Schenkung, Darlehen oder Erbe: So kann die Familie beim Immobilienkauf helfen

Aus Ausgabe 3/2026
Mehr als jeder Zweite (53 Prozent) ist überzeugt, dass man heute am ehesten durch eine Erbschaft oder finanzielle Unterstützung der Familie zu Wohneigentum gelangt, so die Ergebnisse einer aktuellen Postbank Umfrage. Tatsächlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Familien beim Immobilienkauf unter die Arme greifen können – von Geldgeschenken bis zu zinsgünstigen Darlehen.

Bild Nr. 1781, Quelle: Postbank / © VaDrobotBO

Feh­len­des Ei­gen­ka­pi­tal ist die größ­te Hürde auf dem Weg in die ei­ge­nen vier Wände. 20 Pro­zent des Kauf­prei­ses plus Ne­ben­kos­ten gel­ten als ideal. Geld, das vie­len Mie­tern fehlt: 57 Pro­zent nen­nen feh­len­des Ei­gen­ka­pi­tal als Grund dafür, dass sie zur Miete woh­nen. Wer beim Im­mo­bi­li­en­kauf Un­ter­stüt­zung aus der Fa­mi­lie er­hält, etwa durch eine Schen­kung oder vor­weg­ge­nom­me­ne Erb­schaft, kann sich glück­lich schät­zen. Geld­ge­schen­ke oder die Über­tra­gung eines Grund­stücks er­hö­hen das Ei­gen­ka­pi­tal und er­leich­tern da­durch die Fi­nan­zie­rung oder er­mög­li­chen güns­ti­ge­re Kre­dit­kon­di­ti­o­nen. Wich­tig ist dabei der Blick auf die steu­er­li­chen Frei­be­trä­ge: El­tern kön­nen ihren Kin­dern der­zeit alle zehn Jahre Ver­mö­gens­wer­te von bis zu 400.000 Euro steu­er­frei über­tra­gen – pro El­tern­teil.

Schrift­lich fest­ge­hal­ten

Fi­nan­zi­el­le Hilfe muss nicht immer ver­schenkt wer­den: Auch ein zins­güns­ti­ges Dar­le­hen in­ner­halb der Fa­mi­lie kann den Er­werb einer Im­mo­bi­lie er­leich­tern. „Ob Schen­kung oder Dar­le­hen – wich­tig ist, dass die Ver­ein­ba­run­gen klar und schrift­lich fest­ge­hal­ten wer­den. Das schafft Trans­pa­renz und hilft, spä­te­re Miss­ver­ständ­nis­se in­ner­halb der Fa­mi­lie zu ver­mei­den“, rät Bau­fi­nan­zie­rungs­exper­te Fejzu Peci von der Postbank. Eine wei­te­re Mög­lich­keit be­steht darin, dass El­tern als Bür­gen auf­tre­ten oder zu­sätz­li­che Si­cher­hei­ten be­reit­stel­len – bei­spiels­wei­se eine schul­den­freie Im­mo­bi­lie. Da­durch sinkt das Ri­si­ko für die Bank, was die Fi­nan­zie­rung er­leich­tern kann. Bür­gen soll­ten sich al­ler­dings be­wusst sein, dass sie damit ein er­heb­li­ches fi­nan­zi­el­les Ri­si­ko ein­ge­hen. Kön­nen die Kre­dit­neh­mer ihre Raten dau­er­haft nicht mehr zah­len, wer­den sie selbst zur Rück­zah­lung ver­pflich­tet. „Wel­che Form der Un­ter­stüt­zung sinn­voll ist, hängt immer von der in­di­vi­du­el­len Si­tu­a­ti­on der Fa­mi­lie ab“, sagt Fejzu Peci. „Vor grö­ße­ren Ver­mö­gens­über­tra­gun­gen soll­ten sich Fa­mi­li­en recht­lich und steu­er­lich be­ra­ten las­sen. So las­sen sich Ge­stal­tungs­mög­lich­kei­ten op­ti­mal nut­zen und spä­te­re Kon­flik­te ver­mei­den.“

Informationen zur Umfrage

Die ver­wen­de­ten Daten be­ru­hen auf einer Online-​Umfrage der YouGov Deutsch­land GmbH, an der 2.016 Per­so­nen (davon 1.109 Per­so­nen, die zur Miete woh­nen) zwi­schen dem 3. und 6.7.2026 teil­nah­men. Die Er­geb­nis­se wur­den ge­wich­tet und sind re­prä­sen­ta­tiv für die deut­sche Be­völ­ke­rung ab 18 Jah­ren.