Bausparen: Darlehenszins & Guthabenzins einfach erklärt

Beim Bausparen gibt es zwei Zinssätze: den Zinssatz während der Sparphase und den Sollzinssatz während der Darlehensphase. Denn Sie sparen mit Ihrem Bausparvertrag zunächst regelmäßig Geld an – und haben dann die Chance auf ein Darlehen (Bonität und Kreditwürdigkeit vorausgesetzt). Weshalb der Zinssatz beim Vergleich der besten Bauspartarife wichtig ist und wie sich die Zinsen berechnen, verrät Ihnen dieser Ratgeber.

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Der Zinssatz während der Sparphase

Wie ein Bausparvertrag funktioniert, ist schnell erklärt: Um die Chance auf ein günstiges Darlehen zu erhalten, zahlen Sie in der Sparphase für den Bausparvertrag erst einmal in Ihr Bausparkonto ein. Hinzu kommen gegebenenfalls staatliche Förderungen, wie beispielsweise die Arbeitnehmersparzulage. Das Ziel beim Bausparen ist es, einen bestimmten Teil der vereinbarten Bausparsumme als Eigenkapital anzusparen. Das Bausparguthaben wird natürlich verzinst – auch Sparzinsen genannt.

Rentabel kann ein Bausparvertrag sein, wenn Sie von der Wohnungsbauprämie und der Arbeitnehmersparzulage profitieren.

Tipp

Der Guthabenzins ist nicht das einzige Kriterium, das beim Vergleich der verschiedenen Bauspartarife eine Rolle spielt. Achten Sie vielmehr darauf, dass der Bausparvertrag auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist – entscheidend sind hierbei unter anderem die Bausparsumme und ein passender Zeitplan.

Wie berechnet sich der Guthabenzins?

Der Guthabenzins wird auf Ihrem Bausparkonto gutgeschrieben. Wenn Sie sich Ihr gesamtes Bausparguthaben auszahlen lassen, erfolgt die Gutschrift entsprechend zu diesem Zeitpunkt. Die Höhe der Zinsen richtet sich nach dem vereinbarten Bauspartarif und wird als Zinssatz pro Jahr angegeben.

Über die jährlichen Zinserträge können Sie nicht sofort verfügen: Die Guthabenzinsen sind beim Bausparen an das Bausparguthaben gebunden und bleiben daher bis zur Auszahlung auf Ihrem Bausparkonto. Denken Sie daran, gegebenenfalls einen Freistellungsauftrag zu erteilen und so Steuern zu sparen. 

Was ist der Sollzinssatz beim Bausparen?

Haben Sie das Mindestguthaben und die erforderliche Bewertungszahl erreicht, ist Ihr Bausparvertrag damit zuteilungsreif: Mit der Zuteilung des Bausparvertrags erhalten Sie die Möglichkeit, ein Darlehen zu beanspruchen (Bonität und Kreditwürdigkeit vorausgesetzt) – um beispielsweise eine Immobilie zu kaufen oder Ihr Eigenheim zu modernisieren. Der Zinssatz für das Darlehens nennt sich Sollzinssatz.

Beim Bausparen gibt es allerdings eine wesentliche Besonderheit: Mit einem Bausparvertrag sichern Sie sich langfristig günstige Zinsen. Denn den Sollzinssatz für eine mögliche zukünftige Baufinanzierung vereinbaren Sie bereits beim Abschluss des Bausparvertrags. Der festgeschriebene Zinssatz gilt für die gesamte Darlehensdauer. Somit bietet Bausparen große Planungssicherheit, da die Zinsen während dieser Zeit festgeschrieben sind. Sie wissen also schon heute, mit welchem Sollzinssatz Ihre Baufinanzierung später einmal verzinst wird – und können sich optimal darauf vorbereiten.

Wie berechnet sich der Sollzinssatz?

Wenn Ihr Bauvertrag zuteilungsreif ist, können Sie die komplette Bausparsumme in Anspruch nehmen. Diese besteht aus dem angesparten Bausparguthaben einschließlich der Zinsen und möglicher Fördergelder sowie dem Bauspardarlehen.

Nehmen Sie die Zuteilung an, können Sie das angesparte Bausparguthaben samt Zinsen und etwaiger Förderungen verwenden. Bevor Sie Ihr Bauspardarlehen erhalten, wird eine Kreditwürdigkeits- und Beleihungswertprüfung durchgeführt. Das Darlehen zahlen Sie in monatlichen Raten zurück. Die Rate setzt sich aus einem Zinsanteil, einem Tilgungsanteil und einem festen Sollzinssatz zusammen und entspreicht einem bestimmten Promillewert der Bausparsumme.  Das Bauspardarlehen darf nur für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden, etwa für den Kauf oder Bau eines Hauses oder einer Wohnung verwendet werden. 

Was ist der Unterschied zwischen Sollzinssatz und effektivem Jahreszins?

Vergleichen Sie die verschiedenen Bausparverträge, tauchen dabei zwei Arten von Zinsen auf: der gebundene Sollzinssatz und der effektive Jahreszins.

Beim Sollzinssatz handelt es sich um den Zinssatz, den die Bank für den Nominalbetrag des Kredits berechnet. Er kann in fester oder variabler Form vorkommen. Handelt es sich um einen festen Sollzins, so bleibt er während der gesamten Laufzeit gleich.

Der effektive Jahreszins beinhaltet preisbestimmende Faktoren wie die Bearbeitungsgebühr oder den Tilgungssatz. Im Allgemeinen umfasst der effektive Jahreszins die Nebenkosten, die jährlich für einen Kredit anfallen.

Bausparvertrag weiter sparen

Sie erhöhen in den aktuellen Angebotstarifen Ihre Bausparsumme durch weiteres Einzahlen in Ihren Bausparvertrag. Sinnvoll kann das sein, wenn Sie für ein geplantes Bauvorhaben den Eigenkapitalanteil der Finanzierung erhöhen wollen.