- Einem Roboter sein Geld anvertrauen? Mehr als 250.000 Deutsche setzen auf digitale Helfer: Sie nutzen Robo-Advisors für ihre Geldanlage.
- Bei Robo-Advisors handelt es sich um Computerprogramme, die auf Basis moderner Algorithmen den Einstieg ins Investieren unterstützen.
- Lesen Sie hier, wie Sie die Anlageassistenten für Ihre Geldanlage nutzen können, sei es zur Vermögensverwaltung oder als Unterstützung bei Anlageentscheidungen, und was dabei zu beachten ist.
Robo-Advisor – digitale Unterstützung für Ihre Geldanlage
Robo-Advisor: Was ist das?
Systemgestützte Abläufe und Digitalisierung verändern nachhaltig unser Leben – auch in Sachen Finanzen. Bestes Beispiel hierfür sind Robo-Advisors:
- Robo-Advisor setzt sich aus den englischen Wörtern für „robot“ (Roboter) und „advisor“ (Berater) zusammen. Doch Robo-Advisors sind weder Roboter noch Berater.
- Damit wird eine automatisierte Technologie bezeichnet, die Anlegern bei der Geldanlage behilflich ist, indem sie bei der Anlageentscheidung unterstützt, Portfolios verwaltet oder Vorschläge für z. B. ETFs unterbreitet.
Wie funktionieren Robo-Advisors?
Die Nutzung von Robo-Advisors ist relativ einfach. Wir unterscheiden hier grundsätzlich zwei Varianten:
1. Digitale Vermögensverwaltung
Die Anwendung kümmert sich um die laufende Anlage des Vermögens auf Basis der individuellen Vorgaben des Anlegers. Sie übernimmt dabei die Zusammenstellung der Wertpapiere, berücksichtigt das gewünschte Risikoniveau und passt die Gewichtung im Portfolio bei Bedarf an.
2. Digitale Anlagehelfer
Personalisiertes Anlageportfolio
Bei beiden Varianten gilt: Nachdem sich der Anleger für einen Anbieter entschieden hat, stellt der Robo-Advisor zunächst online einige Fragen zur finanziellen Situation, zu den Anlagezielen und zur Risikobereitschaft. Auf Basis dieser persönlichen Präferenzen und Bedürfnisse schlägt der digitale Anlagehelfer entsprechende Produkte für das Depot vor. Robo-Advisors unterstützen also bei der Anlageentscheidung und analysieren welche Wertpapiere für den Anleger gut geeignet sein könnten – wie etwa Fonds oder ETFs. Je nach Ausgestaltung entscheidet der Anleger selbst über die Umsetzung des vorgeschlagenen Portfolios oder überträgt diese im Rahmen der vorher vereinbarten vertraglichen Vereinbarung auf den Anbieter.
Automatische Überwachung
Viele Robo-Advisors bieten eine kontinuierliche Überwachung des Portfolios an und nehmen bei Bedarf ein Rebalancing vor. Darunter ist die Umschichtung der Geldanlage zu verstehen, um das ursprüngliche Risikoprofil zu erhalten, z. B. weil sich die Situation an den internationalen Kapitalmärkten ändert und das Risiko innerhalb des Depots merklich steigt oder fällt. Wenn das Portfolio aus dem Gleichgewicht gerät, wird die Aufteilung des Kapitals entweder vollautomatisch oder durch den Anleger selbst angepasst.
Nutzung eines Robo-Advisors
Die digitalen Helfer gehen systematisch vor:
Robo Advisor analysieren Risikobereitschaft, Anlageziele und weitere persönliche Faktoren, um ein passendes Portfolio zu erstellen. Da die Auswahl der Wertpapiere durch den Anbieter vorgegeben ist, ist das Anlageuniversum oft begrenzt. Viele Robo Advisors investieren bzw. beraten überwiegend in ETFs, die bekannte Indizes wie den DAX® nachbilden.
