Mythos Bargeld im Urlaub

Aus Ausgabe 1/2026
Bargeld gehört für viele ganz selbstverständlich ins Reisegepäck. Doch wie viel ist sinnvoll und wann wird es teuer oder unsicher? Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der Postbank zeigt, wie die Deutschen im Urlaub bezahlen – und worauf sie bei ihrer Reisekasse achten sollten.

Bild Nr. 1761, Quelle: Postbank / © Tomas Anderson

Rei­se­pass, Son­nen­creme – und ein Bün­del Schei­ne: Für die Mehr­heit der Ur­lau­ber ge­hört Bar­geld ganz selbst­ver­ständ­lich in den Kof­fer. Eine ak­tu­el­le YouGov-​Umfrage im Auf­trag der Postbank er­gibt, dass mehr als jeder zwei­te Bun­des­bür­ger mit Ur­laubs­plä­nen (56 Pro­zent) auf der nächs­ten Reise bar be­zah­len möch­te. Damit ist Bar­geld das mit Ab­stand be­lieb­tes­te Zah­lungs­mit­tel – ge­folgt von der Kre­dit­kar­te mit knapp 40 Pro­zent und der De­bit­kar­te mit 34 Pro­zent. „Ein über­schau­ba­rer Bar­geld­be­trag ge­hört in jede Rei­se­kas­se“, meint Mi­cha­el Kaup von der Postbank. „Er soll­te je­doch nur für die ers­ten Aus­ga­ben vor Ort rei­chen – etwa für Taxi, Trink­gel­der oder einen Snack. Mehr als 150 Euro soll­te man nicht ein­ste­cken.“

Si­cher un­ter­wegs mit Bar­geld

Die Um­fra­ge zeigt je­doch, dass viele Ur­lau­ber deut­lich groß­zü­gi­ger sind: Rund 42 Pro­zent der Rei­se­wil­li­gen neh­men so viel Bar­geld mit, dass es für die meis­ten oder sogar sämt­li­che Aus­ga­ben reicht. „Viele Ur­lau­ber emp­fin­den Bar­geld als be­son­ders si­cher – tat­säch­lich birgt es je­doch ein hö­he­res Ri­si­ko: Geht Bar­geld ver­lo­ren oder wird es ge­stoh­len, ist es in der Regel un­wie­der­bring­lich ver­lo­ren. Bank­kar­ten las­sen sich hin­ge­gen mit we­ni­gen Klicks in der Banking-​App oder per Anruf um­ge­hend sper­ren. Die Haf­tung ist be­grenzt – vor­aus­ge­setzt, der Kunde oder die Kun­din hat nicht fahr­läs­sig ge­han­delt“, er­klärt Postbank Ex­per­te Mi­cha­el Kaup. Auch aus Kos­ten­sicht ist Bar­geld nicht die beste Wahl: Bei Rei­sen au­ßer­halb der Eu­ro­zo­ne fal­len beim Geld­wech­sel Ge­büh­ren an. Je nach Bank und Kar­ten­mo­dell kann es güns­ti­ger sein, di­rekt im Rei­se­land mit der Karte zu zah­len oder dort am Au­to­ma­ten Geld in Lan­des­wäh­rung ab­zu­he­ben. Ver­brau­cher soll­ten vorab prü­fen, wel­che Ent­gel­te ihre Bank be­rech­net.

Der Mix macht’s

Laut Postbank Um­fra­ge set­zen die meis­ten Ur­lau­ber auf eine Kom­bi­na­ti­on aus Bar­geld und Karte – häu­fig bleibt es je­doch nur bei einer Bank­kar­te im Ge­päck. Das kann im Ernst­fall nicht rei­chen, meint Mi­cha­el Kaup: „Zu­sätz­lich zu einem klei­nen Bar­geld­vor­rat soll­te man min­des­tens zwei un­ter­schied­li­che Bank­kar­ten mit­neh­men und diese ge­trennt von­ein­an­der auf­be­wah­ren. Es kann auch sinn­voll sein, zu­sätz­lich eine Spar­Card ein­zu­ste­cken, um die Bar­geld­ver­sor­gung ab­zu­si­chern.“ Noch mehr Si­cher­heit bie­tet das mo­bi­le Be­zah­len: „Wer kon­takt­los mit Smart­phone oder Smart­watch zahlt, kann die Bank­kar­ten si­cher im Ho­tel­safe ver­wah­ren und trägt we­ni­ger Wert­sa­chen bei sich“, er­gänzt Mi­cha­el Kaup. Ak­tu­ell be­ab­sich­tigt jeder fünf­te Ver­brau­cher mit Ur­laubs­plä­nen (20 Pro­zent), auf sei­ner nächs­ten Reise mobil zu be­zah­len.

Informationen zur Umfrage

Die ver­wen­de­ten Daten be­ru­hen auf einer Online-​Umfrage der YouGov Deutsch­land GmbH, an der 2.110 Per­so­nen zwi­schen dem 13. und 15.01.2026 teil­nah­men. Die Er­geb­nis­se wur­den ge­wich­tet und sind re­prä­sen­ta­tiv für die deut­sche Be­völ­ke­rung ab 18 Jah­ren.