Geld­an­lage mit An­leihen

Deutsche Staats­pa­pie­re und an­de­re als si­cher gel­ten­de An­lei­hen fin­den sich – trotz ver­gleichs­wei­se mo­de­ra­ter Ren­di­teaus­sich­ten – in fast allen aus­ge­wo­gen auf­ge­stell­ten Port­fo­li­os, denn sie kön­nen hel­fen, Schwan­kun­gen im Depot aus­zu­glei­chen. Hier lesen Sie, wie die Geld­an­la­ge in Staats-​ und Un­ter­neh­mens­an­lei­hen funk­ti­o­niert und was Sie dabei be­ach­ten soll­ten.

Unser Tipp

Postbank Wertpapiere

So funktionieren Anleihen

„Wer gut essen will, kauft Ak­ti­en – wer gut schla­fen will, kauft An­lei­hen“, so er­klär­te ein­mal der le­gen­dä­re Bör­sen­ex­per­te André Kos­to­la­ny (1906–1999) an­schau­lich den Un­ter­schied zwi­schen Ak­ti­en und An­lei­hen. Was er damit mein­te: Wäh­rend Ak­ti­en re­la­tiv hohe Ren­di­te­mög­lich­kei­ten bie­ten, aber auch kräf­ti­gen Kurs­schwan­kun­gen un­ter­lie­gen kön­nen, ent­wi­ckeln sich An­lei­hen in der Regel sta­bi­ler. Dass dem je­doch nicht immer so sein muss, haben die ver­gan­ge­nen Jahre ein ums an­de­re Mal ge­zeigt. Grund­sätz­lich kön­nen An­lei­hen eine Geld­an­la­ge zum Bei­spiel in Ak­ti­en aber sinn­voll er­gän­zen und ge­hö­ren damit in jedes lang­fris­tig breit auf­ge­stell­te Port­fo­lio.

Mit dem Er­werb einer An­lei­he „lei­hen“ Sie dem Her­aus­ge­ber (Fach­be­griff: Emit­tent) des Wert­pa­piers für einen fest­ge­leg­ten Zeit­raum Ka­pi­tal. Des­halb wer­den An­lei­hen auch Schuld­ver­schrei­bun­gen ge­nannt. Ein wei­te­rer Be­griff für An­lei­hen ist Ren­ten­pa­pier. Mit Al­ters­ru­he­geld hat das aber nichts zu tun. Der Be­griff stammt aus dem Fran­zö­si­schen und be­deu­tet ein­fach „re­gel­mä­ßi­ges Ein­kom­men“.

Wie bei einem Kre­dit be­kommt der An­le­gen­de (Kre­dit­ge­ber) vom Emit­ten­ten (Kre­dit­neh­mer) der An­lei­he re­gel­mä­ßig Zin­sen. Am Ende der Lauf­zeit muss der Emit­tent den Nenn­wert der An­lei­he (Kre­dit­sum­me) voll­stän­dig zu­rück­zah­len. Die Höhe der Ver­zin­sung (Kupon) rich­tet sich nach der Bo­ni­tät – also der Kre­dit­wür­dig­keit – des Emit­ten­ten be­zie­hungs­wei­se Schuld­ners sowie der Lauf­zeit. Faust­re­gel: Je ge­rin­ger die Bo­ni­tät des Emit­ten­ten und je län­ger die Lauf­zeit, desto höher die Zin­sen. Aber auch das all­ge­mei­ne Zins­ni­veau spielt bei der Ver­zin­sung von An­lei­hen eine wich­ti­ge Rolle.

An­lei­he­emit­ten­ten sind ins­be­son­de­re Staa­ten und Un­ter­neh­men. Sie ver­schaf­fen sich durch die Aus­ga­be von An­lei­hen Ka­pi­tal, etwa um ihren Haus­halt zu fi­nan­zie­ren oder In­ves­ti­ti­o­nen zu tä­ti­gen.

Rating­­agen­turen be­wer­ten die Boni­tät

Ihre Bo­ni­tät wird von un­ab­hän­gi­gen Ra­ting­agen­tu­ren be­wer­tet. Die Be­wer­tungs­ska­la be­ginnt in der Regel mit der Best­no­te „AAA“ für Schuld­ner höchs­ter Bo­ni­tät. Bei deren Pa­pie­ren ist das Aus­fall­ri­si­ko auch län­ger­fris­tig so gut wie zu ver­nach­läs­si­gen.