Gut zu wissen
Die Kosten sind nicht immer transparent dargestellt. Denn wer ein entsprechendes Angebot nutzt, zahlt in der Regel zunächst für die ausgewählten Anlageprodukte. Außerdem erhalten die Anbieter von Robo-Advisors oftmals ein zusätzliches Entgelt aus diesen Produkten. Für die laufende Betreuung Ihres Vermögens wird oft ein Entgelt berechnet, das sich an der Höhe Ihres Anlagebetrags orientiert. Je nach Ausgestaltung kann zusätzlich ein Bonus hinzukommen, wenn zuvor festgelegte Ziele erreicht werden. Prüfen Sie die anfallenden Kosten genau.
Prüfpunkte vor der Nutzung automatisierter Anlageangebote
- Stellen Sie die vorgeschlagene Investmentempfehlung bzw. Strategie des Anbieters kritisch auf den Prüfstand.
- Informieren Sie sich zudem darüber, welche spezifischen Risiken mit automatisierten Anlageformen verbunden sind und inwiefern sich diese von klassischen Angeboten unterscheiden.
- Achten Sie sorgfältig darauf, ob die empfohlene Vorgehensweise tatsächlich mit Ihren persönlichen Vorstellungen zu Chancen und Risiken übereinstimmt.
- Betrachten Sie die anfallenden Kosten genau.
Geldanlage selbst steuern oder Robo-Advisor nutzen?
Bei einer Geldanlage gibt es unterschiedliche Strategien, um finanzielle Ziele zu erreichen. Ob eigenständig verwaltet oder digital unterstützt durch einen Robo-Advisor: Entscheidend ist, wie Anleger ihr Anlageziel definieren und welches Risiko sie eingehen möchten. Während manche Anleger ihre Entscheidungen aktiv selbst treffen, setzen andere auf automatisierte Lösungen, die die Geldanlage langfristig strukturieren und überwachen. Beide Ansätze verfolgen das Ziel, Chancen zu nutzen und Risiken kontrolliert zu steuern.
Nutzung eines Robo-Advisors:
Wie oben bereits erwähnt, analysieren Robo Advisors Fakten, wie beispielsweise die Risikobereitschaft und die Anlageziele. Auf dieser Basis wird ein individuell abgestimmtes, meist breit gestreutes Portfolio erstellt. Dieser digitale Service ist bequem und gibt eine hilfreiche Orientierung zur Anlageentscheidung.
Da sich Robo Advisors auf die von ihnen angebotenen Wertpapiere und Märkte stützen, ist die Auswahl häufig begrenzt. In der Regel bieten die Anbieter überwiegend ETFs an. Diese bilden bekannte Indizes wie den DAX® nach. Dadurch profitieren Anleger zwar von einer kostengünstigen, transparenten Lösung – allerdings ist es mit dieser automatisierten Anlageform oftmals kaum möglich, den Markt wie beim aktiven Investieren zu übertreffen.
Geldanlage selbst steuern (Do-it-yourself):
Wer gerne selbst steuert und angesichts schwankender Kurse die Ruhe bewahren kann, ist oft schon mit einem ETF-Sparplan gut beraten. Hierbei haben Sie die Kontrolle über die Auswahl der ETFs und Märkte. Es erfordert jedoch auch mehr Eigeninitiative und gegebenenfalls die Bereitschaft, sich mit den Finanzmärkten auseinanderzusetzen.
Tipp
Möchten Sie wissen, wie der Vermögensaufbau auch mit wenig Erfahrung gelingen kann? Lesen Sie hier mehr zum Thema passives Investieren.
Fazit
Ein Robo Advisor kann eine sinnvolle Unterstützung für alle sein, die ihre Geldanlage vereinfachen möchten oder eine erste Orientierung suchen. Wer jedoch klare Vorstellungen von seiner Depotstruktur hat oder Wert auf eine persönliche Beratung legt, ist mit einem klassischen Anlageberater oder eigenständigem Investieren möglicherweise besser beraten.
Tipp
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Risikohinweis
Jede Geldanlage in Wertpapiere ist mit Risiken verbunden. Die Anlage ist nicht garantiert, Schwankungen des Markts können zu Kursverlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken des jeweiligen Wertpapierprodukts informieren Sie die jeweiligen gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Diese sind auf www.postbank.de abrufbar, wenn Sie dort in der Suche die ISIN/WKN des Produkts eingeben, außerdem erhältlich in der Postbank Filiale bei Ihrem Wertpapierberater. Weitere Informationen enthalten zudem die „Basisinformationen für Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“.