh­zei­tig um die An­schluss­fi­nan­zie­rung küm­mert und An­ge­bo­te ver­gleicht, kann häu­fig bes­se­re Kon­di­ti­o­nen si­chern. Das Ge­spräch mit der ei­ge­nen Bank soll­te dabei eben­so selbst­ver­ständ­lich sein wie der Ver­gleich mit an­de­ren An­bie­tern. „Viele Ban­ken er­mög­li­chen be­reits meh­re­re Jahre vor Ab­lauf des Dar­le­hens den Ab­schluss eines so­ge­nann­ten Forward-​Darlehens. Damit kann man sich das ak­tu­el­le Zins­ni­veau für die Zu­kunft si­chern“, er­gänzt Fejzu Peci.

5. Fi­nan­zi­el­le Eng­päs­se früh­zei­tig an­spre­chen

Gerät die Fi­nan­zie­rung durch ver­än­der­te Le­bens­um­stän­de unter Druck, soll­ten Kre­dit­neh­mer mög­lichst früh das Ge­spräch mit ihrer Bank su­chen. Oft las­sen sich ge­mein­sam Lö­sun­gen fin­den: „Nie­mand muss mit fi­nan­zi­el­len Pro­ble­men al­lein blei­ben. Es gibt meist deut­lich mehr Hand­lungs­mög­lich­kei­ten, als viele ver­mu­ten. Ge­mein­sam mit der Haus­bank las­sen sich oft Lö­sun­gen fin­den, bevor Zah­lungs­pro­ble­me ent­ste­hen“, sagt Fejzu Peci.