Nicht alles auf eine Karte setzen

Aus Ausgabe 1/2026
Debitkarte oder Kreditkarte – welche Karte gehört im Urlaub ins Portemonnaie? Spätestens beim Bezahlen im Ausland zeigt sich, dass die Unterschiede größer sind als gedacht. Während die Debitkarte im deutschen Alltag selbstverständlich ist, bietet die Kreditkarte auf Reisen oft mehr Flexibilität. Wer die Vor- und Nachteile kennt, bleibt handlungsfähig – und reist deutlich entspannter.

Bild Nr. 1767, Quelle: Postbank / © nicomenijes

Das Hotel ist ge­bucht, der Kof­fer ist ge­packt – doch was kommt ins Porte­mon­naie? Laut einer ak­tu­el­len YouGov-​Umfrage im Auf­trag der Postbank füllt es die Mehr­heit der Ur­lau­ber mit Mün­zen und Schei­nen: 56 Pro­zent der Be­frag­ten mit Rei­se­plä­nen wol­len auf ihrer nächs­ten Reise mit Bar­geld be­zah­len. Auf Platz zwei folgt die Kre­dit­kar­te (40 Pro­zent), da­hin­ter die Giro- bzw. De­bit­kar­te (34 Pro­zent). „Im All­tag funk­ti­o­niert die De­bit­kar­te meist pro­blem­los. Auf Rei­sen kann es je­doch Ein­schrän­kun­gen geben“, meint Brit­ta Zan­der von der Postbank. „Vor allem bei Rei­sen ins au­ßer­eu­ro­päi­sche Aus­land ist eine Kre­dit­kar­te Pflicht, da sie zum Be­zah­len und Geld­ab­he­ben am häu­figs­ten ak­zep­tiert wird.“ Wäh­rend frü­her eine Un­ter­schrift zur Frei­ga­be der Zah­lun­gen aus­reich­te, ist heute bei der Kre­dit­kar­te die Ein­ga­be der PIN nötig. „Die Kreditkarten-​PIN soll­te man sich vor Rei­se­an­tritt gut ein­prä­gen – und auf kei­nen Fall no­tie­ren“, sagt Brit­ta Zan­der.

Mehr Spiel­raum oder Kon­trol­le

An­ders als bei einer De­bit­kar­te wer­den die Um­sät­ze bei einer Kre­dit­kar­te nicht um­ge­hend ab­ge­bucht, son­dern ge­sam­melt und in der Regel ein­mal im Monat ab­ge­bucht „Das ver­schafft Luft, er­for­dert aber einen guten Über­blick über die ei­ge­nen Aus­ga­ben“, so die Postbank Ex­per­tin. Eine Al­ter­na­ti­ve sind Prepaid-​Kreditkarten. Sie funk­ti­o­nie­ren wie klas­si­sche Kre­dit­kar­ten, müs­sen je­doch vorab mit Gut­ha­ben auf­ge­la­den wer­den. „Das ver­bin­det die Ak­zep­tanz einer Kre­dit­kar­te mit vol­ler Kos­ten­kon­trol­le“, er­klärt Brit­ta Zan­der. „Ge­ra­de für si­cher­heits­be­wuss­te Rei­sen­de oder junge Er­wach­se­ne ist das eine gute Op­ti­on, zumal Ver­wand­te zu Hause je­der­zeit Geld auf die Karte über­wei­sen kön­nen.“ Un­ab­hän­gig vom Kar­ten­typ lohnt sich ein Blick in die Kon­di­ti­o­nen: Auslandseinsatz-​ oder Fremd­wäh­rungs­ge­büh­ren kön­nen auch bei einer Prepaid-​Karte Kos­ten ver­ur­sa­chen.

Klug kom­bi­niert

Beim Check-​in im Hotel oder beim Ab­ho­len des Miet­wa­gens wird im Aus­land zum Hin­ter­le­gen einer Kau­ti­on al­ler­dings meist eine klas­si­sche Kre­dit­kar­te ver­langt. „Die Kau­ti­on wird dabei nur vor­über­ge­hend auf der Karte re­ser­viert und nach ord­nungs­ge­mä­ßer Rück­ga­be wie­der frei­ge­ge­ben. Für das Hotel oder den Ver­mie­ter ist das eine Si­cher­heit: Die kar­ten­aus­ge­ben­de Bank ga­ran­tiert, dass of­fe­ne Kos­ten – etwa für Schä­den oder Zu­satz­leis­tun­gen – be­gli­chen wer­den kön­nen“, sagt Brit­ta Zan­der. Ihr Rat: „Am bes­ten kom­bi­niert man meh­re­re Zah­lungs­mit­tel – etwa Kre­dit­kar­te, De­bit­kar­te und etwas Bar­geld. So bleibt man fle­xi­bel, falls eine Karte nicht ak­zep­tiert wird oder aus­fällt.“

Informationen zur Umfrage

Die ver­wen­de­ten Daten be­ru­hen auf einer Online-​Umfrage der YouGov Deutsch­land GmbH, an der 2.110 Per­so­nen zwi­schen dem 13. und 15.01.2026 teil­nah­men. Die Er­geb­nis­se wur­den ge­wich­tet und sind re­prä­sen­ta­tiv für die deut­sche Be­völ­ke­rung ab 18 Jah­ren.