Umfrage: Deutsche nutzen Banking-Apps erstmals häufiger als Online-Portale

Medieninformation vom 23.02.2026
Jüngere treiben mobiles Banking voran – mit einigen Ausnahmen • Mehr als ein Viertel der Bankgeschäfte erledigen die Deutschen nach wie vor offline

Postbank Jugend-Digitalstudie 2025
Umfrage: Deutsche nutzen Banking-Apps erstmals häufiger als Online-Portale

Das Smart­phone hat sich als be­deu­tends­ter Zu­gangs­ka­nal für Fi­nanz­ge­schäf­te durch­ge­setzt: Erst­mals nut­zen mehr Deutsche eine Banking-​App (39 Pro­zent) als das Online-​Portal der Bank (33 Pro­zent), um ihre Fi­nan­zen zu ver­wal­ten. Im Vor­jahr ran­gier­te das App-​Banking noch knapp hin­ter Online-​Portalen für PC und Ta­blet. Ein knap­pes Fünf­tel der Be­frag­ten setzt nach wie vor auf den Gang in eine Fi­li­a­le, wäh­rend fünf Pro­zent ihre Ge­schäf­te in der Regel te­le­fo­nisch ab­wi­ckeln. Vier Pro­zent der Bun­des­bür­ger set­zen auf eine Kom­mu­ni­ka­ti­on per Brief. Das sind zen­tra­le Er­geb­nis­se der re­prä­sen­ta­ti­ven „Postbank Di­gi­tal­stu­die 2025“.

Die Be­frag­ten nut­zen die App be­son­ders gern, um Über­wei­sun­gen aus­zu­füh­ren oder ihr Konto zu ver­wal­ten. 51 be­zie­hungs­wei­se 48 Pro­zent geben dies an, wäh­rend ein knap­pes Drit­tel Geld be­vor­zugt mit­hil­fe von Online-​Portalen über­weist und 28 Pro­zent das Por­tal zur Ver­wal­tung ihrer Fi­nan­zen nut­zen. Um ein Konto zu er­öff­nen oder zu wech­seln, bleibt der Be­such in einer Fi­li­a­le aber wei­ter­hin die meist­ge­nutz­te Va­ri­an­te (38 Pro­zent). „Dass erst­mals mehr Men­schen in Deutsch­land ihre Bank­ge­schäf­te per App er­le­di­gen als über das Online-​Portal, mar­kiert einen Mei­len­stein in der Di­gi­ta­li­sie­rung des All­tags. Das Smart­phone ist längst nicht mehr nur ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel, son­dern auch eine be­deu­ten­de Schalt­zen­tra­le für die per­sön­li­chen Fi­nan­zen“, sagt Tho­mas Brosch, Lei­ter Di­gi­tal­ver­trieb der Postbank.

Jün­ge­re sind be­son­ders digital-​affin – mit be­mer­kens­wer­ten Aus­nah­men

Be­son­ders die Di­gi­tal Na­ti­ves, die 18- bis 39-​Jährigen, set­zen auf das App-​Banking: 46 Pro­zent fa­vo­ri­sie­ren diese Me­tho­de, ver­gli­chen mit 36 Pro­zent der über 40-​Jährigen. Diese „Di­gi­tal Im­mi­grants“ nut­zen da­ge­gen häu­fi­ger das Online-​Portal ihrer Bank (39 Pro­zent), ge­gen­über nur rund einem Fünf­tel der Jün­ge­ren. Per­sön­lich am Bank­schal­ter vor­stel­lig wer­den 20 Pro­zent der über 40-​Jährigen, aber nur 16 Pro­zent der Di­gi­tal Na­ti­ves.

