Ranking der Regionen: Wo Wohnungskäufer gute Chancen auf Wertzuwachs haben

Medieninformation vom 29.06.2026
HWWI berechnet, wo sich gute Investitionschancen finden lassen • In 284 von 400 Regionen vergünstigte sich der Wohnungskauf im Vergleich zur Miete • 51 Regionen sind für Immobilieninvestitionen besonders interessant

Postbank Wohnatlas 2026:
Ranking der Regionen – Wo Wohnungskäufer gute Chancen auf Wertzuwachs haben

Die Be­din­gun­gen für Kau­fen­de von Ei­gen­tums­woh­nun­gen aus dem Be­stand haben sich hier­zu­lan­de ver­bes­sert: 51 von 400 Re­gi­o­nen in Deutsch­land bie­ten der­zeit sehr gute In­ves­ti­ti­ons­chan­cen, das sind elf mehr als noch 2024. In den vor­teil­haf­ten Re­gi­o­nen kom­men zwei Fak­to­ren zu­sam­men: Ers­tens be­steht hier die Aus­sicht auf deut­li­che Wert­stei­ge­run­gen bis 2035 mit er­war­te­ten re­a­len, also in­fla­ti­ons­be­rei­nig­ten, An­stie­gen der Im­mo­bi­li­en­prei­se um 0,6 Pro­zent oder mehr pro Jahr. Zwei­tens ist in die­sen Land­krei­sen und Städ­ten das Preis­ni­veau für Wohn­ei­gen­tum im Ver­gleich zu den Mie­ten mo­de­rat: 2025 lagen die Kauf­prei­se bei we­ni­ger als 25 Jah­res­net­to­kalt­mie­ten. Das sind zen­tra­le Er­geb­nis­se der Stu­die „Postbank Wohn­at­las 2026“. Die Un­ter­su­chung führ­ten die Ex­pert*innen des Ham­bur­ger Welt­wirt­schafts­in­sti­tuts (HWWI) im Auf­trag der Postbank durch.

Der Im­mo­bi­li­en­kauf ver­güns­tig­te sich im ver­gan­ge­nen Jahr ge­gen­über der Miet­zah­lung in 284 von 400 Re­gi­o­nen in Deutsch­land. Die Net­to­kalt­mie­ten stie­gen 2025 im Durch­schnitt über alle Land­krei­se und kreis­frei­en Städ­te ge­gen­über dem Vor­jahr in­fla­ti­ons­be­rei­nigt um 2,2 Pro­zent an. Der Kauf einer Ei­gen­tums­woh­nung im Be­stand kos­te­te real je­doch nur rund 0,6 Pro­zent mehr als 2024. Diese Ent­wick­lung spie­gelt sich im so­ge­nann­ten Ver­viel­fäl­ti­ger wider: Er gibt an, wie viele Jah­res­net­to­kalt­mie­ten für eine ver­gleich­ba­re Ei­gen­tums­woh­nung im Be­stand zu zah­len wären. Im Durch­schnitt über alle Land­krei­se und kreis­frei­en Städ­te lag die­ser Wert im Jahr 2025 bei 24,4. Ein Jahr zuvor kam der Ver­viel­fäl­ti­ger noch auf einen bun­des­wei­ten Durch­schnitt von 24,8.

Im­mo­bi­li­en­ex­per­te Beer­mann er­läu­tert: „Eine Woh­nung zu kau­fen ist ge­mes­sen an den Net­to­kalt­mie­ten in mehr als der Hälf­te der deut­schen Re­gi­o­nen güns­ti­ger ge­wor­den. Denn dort ist die Miete stär­ker ge­stie­gen als die Kauf­prei­se. Wer eine Ei­gen­tums­woh­nung selbst nutzt, statt zur Miete zu woh­nen, er­zielt frü­her eine Ren­di­te.“

Be­son­ders deut­lich ver­rin­ger­te sich das Ver­hält­nis zwi­schen Kauf­preis und Miete in den sie­ben größ­ten deut­schen Städ­ten (Big 7). Dort sank der Ver­viel­fäl­ti­ger 2025 im Ver­gleich zum Vor­jahr um durch­schnitt­lich 0,6 Jah­res­net­to­kalt­mie­ten. In den üb­ri­gen Groß­städ­ten fiel das Minus mit 0,4 etwas mo­de­ra­ter aus. Be­son­ders ge­ring war der Rück­gang mit 0,2 Jah­res­net­to­kalt­mie­ten in den Mit­tel­städ­ten. In den Land­krei­sen muss­ten Kau­fen­de durch­schnitt­lich 0,5 Jah­res­net­to­kalt­mie­ten we­ni­ger als im Vor­jahr für den Kauf einer ver­gleich­ba­ren Woh­nung auf­wen­den.

