Jugendliche bekommen erstes Girokonto mit knapp 14 Jahren

Medieninformation vom 19.10.2022
Teenager*innen beginnen im Schnitt mit rund 16 Jahren mit Online-Banking • Eltern und Banken als wichtigste Vermittler von Regeln für eine sichere Nutzung

Postbank Jugend-Digitalstudie 2022:
Jugendliche bekommen erstes Girokonto mit knapp 14 Jahren

Jede*r zweite deutsche Jugend­liche im Alter von 16 bis 18 Jahren hat unter eige­nem Namen ein Giro­konto, jede*r dritte führt ein Spar- oder Fest­geld­konto. Andere Bank­pro­dukte wie Wert­papier­depots oder Tages­geld­konten sind noch seltener (jeweils 8 Pro­zent), wachsen aber schnell. Der Anteil der Jugend­lichen, die ein Wert­papier­depot be­sitzen, hat sich bei­spiels­weise seit 2019 mehr als ver­doppelt. Im Schnitt be­kommen Teen­ager*innen mit 13,8 Jahren ein erstes Giro­konto, Spar­konten werden bereits drei Jahre vorher ein­ge­richtet. Das geht aus der re­präsen­tativen Jugend-Digi­tal­studie der Postbank hervor.

Im Schnitt stehen den Be­frag­ten monat­lich 251 Euro für private Aus­gaben zur Ver­fügung. Das sind nur drei Prozent mehr als im Vorjahr. In den Jahren 2019 und 2020 lag der Zu­wachs noch bei min­des­tens zehn Prozent. Mit dem Alter wächst auch das Budget: Während 16-Jährige durch­schnitt­lich 141 Euro pro Monat aus­geben können, sind es bei 18-Jährigen 363 Euro.

Zwei Drittel der jugend­lichen Konto­inhaber*innen nutzen Online-Banking

Online-Banking ist unter den jugend­lichen Konto­in­haber*innen sehr beliebt. Der­zeit nutzen es 66 Pro­zent von ihnen, am häufig­sten über eine Banking-App auf dem Smart­phone (41 Prozent). Weitere 34 Pro­zent ver­wenden das Online-Banking-Portal ihrer Bank, sechs Prozent eine Finanz­soft­ware. Im Schnitt sind die Nutzer*innen rund 16 Jahre alt, wenn sie mit dem Online-Banking beginnen.

Bei der Ein­richtung helfen oft er­fahrene An­wender*innen: 64 Pro­zent der Online-Banking-Nutzer*innen haben bei den ersten Schrit­ten die Unter­stüt­zung ihrer Eltern in An­spruch ge­nommen. Das gilt vor allem für Mädchen. Während 71 Pro­zent von ihnen sich von den Eltern helfen lassen, sind es bei den Jungen nur 58 Pro­zent. Darüber hinaus greifen vier von zehn Nutzer*innen auch auf die Unter­stützung ihrer Bank zurück, jeweils rund zehn Prozent lassen sich von Freund*innen oder Ge­schwis­tern ein­weisen. 16 Pro­zent der Jungen ver­zichten ganz auf Hilfe, aber nur sieben Prozent der Mädchen.

Eltern agieren als Sicher­heits­berater*innen

Häufig helfen die Eltern nicht nur bei den ersten Schritten, sondern sie beraten ihre Kinder auch in Sachen Sicher­heit. Fast die Hälfte der jungen Online-Banking-Nutzer*innen hat von ihnen Hin­weise zum sicheren Um­gang mit per­sönlichen Daten erhalten, gut jede*r dritte von der Bank. Nur ein Viertel von ihnen weiß darüber selbst Bescheid. Ähnlich ist es bei Ge­fahren durch Phishing-Mails: Ein Drittel wurde von den Eltern bzw. dem Kredit­insti­tut darauf auf­merk­sam ge­macht. Ledig­lich ein Viertel kennt sich damit selbst aus.

„Für eine Gene­ra­tion, die mit dem Smart­phone auf­ge­wachsen ist, ist das Online-Banking viel­fach eine Selbst­ver­ständ­lich­keit“, sagt Thomas Brosch, Leiter Digital­vertrieb bei der Postbank. „Umso wichtiger ist es, dass Teen­ager*innen die Regeln für einen sicheren Um­gang mit der Technik von Anfang an lernen. Unsere Studie zeigt, dass die Eltern bei der Ver­mitt­lung dieser Kennt­nisse eine ent­schei­dende Rolle spielen. Aber auch die Infor­mations­an­gebote der Banken leisten einen wichtigen Beitrag zu einer sicheren Nutzung.“

Eltern ver­mitteln Finanz­wissen besser als die Schule

Auch grund­sätzlich haben die Jugend­lichen ihr Finanz­wissen haupt­säch­lich von ihren Er­ziehungs­berech­tigten ver­mittelt be­kommen. Doch im ver­gangenen Jahr hat die Qualität stark nach­ge­lassen. Aktuell sagen 47 Prozent der Be­fragten, dass ihre Eltern ihnen Kennt­nisse über Geld­anlage, Vor­sorge etc. gut bei­ge­bracht haben. 2021 waren es noch 65 Pro­zent, 2020 immerhin 55 Pro­zent. Von den Er­ziehungs­berech­tigten fühlen sich die Jugend­lichen aber immer noch deutlich besser aufgeklärt als durch die Schule. Diese ver­mittelt nur aus Sicht von 22 Pro­zent der Be­fragten gutes Finanz­wissen. Das sind drei Prozent­punkte weniger als im Vorjahr, aber immer­hin acht Prozent­punkte mehr als 2020.

Hintergrundinformationen zur Postbank Jugend-Digitalstudie 2022

Für die Postbank Jugend-Digital­studie 2022 wurden 1.000 Jugend­liche in Deutsch­land zwischen 16 und 18 Jahren re­präsen­tativ befragt.

Kontakt

Hartmut Schlegel
Mediensprecher