So verändert die Digitalisierung das Leben

Die Digitalisierung ist in immer mehr Lebensbereichen auf dem Vormarsch und betrifft hierzulande fast jeden. So surfen die Deutschen mittlerweile mehr im Internet, als sie arbeiten. Aber es gibt eine Gegenbewegung. Denn die Digitalisierung betrachten die Deutschen auch skeptisch. In einigen Bereichen ist ein Trend zum analogen Leben erkennbar. Diese und weitere Ergebnisse liefert die Postbank Digitalstudie 2019. Lesen Sie, wie Deutsche in puncto Digitalisierung ticken.

Die Studie befasst sich nun schon zum vierten Mal mit dem Thema Digitalisierung und untersucht, wie sich das Verhalten und die Bedürfnisse der Deutschen dadurch verändern. Eine der Kernerkenntnisse der Digitalstudie lautet: Die Bundesbürger verbringen extrem viel Zeit im World Wide Web. Durchschnittlich surfen die Deutschen rund 49,9 Stunden pro Woche im Internet. Das ist rund vier Stunden länger als bei der letzten Untersuchung im Vorjahr. Damit sind sie also mehr online als auf der Arbeit, sofern man eine durchschnittliche Arbeitswoche von 40 Stunden zugrunde legt.

Digital Natives sind mehr als neun Stunden täglich im Internet

Auffällig dabei ist, dass es eine riesige Kluft zwischen den Generationen gibt: So bewegen sich die sogenannten Digital Natives, also Personen von 18 bis 40 Jahren, ganze 65 Stunden pro Woche im Netz. Das entspricht einer täglichen Internetnutzung von über neun Stunden. Personen ab 40 Jahren („Digital Immigrants“) kommen hingegen „nur“ auf eine Verweildauer von circa 43 Stunden. Damit hat die Internetnutzung im Vergleich zum Vorjahr in beiden Gruppen zugenommen: ein Plus von zehn Wochenstunden bei den Jüngeren und vier Stunden bei den Älteren.

Das Smartphone ist das beliebteste „Surfbrett“

Maßgeblichen Anteil an der wachsenden Internetnutzung hat der Siegeszug des Smartphones. In der Postbank Digitalstudie 2019 liegt das Smartphone bei der Internetnutzung zum ersten Mal ganz vorne. 76% der Bundesbürger verbringen mit dem smarten Mobiltelefon die meiste Zeit im Internet. Im Vorjahr lagen Handy und Laptop oder Notebook noch gleichauf. Das gilt nicht nur für Digital Natives: Bei den Deutschen ab 40 Jahren, die im Vorjahr noch bevorzugt Laptops und Notebooks zum Surfen genutzt haben, liegt es ebenfalls an der Spitze.
Ebenfalls beliebter bei den Deutschen ist das Tablet. 46% nutzen es, das sind 4% mehr als im Vorjahr. Eine Überraschung zeigt sich bei den Desktop-PCs. Während stationäre Computer mit großem Bildschirm, Maus und Tastatur bei den letzten Umfragen wenig beliebt waren und die Nutzung ständig weiter gesunken ist, entdecken immer mehr Verbraucher diese großen Geräte wieder. 58% der Deutschen surfen mit dem PC im Internet, das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 1,3%. Die Beliebtheit der stationären Rechner spiegelt sich nicht zuletzt in der Nutzungsdauer wider – 1,3 Stunden pro Woche mehr als im letzten Jahr, 13,8 Stunden insgesamt.

Berlin ist die Surfer-Hauptstadt

Die Bewohner der Hauptstadt surfen besonders lange im Internet. Nach den Ergebnissen der Postbank Digitalstudie 2019 verbringen sie ganze 62,9 Stunden pro Woche im Netz. In Niedersachsen surfen die Einwohner 55,2 Stunden pro Woche, und auf Platz 3 ordnet sich Mecklenburg-Vorpommern ein. Hier lockt das Online-Angebot die Menschen 53,4 Stunden in das World Wide Web. Mit nur 39,8 Stunden pro Woche verbringen die Menschen in Schleswig-Holstein die wenigste Zeit im Internet.

Digitale Sprachassistenten auf dem Vormarsch

Mittlerweile nutzen 32% der Bundesbürger digitale Sprachassistenten. Im Vergleich zum letzten Jahr sind das 12% mehr. Diese Dienste sind besonders beliebt:

  • Google Assistant (19%)
  • Siri von Apple (15%)
  • Amazon Alexa mit Echo-Endgerät (8%)
  • Amazon Alexa über das Fire-Tablet (4%)

Auch bei Siri, Alexa und Co. zeigen sich deutliche Nutzungsunterschiede nach Altersklassen. Bereits knapp jeder Zweite (48%) der Jüngeren spricht ganz selbstverständlich mit den digitalen Helfern und fragt den Wetterbericht ab oder lässt sich Musik vorspielen. In dieser Altersgruppe sind besonders die Assistenten Siri (27%) und Google Assistant (28%) beliebt. Die Haushaltsgröße hat ebenfalls einen deutlichen Einfluss. Familien greifen eher zum digitalen Assistenten als Singles. So sieht die Verteilung nach der Postbank Digitalstudie 2019 aus:

  • 52% aller Haushalte mit vier und mehr Personen nutzen einen digitalen Sprachassistenten.
  • Leben drei Personen in einem Haushalt, ist bei 38% ein entsprechendes Gerät vorhanden.
  • Von den alleinlebenden Deutschen nutzt dagegen nur jeder Fünfte einen digitalen Sprachassistenten.

50 ist das neue 30 – die Best Ager holen auf

Thomas Brosch, der Chief Digital Officer der Postbank, erwartet in der Zukunft einen großen Zuwachs an digitalen Sprachassistenten bei der Altersgruppe 50 und 60+. Denn die sogenannten Best Ager, die nicht mit Computer und Internet aufgewachsen sind, haben das Smartphone längst in ihren Alltag integriert. Gesprochene Befehle sind viel einfacher, als zu scrollen und zu tippen. Das entdecken auch die älteren Generationen vermehrt und genießen den Komfort.

Das zeigt sich bei der Postbank deutlich beim Online-Banking. In allen Altersgruppen steigt die Nachfrage nach sprachgesteuerten Banking-Anwendungen. Nach dem Einloggen über ein klassisches Log-in-Verfahren oder der bequemen und sicheren biometrischen Identifikation per Fingerabdrucksensor oder Gesichtserkennung möchten die Kunden Überweisungen und Ähnliches unkompliziert per Sprache in Auftrag geben.

Fazit – die Digitalisierung schreitet stetig voran

Die Digitalisierung gehört für die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger zum Alltag. Digitale Technologien haben großen Einfluss auf Lebensstil und Verhaltensweisen der Menschen. Die Nutzung des Internets – insbesondere durch die Verwendung des Smartphones – spielt dabei eine wachsende Rolle. Die Deutschen nutzen zunehmend Anwendungen, die ihren Alltag gezielt erleichtern, und bauen die digitalen Angebote immer stärker in ihren Alltag ein. Besonders im Bereich der digitalen Sprachassistenten ist in den nächsten Jahren mit einer steigenden Verbreitung und neuen, innovativen Nutzungsmöglichkeiten zu rechnen.

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