Alters­vorsorge für Frauen: Er­greifen Sie Maßnahmen fürs Alter!

  • Altersvorsorge ist für Frauen besonders wichtig: Teilzeit, Kinderbetreuung und oftmals geringere Einkommen können später zu niedrigeren Renten führen.
  • Wer frühzeitig spart und Geld sinnvoll anlegt, kann langfristig Vermögen aufbauen und die Versorgungslücke verringern.
  • Ob Sparplan, Wertpapiere oder private Vorsorge – informieren Sie sich hier, welche Möglichkeiten es gibt und wie Sie am besten mit der Altersvorsorge starten.

Unser Tipp

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Gender Pension Gap – weniger Rente für Frauen

Bei der gesetzlichen Rente haben Frauen gegenüber Männern auch heute noch das Nachsehen. Laut dem Rentenatlas 2025 (aktuellere Fassung liegt nicht vor) erhielten Männer mit mindestens 35 Versicherungsjahren Ende 2024 eine Bruttorente von durchschnittlich 1.892 Euro monatlich und Frauen 1.459 Euro monatlich.

Gerade junge Frauen machen sich über diese Zahlen noch keine Gedanken, schließlich liegt ihr Renteneintritt in weiter Ferne. Es lohnt sich allerdings, sich die Gründe für das geringere Rentenniveau von Frauen zu verdeutlichen. Die Auslöser für das „Gender Pay Gap“ sind unter anderem:

  • geringere Stundenlöhne für Arbeitnehmerinnen (im Schnitt 18 Prozent niedriger als Männer),
  • mehr Teilzeitarbeit,
  • familiär bedingte Erwerbsunterbrechungen und
  • geschlechtliche Unterschiede bei der Wahl des Studienfachs.

Für Frauen gilt: Frühzeitig sparen und Rente verbessern

Da sich der Gender Pay Gap voraussichtlich auch künftig nur schrittweise ändern wird, sollte Altersvorsorge für Frauen schon in jungen Jahren zum Thema werden. Dabei gilt das Motto: „Der frühe Vogel fängt den Wurm!“ Denn wer zeitig mit dem Sparen anfängt, profitiert langfristig vom Zinseszinseffekt.

Zwar macht die gesetzliche Rentenversicherung für Frauen keine Unterschiede, was die Entgeltpunkte anbelangt. Dennoch gibt es eine gute Nachricht für das weibliche Geschlecht: Mit der Anrechnung von Kindererziehungszeiten und der finanziellen Förderung von Riester-Produkten speziell für Familien leistet der Staat eine Menge dafür, um auch Frauen zu einer adäquaten Rente zu verhelfen. Wer zusätzlich privat vorsorgt, kann im Alter also eine stattliche Geldsumme zur Verfügung haben – allerdings nur bei vernünftiger Planung!

Welche private Altersvorsorge für Frauen ist möglich?

Mit einer privaten Altersvorsorge können Frauen die Rentenlücke im Alter schließen. Das angesparte Vermögen dient später einmal dazu, die gesetzliche Rente aufzubessern und den gewohnten Lebensstandard zu halten. Dafür bieten sich verschiedene Möglichkeiten der Altersvorsorge an.

Staatliche Zulagen sichern

Aktuell gilt noch: Die Riester-Rente ist nach wie vor beliebt: Laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales gab es Ende 2024 insgesamt rund 15 Millionen solcher Verträge. Ein guter Grund dafür dürfte die staatliche Zulage sein, welche bei 175 Euro pro Jahr und Sparer beziehungsweise Sparerin liegt. Auch die Kinderzulage ist bei Riester-Verträgen attraktiv: Für jedes Kind, welches nach dem 31. Dezember 2007 das Licht der Welt erblickte, bekommen Riester-Sparende 300 Euro pro Jahr. Ältere Kinder werden mit 185 Euro pro Jahr bezuschusst. Von diesem Modell profitieren vor allem Frauen mit einer geringfügigen Beschäftigung. Selbst ohne eigenes Einkommen erhält eine Mutter von zwei jungen Kindern Jahr für Jahr 775 Euro Zulage vom Staat. Dafür reicht oftmals schon ein geringer Mindesteigenbetrag von 60 Euro im Jahr.

