Ausbildungs- & Karrierestart – welche Versicherungen brauche ich?

Im privaten Leben und am Arbeitsplatz kann immer etwas Unerwartetes passieren. Private Haftpflicht, Krankenversicherung und Berufsunfähigkeitsschutz gelten daher als Muss – spätestens dann, wenn Sie mit einer Ausbildung beginnen oder in den Beruf einsteigen. Wie aber sieht es mit anderen Versicherungen aus, wie zum Beispiel einer Handyversicherung, Krankentagegeld oder einem Rechtsschutz? Informieren Sie sich jetzt zu den verschiedenen Policen!

Unsere Empfehlung

Unsere Versicherungen im Überblick

Welche Versicherung braucht jeder (junge) Mensch?

Die Frage nach dem richtigen Versicherungsschutz ist immer individuell zu beantworten. Denn jeder Mensch hat in diesem Punkt andere Bedürfnisse, die sich aus der eigenen Lebenssituation ergeben. Wenn Sie mit einer Ausbildung beginnen oder bald Ihren ersten Arbeitstag haben, folgen Sie jedoch einer wichtigen Empfehlung: Sie sollten zumindest gegen existenzielle Risiken ausreichend abgesichert sein.

Diese existenzielle Absicherung bieten Ihnen drei Versicherungen: Da wäre zunächst die Krankenversicherung (plus Pflegeversicherung), die in Deutschland ohnehin verpflichtend ist. Sobald Sie Ihr eigenes Geld verdienen, fällt die Möglichkeit der Familienversicherung über die Eltern weg. Oben auf der Liste der wichtigsten Policen steht außerdem eine private Haftpflichtversicherung. Eine Haftpflicht empfiehlt auch die Verbraucherzentrale jedem, da Schadensersatzansprüche im Fall der Fälle bis in die Millionen gehen können. Ihre Arbeitskraft sichern Sie durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab – das ist meist schon für junge Menschen sinnvoll und gleichzeitig günstiger, als wenn Sie diese Police erst später im Leben abschließen.

Tipp

Während der Ausbildung oder des Studiums können Sie sich auch über die Haftpflichtversicherung Ihrer Eltern mitversichern lassen. Der Familientarif sichert Sie meist bis zum Ende der Ausbildung bzw. bis zum Abschluss Ihres Bachelor-Studiums ab.

Welche Versicherungen sind darüber hinaus empfehlenswert?

Text Ein individueller Schutz kann sich lohnen, wenn Sie sich zum Beispiel ein hochwertiges Fahrrad für den Arbeitsweg anschaffen oder regelmäßig motorisiert am Straßenverkehr teilnehmen. Lesen Sie jetzt weiter und erhalten Sie wertvolle Tipps, welche Versicherungen hilfreich sind und auf welche Policen Sie eher verzichten können.

Bei hohem Unfallrisiko – private Unfallversicherung

Für Ihren neuen Job brauchen Sie nicht direkt eine Unfallversicherung abzuschließen: Auf dem Weg zur Arbeit bzw. von dort aus wieder nach Hause und beim Arbeitgeber vor Ort sind Sie durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. In der Freizeit, daheim und im Urlaub besteht jedoch kein Schutz. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, kann sich eventuell eine private Unfallversicherung für Sie auszahlen. Bevor Sie allerdings einen Tarif abschließen, schauen Sie sich auch die Alternativen an: Es gibt andere Versicherungen, die viele Unfallrisiken abdecken. Dazu gehören die Krankentagegeld-, Berufsunfähigkeits- und Risikolebensversicherung.

Anwaltliche Hilfe bei juristischen Fragen – Rechtsschutzversicherung

Rechtsschutzversicherer bieten Ihnen finanzielle Unterstützung, wenn Sie in juristische Streitigkeiten verwickelt sind. Außerdem erhalten Sie bei Konflikten eine erste anwaltliche Beratung zur Orientierung. Meist sind die Tarife in Privat- und Berufs-Rechtsschutz, Verkehrs-Rechtsschutz sowie Wohn-, Eigentums- und Miet-Rechtsschutz unterteilt. Damit haben Sie die Option, den Versicherungsschutz an Ihren Bedarf anzupassen. Für manche Berufseinsteiger kann eine Rechtsschutzversicherung zweckmäßig sein: etwa dann, wenn Sie als Berufspendler häufig mit dem Auto unterwegs sind oder für eventuelle Rechtsstreitigkeiten mit Ihrem Arbeitgeber vorsorgen möchten.

