Klassische Spar­­produkte versus Geld­­anlage in Wert­­papiere?

In den letz­ten Jah­ren hat die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) ihren all­ge­mein als Leit­zins be­zeich­ne­ten Haupt­re­fi­nan­zie­rungs­satz mehr­fach ge­senkt. In der Folge sind auch die Markt­zin­sen für Spar­pro­duk­te wie Tages-​ und Fest­geld ge­sun­ken. Auf der an­de­ren Seite haben die Kurs­schwan­kun­gen in­fol­ge von Krie­gen, Han­dels­po­li­ti­ken etc. an den welt­wei­ten Bör­sen deut­lich zu­ge­nom­men. Was Sie als An­le­ger in einer sol­chen Ge­menge­la­ge tun kön­nen.

Unser Tipp

Das Wertpapierangebot der Postbank

Das Ende positiver Real­renditen?

Zu Be­ginn ein kur­zer Rück­blick: Nach einer lan­gen Phase der Null- bzw. sogar Mi­nus­zin­sen hatte die EZB zwi­schen Juli 2022 und Sep­tem­ber 2023 ihren Leit­zins mehr­fach er­höht. Ein we­sent­li­cher Grund dafür waren die Be­stre­bun­gen der EZB im Kampf gegen die da­mals hohe In­fla­ti­on (Teu­e­rung). Denn stei­gen­de Leit­zin­sen las­sen in der Regel die Ka­pi­tal­markt­zin­sen, etwa für Kre­di­te, stei­gen – was, so die The­o­rie, den Kon­sum und In­ves­ti­ti­o­nen bremst und somit die Prei­se fal­len lässt. Po­si­ti­ver Ne­ben­ef­fekt für Spa­rer: Mit dem Leit­zins stieg auch die Ver­zin­sung von klas­si­schen Spar­pro­duk­ten wie Tages-​ oder Fest­geld. Davon pro­fi­tie­ren bis heute ins­be­son­de­re die­je­ni­gen, die in die­ser Phase ein Fest­geld­kon­to mit län­ge­rer Lauf­zeit er­öff­ne­ten. Denn sie hat­ten sich lang­fris­tig einen ver­gleichs­wei­se hohen Zins­satz ge­si­chert, der heute deut­lich über der zu­letzt ge­sun­ke­nen In­fla­ti­ons­ra­te lie­gen dürf­te.

Ab Juni 2024 be­gann die EZB al­ler­dings damit, den Leit­zins wie­der zu­rück­zu­dre­hen, um die schwä­cheln­de Wirt­schaft zu sti­mu­lie­ren. Denn sinkt der Leit­zins, wer­den ten­den­zi­ell auch Kre­di­te güns­ti­ger und In­ves­ti­ti­o­nen für Ver­brau­cher und Un­ter­neh­men wie­der at­trak­ti­ver. Spa­rer hin­ge­gen muss­ten sich wie­der mit sin­ken­den Zin­sen ar­ran­gie­ren.

Sinkende Spar­zinsen

Für Spa­rer sind sin­ken­de Leit­zin­sen in der Regel also keine gute Nach­richt. Seit dem Be­ginn der jüngs­ten Leit­zins­sen­kun­gen der EZB ist der Zins­satz, den Tages-​ und Fest­geld­spa­rer ma­xi­mal be­kom­men kön­nen, deut­lich ge­sun­ken. Wich­tig dabei ist die Un­ter­schei­dung zwi­schen No­mi­nal­zin­sen und Re­al­zin­sen. Der No­mi­nal­zins ist der Zins, den ein Spa­rer jähr­lich auf sein Spar­gut­ha­ben er­hält. Unter Re­al­zin­sen ver­steht man die No­mi­nal­zin­sen ab­züg­lich der In­fla­ti­on. Der Re­al­zins ist also ent­schei­dend dafür, ob das ge­spar­te Ka­pi­tal an Kauf­kraft ge­winnt – wenn der No­mi­nal­zins über der In­fla­ti­ons­ra­te liegt – oder ver­liert – wenn der No­mi­nal­zins nied­ri­ger ist als die In­fla­ti­on. Im Ja­nu­ar 2026 lag die In­fla­ti­on in Deutsch­land bei mo­de­ra­ten 2,1 Pro­zent und damit nahe dem von der EZB an­ge­streb­ten In­fla­ti­ons­ziel von 2,0 Pro­zent. Ins­be­son­de­re der Stan­dard­zins für Ta­ges­geld liegt aber mitt­ler­wei­le bei vie­len Ban­ken unter die­sem Wert. Wenn Sie Ihr Geld so an­le­gen, er­hal­ten Sie also un­term Strich eine ne­ga­ti­ve Re­al­ver­zin­sung, sprich: Ihr Ka­pi­tal er­fährt einen Kauf­kraft­ver­lust.

Tipp

Einige ausländische Banken locken mit etwas höheren Nominalzinsen als in Deutschland ansässige. Bevor Sie Ihr Kapital einer solchen Bank anver-trauen, sollten Sie prüfen, ob diese bei einer möglichen Bankenpleite einem verlässlichen Einlagensicherungssystem unterliegt. In Deutschland schützt die gesetzliche Einlagensicherung 100.000 Euro pro Einleger pro Bank. Darüber hinaus gehören zahlreiche in Deutschland ansässige Banken freiwilligen Einlagensicherungssystemen an, die einen noch weitergehenden Schutz bieten. Im Ausland kann das oft anders sein.

