Tipps für 2019: So steigern Sie Ihren Nettolohn

Das Jahr 2019 bringt für Arbeitnehmer einige finanzielle Verbesserungen mit sich. Durch das Comeback der paritätischen Zahlung der Krankenkassenbeiträge sowie den sinkenden Beitrag zur Arbeitslosenversicherung können sich Beschäftigte ab Januar 2019 über ein leicht erhöhtes Nettogehalt freuen. Um das eigene Einkommen noch weiter zu optimieren, haben Angestellte darüber hinaus einige individuelle Möglichkeiten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mehr Netto vom Bruttogehalt bekommen.

Nominallöhne steigen 2019 durchschnittlich um 2,9 Prozent

Beim Blick auf die erste Gehaltsabrechnung des Jahres 2019 dürfen angestellte Arbeitnehmer sich freuen – aufgrund einiger gesetzlicher Änderungen steigt das ausgezahlte Nettogehalt spürbar an. Das hat gleich mehrere Gründe: So wirkt sich die Wiedereinführung der paritätischen Zahlung der Krankenkassenbeiträge positiv auf den Geldbeutel der Arbeitnehmer aus. Den individuellen Zusatzbeitrag der Kassen leisten Beschäftigte und Arbeitgeber nun zu gleichen Teilen – genau wie den Sockelbetrag von derzeit 14,6 Prozent.

Zeitgleich sinken ab Anfang 2019 die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Der seit dem Jahr 2011 geltende Beitragssatz von 3,0 Prozent wurde zum Stichtag 1.1.2019 auf 2,5 Prozent reduziert. Diese Änderung ist allerdings nicht von Dauer: Langfristig möchte die Bundesregierung den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung auf 2,6 Prozent deckeln. Deshalb gilt der herabgesetzte Obolus nur bis zum 31.12.2022.

Da der Staat noch weitere „Geldgeschenke“ für das Jahr 2019 in petto hat, haben auch Rentner, Selbstständige, Angestellte in Teilzeit und Familien mit Kindern Grund zur Freude:

  • Das Kindergeld steigt ab Juli 2019 von 194 auf 204 Euro.
  • Die Rente könnte ab dem gleichen Datum um bis zu 3,9 Prozent steigen.
  • Höhere Mindestlöhne (9,19 Euro statt 8,84 Euro) sorgen ebenfalls für ein nachhaltiges Kontoplus.

Sogenannte Midijobber – Beschäftigte mit einem Gehalt zwischen 450,01 Euro und 850,00 Euro im Monat – profitieren ebenfalls. Erstens wird die Einkommensgrenze für reduzierte Sozialversicherungsbeiträge auf 1.300 Euro angehoben, zweitens dürfen Geringverdiener jetzt auch einen vollen Rentenanspruch erwerben.

Inflation sorgt für reduzierten Lohnzuwachs

Alle diese Änderungen lassen das Nettogehalt der deutschen Arbeitnehmer ansteigen, zeitgleich nagt aber die prognostizierte Inflationsrate von knapp 2 Prozent am Portemonnaie der Verbraucher. Während Wirtschaftsexperten für 2019 eine Steigerung der Nominallöhne um 2,9 Prozent voraussagen, sorgt die Geldentwertung also dafür, dass der reale Lohnzuwachs im Jahr 2019 lediglich 0,9 Prozent betragen wird. Mit einigen individuellen Tricks und Kniffen können Arbeitnehmer allerdings dafür sorgen, dass ihr Nettolohn über dieses Niveau steigt.

Gehalt 2019: So erhalten Sie mehr Netto vom Brutto

Wenn Sie sich Ihre Gehaltsabrechnung genau ansehen, dann werden Sie schnell merken, dass zwischen Brutto- und Nettolohn eine deutliche Differenz besteht. Eine Arbeitnehmerin mit Steuerklasse V und 3.000 Euro Bruttolohn bekommt im Januar 2019 etwas mehr als 1.550 Euro ausgezahlt. Der Rest wird für Steuern und Abgaben aufgewendet: Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag verschlingen 843 Euro, die Sozialabgaben schlagen mit insgesamt 602 Euro zu Buche. Grund genug, durch eigene Aktivitäten an der „Nettoschraube“ zu drehen. Dafür bieten sich folgende Möglichkeiten an:

Kostenzuschuss Telefon/Internet
Wenn Sie hin und wieder von zu Hause aus geschäftliche Gespräche führen oder sogar gelegentlich im Homeoffice arbeiten, können Sie bei Ihrem Chef einen Kostenzuschuss von bis zu 20 Prozent der Telefongebühren beantragen – maximal 20 Euro im Monat. Noch spannender wird es bei einem teilweise beruflich genutzten Internetanschluss: Hier können Sie von ihrem Arbeitgeber sogar bis zu 25 Euro im Monat Zuschuss beantragen.

