09.01.2020

So werden Ihre Vorsätze für das Jahr 2020 Realität

Neben Feuerwerk, Raclette und Bleigießen gehören die berühmten guten Vorsätze untrennbar zur Silvesternacht dazu. Same procedure as every year? Nicht unbedingt, denn eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt, dass sich die Pläne der Deutschen für das Jahr 2020 teils deutlich von früheren guten Vorsätzen unterscheiden. Zu den klassischen Wünschen wie mehr Sport, weniger Alkohol und dem Rauchentzug gesellen sich einige überraschende Absichten hinzu.

Gute Vorsätze für das Jahr 2020: Umweltschutz und Digital Detox weit vorne

Sport treiben, abnehmen, den Dachboden entrümpeln oder mehr Fachliteratur für den Job lesen – gute Vorsätze gibt es in Hülle und Fülle. Doch leider scheitern viele Menschen relativ schnell an der Umsetzung ihrer Ziele. Vor allem Pläne, die in der Silvesternacht geschmiedet werden, haben eine relativ kurze Halbwertszeit. Frei nach dem Motto: „Mein Ziel für 2020 ist es, die Ziele von 2019 zu erreichen, die ich mir 2018 gesetzt habe!“

Aber warum ist das so? Psychologen erklären unser Scheitern damit, dass wir beim Formulieren der Vorhaben zum Jahresstart zu optimistisch vorgehen und uns so zu stark unter Druck setzen. Wer in der Silvesternacht schwört, im Jahr 2020 mehr Sport zu machen, gesünder zu essen und das Rauchen aufzugeben, bringt sich damit selbst gleich dreifach in Bedrängnis. Besser wäre es, bei seinen Zielsetzungen mehr Realismus walten zu lassen. Denn Hand aufs Herz: Allein die Entscheidung, dem Glimmstängel endgültig abzuschwören, ist für einen langjährigen Raucher schon eine sehr fordernde und anspruchsvolle Aufgabe. Wenn Sie sich im Jahr 2020 Veränderungen in Ihrem Leben wünschen, dann lautet die Devise also eher: „Eile mit Weile“!

Vielleicht haben einige Menschen ja nun erkannt, dass die Klassiker der guten Vorsätze zumindest zu Silvester ausgedient haben. Denn neben mehr Sport, weniger ungesundem Essen und der Entwöhnung von Tabak und Alkohol stehen für das Jahr 2020 auch ganz andere gute Vorsätze auf der Agenda der Deutschen. In einer Statista-Umfrage gaben beispielsweise 47 Prozent aller Befragten an, dass sie künftig weniger Zeit in den sozialen Medien verbringen möchten. 37 Prozent erklärten, dass sie im Jahr 2020 Vegetarier oder Veganer werden möchten. Und immerhin 15 Prozent der teilnehmenden Personen planen eine sparsamere Lebensweise. Es scheint, dass die aktuelle Klimadebatte, der anhaltende Konsumzwang und die überbordende Medienflut das Verhalten der deutschen Verbraucher zusehends beeinflussen. Findet aktuell tatsächlich ein Umdenken statt?

Gut möglich, denn eine Forsa-Studie, die im Auftrag der DAK-Gesundheit angefertigt wurde, kommt zu ganz ähnlichen Ergebnissen: Hier gaben 64 Prozent der befragten Personen an, dass sie im Jahr 2020 mehr für die Umwelt und den Klimaschutz tun möchten. Damit belegt dieser Wunsch eine Spitzenposition im Ranking. Ganz ähnlichen Zuspruch erhält der gute Vorsatz, das laufende Jahr stressfreier zu gestalten und sich mehr Zeit für die Familie zu gönnen. Vor allem jüngere Menschen setzen bei ihren Jahreszielen auf Digital Detox – also längere Offlinezeiten – und aktiven Umweltschutz. Bei Frauen aller Altersgruppen steht der Wunsch nach mehr Zeit für sich selbst ganz oben auf der Liste.

 

So setzen Sie Ihre guten Vorsätze für 2020 in die Tat um 

„Gut ist der Vorsatz, aber die Erfüllung schwer“ erkannte der Dichter Johann Wolfgang von Goethe bereits im Jahr 1800. Falls Sie zu den Menschen gehören, bei denen als gute Vorsätze für das Jahr 2020 Umweltschutz, weniger Stress oder Social-Media-Pausen auf der Wunschliste stehen, dann können Sie diese Ziele mit ein paar einfachen Tipps erreichen.

Digital Detox

Mal eben bei Facebook reinschauen, die neuesten Tweeds durchscrollen oder auf Instagram die Fotos der Influencer checken? Social Media bringt tolle Möglichkeiten, ist aber leider auch ein echter Zeitfresser. Laut Berechnungen des GlobalWebIndex verbringen wir jeden Tag durchschnittlich 142 Minuten im Social Web. Damit Sie sich nicht im digitalen Dschungel verlaufen und zu viel Lebenszeit online verschwenden, hilft vor allem eines: Disziplin!

Entschlacken Sie Ihre Facebook-Timeline und lassen Sie sich nur Nachrichten von Freunden anzeigen, die Sie auch wirklich interessieren. Blockieren Sie zudem Anwendungen, die Sie zu stark ablenken könnten. Dazu gehören Statusmeldungen von Onlinespielen und Anwendungseinladungen. Zudem sollten Sie Gruppenbenachrichtigungen einschränken und Eventeinladungen von Freunden oder Bekannten weitestgehend ignorieren. Mit diesen Maßnahmen stellen Sie sicher, dass Sie auf Ihrem Bildschirm wirklich nur noch interessante und relevante Inhalte angezeigt bekommen. Das ziellose Surfen im Zuckerberg-Imperium wird so drastisch eingeschränkt.