„Be­son­ders in Metropol-​ und Fe­ri­en­re­gi­o­nen sind die Prei­se für Ei­gen­tums­woh­nun­gen wei­ter­hin auf einem hohen Ni­veau. Dem Postbank Wohn­at­las zur Folge kön­nen sich In­ves­ti­ti­o­nen in Ei­gen­tums­woh­nun­gen je­doch auch dann noch loh­nen, wenn zwei Be­din­gun­gen er­füllt sind: ver­hält­nis­mä­ßig mo­de­ra­te Kauf­prei­se im Ver­gleich zur Net­to­kalt­mie­te und die Aus­sicht auf wei­te­re reale Wert­stei­ge­run­gen“, sagt Ma­nu­el Beer­mann, Lei­ter Pro­dukt­ma­nage­ment Im­mo­bi­li­en der Pri­vat­kun­den­bank in Deutsch­land.

Fe­ri­en­re­gi­o­nen an der Nord­see: Dif­fe­renz zwi­schen Kauf und Miete be­son­ders hoch

Wie groß der Un­ter­schied zwi­schen der je­wei­li­gen Net­to­kalt­mie­te und dem Kauf­preis für eine Ei­gen­tums­woh­nung ist, kann re­gi­o­nal sehr un­ter­schied­lich sein. Im Durch­schnitt der sie­ben Land­krei­se des Fe­ri­en­ge­bie­tes Nord­see­küs­te liegt der Kauf­preis bei 42,1 Jah­res­net­to­kalt­mie­ten. Al­ler­dings stell­te das HWWI dort in sei­nen Be­rech­nun­gen auch den größ­ten Rück­gang fest: 2024 muss­ten Kau­fen­de noch zwei Jah­res­net­to­kalt­mie­ten mehr für eine Ei­gen­tums­woh­nung aus­ge­ben. Am teu­ers­ten ist der Kauf einer Ei­gen­tums­woh­nung aus dem Be­stand im Kreis Nord­fries­land, zu dem auch die Fe­ri­en­in­seln Amrum, Föhr und Sylt ge­hö­ren. Wer hier Wohn­ei­gen­tum er­wer­ben will, muss im Schnitt 62 Jah­res­net­to­kalt­mie­ten auf­brin­gen – so viel wie nir­gend­wo sonst in Deutsch­land. Auch hier war je­doch ein Rück­gang um acht Net­to­kalt­mie­ten im Ver­gleich zum Vor­jahr zu ver­zeich­nen. Die nie­der­säch­si­schen Land­krei­se Au­rich mit den In­seln Juist, Nor­der­ney und Balt­rum sowie Leer wei­sen im deutsch­land­wei­ten Ver­gleich eben­falls sehr hohe Ver­viel­fäl­ti­ger von 54,5 bzw. 44,2 auf. Der Land­kreis Leer mit der Ur­laubs­in­sel Bor­kum, ist neu in die Top 3 auf­ge­stie­gen. Hier stieg der Ver­viel­fäl­ti­ger im Ge­gen­satz zu fast allen an­de­ren Re­gi­o­nen mit hohen Wer­ten leicht im Ver­gleich zum Vor­jahr.

In der Liste mit den höchs­ten Ver­viel­fäl­ti­gern Deutsch­lands fol­gen nach den Nordsee-​Regionen auch viele Land­krei­se an der Ost­see­küs­te. Im Land­kreis Vorpommern-​Rügen müs­sen Kau­fen­de das 43,4-​fache einer Jah­res­net­to­kalt­mie­te für eine Woh­nung aus­ge­ben – der viert­höchs­te Wert bun­des­weit. Die Land­krei­se Ros­tock und Vorpommern-​Greifswald ge­hö­ren eben­falls zu den im Ver­gleich zur Miete teu­ers­ten zehn Wohnungskauf-​Regionen. Im Schnitt über alle acht Ostsee-​Ferienregionen liegt der Wert ak­tu­ell bei 34,8 und sank damit um eine Jah­res­net­to­kalt­mie­te im Ver­gleich zu 2024.