So sind es haupt­säch­lich die Jün­ge­ren, die Bank­ge­schäf­te mobil ab­wi­ckeln – al­ler­dings mit ei­ni­gen auf­fäl­li­gen Aus­nah­men: Bei­spiels­wei­se nutzt ein grö­ße­rer An­teil der Jün­ge­ren als der Äl­te­ren das Telefon-​Banking und den schrift­li­chen Ver­kehr mit der Bank. Wäh­rend je­weils acht Pro­zent der 18- bis 39-​Jährigen re­gel­mä­ßig zum Hörer grei­fen oder der Bank einen Brief schrei­ben, sind es bei den Di­gi­tal Im­mi­grants nur je­weils drei Pro­zent. Dar­über hin­aus zie­hen Di­gi­tal Na­ti­ves für einen Kre­dit­an­trag, für das An­le­gen von Geld sowie für das Kre­dit­kar­ten­ma­nage­ment häu­fi­ger als äl­te­re Ge­ne­ra­ti­o­nen den Gang in die Bank­fi­li­a­le vor. Be­son­ders groß ist der Un­ter­schied beim Thema Kreditkarten-​Management. Wäh­rend dies nur sie­ben Pro­zent der über 40-​Jährigen in einer Fi­li­a­le er­le­di­gen, gehen 14 Pro­zent der unter 40-​Jährigen dafür zur nächs­ten Bank und su­chen den per­sön­li­chen Kon­takt. 

„Un­se­re Stu­die zeigt: Die Di­gi­tal Na­ti­ves trei­ben das mo­bi­le Ban­king mit gro­ßer Selbst­ver­ständ­lich­keit voran – zu­gleich su­chen sie bei kom­ple­xe­ren Bank­ge­schäf­ten wie der Kre­dit­auf­nah­me gern auch den per­sön­li­chen Kon­takt zu den Be­ra­te­rin­nen und Be­ra­tern in der Fi­li­a­le“, sagt Tho­mas Brosch. „Die di­gi­ta­le Trans­for­ma­ti­on ist also kein Selbst­läu­fer, son­dern ver­langt dif­fe­ren­zier­te An­ge­bo­te für un­ter­schied­li­che Be­dürf­nis­se.“

Für das Online-​Banking spre­chen aus Sicht der Deut­schen spre­chen meh­re­re Vor­zü­ge. So sagen 89 Pro­zent, die­ses sei be­quem und zeit­spa­rend. Eben­so viele schät­zen es, di­gi­tal je­der­zeit Zu­griff auf alle re­le­van­ten Fi­nanz­da­ten zu haben, etwas den Stand des Wert­pa­pier­de­pots. 88 Pro­zent ge­nie­ßen die Un­ab­hän­gig­keit von Öffnungs-​ und Sprech­zei­ten der Fi­li­a­len. Dabei ver­traut eine Mehr­heit den gän­gi­gen Si­cher­heits­me­cha­nis­men: So stu­fen 91 Pro­zent die Zwei-​Faktor-​Authentifizierung und 88 Pro­zent die bio­me­tri­sche Au­then­ti­fi­zie­rung als si­cher ein. Da­hin­ter fol­gen Einmal-​Passwörter für Trans­ak­ti­o­nen und die ver­schlüs­sel­te Da­ten­über­tra­gung mit je­weils 86 Pro­zent. 

Hintergrund­informationen zur Postbank Jugend-Digitalstudie 2025

Für die „Postbank Di­gi­tal­stu­die 2025 – die di­gi­ta­len Deut­schen“ wur­den zwi­schen Mai und Juni die­ses Jah­res 3.050 Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner be­fragt. Die Postbank un­ter­sucht mit der Stu­die im elf­ten Jahr in Folge, wel­che Ent­wick­lun­gen sich in ver­schie­de­nen Le­bens­be­rei­chen in Bezug auf Di­gi­ta­li­sie­rung all­ge­mein und ins­be­son­de­re zu Fi­nanz­the­men ab­zeich­nen. Um eine be­völ­ke­rungs­re­prä­sen­ta­ti­ve Struk­tur ab­zu­bil­den, er­folg­te eine Ge­wich­tung der Stich­pro­be nach Bun­des­land (Pro­por­ti­o­na­li­sie­rung), Alter und Ge­schlecht. Als Re­fe­renz­da­tei wurde der Mi­kro­zen­sus 2022 des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes zu­grun­de ge­legt. Die Er­geb­nis­se sind auf ganze Zah­len ge­run­det. Ab­wei­chun­gen in den Sum­men las­sen sich durch Run­dungs­dif­fe­ren­zen er­klä­ren.

Kontakt

Iris Laduch
Mediensprecherin