Passives Inves­tieren – ein Leit­faden für den Einstieg

  • Beim pas­si­ven In­ves­tie­ren legen Sie Ihr Geld über einen län­ge­ren Zeit­raum in ver­schie­de­nen An­la­ge­klas­sen an – und kön­nen so von den lang­fris­ti­gen Ren­di­te­chan­cen der Fi­nanz­märk­te pro­fi­tie­ren.
  • An­ders als beim ak­ti­ven In­ves­tie­ren brau­chen Sie somit weder die Ak­ti­en­kur­se stän­dig im Blick zu haben noch re­gel­mä­ßig Käufe und Ver­käu­fe zu tä­ti­gen. 
  • Diese Mög­lich­keit könn­te ins­be­son­de­re für Bör­sen­neu­lin­ge ein guter Ein­stieg sein, die mit dem Ver­mö­gens­auf­bau be­gin­nen.

Unser Tipp

Postbank Wertpapierdepot

Was ist passives Investieren?

Spa­ren ist sinn­voll, aber In­ves­tie­ren könn­te bes­ser sein: Mit einer Geld­an­la­ge in Wert­pa­pie­ren wie etwa in Ak­ti­en­fonds oder ETFs kön­nen Sie die Chan­ce nut­zen, je Ri­si­ko­nei­gung einen Er­trag zu er­zie­len und lang­fris­tig Ver­mö­gen auf­zu­bau­en.

Im Ver­gleich zu kon­ser­va­ti­ven Spar­pro­duk­ten er­zie­len Wert­pa­pie­re oft hö­he­re Ren­di­ten. Doch der Bör­sen­han­del geht immer auch immer mit hö­he­ren Ri­si­ken ein­her. Kurs­schwan­kun­gen kön­nen den Wert Ihrer Geld­an­la­ge po­si­tiv oder ne­ga­tiv be­ein­flus­sen. Ge­ra­de ri­si­ko­rei­che An­la­ge­for­men wie etwa ein ak­ti­ves Tra­ding set­zen daher gute Kennt­nis­se über die Ka­pi­tal­märk­te vor­aus.

Ach­ten Sie beim In­ves­tie­ren auf ein paar grund­sätz­li­chen An­la­ge­re­geln.

1. Langfristig investieren

Beim pas­si­ven In­ves­tie­ren steht die so­ge­nann­te Buy-​and-​Hold-​Strategie im Mit­tel­punkt. Das heißt: Sie in­ves­tie­ren in ETFs oder an­de­re Wert­pa­pie­re und soll­ten diese lange im Depot lie­gen las­sen. Ein lan­ger An­la­ge­ho­ri­zont kann dazu bei­tra­gen, kurz­fris­ti­ge Markt­schwan­kun­gen we­ni­ger stark zu ge­wich­ten. Den­noch kön­nen Wert­ver­lus­te auch über län­ge­re Zeit­räu­me be­stehen blei­ben oder sich ver­stär­ken. Die Ent­wick­lung der Ka­pi­tal­märk­te ist nicht vor­her­seh­bar, ein Aus­gleich von Kurs­schwan­kun­gen ist daher nicht ga­ran­tiert. Für den pas­si­ven Ver­mö­gens­auf­bau soll­ten Sie ent­spre­chend einen lang­fris­ti­gen An­la­ge­ho­ri­zont von etwa 10 bis 15 Jah­ren ein­pla­nen und Ihre per­sön­li­che Ri­si­ko­be­reit­schaft be­rück­sich­ti­gen.

2. Diversifikation statt einzelner Aktien

Wich­tig ist beim pas­si­ven In­ves­tie­ren auch, dass Sie Ihr Geld auf ver­schie­de­ne An­la­ge­klas­sen und über ver­schie­de­ne Re­gi­o­nen ver­tei­len. Damit stel­len Sie Chan­cen und Ri­si­ken auf eine brei­te­re Basis: Wenn sich ein Teil Ihrer Geld­an­la­ge schwä­cher ent­wi­ckelt, kann das unter Um­stän­den durch an­de­re De­pot­be­stand­tei­le aus­ge­gli­chen wer­den.

