2018

Deutsche Küste: Wohnen, wo andere Urlaub machen

Presseinformation vom 11.09.2018

Immobilienmarktanalyse untersucht Regionen an Nord- und Ostsee • Abseits der Vier-Sterne-Ferienimmobilien finden sich bezahlbare Eigenheime

Dem Meer ganz nahe sein, und das nicht nur im Urlaub – davon träumen viele Menschen. Und tatsächlich bieten Deutschlands Küsten interessante Wohnimmobilien mit guten Chancen auf Wertsteigerungen. Allerdings sind die Preise zum Teil recht hoch. Daher fragen sich viele Kaufinteressenten: Wo findet man an der deutschen Küste noch bezahlbares Wohneigentum? Bei der Suche hilft ein Blick in den Postbank Wohnatlas, für den das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) die Immobilienmärkte bundesweit unter die Lupe genommen hat.

Der Landkreis Nordfriesland, in dem auch die als VIP-Feriendomizil bekannte Nordseeinsel Sylt liegt, gehört zu den teuersten Regionen Deutschlands. Die begehrten Ferienimmobilien treiben die Preise dort in die Höhe. So kostete der Quadratmeter in Deutschlands nördlichstem Kreis im vergangenen Jahr 5.647 Euro. Ebenfalls vergleichsweise hohe Preise wurden mit 3.553 Euro pro Quadratmeter im Landkreis Aurich in Niedersachsen fällig, zu dem die Ostfriesischen Inseln Juist, Norderney und Baltrum gehören. Etwas preiswerter waren Immobilien mit durchschnittlich 2.820 Euro pro Quadratmeter im Kreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Zu diesem zählt auch die flächenmäßig größte und bevölkerungsreichste deutsche Insel Rügen. Durchschnittspreise jenseits der 2.500 Euro pro Quadratmeter zahlten Käufer 2017 außerdem noch in den Kreisen Rostock, Ostholstein, Wittmund und Leer. Zu Wittmund gehören die Inseln Langeoog und Spiekeroog, zu Leer die Insel Borkum.

Markt für Ferienhäuser tickt anders

„Wer an den deutschen Küsten kaufen möchte, trifft auf einen Immobilienmarkt, der zum Teil von Ferienimmobilien geprägt ist. Diese Objekte sind – je nach Ausstattung – meist viel teurer, lässt sich mit ihnen doch eine ganz andere Rendite erzielen als mit regulär vermieteten Wohnungen“, sagt Stefan Kuper, Direktor Immobilienvertrieb bei der Postbank Immobilien GmbH in Oldenburg. „Abseits des Luxus-Segments, das sich natürlich in den Durchschnittspreisen bemerkbar macht, finden sich trotzdem durchaus bezahlbare Objekte“.

Und längst nicht jede Ferienimmobilie eignet sich auch als Dauerbleibe. „Wer weniger Wert auf beste Strandlage und eine hohe Restaurantdichte legt, kann zu einem soliden Preis-Leistungs-Verhältnis fündig werden und seinen Lebensmittelpunkt im küstennahen Eigenheim einrichten“, so Kuper.

Städte am Meer bieten preiswertere Immobilien und mehr Vielfalt

Eine Option sind dabei auch die deutschen Städte am Meer zwischen niederländischer und polnischer Grenze. Diese sind zwar weniger naturnah, Infrastruktur und Arbeitsmöglichkeiten dafür aber vielfältiger und die Auswahl auf den Immobilienmärkten ist größer. In Rostock lagen die Preise 2017 im Schnitt bei 2.575 Euro, in Kiel bei 2.230 Euro, in Flensburg bei 1.893 Euro und in Emden bei 1.087 Euro. Noch etwas günstiger sind Bremerhaven und Wilhelmshaven – Städte, für die die Experten des HWWI aber bis 2030 Wertverluste prognostizieren. Die Preise sollen demnach pro Jahr um rund zwei Prozent sinken.

Die besten Aussichten unter den kreisfreien Küstenstädten bietet Kiel. Für die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt rechnet das HWWI bis 2030 mit einer positiven Preisentwicklung. Laut der Prognose sollen die Preise dort um 0,63 Prozent pro Jahr steigen. Ein kleines Plus von 0,18 Prozent wird demnach auch Flensburg erreichen. In Emden ist hingegen ein jährliches Minus von 0,21 Prozent zu erwarten, in Rostock von 0,81 Prozent.

