Tages- und Fest­geld: Rendite­chancen nutzen

  • Auf Tages- und Festgeld gibt es wieder Zinsen, somit könnten diese Anlage­möglichkeiten wieder interessanter sein.
  • Auch bei niedrigeren Zinsen kann das kurz- bis mittel­fristige Parken von über­schüssiger Liquidität auf einem Tages- oder Fest­geld­konto eine sinnvolle Alter­native zum oftmals unverzinsten Girokonto sein.
  • In unseren Fragen und Antworten erfahren Sie, was diese klassischen Anlage­formen so attraktiv macht, worauf Sie achten müssen und warum Sie trotzdem Anlage­alternativen nicht aus dem Blick verlieren sollten.

Unser Tipp

Postbank Tagesgeldkonto

Was unter­scheidet Tages- und Fest­geld­konten vom Giro­konto?

Auf einem Gi­ro­kon­to gehen bar­geld­lo­se Zah­lun­gen ein, etwa das Ge­halt oder die Rente, und die Kon­to­in­ha­be­rin oder der Kon­to­in­ha­ber kann dar­über Zah­lun­gen tä­ti­gen oder sich Bar­geld aus­zah­len las­sen. In Deutsch­land gibt es laut dem Ban­ken­ver­band 111 Mil­li­o­nen Gi­ro­kon­ten (Stand: Juli 2025), also mehr als Bun­des­bür­ger. Ein Nach­teil des Gi­ro­kon­tos: Dar­auf be­find­li­che Gut­ha­ben wer­den zu­meist gar nicht oder nur sehr ge­ring ver­zinst.

Genau hier kom­men Tages-​ und Fest­geld­kon­ten ins Spiel. Denn für die dar­auf ein­ge­zahl­ten Gut­ha­ben er­hal­ten Sie Zin­sen. Wie hoch diese aus­fal­len, hängt – bei Kon­ten in der Eu­ro­zo­ne – unter an­de­rem von der Höhe der Leit­zin­sen ab, die durch die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank fest­ge­legt wird. Für Tages-​ und Fest­geld­kon­ten zah­len Sie in der Regel keine Ge­büh­ren und diese wer­den meist un­ab­hän­gig zum Gi­ro­kon­to er­öff­net. Mit die­sen Kon­ten kön­nen Sie nicht am all­täg­li­chen Zah­lungs­ver­kehr teil­neh­men.

Was ist Tages­geld?

Wie es der Name schon sagt, ist Ta­ges­geld ta­ges­ak­tu­ell ver­füg­bar. Das heißt, Sie kön­nen Ihr Gut­ha­ben in der Regel auf­sto­cken oder dar­auf ge­park­tes Gut­ha­ben auf Ihr Re­fe­renz­kon­to über­wei­sen. Wenn Sie das Ta­ges­geld­kon­to bei der Bank füh­ren, bei der Sie auch Ihr Gi­ro­kon­to als Re­fe­renz­kon­to haben, er­folgt der Über­trag oft noch am sel­ben Bank­ar­beits­tag, an­sons­ten gel­ten die üb­li­chen Aus­füh­rungs­fris­ten für Über­wei­sun­gen.

Die Ver­zin­sung beim Ta­ges­geld ist im Nor­mal­fall va­ri­a­bel. Das heißt, der An­bie­ter kann den Zins­satz je­der­zeit än­dern, also herauf-​ oder her­ab­set­zen. Ei­ni­ge An­bie­ter bie­ten Neu­kun­den, die üb­li­cher­wei­se min­des­tens zwölf Mo­na­te vor der Er­öff­nung des Ta­ges­geld­kon­tos noch keine Spa­rer bei ihnen waren, einen „Ak­ti­ons­zins“. Die­ser wird für einen be­stimm­ten Zeit­raum fest zu­ge­sagt, etwa sechs Mo­na­te. Oder Ak­ti­ons­zin­sen gel­ten nur für „Neu­geld“, also Ka­pi­tal, das Be­stands­kun­den von Kon­ten bei an­de­ren An­bie­tern auf ihr be­reits be­stehen­des oder neu er­öff­ne­tes Ta­ges­geld­kon­to über­wei­sen. Die­ses wird dann nur für den Zeit­raum ver­zinst, den es auf dem Ta­ges­geld­kon­to lag. Die ge­nau­en Be­din­gun­gen für Neu­geld fin­den Sie üb­li­cher­wei­se auf der Web­site des je­wei­li­gen Ta­ges­geld­an­bie­ters.

