Umfrage: große Erwartungen, kleine Erträge

Postbank Pressedienst 1/21
Die Deutschen gehen bei der Geldanlage auf Nummer sicher, erwarten aber dennoch satte Gewinne, so eine aktuelle Postbank Umfrage. Vor allem junge Sparer hegen unrealistische Ansprüche an den Ertrag. Dieser Fehleinschätzung kann ein böses Erwachen folgen.
Viele Anleger schätzen die Höhe ihrer jährlichen Rendite viel zu optimistisch ein

Viele Anleger schätzen die Höhe ihrer jährlichen Rendite viel zu optimistisch ein
Bild Nr. 1595, Quelle: Postbank / © Karin Gruber

Geht es um ihr Geld, zählt für die Deutschen in erster Linie Sicherheit. Eine aktuelle Kantar-Umfrage im Auftrag der Postbank ergibt, dass es 91 Prozent wichtig ist, ihr Geld sicher anzulegen. Im Vergleich dazu messen knapp 71 Prozent der Rendite Bedeutung bei. Die Gewinn­erwartungen vieler Sparer haben es allerdings in sich: Jeder Dritte (32 Prozent) rechnet mit einem Plus von über neun Prozent im Jahr. Im Durch­schnitt gehen die Anleger von einer jährlichen Rendite von fünf Prozent aus. „Derartige Erwartungen sind derzeit nicht nur optimistisch, sondern kurios“, meint Karsten Rusch von der Postbank. „Die Zinsen für Spar­einlagen erreichen immer neue Tief­stände und nur eine Minder­heit der Sparer nutzt Anlage­formen mit Rendite­chancen.“ Tatsächlich ist das nahezu unverzinste Sparkonto (53 Prozent) die beliebteste „Anlage“ der Deutschen, gefolgt vom Girokonto (34 Prozent). 26 Prozent der Sparer legen aktuell Geld in Aktien oder Fondsanteilen an. „Bei einem langen Anlage­horizont kann die Anlage beispiels­weise in einem Aktien­fonds durchaus lohnenswert sein. Dabei ist eine Rendite von mehr als fünf Prozent möglich“, erklärt Karsten Rusch.

Maßlos überschätzt

Zwar investieren junge Anleger nicht öfter in Wert­papiere als der Durch­schnitt (26 Prozent), stellen aber auffallend häufig ambitionierte Erwartungen an die Rendite ihrer Geld­anlage. Mehr als jeder zweite Sparer unter 30 Jahren (57 Prozent) rechnet mit einem jährlichen Ertrag von mehr als neun Prozent. Und das, obwohl Sparkonto, Giro­konto und Spardose in keiner anderen Altersklasse so beliebt sind. „Unwissenheit und falsche Über­zeugungen können Anleger teuer zu stehen kommen. Wird nicht einmal der Inflations­ausgleich erwirtschaftet, verlieren die Ersparnisse nach und nach an Wert“, meint der Postbank Experte. „Gerade junge Menschen haben den Vorteil, dass sie von einem langen Anlage­horizont profitieren und sich Kurs­schwankungen über die Zeit relativieren. Mit einem breit gestreuten Fonds­sparplan können sich über die Zeit bereits kleine Spar­beiträge zu ansehnlichem Vermögen summieren.“

Informationen zur Umfrage

In einer repräsentativen Online-Befragung interviewte Kantar im Auftrag der Postbank zwischen dem 18. und 25. Januar 2021 insgesamt 1.000 Befragte ab 16 Jahren.