Zweiter Frühling für alte Photovoltaik-Anlagen

BHW Pressedienst 2/2021
Für die Photovoltaik-Pioniere sollte 2021 nach 20 Jahren die staatlich garantierte Einspeisevergütung enden. Nach Protesten milderte die Bundesregierung die Vorgaben ab. Dennoch sollten Betreiber alter Anlagen zum Förderungsende auf Selbstversorgung mit dem grünen Strom umstellen.

Gut aufgestellt: weiterhin sonnige Aussichten für Solarpioniere
Bild Nr. 6454, Quelle: Zukunft Altbau / BHW Bausparkasse

2011 hatte der Gesetz­geber den Eigen­tümern der 18.000 Anlagen, die 2000 installiert worden waren, noch 16,76 Cent je Kilo­watt­stunde garantiert. Bedingung: Sie speisen den Solar­strom ins öffentliche Netz ein. Die Wirt­schaftlich­keits­rechnung hat sich für Betreiber alter Anlagen nun radikal verändert. Nach Auslauf der Förderung zahlen Energie­versorger nur noch zwischen zwei und vier Cent je selbst erzeugter Kilowattstunde.

Vorteil: Unabhängigkeit

Während die niedrige Vergütung das Ein­speisen von Strom aus Alt-Anlagen unwirtschaftlich macht, wird die Eigen­nutzung immer attraktiver. Dafür sorgen die steigenden Strom­preise der Energie­versorger. „Die Zahlen sprechen eindeutig für die Selbst­nutzung des Solar­stroms“, betont Jan Ebert von der BHW Bausparkasse. „Eigen­tümer einer 20 Jahre alten Anlage sparen rund 20 Cent pro Kilo­watt­stunde gegenüber dem Einkauf beim Energie­versorger, wenn sie ihren Strom selbst verbrauchen.“ So muss man rechnen: Der erzeugte Strom kostet neun bis zwölf Cent pro Kilo­watt­stunde. Wer Strom für Wasch­maschine, Herd oder Fernseher bei einem Energie­versorger abnimmt, zahlt dagegen im Mittel 31,89 Cent – und damit dreimal so viel wie für selbst erzeugte Energie. Bis 2030 werden über 400.000 Anlagen-Betreiber aus der Förderung fallen. Eigen­tümer, die ihren Strom dann selbst nutzen möchten, können einen Fach­betrieb beauftragen, den Zähler auf Selbst­versorgung umzustellen. Die Kosten dafür betragen etwa 200 Euro. Eine Speicher­einheit kostet inklusive Montage rund 2.000 Euro. Damit kann man seinen Strom auch speichern und sich so gut wie unabhängig machen.

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Iris Laduch
Pressesprecherin