Handyverbot an Schulen: Mehrheit der Jugendlichen dagegen

Medieninformation vom 05.02.2026
Täglich rund neun Stunden online, davon über fünf Stunden mit dem Smartphone • Schneller Austausch mit Freunden und Familie wichtig • Postbank Digital-Experte Thomas Brosch: „Ein pauschales Handyverbot verkennt die Chancen digitaler Werkzeuge im Unterricht.“

Postbank Jugend-Digitalstudie 2025
Handyverbot an Schulen: Mehrheit der Jugendlichen dagegen

Die Postbank Jugend-​Digitalstudie zeigt, dass Smart­phones für Ju­gend­li­che in Deutsch­land un­ver­zicht­bar sind. 92 Pro­zent der 16- bis 18-​Jährigen in Deutsch­land nut­zen ein Smart­phone und ver­brin­gen durch­schnitt­lich 37,5 Stun­den on­line – das ent­spricht rund 5,4 Stun­den täg­lich. Ins­ge­samt sind Ju­gend­li­che etwa 65,5 Stun­den pro Woche mit di­gi­ta­len End­ge­rä­ten im In­ter­net aktiv. Trotz eines Rück­gangs der Nut­zungs­dau­er seit dem Corona-​Peak bleibt das Ni­veau hoch, ins­be­son­de­re bei mo­bi­len Ge­rä­ten. Der Ruf nach einem Han­dy­ver­bot an Schu­len wird daher immer lau­ter, doch die Mehr­heit der Ju­gend­li­chen spricht sich da­ge­gen aus.

Ins­ge­samt ver­brin­gen Ju­gend­li­che in Deutsch­land durch­schnitt­lich 65,5 Stun­den pro Woche mit ver­schie­de­nen End­ge­rä­ten von Handy bis Spie­le­kon­so­le im In­ter­net. Das sind mehr als neun Stun­den täg­lich, aber im­mer­hin sechs Stun­den pro Woche we­ni­ger als im Vor­jahr. Die In­ter­net­nut­zung nimmt im Ver­gleich zu den Jah­ren 2020 und 2021 zwar kon­ti­nu­ier­lich ab, das Ni­veau bleibt je­doch hoch, vor allem beim Nut­zen mo­bi­ler Ge­rä­te. Das Smart­phone ist bei Ju­gend­li­chen das be­lieb­tes­te Gerät, um ins In­ter­net zu gehen. 92 Pro­zent der Be­frag­ten nut­zen es zum Sur­fen. Sta­ti­o­nä­re Ge­rä­te kom­men deut­lich sel­te­ner zum Ein­satz. Etwa jeder zwei­te Ju­gend­li­che geht mit dem Ta­blet ins In­ter­net, 48 Pro­zent mit dem Lap­top, 37 Pro­zent mit dem Desktop-​PC und 22 Pro­zent mit einer Spie­le­kon­so­le.

„Für eine deut­li­che Mehr­heit von 92 Pro­zent der 16‑ bis 18‑Jäh­ri­gen ist das Smart­phone das zen­tra­le Gerät – vom Aus­tausch mit Freun­din­nen und Freun­den bis zum Ban­king“, sagt Tho­mas Brosch, Lei­ter Di­gi­tal­ver­trieb der Postbank. „Unser Auf­trag ist es, aus all­täg­li­cher Nut­zung di­gi­ta­le Kom­pe­tenz und Cy­ber­si­cher­heit zu ent­wi­ckeln, damit junge Men­schen mobil und sou­ve­rän han­deln.“ 

Mehr­heit gegen Han­dy­ver­bot Die Nut­zung des Smart­phones wol­len Ju­gend­li­che auch in der Schu­le nicht ein­schrän­ken – ob­wohl ak­tu­el­le Stu­di­en einen Zu­sam­men­hang zwi­schen Han­dy­nut­zung und PISA-​Ergebnis sehen. Die Mehr­heit der be­frag­ten Ju­gend­li­chen spricht sich gegen ein ge­ne­rel­les Han­dy­ver­bot an Schu­len aus. Haupt­ar­gu­men­te sind die Be­deu­tung der schnel­len Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Fa­mi­lie und Freun­den (60 Pro­zent) und die Nütz­lich­keit von Smart­phones für Lern­zwe­cke und Re­cher­chen (55 Pro­zent). 

