Inflation wirkt (nach)

Aus Ausgabe 2/2026
Steigende Preise belasten viele Menschen weiterhin spürbar. Besonders Lebensmittel, Energie und Mobilität treiben die Sorgen. Eine aktuelle Postbank Umfrage zeigt, dass viele Verbraucher die aktuellen Preissteigerungen sehr sensibel wahrnehmen und kurzfristig kaum mit finanzieller Entlastung rechnen.

Bild Nr. 1771, Quelle: Postbank / © Eldar Murkovic

Ob im Su­per­markt, bei der Heiz­kos­ten­ab­rech­nung oder an der Tank­stel­le: Die stei­gen­den Prei­se sind für die Men­schen all­ge­gen­wär­tig. Laut einer ak­tu­el­len YouGov-​Umfrage im Auf­trag der Postbank spürt na­he­zu jeder Deutsche die In­fla­ti­on im All­tag (94 Pro­zent) – davon 58 Pro­zent sogar deut­lich. Und wei­te­re 13 Pro­zent kön­nen wegen der ge­stie­ge­nen Prei­se kaum noch ihre Le­bens­hal­tungs­kos­ten be­zah­len. „Viele Men­schen er­in­nern sich noch gut daran, wie stark der rus­si­sche An­griffs­krieg gegen die Ukra­i­ne im Jahr 2022 die Prei­se ge­trie­ben hat. Die ak­tu­el­len Ent­wick­lun­gen im Nahen Osten zei­gen, dass geo­po­li­ti­sche Kon­flik­te er­neut das Po­ten­zi­al haben, die In­fla­ti­on über stei­gen­de En­er­gie­prei­se an­zu­hei­zen“, er­klärt Dr. Ul­rich Ste­phan von der Postbank. Be­son­ders stark be­las­ten viele Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher die Kos­ten für Le­bens­mit­tel (69 Pro­zent). Auch stei­gen­de Aus­ga­ben für En­er­gie (49 Pro­zent) und Mo­bi­li­tät (46 Pro­zent) sor­gen für Druck auf die Haus­halts­kas­se. Hinzu kom­men Be­las­tun­gen durch Woh­nen und Miete (26 Pro­zent) sowie Aus­ga­ben für Frei­zeit und Kon­sum (24 Pro­zent). „Die Preis­stei­ge­run­gen an den En­er­gie­märk­ten spie­geln sich di­rekt in den In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen der pri­va­ten Haus­hal­te wider. Mit gutem Grund: Le­bens­mit­tel­prei­se re­agie­ren be­son­ders sen­si­bel auf Energie-​ und Trans­port­kos­ten. Wenn sich das Rohöl ver­teu­ert, wird das mit etwas Zeit­ver­satz erst auf den Preis­schil­dern an der Tank­stel­le und dann im Su­per­markt sicht­bar“, ord­net Dr. Ul­rich Ste­phan die Er­geb­nis­se ein.

Das Ver­trau­en in eine kurz­fris­ti­ge fi­nan­zi­el­le Ent­las­tung ist ge­ring: Knapp 38 Pro­zent der Be­frag­ten er­war­ten, dass sich staat­li­che Maß­nah­men in den kom­men­den Mo­na­ten kaum auf ihre per­sön­li­che fi­nan­zi­el­le Si­tu­a­ti­on aus­wir­ken wer­den. Mehr als jeder drit­te (36 Pro­zent) rech­net sogar mit zu­sätz­li­chen Be­las­tun­gen durch po­li­ti­sche Ent­schei­dun­gen. Nur vier Pro­zent gehen von einer spür­ba­ren Er­leich­te­rung aus, so die Postbank Um­fra­ge. „Dass viele kaum mit Ent­las­tung rech­nen, ist auch eine Folge der In­fla­ti­ons­pha­se von 2022“, meint Dr. Ul­rich Ste­phan von der Postbank. „Das Preis­ni­veau ist da­mals deut­lich ge­stie­gen und für viele Men­schen bis heute im All­tag spür­bar. Neue geo­po­li­ti­sche Kri­sen ver­stär­ken diese Wahr­neh­mung zu­sätz­lich.“ Wie stark sich geo­po­li­ti­sche Kon­flik­te künf­tig auf die In­fla­ti­on in Deutsch­land aus­wir­ken wer­den, hänge al­ler­dings we­sent­lich von Dauer und In­ten­si­tät der Ent­wick­lun­gen ab. Eine In­fla­ti­ons­dy­na­mik wie im Jahr 2022 sei der­zeit je­doch nicht zu er­war­ten, da die Ener­gie­ver­sorgung in Deutsch­land heute brei­ter auf­ge­stellt und we­ni­ger ab­hän­gig von ein­zel­nen Lie­fer­re­gi­o­nen sei.

Informationen zur Umfrage

Die ver­wen­de­ten Daten be­ru­hen auf einer Online-​Umfrage der YouGov Deutsch­land GmbH, an der 2.028 Per­so­nen zwi­schen dem 20. und 22.3.2026 teil­nah­men. Die Er­geb­nis­se wur­den ge­wich­tet und sind re­prä­sen­ta­tiv für die deut­sche Be­völ­ke­rung ab 18 Jah­ren.