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Frauen bei der Altersvorsorge weiter im Nachteil
In vielen Bereichen hat die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen in den vergangenen Jahren Fortschritte gemacht. Bei der Altersvorsorge sind Frauen trotzdem immer noch klar im Nachteil. Die Ergebnisse einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag der Postbank zeigen, dass rund jede fünfte erwerbstätige Frau (21 Prozent) nicht selbst für das Alter vorsorgt. Vor zwei Jahren lag der Anteil noch bei 19 Prozent. Bei den Männern ist er deutlich geringer: Nur knapp zwölf Prozent verzichten auf eine private Altersvorsorge (2024: 14 Prozent). „Es ist höchst problematisch, dass die Zahl der Frauen ohne eigene Altersvorsorge weiter zunimmt“, erklärt Annika van Nüß, zuständig für „Female Finance“ bei der Deutschen Bank. „Gerade Frauen sind im Alter oft stärker finanziell eingeschränkt, da sie meist weniger verdienen und häufiger für Kinder oder Pflege von Angehörigen beruflich kürzertreten.“
Frauen zurückhaltender
Auch bei der Art der Geldanlage zeigen sich Unterschiede: Während rund 68 Prozent der Männer, die privat vorsorgen, dabei auf Aktien, Fonds oder ETFs setzen, nutzen Frauen Wertpapiere deutlich seltener. Dennoch zeichnet sich eine langsame Veränderung ab: Im Jahr 2024 investierten erst rund 41 Prozent der Frauen im Rahmen ihrer Altersvorsorge in Wertpapiere, heute sind es bereits 46 Prozent. „Viele Frauen trauen sich beim langfristigen Vermögensaufbau noch zu wenig zu“, sagt Annika van Nüß. Die Gründe dafür seien vielfältig.
Hemmschwellen abbauen
Neben traditionellen Rollenbildern spielten oft fehlendes Finanzwissen und mangelndes Vertrauen in die eigene Entscheidungskompetenz bei Finanzthemen eine Rolle. Wichtig bleibt dabei ein realistischer Blick auf Chancen und Risiken: Wertpapiere bieten langfristig Renditechancen, unterliegen jedoch Kursschwankungen. Verluste bis hin zum eingesetzten Kapital sind möglich. Welche Form der Geldanlage geeignet ist, hängt immer von der individuellen Lebenssituation, den finanziellen Möglichkeiten und der persönlichen Risikobereitschaft ab. Um mehr Frauen für Finanzthemen zu sensibilisieren, entstehen zunehmend spezielle Informationsangebote. Banken, Verbraucherorganisationen und Finanzplattformen bieten Veranstaltungen und Bildungsangebote an, die Finanzwissen verständlich und praxisnah vermitteln. Ziel ist es, Frauen dabei zu unterstützen, finanzielle Entscheidungen selbstbestimmt zu treffen und langfristig Vermögen aufzubauen. „Viele Frauen organisieren ihren Alltag finanziell sehr verantwortungsvoll, sind beim langfristigen Vermögensaufbau aber oft zurückhaltender als Männer“, erklärt Annika van Nüß von der Deutschen Bank. „Deshalb ist es wichtig, sich möglichst frühzeitig mit der eigenen finanziellen Zukunft auseinanderzusetzen und regelmäßig vorzusorgen.“ Wer langfristig spart und früh beginnt, könne mögliche Versorgungslücken im Alter besser abfedern.
Informationen zur Umfrage
Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2.059 Personen zwischen dem 2. und 5.4.2026 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.