Skurrile Geldanlagen – in Whisky investieren?

Sel­te­ne Whis­kys kamen auf durch­schnitt­lich 564 Pro­zent Wert­stei­ge­rung in­ner­halb der letz­ten zehn Jahre – diese Zahl er­mit­tel­te das bri­ti­sche Mak­ler­un­ter­neh­men Knight Frank für sei­nen „Lu­xu­ry In­vest­ment Index 2020“. Damit lagen die Spi­ri­tu­o­sen weit vor an­de­ren An­la­ge­gü­tern, wie be­gehr­ten Autos (+194%), Mün­zen (+175%) und Kunst (+141%). Eine Out-​of-​the-​Box-​Strategie kann sich beim Geld­an­le­gen loh­nen, so­fern Sie ei­ni­ge Punk­te be­ach­ten – denn nicht jeder Whis­ky wird zum teu­ren Samm­ler­stück.

Unser Tipp

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Whisky – eine Geldanlage mit 40 Volumen­prozent und mehr

Vo­lu­men­pro­zent be­zieht sich hier selbst­re­dend auf den Al­ko­hol­ge­halt und nicht auf die Ren­di­te: Ein ech­ter Whis­ky darf nicht we­ni­ger als 40 Vo­lu­men­pro­zent (Vol.-%) be­sit­zen, bei Malt Whis­ky liegt der Al­ko­hol­ge­halt um die 63 Pro­zent und beim schot­ti­schen Bruich­lad­dich X4 Qua­dru­pled Di­stil­led sogar bei über 90 Pro­zent.

Die mög­li­che Ren­di­te von Whis­ky als Geld­an­la­ge fällt wie­der­um deut­lich höher aus: Als ein an­schau­li­ches Bei­spiel für die Ge­winn­span­nen von Whis­ky dient eine Fla­sche, die der Brite Mi­cha­el Am­phlett in den 1970er-​Jahren für sei­nen Vater als Ge­schenk kauf­te: Einen 1937 Ma­cal­lan Sin­gle Malt Scotch Whis­ky, der da­mals noch 11 bri­ti­sche Pfund kos­te­te. An­fang 2020 er­warb ein Bie­ter die Spi­ri­tu­o­se auf Whis­ky.Auc­tion für be­ein­dru­cken­de 2.700 Pfund (um­ge­rech­net ca. 3.200 Euro). Mit die­sem Preis lag der Ma­cal­lan Sin­gle Malt Scotch al­ler­dings eher im un­te­ren Mit­tel­feld.

Top 5 – Ranking der teuersten Whiskys

Die fünf teuersten Whiskys stammen aus der Brennerei Macallan. Insbesondere in den letzten drei Jahren erzielten seltene Spirituosen neue Rekordpreise:

  1. Eine Flasche The Macallan Fine and Rare 1926 60 Year Old, die im Oktober 2019 versteigert wurde, liegt mit einem Preis von rund 1,68 Millionen Euro auf dem Spitzenplatz.
  2. Die vom Künstler Michael Dillon handbemalte Flasche des The Macallan 1926 60 Year Old erzielte im November 2018 bei Christie’s einen Preis von rund 1,35 Millionen Euro.
  3. The Macallan Fine and Rare 1926 60 Year Old gehörte bei einer Auktion im Februar 2021 erneut zu den Gewinnern, erreichte diesmal jedoch „nur“ rund 1,16 Millionen Euro.
  4. The Macallan 1926 60 Year Old in den Editionen von Sir Peter Blake und Valerio Adami stellten bei einer Auktion im Oktober 2018 mit jeweils rund 1 Million Euro einen damals neuen Rekord auf.
  5. Eine 6-Liter-Flasche des Macallan M schaffte es 2014 mit einem Auktionspreis von 467.000 Euro in das Guinness-World-Records-Buch.