Eine wei­te­re teure Re­gi­on sind die elf Land­krei­se des Al­pen­raums mit einem durch­schnitt­li­chen Ver­viel­fäl­ti­ger von 31,9. Am größ­ten ist die Dif­fe­renz zwi­schen Kauf­preis und Miete im bay­e­ri­schen Land­kreis Mies­bach. Hier kos­tet eine Ei­gen­tums­woh­nung im Be­stand durch­schnitt­lich 40,8 Jah­res­net­to­kalt­mie­ten.

„Der Im­mo­bi­li­en­kauf in Re­gi­o­nen mit hohem Ver­viel­fäl­ti­ger soll­te immer sorg­fäl­tig ge­prüft wer­den. Denn er birgt das Ri­si­ko, dass künf­ti­ge er­war­te­te Preis­stei­ge­run­gen be­reits in die ak­tu­el­le Be­wer­tung ein­ge­flos­sen sind und beim Wie­der­ver­kauf Ver­lus­te ent­ste­hen, wenn die Er­war­tun­gen nicht re­a­li­siert wer­den“, sagt Beer­mann.

Die 51 Re­gi­o­nen mit sehr guten In­ves­ti­ti­ons­chan­cen im Über­blick

Be­son­ders at­trak­ti­ve In­ves­ti­ti­ons­be­din­gun­gen mit ver­gleichs­wei­se mo­de­ra­ten Ver­viel­fäl­ti­gern unter 25 und gleich­zei­tig sehr po­si­ti­ven Aus­sich­ten auf reale Preis­stei­ge­run­gen von 0,6 Pro­zent oder mehr pro Jahr bis 2035 bie­ten der­zeit 51 Re­gi­o­nen. Diese Ge­bie­te mit sehr at­trak­ti­ven In­ves­ti­ti­ons­chan­cen ver­tei­len sich auf neun Bun­des­län­der. Mit Aus­nah­me von drei Re­gi­o­nen in Bran­den­burg und drei Re­gi­o­nen in Thü­rin­gen lie­gen alle Re­gi­o­nen in den west­li­chen Bun­des­län­dern. Sie­ben Re­gi­o­nen lie­gen in Schleswig-​Holstein, vier in Nie­der­sach­sen, sechs in Nordrhein-​Westfalen, neun in Hes­sen, drei in Rheinland-​Pfalz, zehn in Baden-​Württemberg und fünf in Bay­ern. Au­ßer­dem zählt Bre­men in die­sem Jahr zu den Re­gi­o­nen mit hohen In­ves­ti­ti­ons­chan­cen.

23 der 51 Re­gi­o­nen schlie­ßen di­rekt an eine der Big 7 Me­tro­po­len an. Im Ham­bur­ger Um­land bie­ten alle sechs di­rekt an­gren­zen­den Land­krei­se sehr gute Chan­cen, im Stutt­gar­ter Speck­gür­tel sind es fünf. Je vier Re­gi­o­nen mit Top-​Investitionschancen be­fin­den sich im Um­land von Köln und Frank­furt. Drei Land­krei­se aus den Top 51 gren­zen an Ber­lin, zwei an Düs­sel­dorf. Nur im Münch­ner Um­land be­fin­den sich keine Re­gi­o­nen, für die das HWWI sehr hohe In­ves­ti­ti­ons­chan­cen pro­gnos­ti­ziert.

