Umfrage: Viele nehmen Altersvorsorge selbst in die Hand

Aus Ausgabe 2/2026
Während das Vertrauen in die gesetzliche Rente weiter sinkt, kümmern sich immer mehr Menschen eigenverantwortlich um ihre finanzielle Zukunft. Eine aktuelle Postbank Umfrage zeigt: Besonders der private Vermögensaufbau gewinnt bei der Altersvorsorge an Bedeutung.

Bild Nr. 1775, Quelle: Postbank / © stetsik

Reicht die ge­setz­li­che Rente? Mehr als drei Vier­tel der Er­werbs­tä­ti­gen (76 Pro­zent) gehen laut einer ak­tu­el­len YouGov-​Umfrage im Auf­trag der Postbank nicht davon aus, dass sie al­lein mit der ge­setz­li­chen Rente ihren Le­bens­stan­dard im Alter hal­ten kön­nen. Nur 18 Pro­zent rech­nen damit, im Ru­he­stand aus­schließ­lich mit den Be­zü­gen der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung aus­zu­kom­men. An­ge­sichts die­ser Skep­sis bleibt die Be­reit­schaft zur pri­va­ten Vor­sor­ge sta­bil: Rund 78 Pro­zent der Er­werbs­tä­ti­gen sor­gen zu­sätz­lich für das Alter vor. Auf­fäl­lig ist dabei eine Ver­än­de­rung bei den Stra­te­gien: Immer mehr Men­schen set­zen auf Ei­gen­ver­ant­wor­tung. Mit 41 Pro­zent ist der pri­va­te Ver­mö­gens­auf­bau in­zwi­schen die am häu­figs­ten ge­nutz­te Form der Al­ters­vor­sor­ge – deut­lich mehr als noch vor zwei Jah­ren (35 Pro­zent). „Der pri­va­te Ver­mö­gens­auf­bau ist at­trak­tiv, weil er ein hohes Maß an Fle­xi­bi­li­tät bie­tet. Gleich­zei­tig er­for­dert diese Stra­te­gie Dis­zi­plin und Durch­hal­te­ver­mö­gen – beim re­gel­mä­ßi­gen Spa­ren und beim Um­gang mit den Rück­la­gen“, er­klärt Mi­cha­el Ko­schatz­ki von der Postbank. Eine zu­neh­mend wich­ti­ge Rolle bei der ei­gen­ver­ant­wort­li­chen Al­ters­vor­sor­ge spie­len Wert­pa­pie­re. Be­reits 58 Pro­zent der Er­werbs­tä­ti­gen, die pri­vat vor­sor­gen, nut­zen dafür Wert­pa­pie­re wie Ak­ti­en, Fonds oder ETFs. Bei einer Ver­gleichs­um­fra­ge im Jahr 2024 lag der An­teil noch bei knapp 53 Pro­zent.

Lang­fris­tig pla­nen, Ri­si­ken streu­en

Künf­tig er­öff­net sich mit dem Al­ters­vor­sor­ge­de­pot eine wei­te­re Mög­lich­keit, lang­fris­tig und staat­lich ge­för­dert für das Alter vor­zu­sor­gen. An­ders als bei frei ver­füg­ba­rem Ver­mö­gen ist das Geld dabei zweck­ge­bun­den für die Al­ters­vor­sor­ge. Zu­sätz­lich sol­len steu­er­li­che Vor­tei­le und staat­li­che Zu­la­gen den Ver­mö­gens­auf­bau un­ter­stüt­zen. Wich­tig bleibt je­doch: Wert­pa­pie­re bie­ten zwar Ren­di­te­chan­cen, un­ter­lie­gen aber Kurs­schwan­kun­gen und sind mit Ri­si­ken ver­bun­den. Ver­lus­te bis hin zum ein­ge­setz­ten Ka­pi­tal sind mög­lich. „Bei der Wert­pa­pier­an­la­ge kommt es vor allem auf eine lang­fris­ti­ge und breit auf­ge­stell­te Stra­te­gie an. Wer früh be­ginnt und re­gel­mä­ßig spart, kann Wert­schwan­kun­gen an den Ka­pi­tal­märk­ten über län­ge­re Zeit­räu­me eher aus­glei­chen. Wich­tig ist zudem, Ri­si­ken zu streu­en – etwa durch breit di­ver­si­fi­zier­te Fonds oder ETFs“, rät Mi­cha­el Ko­schatz­ki von der Postbank. Neben Wert­pa­pie­ren kön­nen klas­si­sche An­la­ge­for­men wie Ta­ges­geld oder Fest­geld als Si­cher­heits­bau­stein in­ner­halb der per­sön­li­chen Vor­sor­ge die­nen. Wel­che Form der Geld­an­la­ge ge­eig­net ist, hängt je­doch immer von der in­di­vi­du­el­len Le­bens­si­tu­a­ti­on, den fi­nan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten und der per­sön­li­chen Ri­si­ko­be­reit­schaft ab.

Informationen zur Umfrage

Die ver­wen­de­ten Daten be­ru­hen auf einer Online-​Umfrage der YouGov Deutsch­land GmbH, an der 2.059 Per­so­nen zwi­schen dem 2. und 5.4.2026 teil­nah­men. Die Er­geb­nis­se wur­den ge­wich­tet und sind re­prä­sen­ta­tiv für die deut­sche Be­völ­ke­rung ab 18 Jah­ren.