Die unterschätzten Nebenkosten vor Ort

Aus Ausgabe 1/2026
Neben Flug und Hotel sollten Urlauber auch Nebenkosten wie Trinkgelder und Bankgebühren im Blick behalten. Denn am Ende entscheiden nicht nur große Posten über günstig oder teuer – sondern auch die Summe vieler kleiner Beträge.

Bild Nr. 1765, Quelle: Postbank / © FREEMAN83

Flug ge­bucht, Hotel re­ser­viert, Miet­wa­gen or­ga­ni­siert – die wich­tigs­ten Kos­ten­punk­te haben Ur­lau­ber meist im Blick. Laut einer ak­tu­el­len YouGov-​Umfrage im Auf­trag der Postbank pla­nen 67 Pro­zent der Rei­se­wil­li­gen die Kos­ten für ihre Un­ter­kunft fest ein, 55 Pro­zent kal­ku­lie­ren die Ver­pfle­gung, 53 Pro­zent An- und Ab­rei­se. „Die gro­ßen Aus­ga­ben einer Reise las­sen sich im Vor­feld gut pla­nen. Oft sind es je­doch die vie­len klei­nen Kos­ten vor Ort, die schwer zu kal­ku­lie­ren sind oder leicht über­se­hen wer­den“, sagt Brit­ta Zan­der von der Postbank. Be­son­ders häu­fig wer­den Tou­ris­ten­ab­ga­ben oder Orts­ta­xen von Ur­lau­bern bei der Pla­nung außer Acht ge­las­sen (19 Pro­zent), eben­so Trink­gel­der (18 Pro­zent). Auch Ge­büh­ren fürs Be­zah­len und Geld­ab­he­ben (16 Pro­zent) oder Wech­sel­kos­ten (14 Pro­zent) be­rück­sich­ti­gen viele nicht aus­rei­chend. „Ge­ra­de diese Ne­ben­kos­ten sum­mie­ren sich am Ende doch“, er­klärt die Postbank Ex­per­tin „Wer sie von An­fang an ein­kal­ku­liert, ver­mei­det un­an­ge­neh­me Über­ra­schun­gen.“

Orts­ta­xen: klei­ne Be­trä­ge, große Wir­kung

In vie­len eu­ro­päi­schen Städ­ten wer­den pro Nacht und Per­son Ab­ga­ben fäl­lig – etwa in Bar­ce­lo­na, Paris, Rom oder Ams­ter­dam. Je nach Ka­te­go­rie kön­nen das zwei bis sie­ben Euro pro Nacht sein. Ver­läss­li­che In­for­ma­ti­o­nen bie­ten of­fi­zi­el­le Tourismus-​Webseiten, das Aus­wär­ti­ge Amt oder di­rekt die Un­ter­kunft. Ein kur­zer Blick vor der Reise lohnt.

Trink­geld: kul­tu­rel­le Un­ter­schie­de be­ach­ten

Beim Trink­geld gibt es er­heb­li­che re­gi­o­na­le Un­ter­schie­de. In den USA sind 15 bis 20 Pro­zent üb­lich und soll­ten fest ein­ge­plant wer­den. In Süd­eu­ro­pa rei­chen meist fünf bis zehn Pro­zent, in Skan­di­na­vi­en ist der Ser­vice häu­fig be­reits im Preis ent­hal­ten. Wer sich vorab in­for­miert, zeigt Wert­schät­zung – und kal­ku­liert re­a­lis­tisch.

Ge­büh­ren ver­mei­den: cle­ver be­zah­len

Spar­po­ten­zi­al steckt auch im Thema Be­zah­len. „Vor der Ab­rei­se soll­ten Ur­lau­ber die Kon­di­ti­o­nen ihrer Bank­kar­ten prü­fen“, rät Brit­ta Zan­der. Man­che In­sti­tu­te ver­lan­gen Auslandseinsatz-​ oder Fremd­wäh­rungs­ent­gel­te. Auch Geldauto­matenbetreiber kön­nen ei­ge­ne Ent­gel­te er­he­ben. Ein wich­ti­ger Tipp: Am Au­to­ma­ten oder Kar­ten­le­se­ge­rät mög­lichst in der Lan­des­wäh­rung ab­rech­nen – die an­ge­bo­te­ne So­fort­um­rech­nung in Euro ist häu­fig teu­rer. Bar­geld soll­te eher bei Ban­ken als in Wech­sel­stu­ben ge­tauscht wer­den; be­son­ders am Flug­ha­fen sind die Kurse oft un­güns­tig.

Informationen zur Umfrage

Die ver­wen­de­ten Daten be­ru­hen auf einer Online-​Umfrage der YouGov Deutsch­land GmbH, an der 2.110 Per­so­nen zwi­schen dem 13. und 15.01.2026 teil­nah­men. Die Er­geb­nis­se wur­den ge­wich­tet und sind re­prä­sen­ta­tiv für die deut­sche Be­völ­ke­rung ab 18 Jah­ren.