3. Panikverkäufe vermeiden

Pas­si­ves In­ves­tie­ren be­deu­tet, dass Sie an Ihrer lang­fris­ti­gen An­la­ge­stra­te­gie fest­hal­ten und auch bei hef­ti­gen Markt­be­we­gun­gen ruhig blei­ben. Ach­ter­bahn­fahr­ten an der Börse sind nor­mal und Sie soll­ten dabei nicht ver­ges­sen: Auf Kurs­ver­lus­te folgt meist wie­der ein Auf­schwung. Las­sen Sie sich des­halb beim pas­si­ven In­ves­tie­ren nicht von Emo­ti­o­nen lei­ten und be­hal­ten Sie einen küh­len Kopf. Wenn Sie vor­ei­li­ge Ent­schei­dun­gen und Pa­nik­ver­käu­fe ver­mei­den, bleibt der tem­po­rä­re Kurs­sturz oft­mals nur ein Ver­lust auf dem Pa­pier.

Welche Anlage­möglich­keiten eignen sich für passives Investieren?

Ob Ak­ti­en, An­lei­hen, Im­mo­bi­li­en­fonds oder ETFs – es gibt viele Mög­lich­kei­ten, um lang­fris­tig Geld an­zu­le­gen und damit Ver­mö­gen auf­zu­bau­en. Für pas­si­ves In­ves­tie­ren kom­men in ers­ter Linie breit ge­streu­te Markt­in­di­zes in Be­tracht.

Möch­ten Sie re­gel­mä­ßig einen be­stimm­ten Be­trag in­ves­tie­ren, bie­ten sich spar­plan­fä­hi­ge ETFs an. Dabei han­delt es sich um bör­sen­ge­han­del­te In­dex­fonds, die Sie bei­spiels­wei­se mo­nat­lich mit 25 Euro oder mehr be­spa­ren. ETF-​Sparpläne haben oft ge­rin­ge­re Ge­büh­ren. ETFs bil­den die Wert­ent­wick­lung eines be­stimm­ten Index nach, der je nach Größe und Aus­rich­tung bei­spiels­wei­se eine Viel­zahl an Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten ent­hält. Im Ge­gen­satz zu aktiv ge­ma­nag­ten Fonds ver­fol­gen ETFs somit eine pas­si­ve An­la­ge­stra­te­gie. Um das Ri­si­ko wei­ter zu re­du­zie­ren, kön­nen Sie ver­schie­de­ne Spar­plä­ne in Ihr Port­fo­lio auf­neh­men.

Wie viel Geld brauche ich für den Start?

Der lang­fris­ti­ge Ver­mö­gens­auf­bau ist selbst mit einem ge­rin­gen Be­trag mög­lich. Viel wich­ti­ger ist es, dass Sie früh­zei­tig be­gin­nen und kon­ti­nu­ier­lich in­ves­tie­ren. Damit ma­chen Sie sich über die Jahre den Zin­ses­zins zu­nut­ze. Bei einem Spar­plan kann Ihnen zudem der Cost-​Average-​Effekt hel­fen: In­ves­tie­ren Sie jeden Monat den glei­chen Spar­be­trag, er­wer­ben Sie bei fal­len­den Kur­sen mehr Fonds­an­tei­le und bei stei­gen­den Kur­sen we­ni­ger. Über die Dauer zah­len Sie da­durch im Ide­al­fall einen nied­ri­ge­ren Durch­schnitts­preis als bei einer Ein­mal­an­la­ge.

Haben Sie etwa durch einen Bonus im Job oder eine Erb­schaft eine grö­ße­re Summe zur Ver­fü­gung, kön­nen Sie die­ses Geld auf einen Schlag in­ves­tie­ren. Für An­fän­ger kann al­ler­dings das Ti­ming – also der rich­ti­ge Zeit­punkt zum In­ves­tie­ren – eine Her­aus­for­de­rung sein. Da sich Werte-​ und Markt­ent­wick­lun­gen nicht vor­her­sa­gen las­sen, soll­ten Sie Ihre per­sön­li­che Ri­si­ko­be­reit­schaft sorg­fäl­tig ein­schät­zen und da­nach ge­eig­ne­te An­la­ge­mög­lich­kei­ten aus­wäh­len. 

Tipp

Die 50-30-20-​Regel macht es Ihnen ein­fa­cher, Ihre Fi­nan­zen zu ord­nen und fi­nan­zi­el­le Ziele zu er­rei­chen. Noch ein Tipp: Bevor Sie mit dem pas­si­ven In­ves­tie­ren be­gin­nen, emp­fiehlt es sich, einen Not­gro­schen an­zu­le­gen.

