Hanf – ein Baustoff der Zukunft

BHW Mediendienst 1/2022
Mit Hanf kann man nicht nur ökologisch wertvoll dämmen, sondern auch komplette Häuser bauen. Möglich macht das der Baustoff Hanfkalk. Er ist feuchtigkeitsregulierend, wärmedämmend und wiederverwertbar. In Deutschland spezialisieren sich immer mehr Hersteller auf den gesunden Baustoff.

Umweltverträglich und emissionsarm: das Hanf-Kalk-Haus
Bild Nr. 6496, Quelle: vonhanf.de / Tim Lange / BHW Bausparkasse

An der Hanf­pflanze mit bota­nischem Namen „Cannabis Salva“ klebt noch immer der Ge­schmack des Ver­botenen. Der Anbau fiel lange Zeit komplett unter das Betäubungs­mittel­gesetz. Doch die Nutz­pflanze aus Asien ent­wickelt sich zum Alles­könner mit hervor­ragender Öko­bilanz. Aus Nutz­hanf lassen sich theoretisch bis zu 50.000 ver­schiedene Produkte her­stellen. Dazu gehören auch die Hanf­schäben, das sind holzartige Schnitzel, die bei der Verar­beitung der Pflanze in der Textil- und Lebens­mittel­industrie abfallen.

Das Haus vom Acker

Während man in anderen Ländern Europas schon länger mit Hanf­kalk baut, tritt der öko­logische, dabei kosten­günstige Bau­stoff nun auch in Deutsch­land seinen Sieges­zug an. Bei der Ver­wendung pro­fitieren Bewohner und die Umwelt gleicher­maßen. Das Ver­fahren ist einfach: Aus den Hanf­schäben kombiniert mit Kalk und Wasser entsteht Hanf­kalk – ein stein­harter Bau­stoff, der sich ideal zum massiven Bauen, Sanieren und zur Ver­besserung der Energie­bilanz eignet.

Zwei Hektar Hanf für ein großes Haus

Für ein Ein- bis Zwei­familien­haus ist die Menge eines Hanf­feldes von ein bis zwei Hektar Größe, gewachsen in ca. 100 Tagen, bereits aus­reichend. „Durch ihre optimale Wärme- und Feuchtig­keits­regu­lierung sorgen Wände aus Hanf­kalk das ganze Jahr über für ein an­genehmes Raum­klima – und das ohne zu­sätzliche Dämm­schicht“, sagt Stefanie Binder von der BHW Bau­spar­kasse. Hinzu kommt, dass Hanf­kalk komplett frei von bedenklichen Stoffen wie Leim, Klebstoff oder Plastik ist. „Das trägt zur guten Raum­luft bei und wirkt sich auch positiv auf die Umwelt aus, da sich Hanf­kalk später wieder­ver­werten oder kom­pos­tieren lässt“, so Binder.

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Iris Laduch
BHW Bausparkasse