Kostenfalle „Sofortumrechnung“

Aus Ausgabe 1/2026
Ein einziger Klick kann auf Reisen außerhalb der Eurozone schnell teuer werden. Wer beim Bezahlen oder Geldabheben die Sofortumrechnung in Euro meidet, spart bares Geld.

Bild Nr. 1766, Quelle: Postbank / © Patryk_Kosmider

Ob im Re­stau­rant in Prag oder in der Bou­tique in Un­garn: Beim Be­zah­len mit Karte er­scheint auf dem Dis­play oft die freund­li­che Frage: „In Euro oder in Lan­des­wäh­rung?“ Viele tip­pen spon­tan auf Euro – schließ­lich möch­te man wis­sen, was es „wirk­lich“ kos­tet. Doch genau hier gehen Ur­lau­ber oft in eine teure Falle. Bei der so­ge­nann­ten „Dy­na­mic Cur­ren­cy Con­ver­si­on“ wird der Be­trag di­rekt vom Händ­ler oder Zah­lungs­dienst­leis­ter in Euro um­ge­rech­net – oft mit einem deut­li­chen Auf­schlag zu den bei Ban­ken üb­li­chen Wech­sel­kur­sen. Die Dif­fe­renz zum of­fi­zi­el­len Re­fe­renz­kurs merkt man nicht so­fort, sie taucht erst spä­ter auf dem Kon­to­aus­zug oder der Kre­dit­kar­ten­ab­rech­nung auf. Eine ak­tu­el­le YouGov-​Umfrage im Auf­trag der Postbank er­gibt, dass rund 42 Pro­zent der Rei­sen­den bei Kar­ten­zah­lung im Nicht-​Euro-​Ausland die So­fort­um­rech­nung in Euro wäh­len wür­den. 41 Pro­zent ent­schei­den sich für Lan­des­wäh­rung, 15 Pro­zent sind sich un­si­cher. „Die An­zei­ge in Euro wirkt trans­pa­rent, ist aber häu­fig deut­lich teu­rer“, er­klärt Mi­cha­el Kaup von der Postbank. Wer statt­des­sen in der Lan­des­wäh­rung ab­rech­net, über­lässt die Um­rech­nung der ei­ge­nen Bank oder dem Karten­anbieter – und fährt in der Regel güns­ti­ger.

Vor­sicht auch am Geld­au­to­ma­ten

Auch am Geld­au­to­ma­ten ist es güns­ti­ger, sich ab­ge­ho­be­ne Geld­be­trä­ge in der je­wei­li­gen Lan­des­wäh­rung an­zei­gen zu las­sen. „Selbst wenn der Au­to­mat mit Ver­spre­chun­gen wie ‚ga­ran­tier­ter Wech­sel­kurs‘ oder ‚kein Auf­schlag‘ wirbt, soll­te man sich davon nicht blen­den las­sen“, sagt Mi­cha­el Kaup. „Ent­we­der wird ein schlech­te­rer Wech­sel­kurs her­an­ge­zo­gen oder es wird eine zu­sätz­li­che Geld­au­to­ma­ten­ge­bühr fäl­lig.“ Wird die So­fort­um­rech­nung ab­ge­lehnt, haken man­che Au­to­ma­ten sogar noch ein­mal nach, um den Ur­lau­ber zu ver­un­si­chern. Auf die „Dy­na­mic Cur­ren­cy Con­ver­si­on“ tref­fen Rei­sen­de vor allem in eu­ro­päi­schen Staa­ten, in denen nicht der Euro gilt. Au­ßer­halb Eu­ro­pas gibt es am Au­to­ma­ten in der Regel „nur“ Ex­tra­ge­büh­ren.

Informationen zur Umfrage

Die ver­wen­de­ten Daten be­ru­hen auf einer Online-​Umfrage der YouGov Deutsch­land GmbH, an der 2.110 Per­so­nen zwi­schen dem 13. und 15.01.2026 teil­nah­men. Die Er­geb­nis­se wur­den ge­wich­tet und sind re­prä­sen­ta­tiv für die deut­sche Be­völ­ke­rung ab 18 Jah­ren.