Gesetze & Neuerungen: Das ändert sich im Jahr 2020

Verbraucher und Unternehmen in Deutschland werden im Jahr 2020 an vielen Stellen finanziell entlastet. Doch durch das Klimapaket der Bundesregierung wird das Leben in vielen Bereichen auch teurer. Bei uns erfahren Sie im Detail, welche gesetzlichen Änderungen im Jahr 2020 greifen und wie sich diese auf Ihre persönlichen Finanzen auswirken können.

Heiz- und Stromkosten teurer, E-Mobilität günstiger

Die Bundesregierung macht beim Klimaschutz nach und nach Nägel mit Köpfen: Zwar wird die viel diskutierte CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe erst ab dem Jahr 2021 erhoben, doch die Energiekosten in deutschen Privathaushalten werden bereits im Jahr 2020 ansteigen. Dafür ist u. a. die EEG-Umlage verantwortlich, die zunächst um 5,5 Prozent auf 6,756 Cent je Kilowattstunde steigt, bevor sie ab 2021 schrittweise sinken soll. Höhere Netzentgelte sorgen außerdem vielerorts für einen höheren Gaspreis: Über 70 Versorger haben für das Jahr 2020 entsprechende Preisanpassungen angekündigt.

Finanzielle Anreize für energetische Sanierung

Für Verbraucher mit einer eigenen Immobilie gibt es aber auch gute Nachrichten. Um langfristig die CO2-Emmision und den Energiebedarf von Wohngebäuden zu reduzieren, kündigt die Bundesregierung für 2020 neue Förderungen für den Bau und die energetische Sanierung von Wohnraum an. So soll beispielsweise der Austausch von alten Heizungen oder Fenstern steuerlich gefördert werden. Für den Einbau einer umweltfreundlicheren Heizungsanlage stellt Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) eine Prämie in Aussicht, die bei ca. 40 Prozent der Investitionskosten liegen soll.

Bahntickets ab 1. Januar 2020 günstiger

In puncto Mobilität verfolgt die Regierung einen ähnlichen Ansatz: Der Verbrauch fossiler Brennstoffe soll durch Verteuerungen eingedämmt, die klimaneutrale Fortbewegung hingegen gefördert werden. Erste Ansätze dazu werden im Jahr 2020 bereits realisiert: Bahntickets werden deutlich günstiger, weil die Mehrwertsteuer für Fahrkarten ab Januar von 19 auf 7 Prozent sinkt. Für Flugtickets müssen Reisende hingegen merklich tiefer in die Tasche greifen: Durch eine Anhebung der Luftverkehrsabgabe ab April 2020 wird das Fliegen dann teurer.

Förderung von Elektroautos wird erhöht

Zwar wollte die Bundesregierung bereits im Jahr 2020 eine Million E-Autos auf der Straße sehen, doch dieses Ziel wurde verfehlt. Die neue Marschrute in Sachen E-Mobilität lautet, dass bis zum Jahr 2030 ca. 10 Millionen Elektromobile in Deutschland unterwegs sein sollen. Um dieses Vorhaben zu realisieren, erhöht der Gesetzgeber die Kaufprämie für E-Autos von 4.000 auf 6.000 Euro. Beim Kauf eines Plug-in-Hybrids (Fahrzeug mit E- und Verbrennungsmotor) gibt der Staat ebenfalls Geld dazu. Sollten Sie planen, im Jahr 2020 ein Elektromobil zu kaufen, dann können Sie die entsprechenden Förderungen beim BAFA (Bundesamt für Wirtschat und Ausfuhrkontrolle) abrufen. Übrigens: Auch die Steuerprivilegien für E-Dienstwagen wurden bis zum 31.12.2030 verlängert.