Einkommen absichern – Krankentagegeldversicherung

Berufsstarter und Auszubildende haben meist noch keinen großen finanziellen Puffer angespart und sind daher auf ihr monatliches Einkommen angewiesen. Eine Krankentagegeldversicherung springt ein, wenn Sie krankheits- oder unfallbedingt für längere Zeit nicht zur Arbeit erscheinen können. Die Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber ist auf sechs Wochen begrenzt. Anschließend erhalten Sie von der gesetzlichen Krankenversicherung ein Krankengeld, das allerdings nur 70 Prozent vom Bruttoverdienst und maximal 90 Prozent Ihres Nettoverdienstes entspricht. Eine Krankentagegeldversicherung gleicht die finanzielle Lücke aus und gibt Ihnen bei längerem Verdienstausfall mehr Sicherheit.

Nur bei sehr hochpreisigen Drahteseln – Fahrraddiebstahlversicherung

Fahrraddiebstahl ist normalerweise durch die private Haftpflichtversicherung günstig abgesichert. Zusatzbausteine für Ihr Fahrrad sind gegebenenfalls nötig, wenn Sie das gute Stück beispielsweise nicht in einem abschließbaren Raum aufbewahren können oder es einen hohen Wert hat. Prüfen Sie daher die Versicherungsbedingungen und überlegen Sie sich, ob Sie einen zusätzlichen Schutz brauchen. Eine dezidierte Fahrraddiebstahlversicherung zahlt sich aufgrund der hohen Kosten jedoch nur für die wenigsten aus.

Diebstahlschutz fürs Smartphone – Handyversicherung

Smartphones werden immer teurer und sind damit beliebtes Diebesgut. Einfacher Diebstahl (Taschendiebstahl) Ihres Handys ist in der Hausratversicherung meist nicht versichert. Eine spezielle Handyversicherung kann sich möglicherweise für Sie auszahlen – insbesondere dann, falls es sich um ein Neugerät mit hohem Kaufpreis handelt.

Die zuverlässige Postbank Handyversicherung deckt außerdem Bruch- und Feuchtigkeitsschäden ab. Im Schadensfall übernimmt die Police die Reparaturkosten (abzüglich einer eventuellen Selbstbeteiligung) oder beschafft Ihnen ein Ersatzgerät.

Umzug in die eigene Wohnung – Hausrat absichern

Mit einem neuen Berufs- oder Ausbildungsstart steht manchmal auch der Einzug in die erste eigene Wohnung an. Falls Sie sich komplett neue Möbel, einen Fernseher und weitere Einrichtungsgegenstände anschaffen, sollten Sie sich über den Abschluss einer Hausratversicherung Gedanken machen. Die Hausratpolice zahlt, wenn Ihre Einrichtung beschädigt wird oder abhandenkommt – sei es beispielsweise durch einen Einbruch, Brand oder Wasserschaden.

Tipp

Eine weitere interessante Police stellt die Mietkautionsversicherung dar: Dank einer Mietbürgschaft brauchen Sie nicht Ihr Erspartes als Kaution beim Vermieter zu hinterlegen – das schont den ohnehin schon strapazierten Geldbeutel beim Umzug.

Finanzielle Absicherung fürs Alter – Riestern und Co.

Im Zusammenhang mit Versicherungen spielt außerdem die Altersvorsorge eine nicht unwesentliche Rolle. Beim Berufseinstieg denken Sie vielleicht noch nicht an die Rente – das sollten Sie aber. Für die private Absicherung gilt die Faustformel: je früher, desto besser.

Jungen Menschen stehen verschiedene Möglichkeiten von der betrieblichen Altersvorsorge über die Riester-Rente bis hin zur privaten Rente offen. Es gibt jedoch keine einheitliche Lösung. Vielmehr sollte die Strategie zu Ihrer persönlichen Situation passen. Es ist außerdem gut zu wissen, dass Sie bereits mit kleinen Monatsbeträgen langfristig eine große Wirkung erzielen können.

Altersvorsorge – wie sind Millennials aufgestellt?

Obwohl private Altersvorsorge heute ein großes Thema ist, gibt es bei der jungen Generation noch viele Fragezeichen. Eine Studie des Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag der Versicherungsgesellschaft Generali Deutschland hat 18- bis 32-Jährige zu ihrer Altersversorgung befragt und dabei folgende Erkenntnisse gewonnen:

  • 65 Prozent sorgen sich, dass sie später von Altersarmut betroffen sein könnten.
  • Bei 69 Prozent der Befragten hat die Coronapandemie zusätzlich zu Verunsicherung geführt, was ihre finanzielle Zukunft betrifft.
  • Dennoch geben 43 Prozent an, dass sie bislang nicht für das Alter vorsorgen.

Es gibt verschiedene Gründe dafür, warum viele junge Leute die Entscheidung für eine private Altersvorsorge mehr oder weniger bewusst aufschieben: Während manche Geldmangel verantwortlich machen, fühlen sich andere dafür schlicht noch zu jung. Außerdem mangelt es an Wissen: 76 Prozent der Befragten fehlt es nach eigener Aussage an zuverlässigen Informationen seitens der Politik.