Der steinige Weg zur halben Million

Aus Ausgabe 4/2025
Ein Vermögen von 500.000 Euro – für viele ein erstrebenswertes, nicht unrealistisches Ziel. Zwei von drei Deutschen können sich laut aktueller Postbank Umfrage vorstellen, diese Summe im Laufe ihres Lebens aufzubauen. Doch wenn es um den Weg dorthin geht, verlässt sich ein großer Teil weniger auf die eigene Finanzplanung als auf den Zufall.

Bild Nr. 1759, Quelle: Postbank / © Kobyakov

Jeder fünf­te Deutsche (21 Pro­zent) meint, ein Lot­to­ge­winn sei der wahr­schein­lichs­te Weg zur hal­ben Mil­li­on, zeigt eine ak­tu­el­le YouGov-​Befragung im Auf­trag der Postbank. Eine Hoff­nung, die an­ge­sichts von Ge­winn­chan­cen von rund eins zu einer Mil­li­on eher Wunsch­den­ken ist. Knapp zwölf Pro­zent glau­ben an eine groß­zü­gi­ge Erb­schaft. Doch: „Erb­schaf­ten sind in Deutsch­land sehr un­gleich ver­teilt“, be­tont Mi­cha­el Ko­schatz­ki von der Postbank. Be­rech­nun­gen des DIW zu­fol­ge gehen rund 50 Pro­zent aller Erb­schaf­ten an die reichs­ten zehn Pro­zent der Erben. Im Durch­schnitt wer­den 85.000 Euro ver­erbt – re­a­lis­tisch seien je­doch eher rund 32.000 Euro, da hohe Ver­mö­gen den Mit­tel­wert stark ver­zer­ren. Vor allem junge Men­schen hof­fen auf den Geld­se­gen durch ein Erbe: Knapp 18 Pro­zent der 18- bis 24-​Jährigen und 16 Pro­zent der 25- bis 34-​Jährigen geben dies als wahr­schein­lichs­te Quel­le an – die am häu­figs­ten ge­nann­te Ant­wort­op­ti­on in die­sen Al­ters­grup­pen. „Es ist höchst pro­ble­ma­tisch, die ei­ge­ne fi­nan­zi­el­le Zu­kunft auf einem Lot­to­ge­winn oder einer Erb­schaft auf­zu­bau­en“, sagt Mi­cha­el Ko­schatz­ki. „Wer dar­auf setzt, läuft Ge­fahr, die Ver­ant­wor­tung für die Ver­mö­gens­bil­dung – etwa für die ei­ge­ne Al­ters­vor­sor­ge – aus der Hand zu geben.“

Reich durch Ren­di­te

Im­mer­hin neun Pro­zent der Be­frag­ten ver­trau­en dar­auf, ein Ver­mö­gen durch die An­la­ge in Ak­ti­en oder Fonds er­rei­chen zu kön­nen. Von den Wert­pa­pier­be­sit­zern ist sogar jeder fünf­te (20 Pro­zent) davon über­zeugt. Über klas­si­sches Spa­ren glau­ben da­ge­gen nur rund zwei Pro­zent der Um­fra­ge­teil­neh­mer, ein sol­ches Ver­mö­gen mit den Jah­ren auf­bau­en zu kön­nen. „Das In­ter­es­se an einer Wert­pa­pier­an­la­ge ist hier­zu­lan­de merk­lich ge­stie­gen“, be­ob­ach­tet der Postbank Ex­per­te. „Vor allem die zu­neh­men­de Be­liebt­heit von bör­sen­ge­han­del­ten In­dex­fonds – so­ge­nann­ten ETFs – trägt dazu bei.“ Ak­tu­ell in­ves­tiert jeder Fünf­te (21 Pro­zent) in ETFs, vor zwei Jah­ren war es nur jeder Achte (13 Pro­zent). „Es ist durch­aus re­a­lis­tisch, mit Wert­pa­pie­ren lang­fris­tig Ver­mö­gen zu bil­den. Aber es er­for­dert Ge­duld, eine kon­ti­nu­ier­li­che An­la­ge und eine durch­dach­te Stra­te­gie“, meint der Postbank Ex­per­te. An­le­gern müsse be­wusst sein, dass die Aus­sicht auf hö­he­re Ge­win­ne immer auch mit einem Ver­lust­ri­si­ko ein­her­ge­he. Daher soll­ten auch er­fah­re­ne An­le­ger stets die Grund­re­gel be­her­zi­gen, nicht alle Eier in einen Korb zu legen.

Informationen zur Umfrage

Die ver­wen­de­ten Daten be­ru­hen auf einer Online-​Umfrage der YouGov Deutsch­land GmbH, an der 2.004 Per­so­nen zwi­schen dem 19. und 22.09.2025 teil­nah­men. Die Er­geb­nis­se wur­den ge­wich­tet und sind re­prä­sen­ta­tiv für die deut­sche Be­völ­ke­rung ab 18 Jah­ren.