Finanzen: Wissen statt Bauchgefühl

Aus Ausgabe 2/2026

Bild Nr. 1774, Quelle: Postbank / © keport

Zu­ge­ge­ben: Um die Geld­anlage in Ak­ti­en und Fonds zu ver­ste­hen, braucht es ein ge­wis­ses Grund­wis­sen. Aber genau daran fehlt es vie­len Men­schen. Laut einer ak­tu­el­len YouGov-​Umfrage im Auf­trag der Postbank kann knapp jeder Drit­te (32 Pro­zent) das Ver­lust­ri­si­ko von Wert­pa­pie­ren mit Blick auf die ei­ge­nen Fi­nan­zen nicht ein­schät­zen. Diese Un­si­cher­heit bremst viele Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher bei der Geld­an­la­ge aus. „Fi­nanz­wis­sen ist eine wich­ti­ge Vor­aus­set­zung, um ei­gen­stän­di­ge und fun­dier­te An­la­ge­ent­schei­dun­gen tref­fen zu kön­nen“, er­klärt Mi­cha­el Ko­schatz­ki von der Postbank. Wel­che Geld­an­la­ge in­fra­ge kommt, hängt von vie­len in­di­vi­du­el­len Fak­to­ren ab – etwa vom fi­nan­zi­el­len Spiel­raum, den per­sön­li­chen An­la­ge­zie­len, dem Zeit­ho­ri­zont und der ei­ge­nen Risiko­bereitschaft. Des­halb sei es wich­tig, sich nicht al­lein auf Emp­feh­lun­gen aus dem per­sön­li­chen Um­feld oder aus so­zi­a­len Netz­wer­ken zu ver­las­sen. Im In­ter­net fin­den Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher heute eine Viel­zahl an In­for­ma­ti­ons­an­ge­bo­ten rund um Geld­an­la­ge und Ver­mö­gens­auf­bau. Ori­en­tie­rung bie­ten bei­spiels­wei­se Ver­brau­cher­zen­tra­len, die Stif­tung Wa­ren­test oder die In­for­ma­ti­ons­an­ge­bo­te von Ban­ken und Ver­bän­den. Eine per­sön­li­che Be­ra­tung durch die Haus­bank kann hel­fen, Chan­cen und Ri­si­ken ver­schie­de­ner An­la­ge­for­men bes­ser ein­zu­ord­nen. Zu­neh­mend nut­zen Men­schen künst­li­che In­tel­li­genz (KI), um sich über Fi­nanz­the­men zu in­for­mie­ren. KI-​gestützte An­wen­dun­gen kön­nen dabei un­ter­stüt­zen, Be­grif­fe zu er­klä­ren und einen ers­ten Über­blick über Fi­nanz­the­men zu geben. „Künst­li­che In­tel­li­genz kann eine hilf­rei­che Er­gän­zung bei der Re­cher­che sein“, sagt Mi­cha­el Ko­schatz­ki. „Al­ler­dings er­setzt sie weder ei­ge­nes Grund­la­gen­wis­sen noch eine kri­ti­sche Prü­fung der In­for­ma­ti­o­nen.“ Denn auch KI-​Systeme kön­nen feh­ler­haf­te, ver­al­te­te oder un­voll­stän­di­ge Ant­wor­ten lie­fern. Grund­sätz­lich gilt: Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher soll­ten nur Geld­an­la­gen nut­zen, deren Funk­ti­ons­wei­se sie nach­voll­zie­hen kön­nen. Wer sich Wis­sen an­eig­net und fi­nan­zi­el­le Ent­schei­dun­gen be­wusst trifft, schafft eine wich­ti­ge Grund­la­ge für den lang­fris­ti­gen Ver­mö­gens­auf­bau.

Informationen zur Umfrage

Die ver­wen­de­ten Daten be­ru­hen auf einer Online-​Umfrage der YouGov Deutsch­land GmbH, an der 2.059 Per­so­nen zwi­schen dem 2. und 5.4.2026 teil­nah­men. Die Er­geb­nis­se wur­den ge­wich­tet und sind re­prä­sen­ta­tiv für die deut­sche Be­völ­ke­rung ab 18 Jah­ren.