Tipp

Als einer der teuersten käuflichen Whiskys gilt Isabella’s Islay. Die britische Spirituose ist in einer Flasche abgefüllt, die mit mehr als 8.500 Diamanten sowie zahlreichen Rubinen und Weißgold verziert ist – der originale Listenpreis im Handel: 3,8 Millionen Pfund (umgerechnet rund 4,4 Millionen Euro).

Whisky ist nicht gleich Whisky – Qualität und Selten­heit bestimmen Preis

Viele der teuersten Whiskys tragen den berühmten Namen The Macallan – eine im Jahr 1824 gegründete Destillerie in den schottischen Highlands. The Macallan genießt den Ruf, die weltweit besten Single Malts herzustellen. Das Erfolgsgeheimnis besteht in hochwertigen Eichenfässern, besonders kleinen Brennblasen und dem „Finest Cut“ – nur aus dem erlesensten Destillat wird der Feinbrand mit einem Alkoholgehalt von knapp 70 Volumenprozent gewonnen, der dem The Macallan Single Malt seinen exquisiten Geschmack verleiht.

Hochwertigkeit zahlt sich bei Whiskykennern aus und bestimmt damit auch den Wert der Geldanlage. Experten raten Anlegern dazu, auf zwei wichtige Faktoren zu achten:

  1. Welche Qualität weist der Whisky auf?
  2. Wie selten ist die Sorte?

Diese gewinnbringende Kombination aus zwei wesentlichen Eigenschaften von Spirituosen entscheidet über potenzielle Preissteigerungen. Es ist daher eher unwahrscheinlich, dass Sie ein künftiges Sammlerstück im Supermarktregal entdecken. Wertvolle Whiskys sind bei erfahrenen Händlern erhältlich; die seltensten Flaschen werden meist immer bei den großen Auktionshäusern versteigert.

Wer dem Genuss des feinen Tropfens widerstehen kann, profitiert später möglicherweise von Wertsteigerungen – wenn auch nicht sofort, denn auf ein Whisky-Investment trifft das alte Sprichwort zu: Gut Ding will Weile haben. Die Spirituose steigt mit dem Alter im Preis. Flaschen aus alten Beständen werden mit der Zeit immer seltener, was den Wert nach oben treiben kann.

Was macht einen Whisky selten?

Der Sel­ten­heits­fak­tor von Whis­kys be­ruht auf ver­schie­de­nen Fak­to­ren: Ge­ra­de die gro­ßen Her­stel­ler geben ihre bes­ten Whis­kys häu­fig nur in stark li­mi­tier­ten Auf­la­gen her­aus, die zudem teil­wei­se aus­schließ­lich in aus­ge­wähl­ten Län­dern er­hält­lich sind.

Auch Sor­ten aus „lost di­stil­le­ries“ er­zie­len mit­un­ter hohe Prei­se – dabei han­delt es sich um Bren­ne­rei­en, die mitt­ler­wei­le nicht mehr exis­tie­ren. Unter Whis­ky­samm­lern zäh­len sol­che Mar­ken zu den be­gehr­tes­ten Spi­ri­tu­o­sen – nicht al­lein wegen ihres Ge­schmacks, son­dern weil der Vor­rat die­ser Fla­schen un­wi­der­ruf­lich zur Neige geht. Heute nicht mehr nach­pro­du­zier­te und daher teure Pro­duk­te sind die von De­stil­le­rien wie Glen Mhor, Dal­las Dhu, Port Ellen und Kin­claith.

Anlagetipps – 5 Punkte, die Sie berücksichtigen sollten

Be­her­zi­gen Sie beim In­ves­tie­ren stets die gol­de­ne Regel: Legen Sie bei spe­ku­la­ti­ven Geld­an­la­gen nur Be­trä­ge an, die Sie ent­beh­ren kön­nen. Ach­ten Sie au­ßer­dem auf Fol­gen­des:

1. Beobachten Sie die Märkte und informieren Sie sich zur Nachfrage

Ganz gleich, ob Sie in Ak­ti­en oder in Whis­ky in­ves­tie­ren: Stel­len Sie eine gründ­li­che Re­cher­che an und in­for­mie­ren Sie sich über Fak­to­ren, die Ein­fluss auf den Wert haben könn­ten. Je mehr Sie sich mit der Ma­te­rie be­schäf­ti­gen, desto in­for­mier­ter kön­nen Sie Ent­schei­dun­gen tref­fen.