Gut zu wissen

Werden die Zinsen auf Ihrem Tagesgeldkonto beispielsweise vierteljährlich statt jährlich gutgeschrieben, so werden sie nach jeweils weiteren drei Monaten als Teil der gesamten Anlagesumme mitverzinst (Zinseszinseffekt). Ihr Kapital wächst also schneller als bei einer halbjährlichen oder jährlichen Zinsgutschrift.

Was ist Fest­geld?

Ent­spre­chend sei­ner Be­zeich­nung er­folgt die Ein­mal­an­la­ge in Fest­geld zu fest ver­ein­bar­ten Kon­di­ti­o­nen. Das be­trifft in der Regel die Lauf­zeit – wes­halb Fest­geld auch Ter­min­geld ge­nannt wird – und den Zins­satz. Im Ge­gen­satz zu Ta­ges­geld müs­sen Sie Fest­geld für die je­weils ver­ein­bar­te Lauf­zeit ent­beh­ren kön­nen, denn über Fest­gel­der kann in der Regel nicht vor Ab­lauf der Lauf­zeit ver­fügt wer­den. Die Lauf­zei­ten von Fest­geld­an­ge­bo­ten lie­gen klas­si­scher­wei­se zwi­schen einem Monat und zehn Jah­ren. Die Zins­zah­lun­gen er­fol­gen ent­we­der jähr­lich oder sel­te­ner am Ende der Lauf­zeit, vor allem bei kür­ze­ren Lauf­zei­ten auch nach drei oder sechs Mo­na­ten (siehe auch den Tipp oben).

Tages­geld oder Fest­geld – was ist besser?

Ob Sie sich für Tages- oder Festgeld entscheiden sollten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es kann durchaus sinnvoll sein, sowohl ein Tagesgeld- als auch ein oder mehrere Festgeldkonten zu eröffnen.

Tagesgeld

Ta­ges­geld emp­fiehlt sich zum Bei­spiel dann, wenn Sie am Mo­nats­en­de re­gel­mä­ßig etwas Geld auf Ihrem Gi­ro­kon­to übrig be­hal­ten. Indem Sie die­ses auf ein Ta­ges­geld­kon­to über­wei­sen, er­hal­ten Sie nicht nur Zin­sen für die über­schüs­si­ge Li­qui­di­tät, Sie legen auch re­gel­mä­ßig etwas Ka­pi­tal zu­rück, auf das Sie bei un­er­war­te­ten Aus­ga­ben kurz­fris­tig zu­rück­grei­fen kön­nen, etwa bei einer plötz­lich not­wen­di­gen Au­to­re­pa­ra­tur oder wenn ein grö­ße­res Haus­halts­ge­rät den Geist auf­gibt. Na­tür­lich kön­nen Sie auch einen Dau­er­auf­trag für re­gel­mä­ßi­ge Über­wei­sun­gen von Ihrem Gi­ro­kon­to auf Ihr Ta­ges­geld­kon­to ein­rich­ten. Zudem kann es aus den glei­chen Grün­den sinn­voll sein, eine grö­ße­re Ein­mal­zah­lung, etwa das Weih­nachts­geld oder ein Geld­ge­schenk, auf dem Ta­ges­geld­kon­to zu par­ken, bis das Geld be­nö­tigt wird.

Die Vor­teile von Tages­geld in Kürze

  • Einfache Einrichtung: Ein Tagesgeldkonto lässt sich in wenigen Schritten eröffnen – auch online.
  • Hohe Flexibilität: Das Anlagekapital auf Tagesgeldkonten ist täglich verfügbar und kann jederzeit aufgestockt werden.
  • Einlagenschutz: Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Ihr Anlagekapital bis zur festgelegten Sicherungsgrenze.
  • Niedrige Kosten: Die Einrichtung eines Tagesgeldkontos ist meist kostenlos und für die Kontoführung fallen in der Regel keine Gebühren an.

Die Nach­teile von Tages­geld in Kürze

  • Wenig Planungssicherheit: Der Zinsertrag für Tagesgeldkonten lässt sich nur kurzfristig planen, da sich die Zinsen jederzeit verändern können.