Lohn, Gehalt & Rente – das sind die Änderungen im Jahr 2020

In Bezug auf Löhne, Gehälter und Renten gibt es im Jahr 2020 einige Neuerungen zu vermelden. So können sich Beschäftigte aus dem Niedriglohnsektor darüber freuen, dass der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland ab dem 1. Januar 2020 von 9,19 Euro auf 9,35 Euro pro Stunde angehoben wird. Azubis bekommen ebenfalls mehr Geld: Sie erhalten von ihrem Ausbildungsbetrieb im ersten Lehrjahr mindestens 515 Euro monatlich.

Für alle Beschäftigten, die eine Dienstreise antreten, werden die Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen angepasst. Bei ganztägiger Abwesenheit können in der Steuererklärung nun 28 statt 24 Euro angegeben werden, für Abwesenheitstage ohne Übernachtung steigt die Pauschale von 12 auf 14 Euro. Und schließlich gibt es auf dem Lohnsteuerzettel Anpassungen, die allerdings nur gering ausfallen: Während der durchschnittliche Zusatzbeitrag für die gesetzliche Krankenkasse von 0,9 auf 1,1 Prozent ansteigt, sinkt der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung ab dem 1. Januar 2020 von 2,5 auf 2,4 Prozent. Der Grundfreibetrag wird bei Ledigen von 9.168 auf 9.408 Euro angehoben. Verheiratete können künftig gemeinsam bis zu 18.816 Euro steuerfrei verdienen. Der Kinderfreibetrag steigt um 192 Euro auf 7.812 Euro.

Im Bereich der finanziellen Ruhestandsabsicherung gibt es für Arbeitnehmer einen größeren finanziellen Spielraum bei der betrieblichen Altersvorsorge. Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der gesetzlichen Rentenversicherung steigt 2020 in den alten Bundesländern von 80.400 Euro auf 82.800 Euro, in den neuen Bundesländern von 73.800 Euro auf 77.400 Euro im Jahr. Infolgedessen können Beschäftigte ab dem Jahr 2020 vier Prozent ohne Abzug von Sozialabgaben und acht Prozent ohne Abzug von Steuern in eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds investieren. Der maximale sozialabgabenfreie Anteil der betrieblichen Altersvorsorge steigt damit von 268 auf 276 Euro im Monat, steuerfrei können Sie statt 536 nun 552 Euro zur Seite legen.

Selbstständige und Angestellte mit einem höheren Einkommen bekommen im Jahr 2020 ebenfalls weitere „Steuergeschenke“ vom Staat: Künftig können Alleinstehende bei dieser Vorsorgeform maximal 22.541 Euro steuerlich absetzen (vorher 22.040 Euro), bei Verheirateten sind es 45.082 Euro (vormals 44.080 Euro). Mit diesen Modifikationen werden staatlich geförderte Altersvorsorgen wie die Riester- und Rürup-Rente nochmals attraktiver.

Pflege, Wohnungsbauprämie & Co. – Anpassungen im Jahr 2020

Neben den Änderungen, die eine Vielzahl von Verbrauchern betreffen, hat die Bundesregierung kleinere gesetzliche Anpassungen auf den Weg gebracht, die nur in einer individuellen Lebenssituation greifen:

Unterhaltszahlung für pflegebedürftige Eltern

Das Einkommen von erwachsenen Kindern, deren Eltern ihre Pflege nicht selbst finanzieren können, wird weiter geschützt. Ab dem Jahr 2020 sind ausschließlich Kinder zu Unterhaltszahlungen verpflichtet, deren Bruttojahreseinkommen über 100.000 Euro liegt. Das Einkommen des Ehepartners bleibt bei der Berechnung nun außen vor.

Mehr Unterhalt für Trennungskinder

Ab dem 1. Januar 2020 gelten in der sogenannten Düsseldorfer Tabelle neue Richtwerte für die finanzielle Unterstützung von Trennungskindern. Kinder unter sechs Jahren erhalten dann 369 Euro statt bislang 354 Euro, Sechs- bis Elfjährige haben Anspruch auf 424 Euro (vorher 406 Euro). Für Kinder im Alter zwischen 12 und 17 Jahren steigt der neue Unterhaltssatz von 476 auf 497 Euro.

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