Beihilfen zur Kinderbetreuung
Die Betreuungskosten für nicht schulpflichtige Kinder bieten ebenfalls interessante Möglichkeiten zur Nettolohnoptimierung. Der Zuschuss vom Arbeitgeber ist steuer- und sozialversicherungsfrei und kann bestenfalls 100 Prozent der Betreuungskosten betragen. Wichtig ist hierbei nur, dass die Betreuungskosten vom Arbeitgeber zusätzlich zum normalen Lohn gezahlt und ausgewiesen werden.

Gesundheitsleistungen und Erholungsbeihilfe
Die Work-Life-Balance spielt in vielen modernen Unternehmen eine immer größere Rolle. Chefs wollen schließlich zufriedene und gesunde Mitarbeiter – deshalb sind sie auch bereit, in die körperliche und geistige Fitness ihrer Angestellten zu investieren. Zudem winken steuerliche Vorteile, die Ihnen mehr Netto vom Brutto verschaffen: Finanzielle Beihilfen zu Bewegungsprogrammen, Kursen zur Stressreduktion oder sogar Massagen sind bis zu einem Betrag von 500 Euro pro Arbeitnehmer steuerfrei. Die Mitgliedschaft in Fitnessstudios oder Sportvereinen ist jedoch leider nicht förderfähig.

Zudem gibt es die Möglichkeit, vom Arbeitgeber einen Erholungszuschuss zu erhalten. Während ein normal gezahltes Urlaubsgeld voll versteuert wird, sind jährliche Leistungen von 156 Euro für den Arbeitnehmer, 104 Euro für den Ehepartner und 52 Euro für jedes Kind steuerfrei. Wenn sich ein Arbeitgeber auf die freiwillige Zahlung einlässt, kann sich eine vierköpfige Familie somit über 364 Euro steuerfreien Erholungszuschuss pro Jahr freuen.

Kirchenaustritt
Es ist nicht immer eine Frage des Glaubens, ob Arbeitnehmer Kirchensteuer abführen oder nicht. Schließlich werden die abgeführten Steuern auch für soziale Projekte genutzt und fließen in kirchliche Kindertagesstätten, Seelsorgeeinrichtungen, Krankenhäuser oder Altenheime. Rein finanziell betrachtet spart ein Arbeitnehmer mit 3.500 Euro Bruttogehalt und Steuerklasse III allerdings insgesamt knapp 300 Euro im Jahr, wenn er sich für einen Kirchenaustritt entscheidet. Das macht sich entsprechend beim Nettolohn bemerkbar.

Zuschüsse für Seminare/Fortbildungen
Gut ausgebildete Mitarbeiter sind die Stütze eines jeden Unternehmens. Genau deshalb investieren Arbeitgeber gerne in Fortbildungen, die das Wissen ihrer Angestellten steigern. Bei „überwiegend betrieblichem Interesse“ sind Seminare und Fortbildungen steuerfrei – wenn der Arbeitgeber sie zahlt. Übernimmt der Arbeitnehmer die Auslagen, können diese hingegen als Werbungskosten angerechnet werden. Die Investition in Bildung ist also in jedem Fall eine Win-win-Situation, zumal Sie damit auch Ihre Position auf dem Arbeitsmarkt stärken.

Optimierung der Steuerklasse
Auch die Wahl der Steuerklasse hat erhebliche Auswirkungen auf den Nettolohn. Deshalb sollten Sie einmal im Jahr prüfen, ob Ihre Steuerklasse der derzeitigen Lebens- und Einnahmesituation entspricht. Lohnend ist eine Änderung der Steuerklasse in jedem Fall nach einer Eheschließung oder bei drastischen Modifikationen Ihres Familieneinkommens (drohende Arbeitslosigkeit, Gehaltserhöhung etc.).