2. Entwickeln Sie eine Anlagestrategie

Es bestehen unterschiedliche Möglichkeiten, in Whisky zu investieren: Neben Flaschen verkaufen Brennereien auch ganze Fässer. Jedes Produkt hat seine jeweiligen Vor- und Nachteile.

3. Investieren Sie in seltene Spirituosen und begehrte Marken

Fla­schen aus li­mi­tier­ten Se­ri­en sind meist schnell aus­ver­kauft – die Po­pu­la­ri­tät be­stimm­ter Sor­ten macht sich in vie­len Fäl­len be­reits bei der An­schaf­fung be­merk­bar. Für den Ein­stieg in die Whis­ky­samm­lung braucht es neben einem rich­ti­gen Ge­spür für ge­winn­ver­spre­chen­de Fla­schen au­ßer­dem Ka­pi­tal. Be­gehr­te Whis­kys von Bren­ne­rei­en im Lu­xus­seg­ment kos­ten häu­fig meh­re­re Tau­send Euro. Als ge­fragt gel­ten vor allem die Pro­duk­te von Ma­cal­lan, Spring­bank, Bow­mo­re, Dal­mo­re, Gle­nu­gie und Ben Wyvis.

4. Machen Sie sich mit dem Auktions­handel vertraut

Auktionen geben Rückschlüsse darauf, welche Sorten bei Sammlern gefragt sind. Die meisten Zuschläge gehen an Bieter aus asiatischen Ländern. Käufer aus Ländern wie China sind bereit, hohe Summe für seltene Whiskys auszugeben.

5. Seien Sie geduldig und passen Sie den „richtigen“ Moment ab

Wie bei vie­len an­de­ren An­la­ge­pro­duk­ten kommt es auf das op­ti­ma­le Ti­ming an. Üben Sie sich in Ge­duld und ver­fol­gen Sie die Per­for­mance aus­ge­wähl­ter Bren­ne­rei­en (z. B. an­hand von In­di­zes), um Wert­ent­wick­lun­gen zu ver­ste­hen und Ihre Samm­ler­stü­cke auch zum rich­ti­gen Zeit­punkt wie­der zu ver­kau­fen.

Es kann sich unter Um­stän­den also aus­zah­len, eine gute Fla­sche Whis­ky auf­zu­be­wah­ren, statt den wert­vol­len In­halt zu ge­nie­ßen. Und wenn sich lang­fris­tig eine Wert­stei­ge­rung ein­stellt und Sie im pas­sen­den Mo­ment ver­kau­fen, ist die Ren­di­te im­mer­hin auch ein purer Ge­nuss – in Zah­len auf Ihrem Bank­kon­to. Cheers.

Risikohinweis

Jede Geld­an­la­ge in Wert­pa­pie­re ist mit Ri­si­ken ver­bun­den. Die An­la­ge ist nicht ga­ran­tiert, Schwan­kun­gen des Markts kön­nen zu Kurs­ver­lus­ten bis hin zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren. Über die spe­zi­el­len Ri­si­ken des je­wei­li­gen Wert­pa­pier­pro­dukts in­for­mie­ren Sie die je­wei­li­gen ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­nen Ver­kaufs­un­ter­la­gen. Diese sind auf www.post­bank.de ab­ruf­bar, wenn Sie dort in der Suche die ISIN/WKN des Pro­dukts ein­ge­ben, au­ßer­dem er­hält­lich in der Postbank Fi­li­a­le bei Ihrem Wert­pa­pier­be­ra­ter. Wei­te­re In­for­ma­ti­o­nen ent­hal­ten zudem die „Ba­sis­in­for­ma­ti­o­nen für Wert­pa­pie­re und wei­te­re Ka­pi­tal­an­la­gen“.