Immobilienkauf: die neue Bescheidenheit

Medieninformation vom 06.04.2023
Lieber das Reihenhaus statt des frei stehenden Einfamilienhauses? Viele Menschen, die sich für eine eigene Immobilie interessieren, müssen ihre Ansprüche zurückschrauben, einige ihren Traum vom Eigenheim sogar ganz aufgeben. Wer jetzt Wohneigentum verkaufen möchte, muss sich auf den geänderten Markt einstellen.

Bild Nr. 1679, Quelle: Postbank / © Andriy Popov

Die Zinsen für Immo­bilien­kredite steigen weiter, gleich­zeitig sind die Preise von Häusern und Eigen­tums­wohnungen vieler­orts immer noch auf einem hohen Niveau. Trotzdem plant jeder sechste Deutsche (18 Pro­zent), in den nächsten Jahren Wohn­eigen­tum zu erwerben. Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag von Postbank Immo­bilien halten knapp 13 Pro­zent der Be­fragten den Immo­bilien­kauf für wahr­scheinlich, knapp fünf Prozent für ziemlich sicher. Dennoch hat die Nachfrage auf dem Immo­bilien­markt spürbar nach­gelassen: „Ver­glichen mit dem ersten Quartal 2022 melden sich heute im Schnitt nur noch weniger als halb so viele Interes­senten auf ein Immo­bilien­angebot“, sagt Florian Schüler von Postbank Immobilien. Zudem haben viele poten­zielle Kauf­interes­senten knapp kalkuliert: Laut Umfrage befürchten rund 69 Prozent von ihnen, dass sie ihre Kauf­pläne auf­geben müssen, sollten die Erwerbs­kosten noch weiter steigen. 67 Prozent geben an, dass sie ihre An­sprüche an die Wunsch­immo­bilie herunter­schrauben mussten, da die ur­sprüng­lichen Pläne mit ihren finanziellen Mitteln nicht mehr zu ver­wirklichen sind. Besonders für Familien mit minder­jährigen Kindern geraten die Träume vom Eigen­heim ins Wanken: 78 Prozent der Befragten befürchten, ihre Kauf­pläne auf Eis legen zu müssen, 76 Prozent müssen sich definitiv ein­schränken.

Klug kalkuliert

Auch auf Ver­käufer­seite herrscht Ver­un­sicherung: Mehr als jeder zweite (58 Pro­zent) befürch­tet, dass er nicht den ge­wünsch­ten Preis für sein Wohn­eigen­tum erzielen wird. Ein ähnlich hoher Anteil (56 Prozent) rechnet damit, dass sich die Ver­mark­tung der Immo­bilie in die Länge ziehen wird. Eine durchaus realis­tische Ein­schätzung: „Aufgrund der sinkenden Nach­frage müssen Ver­käuferinnen und Ver­käufer in der Regel mit einer längeren Ver­marktungs­dauer rechnen als zu Hoch­zeiten des Immo­bilien­booms“, erklärt Florian Schüler. Auch beim Markt­wert zeigen sich Ver­änderun­gen: „Preise, die noch vor einem Jahr erzielt werden konnten, sind heute nicht mehr durch­setzbar. Denn viele Menschen haben ihre Kauf­pläne auf unbestimmte Zeit verschoben oder kaufen eine Klasse kleiner“, so der Postbank Immobilien Experte. Ent­sprechend behut­sam sollten Ver­käuferin­nen und Ver­käufer bei der Preis­ge­staltung vorgehen – ein Balance­akt, um einerseits den best­mög­lichen Erlös zu erzielen und anderer­seits den Preis nicht zu hoch an­zu­setzen. Neben Lage, Alter, Größe und Aus­stattung gewinnt die Energie­bilanz bei der Wert­er­mittlung von Wohn­gebäuden eine immer größere Be­deutung. Laut Postbank Immo­bilien Umfrage ist 92 Pro­zent der Kauf­interes­sierten ein guter ener­getischer Zustand des Kauf­objekts wichtig. Lediglich fünf Prozent messen dem keine Be­deutung bei.

Informationen zur Umfrage

In einer be­völkerungs­re­präsen­ta­tiven Online-Be­fragung inter­viewte YouGov im Auftrag von Postbank Immo­bilien zwischen dem 27. und 30. Januar 2023 ins­gesamt 2.098 Befragte ab 18 Jahren.

Weitere Informationen

Kontakt

Iris Laduch
Mediensprecherin