Festgeld

Fest­geld eig­net sich für Spa­ren­de, die eine im Rah­men der Ein­la­gen­si­che­rungs­sys­te­me si­che­re An­la­ge­mög­lich­keit mit ver­bind­li­chen Kon­di­ti­o­nen su­chen und das an­ge­leg­te Ka­pi­tal über die ge­sam­te Lauf­zeit hin­weg ent­beh­ren kön­nen. Ein we­sent­li­cher Vor­teil von Fest­geld ge­gen­über Ta­ges­geld ist eine in der Regel hö­he­re Ver­zin­sung. Ein wei­te­rer Vor­teil: Sie ken­nen auf­grund der fes­ten Ver­zin­sung schon beim Ab­schluss einer Fest­geld­an­la­ge den Be­trag, den Sie zum Ende der Lauf­zeit er­hal­ten (An­la­ge­ka­pi­tal plus Zin­sen). Ein Nach­teil: Das An­la­ge­ka­pi­tal ist wäh­rend der ge­sam­ten Lauf­zeit nicht ver­füg­bar.

Die Vor­teile von Festgeld in Kürze

  • Einfache Einrichtung: Ein Festgeldkonto lässt sich in wenigen Schritten eröffnen – auch online.
  • Hohe Planungssicherheit: Die Kombination aus fester Laufzeit und festem Zins sorgt für stabile, berechenbare Erträge.
  • Einlagenschutz: Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Ihr Anlagekapital bis zur festgelegten Sicherungsgrenze.
  • Niedrige Kosten: Die Einrichtung eines Festgeldkontos ist meist kostenlos und für die Kontoführung fallen in der Regel keine Gebühren an.

Die Nach­teile von Fest­geld in Kürze

  • Geringe Flexibilität: Wird das angelegte Geld während der Laufzeit benötigt, besteht kaum eine Möglichkeit, an das Kapital zu kommen – das gilt auch für Teile des Guthabens.
  • Fester Zinssatz: Was auf der einen Seite ein Vorteil ist, kann auch ein Nachteil sein: Denn steigt der Marktzins während der Laufzeit, profitieren Sparerinnen und Sparer davon nicht, da der Zinssatz über die gesamte Vertragsdauer festgeschrieben ist.

Tipp

Manche Festgeldanlagen verlängern sich nach dem Ende der Laufzeit automatisch zu der dann geltenden und möglicherweise deutlich niedrigeren Verzinsung. Denken Sie deshalb gegebenenfalls daran, Ihre Festgeldanlage rechtzeitig fristgerecht zu kündigen (eventuell schon kurz nach dem Abschluss).

Wie viel Geld sollte ich in Tages- und/oder Fest­geld an­legen?

In der Regel soll­ten Sie min­des­tens drei Netto-​Monatsgehälter frei ver­füg­bar haben, bevor man Ka­pi­tal in eine fest ge­bun­de­ne Geld­an­la­ge flie­ßen lässt. Zum Par­ken die­ser „Not­re­ser­ve“ könn­te sich ein Ta­ges­geld­kon­to an­bie­ten. Dar­über hin­aus be­stim­men vor allem Ihre in­di­vi­du­el­len Spar­zie­le und Ihre fi­nan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten die An­la­ge­form und die darin in­ves­tier­te Summe.

Gut zu wis­sen: In der Regel gibt es bei Ta­ges­geld meist kei­nen bzw. nur einen sehr ge­rin­gen Min­dest­an­la­ge­be­trag. Bei Fest­geld­an­ge­bo­ten kann die­ser etwas höher aus­fal­len. Beide An­la­ge­va­ri­an­ten haben oft­mals eine Ober­gren­ze.

Welche Lauf­zeit sollte ich für eine Fest­geld­an­lage wählen?

Auch das ist grund­sätz­lich von Ihren in­di­vi­du­el­len An­la­ge­zie­len ab­hän­gig und davon, wie lange Sie das An­la­ge­ka­pi­tal ent­beh­ren kön­nen. Zudem könn­ten Sie die Ten­den­zen bei der (Leit-)Zins­ent­wick­lung be­rück­sich­ti­gen. In der Ten­denz stei­gen­de Zin­sen spre­chen eher für eine kür­ze­re Lauf­zeit bis zu einem Jahr, damit Sie das Ka­pi­tal da­nach zu einem mög­li­cher­wei­se hö­he­ren Zins neu an­le­gen kön­nen. Sin­ken die Zin­sen in der Ten­denz, könn­te sich eine etwas län­ger­fris­ti­ge An­la­ge an­bie­ten. Ist aus­rei­chend Ka­pi­tal vor­han­den, kön­nen Sie die­ses auch auf meh­re­re Fest­geld­an­la­gen mit un­ter­schied­li­chen Lauf­zei­ten ver­tei­len, so­dass re­gel­mä­ßig Ka­pi­tal für eine Neu­an­la­ge frei wird.