Landkreise mit Nordseeinseln vor der Küste erwarten Wertsteigerungen

Beim Blick auf die Werthaltigkeit schneiden die Landkreise Nordfriesland, Leer, Wittmund, Aurich sowie Schleswig-Flensburg am besten ab. Sie alle bieten wie die Stadt Kiel bis 2030 Wachstumsperspektiven von mehr als 0,5 Prozent pro Jahr. Die größten Wertsteigerungen bis 2030 dürften Immobilien im Kreis Nordfriesland erfahren, zu dem neben Sylt auch Föhr, Amrum und Pellworm gehören. In dem Landkreis erwarten die Experten vom HWWI ein jährliches Plus von durchschnittlich 0,74 Prozent. Durchweg negativ fallen die Prognosen für die Küste Mecklenburg-Vorpommerns aus. Das liegt an den voraussichtlich sinkenden Einwohnerzahlen, die eine schwächere Nachfrage nach Wohnimmobilien und damit auch niedrigere Preise nach sich ziehen.

„Wie die Wertentwicklungsprognosen für das einzelne Objekt tatsächlich ausfallen, dazu sollten Kaufinteressierte am besten einen Experten zurate ziehen. Denn das hängt stark von der konkreten Lage des Objekts ab, vom Sanierungsstand, von der regionalen Nachfrageentwicklung, und – das ist eine Besonderheit der Küstenregionen – auch davon, ob es eine Ferienimmobilie ist oder werden kann. Denn auf diesem Markt gelten zum Teil andere Kriterien und Preise“, ergänzt Tim Früstück, Filialgebietsleiter bei der Postbank in Oldenburg.

Stadt / Kreis Bundes-
land
Kaufpreis pro m² 2017
(Euro)
Bevölkerungs-
prognose
2017–2030 p. a.
Kaufpreis-
prognose
2017–2030 p. a. (real)
Nordfriesland SH 5.646,81 -0,17% 0,74%
Aurich NI 3.553,34 -0,03% 0,53%
Vorpommern-Rügen MV 2.819,95 -0,86% -2,05%
Landkreis Rostock MV 2.787,77 -0,54% -0,78%
Ostholstein SH 2.704,53 -0,03% 0,26%
Rostock, Stadt MV 2.575,22 -0,61% -0,81%
Wittmund NI 2.572,65 -0,24% 0,59%
Leer NI 2.571,21 -0,01% 0,68%
Vorpommern-Greifswald MV 2.404,39 -0,89% -1,09%
Lübeck, Stadt SH 2.332,24 -0,27% -0,05%
Cuxhaven NI 2.283,06 -0,21% -0,11%
Plön SH 2.235,46 0,15% 0,29%
Kiel, Stadt SH 2.230,22 -0,34% 0,63%
Friesland NI 2.135,73 -0,33% -0,43%
Nordwest­mecklenburg MV 2.069,18 -0,39% -0,65%
Flensburg, Stadt SH 1.893,37 -0,07% 0,18%
Dithmarschen SH 1.808,01 -0,29% 0,19%
Rendsburg-Eckernförde SH 1.783,85 -0,03% 0,44%
Schleswig-Felsnburg SH 1.649,75 0,00% 0,53%
Wesermarsch NI 1.179,56 -0,31% -0,01%
Emden, Stadt NI 1.087,28 -0,22% -0,21%
Bremerhaven, Stadt HB 1.031,81 -0,48% -2,06%
Wilhelmshafen, Stadt NI 1.006,33 -0,54% -2,05%

Hintergrundinformationen zum Postbank Wohnatlas 2018

Der Postbank Wohnatlas 2018 ist eine jährlich erscheinende, mehrteilige Studienreihe, die den deutschen Immobilienmarkt unter verschiedenen Aspekten regional bis auf Kreisebene beleuchtet. Der vorliegende Beitrag ist der sechste Studienteil des diesjährigen Wohnatlas. Er basiert auf Berechnungen, die unter der Leitung von Diplom-Volkswirtin Dörte Nitt-Drießelmann, Senior Researcherin beim Hamburger WeltWirtschaftsInstitut (HWWI), für 401 deutsche Landkreise und kreisfreie Städte durchgeführt wurden.

Kontakt

Ralf Palm, Pressesprecher

Ralf Palm
Pressesprecher
ralf.palm@postbank.de
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