Hier gewinnen Eigentumswohnungen im Bestand an Wert

Medieninformation vom 22.05.2026
Fachleute des HWWI berechnen, wie sich Kaufpreise bis 2035 entwickeln • Preiszuwächse in 13 Bundesländern, vor allem in Großstädten und ihrem Umland • Rückgang in ländlichen Gebieten in Ost- und Mitteldeutschland

Postbank Wohnatlas 2026:
Hier gewinnen Eigentumswohnungen im Bestand an Wert

Die Im­mo­bi­li­en­prei­se in Deutsch­land haben 2025 leicht an­ge­zo­gen. Die­ser Trend wird sich lang­fris­tig noch ver­stär­ken: Bis 2035 sol­len die Kauf­prei­se für Ei­gen­tums­woh­nun­gen im Be­stand im Durch­schnitt über alle Land­krei­se und kreis­frei­en Städ­te in­fla­ti­ons­be­rei­nigt (real) um 0,41 Pro­zent pro Jahr stei­gen. Be­son­ders stark fällt die­ser Preis­an­stieg vor­aus­sicht­lich in ei­ni­gen Groß- und Mit­tel­städ­ten, in den Um­land­re­gi­o­nen der sie­ben größ­ten Me­tro­po­len („Big 7“), in Tei­len Süd­deutsch­lands und in ei­ni­gen Fe­ri­en­re­gi­o­nen aus. Das sind zen­tra­le Er­geb­nis­se der Stu­die „Postbank Wohn­at­las 2026“. Die Un­ter­su­chung führ­ten die Ex­pert*innen des Ham­bur­ger Welt­wirt­schafts­in­sti­tuts (HWWI) im Auf­trag der Postbank durch. Ihre Be­rech­nun­gen zei­gen, wie sich die Kauf­prei­se für Ei­gen­tums­woh­nun­gen im Be­stand bis 2035 ent­wi­ckeln könn­ten.

Ge­rin­ge reale Preis­zu­wäch­se pro­gnos­ti­ziert das HWWI unter an­de­rem für meh­re­re Re­gi­o­nen in Nordrhein-​Westfalen und Rheinland-​Pfalz, aber auch für ei­ni­ge Ge­bie­te in Nie­der­sach­sen sowie im Nord­os­ten Bay­erns. Preis­rück­gän­ge sind da­ge­gen in stark länd­lich ge­präg­ten Re­gi­o­nen in Ost- und Mit­tel­deutsch­land sowie in ei­ni­gen grenz­na­hen Ge­bie­ten zu er­war­ten.

„Auf dem Woh­nungs­markt zeigt sich immer deut­li­cher, dass die sozio-​ökonomische Lage, de­fi­niert als wirt­schaft­li­che Stär­ke und de­mo­gra­fi­sche Ent­wick­lung, über die künf­ti­ge Wert­ent­wick­lung ent­schei­det. Vor allem dort, wo Men­schen zu­zie­hen, Ar­beits­plät­ze ent­ste­hen und Wohn­raum knapp bleibt, haben Be­stands­woh­nun­gen gute Aus­sich­ten auf wei­te­re Wert­zu­wäch­se. In struk­tur­schwa­chen und stark länd­li­chen Re­gi­o­nen dürf­te die Preis­ent­wick­lung da­ge­gen deut­lich ver­hal­te­ner aus­fal­len“, sagt Ma­nu­el Beer­mann, Lei­ter Pro­dukt­ma­nage­ment Im­mo­bi­li­en der Pri­vat­kun­den­bank in Deutsch­land.

Höchs­te Kauf­preis­an­stie­ge in Schleswig-​Holstein, Ber­lin und Bay­ern er­war­tet

Für drei­zehn Bun­des­län­der pro­gnos­ti­zie­ren die HWWI-​Expert*innen im Durch­schnitt über alle Re­gi­o­nen bis 2035 stei­gen­de reale Kauf­prei­se für Ei­gen­tums­woh­nun­gen. Die Aus­nah­me stel­len Sach­sen, Sachsen-​Anhalt und Thü­rin­gen mit sin­ken­den Kauf­prei­sen au­ßer­halb der meis­ten Groß- und Mit­tel­städ­te dar. Diese Ent­wick­lung wird vor allem durch die er­war­te­ten star­ken Be­völ­ke­rungs­rück­gän­ge in den länd­li­chen Re­gi­o­nen ge­trie­ben.

Den größ­ten An­stieg der re­a­len Kauf­prei­se wird unter den Bun­des­län­dern vor­aus­sicht­lich Schleswig-​Holstein er­rei­chen. Dort rech­net das HWWI bis 2035 über alle Re­gi­o­nen mit einem jähr­li­chen Preis­an­stieg von 0,8 Pro­zent. Dem nörd­lichs­ten Bun­des­land fol­gen Ber­lin und Bay­ern mit knapp über 0,6 Pro­zent sowie Baden-​Württemberg, Bran­den­burg und Hes­sen mit knapp unter 0,6 Pro­zent. Für drei Bun­des­län­der geht die Pro­gno­se da­ge­gen von durch­schnitt­lich sin­ken­den Kauf­prei­sen in den kom­men­den zehn Jah­ren aus. In Sachsen-​Anhalt fal­len die Prei­se laut Pro­gno­se im Durch­schnitt über die vier­zehn Land­krei­se und kreis­frei­en Städ­te real um 0,5 Pro­zent pro Jahr. Auch in Thü­rin­gen (-0,2 Pro­zent) und Sach­sen (-0,1 Pro­zent) müs­sen Kauf­in­ter­es­sier­te im Durch­schnitt mit sin­ken­den re­a­len Kauf­prei­sen rech­nen.