Das schwächs­te Ra­ting – meist „D“ – er­hal­ten Schuld­ner, die be­reits ganz oder zum Teil zah­lungs­un­fä­hig sind. Ab einer Be­wer­tung im Be­reich „BB“ be­zie­hungs­wei­se „Ba“ fal­len die An­lei­hen des Staa­tes oder Un­ter­neh­mens nicht mehr unter die Ka­te­go­rie „In­vest­ment Grade“ für Pa­pie­re mit guter bis sehr guter Bo­ni­tät, son­dern zäh­len zu den spe­ku­la­ti­ven An­la­gen. Hier heißt es für un­er­fah­re­ne An­le­ge­rin­nen und An­le­ger: Fin­ger weg! Denn es be­steht die Ge­fahr, dass der Emit­tent sei­ner Ver­pflich­tung, am Ende der Lauf­zeit den Nenn­wert der An­lei­he zu­rück­zu­zah­len, nicht nach­kom­men kann, weil er zah­lungs­un­fä­hig ist.

Gut zu wissen

Es gibt diverse Ratingagenturen. Diese unterscheiden sich in ihrer Berechnung und in ihrer Darstellungsform.

So entsteht der Kurs einer Anleihe

Wird eine An­lei­he vom Schuld­ner an der Börse plat­ziert, no­tiert diese dort zu­nächst zu ihrem Nenn­wert. Wäh­rend der Lauf­zeit bil­det sich, wie bei Ak­ti­en, durch An­ge­bot und Nach­fra­ge der An­lei­he­kurs. Einen gro­ßen Ein­fluss hat dabei das Markt­zins­ni­veau: Stei­gen die Markt­zin­sen, so fällt in der Regel der Kurs­wert einer be­reits aus­ge­ge­be­nen An­lei­he. Für An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ist es dann näm­lich at­trak­ti­ver, ver­gleich­ba­re neu her­aus­ge­ge­be­ne An­lei­hen mit einer hö­he­ren Ver­zin­sung zu kau­fen als be­stehen­de An­lei­hen mit einer nied­ri­ge­ren lau­fen­den Ver­zin­sung. Sin­ken hin­ge­gen die Markt­zin­sen, so steigt die Nach­fra­ge nach äl­te­ren, höher ver­zins­ten An­lei­hen.

Wich­tig: Ver­kau­fen Sie An­lei­hen vor dem Ende der Lauf­zeit, so kön­nen Sie mög­li­cher­wei­se neben den bis dahin er­ziel­ten Zins­er­trä­gen Kurs­ge­win­ne re­a­li­sie­ren – müs­sen aber ge­ge­be­nen­falls auch Kurs­ver­lus­te hin­neh­men. Be­hal­ten Sie die An­lei­hen bis zum Rück­zah­lungs­zeit­punkt, er­hal­ten Sie neben den Zin­sen am Ende Ihr Ka­pi­tal voll­stän­dig zu­rück – so­fern der Schuld­ner nicht zah­lungs­un­fä­hig ist.

Kleines Anleihe-Glossar

Folgende Begriffe sollten Sie kennen, um die Anlage­chancen und -risiken einer Anleihe beurteilen zu können:

Nennwert: Der Nennwert ist der Geldbetrag, den der Emittent dem Käufer seiner Anleihe schuldet. Bundes­anleihen zum Beispiel werden üblicher­weise in Teil­beträgen zu 100 Euro vom Staat heraus­gegeben. Das heißt, der Bund zahlt dem Käufer am Ende der Laufzeit 100 Euro für jede von ihm erworbene Teil­schuld der Anleihe zurück. Wichtig: Die Zinsen werden immer bezogen auf den Nenn­wert einer Anleihe gezahlt, nicht auf den aktuellen Kurswert.

Kurswert: Der Kurs von Anleihen wird nicht in Euro, sondern in Prozent des Nenn­werts angegeben. Ein Kurs von 100 Prozent entspricht dabei genau dem Nenn­wert. Eine Notierung von 105 bedeutet, dass der Kurswert der Anleihe um 5 Prozent­punkte gegenüber dem Nenn­wert gestiegen ist.