Was für Facebook gilt, gilt natürlich auch für andere soziale Kanäle. Ein guter Tipp ist es zudem, die eigenen Onlinezeiten exakt zu dokumentieren. Wenn Sie schwarz auf weiß belegen, wie viel Zeit Sie Facebook, Insta & Co. widmen, dann kann das ein echter „Augenöffner“ sein. Für die Dokumentation gibt es im Internet diverse Anwendungen oder Apps, wie z. B.

Indem Sie Ihre Onlinezeiten aufzeichnen, wird Ihnen deutlich bewusster, wie viel Zeit Sie eigentlich im Internet verbringen und wie lange Sie auf welchen Webseiten surfen. Wer bei seinen Offline-Zielen für das Jahr 2020 ganz rigoros sein möchte, kann in den gängigen Browsern auch Webseiten komplett sperren und so den sozialen Medien eine Zeit lang „Adieu“ sagen.

Weniger Stress

Über das Thema Stressmanagement wurden schon zahlreiche Bücher geschrieben und die Liste der möglichen Tipps zur Stressreduktion ist schier endlos. Ein entscheidender Punkt ist aber, das Leben nicht zu verbissen zu nehmen. Statt sich über eine bestimmte Situation zu ärgern, sollten Sie lieber lösungsorientiert denken und sich fragen: „Was kann ich unternehmen, um die Lage für mich persönlich zu verbessern?“

Generell ist eine gesunde Portion Egoismus gut gegen die täglichen Stressoren des Lebens. Dazu gehört auch, einfach mal „Nein“ zu sagen, wenn Sie eine bestimmte Aufgabe nicht übernehmen möchten. Schlussendlich sollten Sie Ihre Balance zwischen positiver Anspannung (Eustress) und Entspannung wahren. Belohnen Sie sich nach einem anstrengenden Arbeitstag mit einem Wannenbad, einem Yogakurs oder mit einem guten Buch. Ein körperlicher Ausgleich, leichte Bewegung und gutes, aber gesundes Essen helfen dabei, das Stresslevel deutlich zu reduzieren. Auch ein kreatives Hobby sorgt für mehr Ausgeglichenheit, Gleiches gilt für gute Gespräche mit engen Freunden. Versuchen Sie, sich von negativen Einflüssen abzugrenzen und eine positive Lebenseinstellung aufzubauen. Ausgeglichener werden Sie beispielsweise durch regelmäßigen und ausreichenden Schlaf, den Verzicht auf übermäßigen Kaffeekonsum und durch bewussten Musikgenuss, Entspannungsübungen oder leichte Sporteinheiten in der Natur.

Umweltschutz

Der große Trend des 21. Jahrhunderts ist, dass viele Menschen ihr Konsumverhalten immer mehr hinterfragen. Das ist auch gut so, denn die Wahrung unseres Ökosystems zählt zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Die gute Nachricht lautet: Jeder Einzelne kann mit seinem Verhalten etwas für die Umwelt tun. Das Stichwort lautet Nachhaltigkeit: Statt wie gewohnt auf Einwegprodukte zu setzen, können Sie Ihr Verbraucherverhalten ein Stück weit umweltfreundlicher gestalten. Sie könnten beispielsweise gezielter einkaufen und streng darauf achten, dass keine Lebensmittel mehr in der Mülltonne landen. Wer regionale Produkte kauft, tut ebenfalls etwas für seine Ökobilanz: Südfrüchte und andere Importwaren haben Strecken von Tausenden Kilometern hinter sich, bevor diese in Ihrem Einkaufswagen landen. Der Verzicht auf Einwegbecher, Plastikbesteck und Strohhalme ist ebenfalls keine große Herausforderung, aber ein deutliches Statement pro Umweltschutz. Weitere einfache Tipps, um eine ökologische Lebensweise als guten Vorsatz zu etablieren:

  1. Nutzen Sie für Kurzstrecken öffentliche Verkehrsmittel statt den eigenen Pkw.
  2. Verzichten Sie konsequent auf Plastiktüten.
  3. Kaufen Sie mehr Fairtrade- und Bioprodukte.
  4. Verwenden Sie Dinge mehrmals, anstatt sie sofort wegzuwerfen.
  5. Nutzen Sie Ökostrom und Ökogas für die Energieversorgung Ihres Haushalts.
  6. Verwenden Sie aufladbare Akkus anstatt Einwegbatterien.
  7. Achten Sie auf fachgerechtes Recycling von Elektroartikeln wie Smartphones.
  8. Kaufen Sie überwiegend saisonales Obst und Gemüse.
  9. Bevorzugen Sie Verbrauchsprodukte aus Recyclingmaterialien (Taschentücher etc.).
  10. Verwenden Sie beim Wohnungsputz möglichst ökologische Reinigungsmittel.

Mit diesen Inspirationen können Sie Ihren guten Vorsätzen Taten folgen lassen. Übrigens: Um gute Vorsätze zur Gewohnheit werden zu lassen, müssen Sie langfristig Ihre Verhaltensmuster ändern. Damit ein neues Verhalten zur Routine wird, müssen Sie mindestens einige Wochen durchhalten. Wir wünschen Ihnen für Ihre Pläne im Jahr 2020 genügend Ausdauer und viel Erfolg!