Betriebliche Altersversorgung
Bei der „Rente vom Chef“ wird ein Teil Ihres Einkommens für einen Rentenvertrag abgeführt. Der Clou dabei ist, dass die Beträge zur betrieblichen Altersvorsorge vom Bruttogehalt abgehen. Diese Entgeltumwandlung mildert somit Ihre Steuerlast und spart zudem Sozialabgaben. Mehr zu den steuerlichen Regeln der betrieblichen Altersversorgung lesen Sie hier.

Neue Berufsbilder mit attraktivem Gehalt

Mit allen vorgestellten Tipps und Ratschlägen haben Sie die Möglichkeit, im Jahr 2019 deutlich mehr Nettolohn zu erhalten. Eine weitere Option wäre der Wechsel in einen komplett neuen Job. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich beruflich neu zu orientieren, bietet der Arbeitsmarkt derzeit gute Chancen. Gerade in den letzten Jahren sind durch die zunehmende Digitalisierung neue Berufsbilder entstanden, die sowohl Spaß an der Arbeit als auch ein attraktives Gehalt versprechen. Wir stellen Ihnen exemplarisch fünf neue Berufe vor:

Customer Experience Manager/in
Ob online oder offline – Einzelhändler sind täglich auf Kundenfang. Damit Kundenwünsche optimal bedient werden können, analysiert ein Customer Experience Manager die getätigten Kaufvorgänge, konzipiert Kundenbefragungen und entwickelt neue Ideen für erfolgversprechende Einkaufskonzepte. Angestellte im Customer Care sollten über analytisches Denken verfügen, kaufmännische Kenntnisse haben und sich mit gängigen Analyse- und Reporting-Tools auskennen. Kundenerfahrungsmanager können mit einem Durchschnittsgehalt von ca. 45.000 Euro pro Jahr rechnen.

Datenschutzbeauftrage/r
Im Zuge der digitalen Transformation wird das Thema Datenschutz immer wichtiger. Ein Datenschutzbeauftragter sorgt dafür, dass vor allem personenbezogene Daten in Unternehmen bestmöglich geschützt werden. Außerdem achtet er auf die Einhaltung aller Regeln der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Das Berufsbild ist sowohl für Betriebswissenschaftler als auch für Juristen oder Informatiker interessant. Das Jahresdurchschnittsgehalt liegt bei ungefähr 46.000 Euro.

Kryptologe
Mathematiker oder IT-Experten erfüllen beste Voraussetzungen, um den Beruf des Kryptologen auszuführen. Ein Kryptologe verschlüsselt sensible Daten für Unternehmen wie Banken, Krankenhäuser oder Nachrichtendienste und macht sie sicher vor Zugriffen durch Hacker oder andere Cyberkriminelle. Fachkundige Kryptologen verdienen etwa 75.000 Euro im Jahr.

E-Sports-Manager
Der Begriff „elektronischer Sport“ ist noch relativ neu, dennoch stellen Computerspiele einen Millionenmarkt dar – mit entsprechenden Verdienstmöglichkeiten. E-Sports-Manager beraten und betreuen E-Sportler und handeln deren Verträge aus. Für diesen Job brauchen Sie primär gute Marketingkenntnisse, beste Kommunikations-Skills und Begeisterung für die Computerspielszene. Das Gehalt? Liegt bei ungefähr 42.000 Euro pro Jahr.

Online Marketing Manager
Das Internet wird immer mehr zum vollwertigen „Einkaufszentrum“ – der Bruttoumsatz im deutschen Onlinehandel lag im dritten Quartal 2018 bei 15,2 Milliarden Euro. Genau aus diesem Grund ist virtuelles Marketing immer wichtiger. Online Marketing Manager konzeptionieren digitale Werbekampagnen – auch für die sozialen Medien – und werten diese aus. Vom Newsletter bis zum Instagram-Post – der Online Marketing Manager hat gute Kenntnisse in der virtuellen Verkaufsförderung und agiert als „Digital Native“. Sein Einstiegsgehalt liegt bei rund 38.000 Euro im Jahr.

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