Aktiv vs. passiv investieren: Was sind die Unterschiede?

Ak­ti­ves und pas­si­ves In­ves­tie­ren ver­fol­gen im Grun­de ge­nom­men das­sel­be Ziel: lang­fris­tig Ver­mö­gen auf­bau­en. Die An­la­ge­mög­lich­kei­ten da­hin­ter sind aber je­weils an­ders.

Aktives Investieren

Beim ak­ti­ven In­ves­tie­ren geht es darum, durch eine ge­ziel­te Aus­wahl an Wert­pa­pie­ren, wie z. B. Fonds, Ak­ti­en und an­de­ren An­la­ge­pro­duk­ten den Markt zu schla­gen. Sprich: An­le­ger ver­su­chen, eine bes­se­re Ren­di­te als der Markt zu er­wirt­schaf­ten. Dazu kann es not­wen­dig sein, An­tei­le kurz­fris­tig zu ver­kau­fen oder das op­ti­ma­le Ti­ming für den Kauf zu fin­den. Ak­ti­ves In­ves­tie­ren ist daher deut­lich auf­wen­di­ger und er­for­dert, dass Sie die Kurse stän­dig im Blick be­hal­ten. Börsen-​Know-​how soll­ten Sie aus die­sem Grund ge­nü­gend haben, wenn Sie selbst aktiv in­ves­tie­ren wol­len.  Chan­cen auf eine hö­he­re Ren­di­te sind zwar mög­lich, aber den­ken Sie auch an Kurs­ver­lus­te bis hin zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals.

Passives Investieren

Beim pas­si­ven In­ves­tie­ren las­sen Sie viel­mehr die Zeit für sich ar­bei­ten, denn damit pro­fi­tie­ren Sie von den lang­fris­ti­gen Ent­wick­lun­gen am Fi­nanz­markt und re­du­zie­ren das Ri­si­ko. Doch auch die pas­si­ve Geld­an­la­ge soll­te gut über­legt sein. Ver­glei­chen Sie un­ter­schied­li­che An­la­ge­mög­lich­kei­ten und legen Sie Ihren per­sön­li­chen An­la­ge­ho­ri­zont fest, also wie lange Sie an­le­gen möch­ten. Wich­tig dabei ist die Ein­schät­zung Ihrer per­sön­li­chen Ri­si­ko­be­reit­schaft, denn schließ­lich sol­len Sie mit Ihrer Geld­an­la­ge immer gut schla­fen kön­nen.

Für wen eignet sich welche Anlage­strategie? Sie entscheiden!

Die An­la­ge­mög­lich­kei­ten am Ka­pi­tal­markt sind schier gren­zen­los. Doch wel­ches In­vest­ment ist das Rich­ti­ge? Das lässt sich pau­schal nicht be­ant­wor­ten, denn jeder Mensch tickt an­ders. Grund­sätz­lich gilt: Eine Wert­pa­pier­an­la­ge soll­te kein kurz­fris­ti­ger Park­platz für Ihr Ka­pi­tal sein, son­dern dem lang­fris­ti­gen Ver­mö­gens­auf­bau die­nen.

Risikohinweis

Jede Geld­an­la­ge in Wert­pa­pie­re ist mit Ri­si­ken ver­bun­den. Die An­la­ge ist nicht ga­ran­tiert, Schwan­kun­gen des Markts kön­nen zu Kurs­ver­lus­ten bis hin zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren. Über die spe­zi­el­len Ri­si­ken des je­wei­li­gen Wert­pa­pier­pro­dukts in­for­mie­ren Sie die je­wei­li­gen ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­nen Ver­kaufs­un­ter­la­gen. Diese sind auf www.post­bank.de ab­ruf­bar, wenn Sie dort in der Suche die ISIN/WKN des Pro­dukts ein­ge­ben, au­ßer­dem er­hält­lich in der Postbank Fi­li­a­le bei Ihrem Wert­pa­pier­be­ra­ter. Wei­te­re In­for­ma­ti­o­nen ent­hal­ten zudem die „Ba­sis­in­for­ma­ti­o­nen für Wert­pa­pie­re und wei­te­re Ka­pi­tal­an­la­gen“.