Altersvorsorge mit Wertpapieren

Aus Ausgabe 2/2026
Aktien und Fonds rücken durch die neue staatliche Förderung bei der Altersvorsorge stärker in den Fokus. Eine aktuelle Postbank Umfrage zeigt, dass immer mehr Erwerbstätige mit Wertpapieren für ihr Alter vorsorgen. Der Informationsbedarf bleibt jedoch hoch.

Bild Nr. 1769, Quelle: Postbank / © Vadymvdrobo

Wäh­rend das Ver­trau­en in die ge­setz­li­che Rente sinkt, ver­än­dern sich die Vor­sor­ge­stra­te­gien: Neben klas­si­schen Bau­stei­nen wie Ver­si­che­run­gen oder Wohn­ei­gen­tum ge­winnt der in­di­vi­du­el­le Ver­mö­gens­auf­bau unter den Be­frag­ten zu­neh­mend an Be­deu­tung. Wert­pa­pie­re wie Ak­ti­en und Fonds spie­len dabei für viele Er­werbs­tä­ti­ge eine immer grö­ße­re Rolle. Laut einer ak­tu­el­len Um­fra­ge der Postbank nut­zen be­reits 58 Pro­zent der Be­rufs­tä­ti­gen, die pri­vat vor­sor­gen, Wert­pa­pie­re für den Auf­bau ihrer Al­ters­vor­sor­ge. Ge­gen­über der Ver­gleichs­um­fra­ge im Jahr 2024 ent­spricht das einem An­stieg von rund sechs Pro­zent­punk­ten. „Es ist eine gute und wich­ti­ge Ent­wick­lung, dass immer mehr Men­schen Wert­pa­pie­re für den Ver­mö­gens­auf­bau nut­zen, da sie lang­fris­tig hö­he­re Ren­di­te­chan­cen bie­ten kön­nen als viele klas­si­sche An­la­ge­for­men – al­ler­dings bei ent­spre­chend hö­he­ren Ri­si­ken“, meint Mi­cha­el Ko­schatz­ki von der Postbank. Da die Wert­ent­wick­lung von Fonds und Ak­ti­en Schwan­kun­gen un­ter­liegt und Ver­lus­te mög­lich sind, sei es wich­tig, sich nicht al­lein auf Wert­pa­pie­re zu ver­las­sen. Ent­schei­dend sei zudem ein mög­lichst lan­ger An­la­ge­ho­ri­zont: „Wer früh be­ginnt und lang­fris­tig in­ves­tiert, kann Schwan­kun­gen an den Ka­pi­tal­märk­ten eher aus­glei­chen“, sagt Mi­cha­el Ko­schatz­ki. In der Pra­xis be­deu­tet das: An­la­ge­zeit­räu­me von min­des­tens 15 Jah­ren, bes­ser län­ger, kön­nen dazu bei­tra­gen, Wert­schwan­kun­gen aus­zu­glei­chen. Gleich­zei­tig er­for­dert der Ver­mö­gens­auf­bau aber Dis­zi­plin – zum Bei­spiel, um das in­ves­tier­te Geld mög­lichst nicht vor­zei­tig zu ent­neh­men.

Staat för­dert Wert­pa­pier­an­la­ge

Das staat­lich ge­för­der­te Al­ters­vor­sor­ge­de­pot könn­te der pri­va­ten Vor­sor­ge zu­sätz­li­che Im­pul­se geben. Ab An­fang 2027 kön­nen Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher damit re­gel­mä­ßig in In­vest­ment­fonds oder ETFs in­ves­tie­ren und dafür Steu­er­ver­güns­ti­gun­gen und staat­li­che För­de­rung er­hal­ten. Mehr als jeder drit­te Er­werbs­tä­ti­ge (38 Pro­zent) kann sich laut Postbank Um­fra­ge vor­stel­len, ein sol­ches Depot zu er­öff­nen. Be­son­ders groß ist das In­ter­es­se bei den­je­ni­gen, die be­reits Wert­pa­pie­re be­sit­zen: Fast 60 Pro­zent von ihnen zei­gen sich offen für die­ses Mo­dell. Gleich­zei­tig macht die Um­fra­ge deut­lich: Für eine brei­te­re Nut­zung sind ver­ständ­li­che In­for­ma­ti­o­nen und Auf­klä­rung ent­schei­dend. Viele Men­schen tun sich nach wie vor schwer, Ri­si­ken und Funk­ti­ons­wei­se von Ka­pi­tal­markt­an­la­gen re­a­lis­tisch ein­zu­schät­zen – 32 Pro­zent kön­nen das Ver­lust­ri­si­ko von Wert­pa­pie­ren für ihre per­sön­li­chen Fi­nan­zen nur schwer kal­ku­lie­ren. Ent­spre­chend wich­tig ist es, über Chan­cen und Ri­si­ken auf­zu­klä­ren, damit Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher fun­dier­te und ei­gen­ver­ant­wort­li­che An­la­ge­ent­schei­dun­gen tref­fen kön­nen.

Informationen zur Umfrage

Die ver­wen­de­ten Daten be­ru­hen auf einer Online-​Umfrage der YouGov Deutsch­land GmbH, an der 2.059 Per­so­nen zwi­schen dem 2. und 5.4.2026 teil­nah­men. Die Er­geb­nis­se wur­den ge­wich­tet und sind re­prä­sen­ta­tiv für die deut­sche Be­völ­ke­rung ab 18 Jah­ren.