Kupon: Der Kupon ist die Nominal­verzinsung einer Anleihe. Das heißt, bei einem Nenn­wert von 100 Euro und einem Kupon von 5 Prozent erhalten Sie jährlich 5 Euro Zinsen. Zwischen Kupon und Rendite besteht aber ein wichtiger Unter­schied: Während der Kupon, also die Zins­zahlung, immer fix ist – im oberen Beispiel jedes Jahr 5 Euro –, schwankt die Rendite einer Anleihe mit ihrem Kurs.

Restlaufzeit: Die Rest­lauf­zeit gibt an, wann die Rück­zahlung der Anleihe erfolgt und Sie somit den Nenn­wert vom Schuldner zurück­bekommen.

Rendite: Die wohl wichtigste Kenn­zahl für Anleger hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen vom Zins­kupon und dem aktuellen Kurs, zum anderen von der ver­bleiben­den Lauf­zeit der Anleihe. Ein Beispiel: Eine Anleihe mit einem Nenn­wert von 100 Euro und einem Kupon von 5 Prozent notiert bei 110 und hat eine Rest­lauf­zeit von 5 Jahren. Kaufen Sie die Anleihe zu 110 Euro, erhalten Sie neben den jähr­lichen Zinsen (5 Jahre à 5 Euro) am Lauf­zeit­ende den Nenn­wert von 100 Euro aus­ge­zahlt. Das bedeutet, Sie erzielen über die gesamte Lauf­zeit Erträge von insgesamt 125 Euro bei Kosten von 110 Euro, also 15 Euro Gewinn. Auf das einzelne Jahr bezogen ist das eine Ren­dite von 2,73 Prozent.

Richtig investieren mit Anleihen

An­lei­hen haben vor allem einen Vor­teil: In einem breit auf­ge­stell­ten Depot kön­nen bo­ni­täts­star­ke Staats-​ und Un­ter­neh­mens­an­lei­hen eine sta­bi­li­sie­ren­de Rolle ein­neh­men. Für grö­ße­re Ren­di­te­chan­cen müs­sen Sie hö­he­re Ri­si­ken ein­ge­hen – und bei­spiels­wei­se auf höher ver­zins­te Staats­an­lei­hen aus den Schwel­len­län­dern oder Pa­pie­re von Un­ter­neh­men ge­rin­ge­rer Bo­ni­tät set­zen.

Ganz egal, ob Si­cher­heit oder Ren­di­te­chan­cen im Vor­der­grund ste­hen: Auch im An­lei­he­seg­ment ist eine brei­te Streu­ung des An­la­ge­ka­pi­tals über eine Viel­zahl un­ter­schied­li­cher Pa­pie­re rat­sam – zum Bei­spiel über einen Ren­ten­fonds. Wie bei Ak­ti­en­fonds haben Sie auch hier die Wahl aus zahl­rei­chen Fonds mit ent­spre­chen­den Chance-​Risiko-​Profilen.Neben einer ein­ma­li­gen An­la­ge be­steht dabei die Mög­lich­keit, über einen Fonds­spar­plan re­gel­mä­ßig einen be­stimm­ten Bei­trag in den Fonds Ihrer Wahl zu in­ves­tie­ren – bei der Postbank kön­nen Sie so be­reits ab 50 Euro mo­nat­lich an der Ent­wick­lung der glo­ba­len Ren­ten­märk­te teil­ha­ben.

Tipp

Informationen und aktuelle Angebote zu den Anlagemöglichkeiten mit Rentenfonds bei der Postbank erhalten Sie hier.

Risikohinweis

Jede Geld­an­la­ge in Wert­pa­pie­re ist mit Ri­si­ken ver­bun­den. Die An­la­ge ist nicht ga­ran­tiert, Schwan­kun­gen des Markts kön­nen zu Kurs­ver­lus­ten bis hin zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren. Über die spe­zi­el­len Ri­si­ken des je­wei­li­gen Wert­pa­pier­pro­dukts in­for­mie­ren Sie die je­wei­li­gen ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­nen Ver­kaufs­un­ter­la­gen. Diese sind auf www.post­bank.de ab­ruf­bar, wenn Sie dort in der Suche die ISIN/WKN des Pro­dukts ein­ge­ben, au­ßer­dem er­hält­lich in der Postbank Fi­li­a­le bei Ihrem Wert­pa­pier­be­ra­ter. Wei­te­re In­for­ma­ti­o­nen ent­hal­ten zudem die „Ba­sis­in­for­ma­ti­o­nen für Wert­pa­pie­re und wei­te­re Ka­pi­tal­an­la­gen“.