„Ent­ge­gen dem Trend er­war­te­ter Preis­sen­kun­gen dürf­ten sich ei­ni­ge Groß- und Mit­tel­städ­te in die­sen drei Bun­des­län­der an­ders ent­wi­ckeln. Ein Bei­spiel dafür ist Leip­zig in Sach­sen. Die Stadt führt die Liste der Re­gi­o­nen mit dem größ­ten Kauf­preis­an­stieg an. Aber auch Dres­den, Er­furt und Pots­dam ge­hö­ren zu die­sen Aus­nah­men“, sagt Beer­mann. „Kauf­prei­se für Woh­nun­gen stei­gen lang­fris­tig vor allem dort, wo die Pro­gno­sen auf ein Wachs­tum und eine Ver­jün­gung der Be­völ­ke­rung sowie hö­he­re ver­füg­ba­re Ein­kom­men hin­wei­sen. Ein be­son­ders hoher pro­zen­tu­a­ler An­stieg ent­steht oft dann, wenn im Ver­gleich zu an­de­ren Groß­städ­ten die Qua­drat­me­ter­prei­se der­zeit noch mo­de­rat sind.“

Diese An­nah­men tref­fen auf Leip­zig zu. Die Be­völ­ke­rung soll in der säch­si­schen Groß­stadt laut Pro­gno­se bis 2035 um 5,6 Pro­zent wach­sen. Auch die An­zahl der Per­so­nen im er­werbs­tä­ti­gen Alter nimmt jedes Jahr vor­aus­sicht­lich um 0,5 Pro­zent zu und die ver­füg­ba­ren Ein­kom­men sol­len sogar um drei Pro­zent pro Jahr stei­gen. Dabei liegt der Kauf­preis für Ei­gen­tums­woh­nun­gen im Be­stand mit durch­schnitt­lich 3.205 Euro pro Qua­drat­me­ter im Jahr 2025 noch unter vie­len an­de­ren Groß­städ­ten in Deutsch­land. Das pro­gnos­ti­zier­te jähr­li­che Preis­wachs­tum be­trägt in Leip­zig im Durch­schnitt 1,9 Pro­zent bis 2035 und ist damit der höchs­te er­war­te­te An­stieg aller 400 bun­des­weit un­ter­such­ten Land­krei­se und kreis­frei­en Städ­te.

In­ner­halb der Top-10-​Regionen mit dem höchs­ten pro­gnos­ti­zier­ten Preis­an­stieg bis 2035 be­fin­den sich gleich fünf Land­krei­se in Bran­den­burg. Der Land­kreis Bar­nim folgt – al­ler­dings mit deut­li­chem Ab­stand – di­rekt hin­ter Spit­zen­rei­ter Leip­zig (Sach­sen). Im Kreis Bar­nim rech­net das HWWI mit einem durch­schnitt­li­chen Preis­zu­wachs von rund 1,5 Pro­zent pro Jahr bis 2035. Auch in den Land­krei­sen Teltow-​Fläming (Rang 3), Dahme-​Spreewald (4), Ober­ha­vel (6) und Potsdam-​Mittelmark (7) in Bran­den­burg wer­den die Prei­se für Ei­gen­tums­woh­nun­gen vor­aus­sicht­lich über­durch­schnitt­lich an­stei­gen. Die Top-10-​Liste kom­plet­tie­ren zwei Land­krei­se in Bay­ern und je­weils einer in Schleswig-​Holstein und Hes­sen.

Alle Groß­städ­te mit sta­bi­len oder stei­gen­den Qua­drat­me­ter­prei­sen

Das Bun­des­land Bran­den­burg ist auch in der Top-10-​Liste der Groß­städ­te mit Pots­dam auf Rang sie­ben pro­mi­nent ver­tre­ten. Die Stadt in di­rek­ter Nähe zu Ber­lin hat einen er­war­te­ten jähr­li­chen Zu­wachs von 0,9 Pro­zent, weist je­doch be­reits einen sehr hohe Qua­drat­me­ter­prei­s von 5.897 Euro auf.

Den ge­rings­ten Kauf­preis in den Top 10 hatte die rheinland-​pfälzische Stadt Lud­wigs­ha­fen am Rhein, die mit einem be­rech­ne­ten An­stieg von 1,2 Pro­zent an zwei­ter Stel­le bei der er­war­te­ten Kauf­preis­stei­ge­rung steht. Dort haben die Ei­gen­tums­woh­nun­gen 2025 im Durch­schnitt 2.859 Euro pro Qua­drat­me­ter ge­kos­tet.