Bei sehr lan­gen Lauf­zei­ten ab etwa vier Jah­ren soll­ten Sie be­ach­ten, dass die an­ge­bo­te­nen Zin­sen üb­li­cher­wei­se kaum mehr mit der Lauf­zeit stei­gen. Hier könn­te es sich loh­nen, eine Auf­tei­lung der Geld­an­la­ge in Fest­geld und Wert­pa­pie­re, etwa Aktien-​ oder An­lei­he­fonds, in Be­tracht zu zie­hen.

Langfristig anlegen

Wenn Sie Ihr Geld über einen längeren Zeitraum trotzdem flexibel anlegen wollen, kann das vorhandene Sparkapital auf Tagesgeld sowie Festgeld mit zum Beispiel dreijähriger Laufzeit aufgeteilt werden. Das Kapital auf dem Tagesgeldkonto bleibt flexibel nutzbar, während das Festgeld in der Regel für eine attraktivere Rendite sorgt.

Wie sicher sind Tages- und Fest­geld?

An­bie­ter von Fest­geld­kon­ten kön­nen, wie alle an­de­ren Un­ter­neh­men auch, zah­lungs­un­fä­hig wer­den. Um Bank­kun­din­nen und -​kunden in die­sem Fall vor einem mög­li­chen Ka­pi­tal­ver­lust zu schüt­zen, gibt es die ge­setz­li­che Ein­la­gen­si­che­rung. Da­durch sind Ein­la­gen – dazu ge­hö­ren unter an­de­rem Gut­ha­ben auf Gi­ro­kon­ten und Spar­kon­ten eben­so wie Tages-​ und Fest­geld – in Höhe von bis zu 100.000 Euro pro Kunde und In­sti­tut zu 100 Pro­zent ab­ge­si­chert. Das gilt für Ban­ken mit Sitz in der Eu­ro­päi­schen Union (EU) sowie in Nor­we­gen. Bei einer Ban­ken­plei­te in Deutsch­land wer­den Spa­ren­de in der Regel bis zu einer Höhe von 100.000 Euro von der ge­setz­li­chen Ent­schä­di­gungs­ein­rich­tung deut­scher Ban­ken (EdB) ent­schä­digt. Viele deut­sche Pri­vat­ban­ken, wie die Deutsche Bank mit der Postbank, sind nicht nur Pflicht­mit­glied der EdB, sie ge­hö­ren dar­über hin­aus auch dem frei­wil­li­gen Ein­la­gen­si­che­rungs­fonds des Bun­des­ver­bands deut­scher Ban­ken an. Bei die­sen Ban­ken galt bis zum 31. De­zem­ber 2024 ein Schutz­um­fang von ma­xi­mal fünf Mil­li­o­nen Euro für pri­va­te Spa­ren­de. Seit dem 1. Ja­nu­ar 2025 re­du­zier­te sich der Schutz­um­fang auf drei Mil­li­o­nen Euro und ab 2030 auf eine Mil­li­on Euro.

Welche Anlage­alter­nativen gibt es zu Tages- und Fest­geld?

Je nach Ihren Spar- bzw. Anlagezielen und Ihrer individuellen Risikobereitschaft könnten neben Tages- und Festgeld weitere interessante Anlagemöglichkeiten für Sie in Betracht kommen:

  • Wertpapiere: Festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen oder eine Aktienanlage sind grundsätzlich mit höheren Risiken verbunden, können jedoch auch höhere Renditen erzielen. Mit einer langfristigen Investition in einen breit aufgestellten Fonds, beispielsweise einen günstigen Indexfonds (ETF), können die Anlagerisiken gemindert werden – sowohl im Rahmen einer Einmalanlage als auch eines monatlichen Sparplans.
  • Immobilien: Durch den Kauf einer Immobilie als Kapitalanlage lassen sich Mieteinnahmen erzielen und Sie partizipieren an einer potenziellen Wertsteigerung des Objektes. Bereits mit einem deutlich geringeren Kapitaleinsatz ließe sich zum Beispiel die Beteiligung an einem Immobilienfonds realisieren.