Wer Wert auf einen mög­lichst ge­rin­gen Kauf­preis im Ver­hält­nis zur orts­üb­li­chen Net­to­kalt­mie­te legt, fin­det unter den 51 Top-​Regionen zwölf Ge­bie­te mit einem be­son­ders nied­ri­gen Ver­viel­fäl­ti­ger bis 23. An der Spit­ze liegt der Wart­burg­kreis in Thü­rin­gen: Hier ist der Wert mit 17,5 be­son­ders nied­rig, gleich­zei­tig er­war­ten die Fach­leu­te des HWWI einen re­a­len An­stieg der Kauf­prei­se bis 2035 um 0,9 Pro­zent pro Jahr. Zwei wei­te­re hoch at­trak­ti­ve Re­gi­o­nen für Kauf­in­ter­es­sier­te sind die Städ­te Neu­müns­ter (Schleswig-​Holstein) und Wup­per­tal (Nordrhein-​Westfalen) mit Ver­viel­fäl­ti­gern von 19 bzw. 20,7 und einem pro­gnos­ti­zier­ten Preis­wachs­tum von mehr als 0,6 Pro­zent pro Jahr (siehe Ta­bel­le). Den stärks­ten An­stieg der Kauf­prei­se unter den zwölf Re­gi­o­nen mit den nied­rigs­ten Ver­viel­fäl­ti­gern der Top-51-​Regionen er­war­tet das HWWI bis 2035 mit 1,4 Pro­zent pro Jahr im bran­den­bur­gi­schen Land­kreis Dahme-​Spreewald. Auch in der Stadt Lud­wigs­ha­fen am Rhein (Rheinland-​Pfalz), dem Land­kreis Groß-​Gerau sowie Of­fen­bach (Hes­sen) und dem Rhein-​Erft-​Kreis in Nordrhein-​Westfalen liegt das er­war­te­te Kauf­preis­wachs­tum bei mehr als einem Pro­zent pro Jahr.

Unter den ver­blei­ben­den 39 Re­gi­o­nen der Top 51 ste­chen wei­te­re zwölf Ge­bie­te mit einem be­son­ders po­si­ti­ven Preis­trend von min­des­tens 1,0 Pro­zent pro Jahr her­vor. Mit vier Re­gi­o­nen ist das Bun­des­land Baden-​Württemberg be­son­ders oft in die­sem Ran­king ver­tre­ten, Schleswig-​Holstein stellt drei Land­krei­se. Mit Bar­nim und Ober­ha­vel füh­ren gleich zwei Land­krei­se aus Bran­den­burg das Ran­king an. Bar­nim im Speck­gür­tel von Ber­lin ver­zeich­net dabei mit einem re­a­len Zu­wachs von 1,5 Pro­zent pro Jahr bis 2035 den höchs­ten Preis­an­stieg die­ser zwölf Re­gi­o­nen mit Ver­viel­fäl­ti­gern zwi­schen 23 und 25. In den Land­krei­sen Ober­ha­vel (Bran­den­burg) sowie Se­ge­berg (Schleswig-​Holstein) pro­gnos­ti­ziert das HWWI einen jähr­li­chen An­stieg der Kauf­prei­se um 1,3 Pro­zent. Die bei­den an­de­ren schleswig-​holsteinischen Krei­se Stor­marn und Pin­ne­berg fol­gen mit einem Preis­trend von 1,2 Pro­zent pro Jahr – beide lie­gen im Um­kreis der Me­tro­po­le Ham­burg.

„Je nied­ri­ger der re­gi­o­na­le Ver­viel­fäl­ti­ger und je höher die pro­gnos­ti­zier­te Preis­ent­wick­lung aus­fällt, desto grö­ßer sind die Ren­di­te­chan­cen einer Im­mo­bi­li­en­in­ves­ti­ti­on“, sagt Beer­mann. „Für Selbst­nut­zen­de weist ein hoher re­gi­o­na­ler Wert dar­auf hin, dass sich eine In­ves­ti­ti­on ge­gen­über dem Woh­nen zur Miete erst in vie­len Jah­ren ren­tie­ren könn­te. Für In­ves­tie­ren­de gilt: Je höher der Ver­viel­fäl­ti­ger beim Er­werb einer Woh­nung ist, desto ge­rin­ger fällt die an­fäng­lich zu er­war­ten­de Miet­ren­di­te aus.“

Hinter­grund­infor­ma­tionen zum Postbank Wohn­atlas 2026

Der Postbank Wohnatlas ist eine jährlich erscheinende, mehrteilige Studienreihe, die den deutschen Immobilienmarkt unter verschiedenen Aspekten regional bis auf Kreisebene beleuchtet. Für die vorliegende Analyse, die den dritten Studienteil des diesjährigen Wohnatlas darstellt, wurde unter der Leitung von Dr. Dirck Süß, Geschäftsführer des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), die Immobilienpreisentwicklung in den 400 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten untersucht.

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Oliver Rittmaier
Mediensprecher