Finanzen 2021: Deutsche sind guter Dinge – trotz Corona

Postbank Pressedienst 4/2020
Mitten in der Pandemie sind zwei von drei Deutschen davon überzeugt, dass sich ihre finanzielle Situation im nächsten Jahr positiv entwickeln wird, so eine aktuelle Postbank Umfrage. Im Vergleich zum Vorjahr sind junge Menschen unter 30 Jahren allerdings weniger zuversichtlich. Ein Erklärungsversuch...
Bild Nr. 1581, Quelle: Postbank / © Alexey Stiop

Bild Nr. 1581, Quelle: Postbank / © Alexey Stiop

Schwächelnder Konjunktur und Lockdown zum Trotz erwarten immer noch zwei von drei Deutschen, dass sich ihre Finanzen – Einkommen, Geldanlage, Ausgaben – im kommenden Jahr positiv entwickeln werden. Im Vergleich zum Vorjahr sind allerdings nur noch 60 Prozent (2019: 64 Prozent) der Befragten positiv gestimmt. Die Zahl der Pessimisten wuchs von 24 auf 27 Prozent. Zwölf Prozent der Befragten gehen heute von einer neutralen Entwicklung aus, 2019 waren es elf Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Kantar-Vergleichsumfrage im Auftrag der Postbank. „Dank umfangreicher staatlicher Hilfen halten sich die Auswirkungen der Pandemie am Arbeitsmarkt bisher in Grenzen“, erklärt Dr. Marco Bargel von der Postbank die optimistische Stimmung in diesen unruhigen Zeiten. „Selbst am vorläufigen Höhepunkt der Corona-Krise im Frühjahr ist das verfügbare Einkommen der Privathaushalte kaum zurückgegangen, inzwischen liegt es sogar schon wieder über dem Vorkrisenniveau. Außerdem stützt eine anhaltend lockere Geldpolitik die finanzielle Situation der Haushalte, da größere Investitionen – wie in die eigenen vier Wände – wegen historisch günstiger Kreditzinsen finanzierbar bleiben.“

Bild Nr. 1582, Quelle: Postbank / © AntonioGuillemF

Bild Nr. 1582, Quelle: Postbank / © AntonioGuillemF

Mehr Verluste, weniger Unterstützung

Jedoch treffen die Folgen der Beschränkungen die Bevölkerung anscheinend unterschiedlich hart: Der „Lockdown light“ führte dazu, dass vor allem junge Menschen finanzielle Verluste erlitten. Laut Postbank Umfrage büßten im November 27 Prozent der 16- bis 29-Jährigen Einkommen durch die Corona-Krise ein, im Mai beklagten dies nur knapp 20 Prozent dieser Altersgruppe. „Viele Aushilfstätigkeiten im Hotel- und Gaststättengewerbe, die oft von Studenten wahrgenommen werden, sind während des Lockdowns weggefallen. Diese Altersgruppe profitiert weniger von staatlichen Unterstützungsmaßnahmen als ältere, fest angestellte Arbeitnehmer“, erläutert Dr. Marco Bargel. „Zudem dürfte der Berufseinstieg in Zeiten der Corona-Pandemie für viele junge Bewerber schwieriger geworden sein.“ Während 2019 noch 87 Prozent der unter 30-Jährigen die Entwicklung ihrer Finanzen im kommenden Jahr positiv bewerteten, sind heute nur 69 Prozent dieser Meinung. Jeder Siebte dieser Altersgruppe (14 Prozent) zweifelt an seinem wirtschaftlichen Erfolg, im Vorjahr sagte dies nur jeder Zehnte (zehn Prozent). 16 Prozent erwarten weder eine positive noch eine negative Entwicklung, ein Plus von 13 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr (drei Prozent).

Informationen zur Umfrage

In einer repräsentativen, telefonischen Mehrthemenbefragung interviewte Kantar im Auftrag der Postbank zwischen dem 4. und 6. November 2020 insgesamt 1.001 Befragte ab 16 Jahren.