Ob­wohl die Kauf­prei­se für Ei­gen­tums­woh­nun­gen im Schnitt über alle Re­gi­o­nen in Sach­sen ab­neh­men, be­fin­den sich in die­sem ost­deut­schen Bun­des­land mit Leip­zig und Dres­den gleich zwei Städ­te, die sich gegen den Schnitt po­si­tiv ent­wi­ckeln. Sie beide be­fin­den sich sogar unter den zehn Groß­städ­ten mit dem größ­ten pro­gnos­ti­zier­ten Preis­zu­wachs bis 2035. Das zeigt: Mit Aus­nah­me der länd­li­chen Ge­bie­te wer­den auch in Sach­sen die Im­mo­bi­li­en­prei­se in den kom­men­den zehn Jah­ren zu­neh­men. Neben Leip­zig trifft dies auch auf Dres­den zu. Für die säch­si­sche Me­tro­po­le pro­gnos­ti­zie­ren die Ex­pert*innen einen Preis­an­stieg um 1,1 Pro­zent pro Jahr, das be­deu­tet den Platz drei unter den Groß­städ­ten.

Für alle deut­schen Städ­te mit mehr als 100.000 Ein­woh­nern pro­gnos­ti­ziert das HWWI min­des­tens gleich­blei­ben­de, zu­meist stei­gen­de Prei­se bis zum Jahr 2035. In kei­ner Groß­stadt ist in den kom­men­den zehn Jah­ren vor­aus­sicht­lich mit einem Kauf­preis­ver­lust zu rech­nen, im Durch­schnitt wer­den die Prei­se für Ei­gen­tums­woh­nun­gen über alle Groß­städ­te außer den „Big 7“ um rund 0,6 Pro­zent pro Jahr stei­gen. Für die Mit­tel­städ­te und die sie­ben größ­ten Städ­te er­war­ten die Ex­pert*innen einen An­stieg um 0,5 Pro­zent pro Jahr. In den Land­krei­sen be­rech­nen sie über alle Re­gi­o­nen im Durch­schnitt ein etwas ge­rin­ge­res jähr­li­ches Wachs­tum von 0,4 Pro­zent.

„Bei den pro­gnos­ti­zier­ten Prei­sen han­delt es sich um Durch­schnitts­wer­te für ganze Re­gi­o­nen. Wie sich die Prei­se tat­säch­lich ent­wi­ckeln, hängt im Ein­zel­fall stark von Fak­to­ren wie Lage, In­fra­struk­tur und Nach­fra­ge vor Ort ab. Des­halb gibt es auch in Bun­des­län­dern mit ins­ge­samt ver­hal­te­ner Ent­wick­lung ein­zel­ne Städ­te und Re­gi­o­nen mit stei­gen­den Prei­sen“, sagt Beer­mann. „Wer Wohn­ei­gen­tum für die ei­ge­ne Nut­zung sucht, kann auch in Märk­ten mit sta­gnie­ren­den oder leicht sin­ken­den Prei­sen in­ter­es­san­te An­ge­bo­te fin­den. Eine schul­den­freie Im­mo­bi­lie bleibt lang­fris­tig ein wich­ti­ger Bau­stein der pri­va­ten Al­ters­vor­sor­ge.“

Kauf­preis­pro­gno­se mit dem HWWI-​Wohnungsmarktmodell

Im Rah­men der Kauf­preis­pro­gno­se für die 400 kreis­frei­en Städ­te und Land­krei­se wer­den Angebots-​ und Nach­fra­ge­ent­wick­lun­gen auf Basis ver­schie­de­ner Re­gi­o­nal­da­ten zur Bevölkerungs-​ und Al­ters­struk­tur, Haus­halts­grö­ße, Ein­kom­mens­ent­wick­lung sowie zu Wohn­aus­ga­ben und Woh­nungs­an­ge­bo­ten mo­del­liert. Das HWWI-​Wohnungsmarktmodell voll­zieht nach, wie sich diese Fak­to­ren wech­sel­sei­tig be­ein­flus­sen. Am Ende der Mo­dell­rech­nung steht die Kauf­preis­pro­gno­se bis 2035. Aus­ge­wie­sen wird der durch­schnitt­li­che jähr­li­che reale Preis­trend.

Hinter­grund­infor­ma­tionen zum Postbank Wohn­atlas 2026

Der Postbank Wohn­at­las ist eine jähr­lich er­schei­nen­de, mehr­tei­li­ge Stu­di­en­rei­he, die den deut­schen Im­mo­bi­li­en­markt unter ver­schie­de­nen Aspek­ten re­gi­o­nal bis auf Kreis­ebe­ne be­leuch­tet. Für die vor­lie­gen­de Preis­pro­gno­se wurde unter der Lei­tung von Dr. Dirck Süß, Ge­schäfts­füh­rer des Ham­bur­gi­schen Welt­Wirt­schafts­In­sti­tuts (HWWI), die Im­mo­bi­li­en­preis­ent­wick­lung in den 400 deut­schen Land­krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten un­ter­sucht.

Kontakt

Oliver Rittmaier
Mediensprecher