54 Pro­zent der Be­frag­ten sind über­zeugt, dass sie ei­gen­ver­ant­wort­lich mit dem Smart­phone um­ge­hen kön­nen. Be­son­ders junge Frau­en be­to­nen die Be­deu­tung von Selbst­be­stimmt­heit und die Vor­tei­le der mo­bi­len Kom­mu­ni­ka­ti­on. Zwei Drit­tel der weib­li­chen Ju­gend­li­chen sehen darin das wich­tigs­te Ar­gu­ment gegen ein Ver­bot, im Ge­gen­satz zu 41 Pro­zent der jun­gen Män­ner. Auch die schnel­le Kom­mu­ni­ka­ti­on ist jun­gen Frau­en wich­ti­ger als den männ­li­chen Mit­schü­lern (63 zu 56 Pro­zent). Aber – vor allem junge Frau­en kön­nen das Smart­phone kaum aus der Hand legen: 41 Stun­den ver­brin­gen sie damit pro Woche im In­ter­net, bei den jun­gen Män­nern sind es 34,3 Stun­den.

Gleich­zei­tig er­ken­nen viele Ju­gend­li­che, ins­be­son­de­re Mäd­chen, die Ri­si­ken der Smart­phonenut­zung im Schul­all­tag. 71 Pro­zent sehen ein Han­dy­ver­bot als Mög­lich­keit, Ab­len­kun­gen im Un­ter­richt zu ver­mei­den, 67 Pro­zent er­war­ten eine bes­se­re Kon­zen­tra­ti­on und 53 Pro­zent we­ni­ger Stress durch stän­di­ge Er­reich­bar­keit. 45 Pro­zent der Schü­le­rin­nen, aber nur 19 Pro­zent der Schü­ler sehen einen Vor­teil des Han­dy­ver­bots in einer bes­se­ren Kom­mu­ni­ka­ti­on in den Pau­sen.

„Ein pau­scha­les Han­dy­ver­bot ver­kennt die Chan­cen di­gi­ta­ler Werk­zeu­ge im Un­ter­richt. Klare Re­geln, Me­di­en­kom­pe­tenz und si­che­re, mo­bi­le Tools brin­gen mehr Lern­erfolg und we­ni­ger Ab­len­kung – und pas­sen bes­ser zur Le­bens­wirk­lich­keit der Ju­gend­li­chen“, gibt Tho­mas Brosch zu be­den­ken. „Di­gi­ta­le Bil­dung heißt des­halb: Räume für kon­zen­trier­tes Ler­nen schaf­fen und zu­gleich die Stär­ken mo­bi­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on ge­zielt nut­zen.“

Hintergrund­informationen zur Postbank Jugend-Digitalstudie 2025

Die „Jugend-​Digitalstudie“ der Postbank un­ter­sucht seit 2019, wie sich das Leben Ju­gend­li­cher in Deutsch­land be­züg­lich Di­gi­ta­li­sie­rung all­ge­mein und ins­be­son­de­re in Bezug auf Fi­nanz­the­men ver­än­dert. Dafür wur­den im Sep­tem­ber die­ses Jah­res 1.000 Ju­gend­li­che in Deutsch­land zwi­schen 16 und 18 Jah­ren be­fragt. Um eine be­völ­ke­rungs­re­prä­sen­ta­ti­ve Struk­tur ab­zu­bil­den, er­folg­te eine Ge­wich­tung der Stich­pro­be nach Bun­des­land, Alter und Ge­schlecht. Als Re­fe­renz­da­tei wurde der Mi­kro­zen­sus 2023 des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes zu­grun­de ge­legt. Die Er­geb­nis­se sind auf ganze Zah­len ge­run­det. 

Kontakt

Iris Laduch
Mediensprecherin