Solarthermie? Oder doch Photovoltaik?

BHW Mediendienst Extra 2024
Auf deutschen Dächern ist heute mit je rund 2,6 Millionen Anlagen ebenso viel Photovoltaik wie Solarthermie installiert. Aber was ist für Privathaushalte effektiver – Strom oder Wärme zu gewinnen? Für beide Varianten gibt es gute Argumente.

Steiler Anstieg – mehr als fünf Millionen Solarthermie- und Photovoltaikanlagen haben die Deutschen montiert
Bild Nr. 6621, Quelle: WeberHaus / BHW Bausparkasse

Den grö­ß­ten Teil des En­er­gie­ver­brauchs ma­chen Hei­zung und Warm­was­ser aus, nicht Strom. Pri­vat­haus­hal­te, die über die So­lar­nut­zung nach­den­ken, soll­ten da­her auch die Mög­lich­keit für ei­ne So­lar­wär­me­an­la­ge prü­fen. Da­bei er­hitzt die von Kol­lek­to­ren auf­ge­fan­ge­ne Son­nen­en­er­gie ein Ge­misch aus Was­ser und Frost­schutz­mit­tel auf bis zu 90 Grad. Es wird in ei­nen Was­ser­spei­cher ge­pumpt und kann dort über meh­re­re Ta­ge vor­ge­hal­ten wer­den. „Da­mit kön­nen Haus­be­sit­zen­de bis zu 20 Pro­zent des En­er­gie­be­darfs bei Hei­zung und war­mem Was­ser ein­spa­ren, bei gu­ter Däm­mung des Ei­gen­heims auch mehr“, sagt Tho­mas Mau von der BHW Bau­spar­kas­se. Mit ei­ner Kol­lek­tor­flä­che von nur zehn Qua­drat­me­tern spart man bis zu et­wa 2.500 Ki­lo­watt­stun­den Erd­gas jähr­lich.

Strom für al­les

Im Ver­gleich hat die Pho­to­vol­ta­ik den Vor­teil der fle­xi­blen Nut­zung, auch wenn die An­schaf­fungs­kos­ten hö­her sind. So kann man mit dem Strom vom ei­ge­nen Dach ei­ne Wär­me­pum­pe be­trei­ben oder das E-Au­to güns­tig la­den. Über­schüs­si­ger Strom hält Kühl­schrank, Wasch­ma­schi­ne oder an­de­re Ge­rä­te am Lau­fen. „Die kon­ti­nu­ier­li­che Er­spar­nis und die fle­xi­ble Ver­wen­dung des Stroms sind star­ke Ar­gu­men­te für PV“, so der Ex­per­te von BHW. Ei­ge­ner Strom kos­tet in der Pro­duk­ti­on 10 bis 16 Cent, Ver­sor­ger be­rech­nen das Zwei- bis Drei­fa­che.

Im För­der­ver­gleich

Die Le­bens­dau­er liegt bei bei­den Nut­zungs­mo­del­len bei 20 Jah­ren und mehr. PV-An­la­gen im Ein­fa­mi­li­en­haus kos­ten, ab­hän­gig von der Grö­ße, zwi­schen 10.000 und 25.000 Eu­ro. Die An­schaf­fung wird von der KfW ge­för­dert. Bei der So­lar­ther­mie fal­len zwi­schen 5.000 und 10.000 Eu­ro an – sie braucht we­ni­ger Kol­lek­tor­flä­che. Wenn Haus­be­sit­zen­de ih­re Gas­hei­zung mit So­lar­ther­mie nach­rüs­ten, zahlt die KfW 30 Pro­zent der In­ves­ti­ti­on. Bis zu ei­nem zu ver­steu­ern­den Haus­halts­ein­kom­men von 40.000 Eu­ro jähr­lich sind 60 Pro­zent mög­lich. Die För­de­rung gilt un­ab­hän­gig da­von, ob auch die Hei­zung aus­ge­tauscht wird. Fa­zit: Bei­de Va­ri­an­ten las­sen sich gut kom­bi­nie­ren und wer­den ge­för­dert.

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Iris Laduch
BHW Bausparkasse