Nicht ohne mein Smartphone: Jugendliche und ihr Digitalverhalten

Die Online-Aktivität von Jugendlichen und jungen Erwachsenen nimmt immerweiter zu. Jeden Tag sind diese Personengruppen durchschnittlich 9,7 Stunden im Internet unterwegs, davon entfallen 5,2 Stunden auf das Smartphone. Das sind die Kernergebnisse der Postbank Jugend-Digitalstudie 2019. Die repräsentativeBefragung von insgesamt 1.004 Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren fördert aber noch andere erstaunliche Ergebnisse zutage. 

Zocken, lernen, surfen: Deutsche Jugendliche fast durchgehend online

YouTube, Fortnite, Brawl Stars, Instagram & Co.: Das Internet hat für Jugendliche im 21. Jahrhundert fast schon eine magische Anziehungskraft. Ohne Zugang zumNetz geht es kaum noch. Dank neuer Technologien wie 5G und Gigabit-Internet sind Online-Zugänge ortsunabhängig erreichbar, der Datendurchsatz immerrasanter. Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren nehmen diese Entwicklung gerne an und verbringen quasi ihre gesamte Freizeit im World Wide Web. Die durchschnittliche Online-Zeit dieser Personengruppe ist deutlich höher, als es bei älteren Menschen der Fall wäre. Insgesamt nutzen Heranwachsende die digitalenKanäle 58 Stunden pro Woche.

Ein Hauptbegleiter unserer Kinder ist und bleibt das geliebte Smartphone: 95 Prozent der Jugendlichen nutzen es für WhatsApp, Instagram, TikTok und Co. Die Handyzeit nimmt dabei 35,8 Stunden pro Woche in Anspruch. Das digitale Leben ist für Kids somit fast zum „Vollzeit-Job“ geworden. 

Erfreulicherweise werden die Online-Kanäle aber nicht ausschließlich als Unterhaltungsangebot genutzt. Da viele Schulen, Hochschulen und Berufsschulenmittlerweile Plattformen für das virtuelle Studium eingerichtet haben, verbringen ältere Jugendliche pro Tag immerhin 2,5 Stunden mit digitaler Lernzeit. Passende Endgeräte dafür sind in deutschen Haushalten zu Genüge vorhanden: 96 Prozent der 16- bis 18-Jährigen haben Zugriff auf ein Notebook, ein Tablet oder einen Desktop-Rechner. Auch Smart-TV-Geräte sind mit 60 Prozent sehr weit verbreitet. In 21 Prozent aller Haushalte steht zudem ein digitaler Sprachassistent – wiebeispielsweise Amazons Echo – bereit. 

Tipp

Der Zugang zu modernen Online-Medien birgt viele Chancen, aber auch Gefahren. In den Postbank themenwelten erhalten Sie wertvolle Tipps dazu, wie Sie Ihr Kind durch den Digital-Dschungel lotsen.

Die Macht der Influencer – jeder zweite Jugendliche lässt sich beeinflussen

YouTube und Instagram sind ohne Influencer kaum noch denkbar. Allein in Deutschland buhlen Tausende Lifestyle-Blogger um die Gunst junger Zuschauer. Mit Erfolg – wie die Postbank Jugend-Digitalstudie zeigt. So gaben 53 Prozent der befragten Jugendlichen an, dass sie von Influencern in ihrem Kaufverhaltenbeeinflusst werden. Das Online-Marketing von Gamern, Bloggern und anderen werblichen Kanälen hat 43 Prozent aller 16- bis 18-Jährigen in einem Halbjahrdazu verleitet, ein angepriesenes Produkt zu erwerben. 13 Prozent aller Befragten gaben sogar an, gleich mehrmals den Empfehlungen der Influencer gefolgt zu sein.Der Einfluss auf unsere Jugend streut sich dabei über alle Kanäle: 31 von 100 Teilnehmer der Studie hat ein Instagram-Bild zum Kauf inspiriert, beim Live-Streaming-Portal Twitch und beim Messaging-Dienst Snapchat folgten immerhin noch 22 Prozent der Jugendlichen den Kaufempfehlungen der Influencer.

„Der Bummel durch Ladengeschäfte ist weniger relevant. Die Jugendlichen in Deutschland lassen sich bei YouTube, Instagram und Co. inspirieren und kaufen dann auch gleich online“, erklärt Thomas Brosch, Chief Digital Officer der Postbank, das Kaufverhalten unserer Jugend. Aktuelle Zahlen untermauern diese Aussage deutlich: 9 von 10 Jugendlichen shoppen fast ausschließlich online und bestellen dabei am häufigsten Schuhe und Kleidungsstücke. Doch auchUnterhaltungselektronik beziehen junge Erwachsene in erster Linie über das Internet. Jungs sorgen hier verstärkt durch den Kauf von PC- und Konsolenspielenfür Umsätze. Geschlechtsunabhängig beliebt sind außerdem Angebote zum Musik- und Filmstreaming (Spotify, Amazon Prime, Netflix, Apple Music etc.). 

Jugend und Geld: Deutsche Teens haben im Monat 195 Euro zur Verfügung

Jugendliche Menschen in der Bundesrepublik verfügen in der Regel über genügend Geldmittel, um sich viele Online- und Offline-Wünsche zu erfüllen. Im Durchschnitt stehen jedem 16- bis 18-jährigen Deutschen 195 Euro für freie Ausgaben zur Verfügung. Das Vermögen basiert überwiegend auf Taschengeldzahlungen, die je nach Alter des Kindes unterschiedlich hoch ausfallen. 86 Prozent aller Teens gaben an, Taschengeld von ihren Eltern zu bekommen. Zu den weiteren Einnahmequellen zählen Geldgeschenke (60 Prozent), Schüler- und Nebenjobs (37 Prozent) und Ausbildungsvergütungen (8 Prozent). 

Weil ältere Jugendliche auch öfter in Lohn- und Brot stehen, unterscheidet sich dieHöhe der verfügbaren Geldmittel je nach Alter: Während 16-Jährige im Schnitt mit 105 Euro im Monat auskommen müssen, generieren 17-Jährige bereits Einnahmenin Höhe von 178 Euro. Volljährige Jugendliche verfügen derweil über einDurchschnittsbudget von 297 Euro. 

Wie die Postbank Jugend-Digitalstudie 2019 aufzeigt, setzen Schüler und Azubis vermehrt auf das Thema Online-Banking. Jeder Zweite 16- bis 18-Jährige, der überein eigenes Konto verfügt, erledigt seine Bankgeschäfte im Netz. Das ist einweiterer guter Grund, warum junge Erwachsene ihr Leben kaum noch ohne Mobiltelefon gestalten können. Als Eltern sollten wir nur darauf achten, dass für die sinnvolle Nutzung ein hohes Maß an Digitalkompetenz vonnöten ist. Diese gilt es, den Heranwachsenden zu vermitteln! 

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Postbank YOUNG MONEY

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