Mehr Rendite­­chancen durch Wert­­papiere?

Bes­se­re Aus­sich­ten auf po­si­ti­ve Re­al­ren­di­ten als fest­ver­zins­li­che An­la­gen ver­sprach in den ver­gan­ge­nen Jah­ren eine re­gel­mä­ßi­ge und lang­fris­ti­ge Geld­an­la­ge in Ak­ti­en. Blickt man bei­spiels­wei­se auf das MSCI‑World‑Ren­di­te‑Drei­eck des Deut­schen Ak­ti­en­in­sti­tuts, so er­ziel­te eine mo­nat­li­che Geld­an­la­ge in Ak­ti­en des glo­ba­len Ak­ti­en­leit­in­dex MSCI World von Ende 2014 bis Ende 2025 eine durch­schnitt­li­che jähr­li­che Ren­di­te von rund 13 Pro­zent (ohne Kos­ten und Steu­ern auf Er­trä­ge). Im glei­chen Zeit­raum lag die durch­schnitt­li­che jähr­li­che In­fla­ti­ons­ra­te bei etwa 2 Pro­zent. Die durch­schnitt­li­che Ren­di­te des MSCI World mit einem Zeit­ho­ri­zont von 10 Jah­ren be­trägt 7,05 Pro­zent. Ver­ein­facht ge­sagt schlu­gen Ak­ti­en die In­fla­ti­on somit um rund 11 Pro­zent­punk­te. Die Re­al­zin­sen für fest­ver­zins­li­che Neu­ein­la­gen pri­va­ter Haus­hal­te mit einer Lauf­zeit von bis zu zwei Jah­ren lagen Ende 2025 bei etwa -0,17 Pro­zent – also klar im ne­ga­ti­ven Be­reich. Somit hatte eine Geld­an­la­ge in welt­wei­te Ak­ti­en in punc­to Ren­di­te ein­deu­tig die Nase vorn. Dabei ist zu be­ach­ten, dass Wert­ent­wick­lun­gen in der Ver­gan­gen­heit kein ver­läss­li­cher In­di­ka­tor für zu­künf­ti­ge Wert­ent­wick­lun­gen sind.

Das Beste aus zwei Welten

Wol­len Sie Geld nur ver­gleichs­wei­se kurz an­le­gen, etwa für ein oder zwei Jahre, könn­te sich dafür auch wei­ter­hin eine Fest­geld­an­la­ge an­bie­ten. Zum kurz­fris­ti­gen Par­ken von Ka­pi­tal könn­te selbst bei ne­ga­ti­ven Re­al­zin­sen ein Ta­ges­geld­kon­to bes­ser ge­eig­net sein als ein un­ver­zins­tes Gi­ro­kon­to.

Für den lang­fris­ti­gen Ver­mö­gens­auf­bau je­doch könn­ten sich ent­spre­chend ri­si­ko­be­rei­ten An­le­gern nach wie vor In­vest­ments in Ak­ti­en an­bie­ten – mit Blick auf die ak­tu­el­le Schwan­kungs­an­fäl­lig­keit der Ak­ti­en­märk­te zum Bei­spiel in Form aktiv ge­ma­nag­ter In­vest­ment­fonds oder ETFs (bör­sen­ge­han­del­te In­dex­fonds). Grund­sätz­li­cher Vor­teil von Fonds ge­gen­über In­vest­ments in Ein­zel­ti­tel: Sie streu­en die Ri­si­ken einer Ak­ti­en­an­la­ge auf ver­schie­de­ne Un­ter­neh­men, Bran­chen und Re­gi­o­nen. Wich­tig ist dabei, dass Sie das in­ves­tier­te Geld über meh­re­re Jahre ent­beh­ren kön­nen, um ge­ge­be­nen­falls ent­spre­chend lange Kurs­rück­gän­ge aus­sit­zen zu kön­nen. Grund­sätz­lich haben Sie bei einer Fonds­an­la­ge die Wahl zwi­schen Ein­malala­gen und Spa­plä­nen. Ein Spar­plan auf ETFs lässt sich bei der Postbank be­reits ab 25 Euro mo­nat­lich ab­schlie­ßen. Alles, was Sie dafür be­nö­ti­gen, ist ein Wert­pa­pier­de­pot. Für das Spa­ren über viele Jahre ist der rich­ti­ge Ein­stiegs­zeit­punkt üb­ri­gens von nach­ran­gi­ger Be­deu­tung.

Risikohinweis

Jede Geld­an­la­ge in Wert­pa­pie­re ist mit Ri­si­ken ver­bun­den. Die An­la­ge ist nicht ga­ran­tiert, Schwan­kun­gen des Markts kön­nen zu Kurs­ver­lus­ten bis hin zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren. Über die spe­zi­el­len Ri­si­ken des je­wei­li­gen Wert­pa­pier­pro­dukts in­for­mie­ren Sie die je­wei­li­gen ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­nen Ver­kaufs­un­ter­la­gen. Diese sind auf www.post­bank.de ab­ruf­bar, wenn Sie dort in der Suche die ISIN/WKN des Pro­dukts ein­ge­ben, au­ßer­dem er­hält­lich in der Postbank Fi­li­a­le bei Ihrem Wert­pa­pier­be­ra­ter. Wei­te­re In­for­ma­ti­o­nen ent­hal­ten zudem die „Ba­sis­in­for­ma­ti­o­nen für Wert­pa­pie­re und wei­te­re Ka­pi­tal­an­la­gen“.