Hinweis

Wenn Sie bereits einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben, können Sie ihn auch nach dem 1. Januar 2027 weiter besparen – Stichwort Bestandsschutz. Alternativ ist ein Wechsel in das neue Altersvorsorgedepot möglich, ohne dass bereits erhaltene Riester-Zulagen zurückgezahlt werden müssen. Allerdings können dabei Wechsel-, Abschluss- und Vertriebskosten entstehen. Wenn Sie einen Umstieg in Betracht ziehen, sollten Sie sich dazu fachkundig beraten lassen. Neue Verträge nach dem bisherigen Riester-Modell können ab 2027 nicht mehr abgeschlossen werden.

Alters­vor­sorge für Frauen mit Spar­plänen

Sich einzig und allein auf die Lebensversicherung des Ehemannes zu verlassen, ist schließlich keine gute Idee. Bedenken Sie: Allein im Jahr 2024 wurden in Deutschland rund 129.300 Ehen geschieden. Ohne eigene Altersvorsorge sind Hausfrauen und Teilzeitbeschäftigte besonders armutsgefährdet. Somit ist es wichtig, dass sich die Altersvorsorge für Frauen durchsetzt – und Frauen einen eigenen Grundstock aufbauen.

Zum Einstieg am Kapitalmarkt bieten sich zum Beispiel Investmentfonds an. Bei einem Investmentfonds handelt es sich um eine Art Korb, in den viele Anleger Geld einzahlen und dafür Fondsanteile erhalten. Das Fondsmanagement investiert das Kapital dann in eine Vielzahl von Anlageobjekten. Das können je nach Ausrichtung des Fonds Aktien, Anleihen, Immobilien oder andere Wertpapiere sein. Viele Fonds decken sogar gleich mehrere dieser Anlageklassen ab. Die Vorteile für Sie als Anleger: Mit nur einem Investment erhalten Sie eine breit gestreute Geldanlage und müssen sich nicht selbst um die Auswahl der einzelnen Wertpapiere kümmern.

Möchten Sie monatlich nur kleine Beträge investieren, dann könnte ein Fondssparplan eine gute Möglichkeit sein. Mit einem Fondssparplan kaufen Sie regelmäßig für einen festen Betrag Anteile eines Investmentfonds. Insbesondere über lange Zeiträume kann so eine vergleichsweise höhere Rendite als mit herkömmlichen Sparprodukten erzielt werden. Aus diesem Grund eignen sich Fondssparpläne auch zur Altersvorsorge.

Eine weitere Möglichkeit könnten börsengehandelte Fonds, sogenannte ETFs sein. ETFs steht für Exchange Traded Funds – auf deutsch: börsengehandelte Indexfonds. ETFs bilden die Wertentwicklung eines Index, zum Beispiel des DAX®, möglichst genau nach. Das heißt: Steigt der Index, profitiert der Anleger – und umgekehrt.

Auch mit einem ETF-Sparplan können Sie regelmäßig Anteile von ETFs kaufen und so bereits mit einer kleinen monatlichen Sparrate an der Wertentwicklung eines Börsenindex partizipieren. Ein ETF-Sparplan ist eine interessante Möglichkeit zum mittel- oder langfristigen Vermögensaufbau und kann zum Beispiel auch zur Altersvorsorge oder als Gelanlage eingerichtet werden.
Bei einer Babypause oder einer Reduzierung der Arbeitszeit bieten Sparpläne deswegen Flexibilität und die Sparrate lässt sich in der Regel oftmals anpassen oder aussetzen.

Ohnehin gilt: Die Geburt eines Kindes, ein temporärer Minijob oder die Pflege der Eltern sollten niemals Grund dafür sein, dass Sie bestehende Verträge vorschnell kündigen. Cleverer ist es, die zu zahlenden Beiträge zu reduzieren oder den Vertrag beitragsfrei zu stellen. So lassen sich Elternzeit oder Arbeitssuche überbrücken, ohne dass im Alter größere finanzielle Einbußen zu befürchten sind.

