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Altersvorsorge mit Wertpapieren
Während das Vertrauen in die gesetzliche Rente sinkt, verändern sich die Vorsorgestrategien: Neben klassischen Bausteinen wie Versicherungen oder Wohneigentum gewinnt der individuelle Vermögensaufbau unter den Befragten zunehmend an Bedeutung. Wertpapiere wie Aktien und Fonds spielen dabei für viele Erwerbstätige eine immer größere Rolle. Laut einer aktuellen Umfrage der Postbank nutzen bereits 58 Prozent der Berufstätigen, die privat vorsorgen, Wertpapiere für den Aufbau ihrer Altersvorsorge. Gegenüber der Vergleichsumfrage im Jahr 2024 entspricht das einem Anstieg von rund sechs Prozentpunkten. „Es ist eine gute und wichtige Entwicklung, dass immer mehr Menschen Wertpapiere für den Vermögensaufbau nutzen, da sie langfristig höhere Renditechancen bieten können als viele klassische Anlageformen – allerdings bei entsprechend höheren Risiken“, meint Michael Koschatzki von der Postbank. Da die Wertentwicklung von Fonds und Aktien Schwankungen unterliegt und Verluste möglich sind, sei es wichtig, sich nicht allein auf Wertpapiere zu verlassen. Entscheidend sei zudem ein möglichst langer Anlagehorizont: „Wer früh beginnt und langfristig investiert, kann Schwankungen an den Kapitalmärkten eher ausgleichen“, sagt Michael Koschatzki. In der Praxis bedeutet das: Anlagezeiträume von mindestens 15 Jahren, besser länger, können dazu beitragen, Wertschwankungen auszugleichen. Gleichzeitig erfordert der Vermögensaufbau aber Disziplin – zum Beispiel, um das investierte Geld möglichst nicht vorzeitig zu entnehmen.
Staat fördert Wertpapieranlage
Das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot könnte der privaten Vorsorge zusätzliche Impulse geben. Ab Anfang 2027 können Verbraucherinnen und Verbraucher damit regelmäßig in Investmentfonds oder ETFs investieren und dafür Steuervergünstigungen und staatliche Förderung erhalten. Mehr als jeder dritte Erwerbstätige (38 Prozent) kann sich laut Postbank Umfrage vorstellen, ein solches Depot zu eröffnen. Besonders groß ist das Interesse bei denjenigen, die bereits Wertpapiere besitzen: Fast 60 Prozent von ihnen zeigen sich offen für dieses Modell. Gleichzeitig macht die Umfrage deutlich: Für eine breitere Nutzung sind verständliche Informationen und Aufklärung entscheidend. Viele Menschen tun sich nach wie vor schwer, Risiken und Funktionsweise von Kapitalmarktanlagen realistisch einzuschätzen – 32 Prozent können das Verlustrisiko von Wertpapieren für ihre persönlichen Finanzen nur schwer kalkulieren. Entsprechend wichtig ist es, über Chancen und Risiken aufzuklären, damit Verbraucherinnen und Verbraucher fundierte und eigenverantwortliche Anlageentscheidungen treffen können.
Informationen zur Umfrage
Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2.059 Personen zwischen dem 2. und 5.4.2026 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.