Alters­vor­sorge – Tipps für Allein­er­ziehende

Vor allem für Alleinerziehende – und das betrifft Mütter genauso wie Väter – gestaltet sich eine private Altersvorsorge oftmals als knifflig. Um Kinderbetreuung und Berufstätigkeit unter einen Hut zu bringen, gehen viele in Teilzeit arbeiten. Somit steht weniger Geld für den langfristigen Vermögensaufbau zur Verfügung. Dennoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Alleinerziehende mit kleinem Gehalt nutzen können:

  • Ab Januar 2027 soll mit dem Altersvorsorgedepot eine neue Möglichkeit der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge eingeführt werden. Ziel der Bundesregierung ist es, mehr Menschen dazu zu bewegen, regelmäßig für das Alter zu sparen. Das Angebot soll nicht nur gesetzlich Versicherte, sondern auch Beamte und Selbstständige nutzen können.
  • Fragen Sie bei Ihrem Arbeitgeber nach, ob Sie VL-Sparen (vermögenswirksame Leistungen) in Anspruch nehmen können. Wenn Sie Glück haben, übernimmt Ihr Betrieb sogar den vollen Sparbetrag in Höhe von 40 Euro im Monat. Bei einem geringen Einkommen erhalten Sie außerdem eine Arbeitnehmersparzulage vom Staat.

Alters­vor­sorge für Frauen: Da­rauf sol­lten Sie noch achten

Frauen müssen bei ihrer Altersvorsorge anders planen als Männer – dieser Umstand resultiert auch aus ihrer höheren Lebenserwartung. Entscheiden Sie sich deshalb für Finanzprodukte, die eine lebenslange finanzielle Absicherung garantieren.

Generell gilt: Egal welches Absicherungsmodell Sie wählen – alles ist besser, als gar keine finanzielle Vorsorge zu treffen. Frauen, die früh über ihre Altersrente nachdenken und entsprechend handeln, minimieren schließlich das Risiko von Altersarmut drastisch – und das ganz unabhängig vom Ehepartner. Deshalb sind zusätzliche Vorsorgebausteine sinnvoll, die nicht unbedingt eine Kapitalauszahlung nach sich ziehen:

  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte beispielsweise jeder haben, denn sie bietet möglichen Schutz gegen finanzielle Einbußen aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen.
  • Leben Frauen in einer Partnerschaft und/oder sind Kinder im Spiel, sollte zudem eine Risiko-Lebensversicherung abgeschlossen werden. So schützen Sie Ihren Nachwuchs und Ihren Partner zuverlässig, falls Ihnen etwas zustoßen sollte.

Schlussendlich ist es gerade für Frauen wichtig, ihre Versorgungslücke im Alter genau zu berechnen und darauf entsprechend zu reagieren. Mit dem richtigen Fahrplan können Sie Ihren Ruhestand dann in vollen Zügen genießen.

Risikohinweis

Jede Geld­an­la­ge in Wert­pa­pie­re ist mit Ri­si­ken ver­bun­den. Die An­la­ge ist nicht ga­ran­tiert, Schwan­kun­gen des Markts kön­nen zu Kurs­ver­lus­ten bis hin zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren. Über die spe­zi­el­len Ri­si­ken des je­wei­li­gen Wert­pa­pier­pro­dukts in­for­mie­ren Sie die je­wei­li­gen ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­nen Ver­kaufs­un­ter­la­gen. Diese sind auf www.post­bank.de ab­ruf­bar, wenn Sie dort in der Suche die ISIN/WKN des Pro­dukts ein­ge­ben, au­ßer­dem er­hält­lich in der Postbank Fi­li­a­le bei Ihrem Wert­pa­pier­be­ra­ter. Wei­te­re In­for­ma­ti­o­nen ent­hal­ten zudem die „Ba­sis­in­for­ma­ti­o­nen für Wert­pa­pie­re und wei­te­re Ka­pi­tal­an­la­gen“.