Wertpapiere: Sparplan oder Einmalanlage?

Regelmäßig kleinere Beträge in einen Sparplan einzahlen oder eine größere Summe auf einmal anlegen? Was für die Geldanlage in Investmentfonds oder ETFs sinnvoller ist, hängt nicht allein von Ihren finanziellen Möglichkeiten ab. Denn beide Anlagevarianten haben ihre ganz eigenen Vorteile.

„Richtig“ oder „falsch“ gibt es nicht

Die Geldanlage mit Aktienfonds bietet viele Vorteile. Zum Beispiel, dass Sie Ihr Anlagekapital damit automatisch vergleichsweise breit streuen und damit die Investmentrisiken minimieren können. Ein weiterer Pluspunkt: Viele Investmentfonds und ETFs sind sparplanfähig. Das heißt, Sie können diese Fondsprodukte auch mit regelmäßigen kleineren Beträgen besparen, statt einmalig eine größere Summe zu investieren. Für welche Fondsanlagevariante – Sparplan oder Einmalanlage – Sie sich entscheiden sollte sich jedoch nicht nur an der Höhe der Anlagesumme orientieren, die Ihnen zum Einstieg zur Verfügung steht, sondern auch an Ihren persönlichen Präferenzen und Anlagezielen.

Fondssparplan: langfristig mit kleineren Beträgen Vermögen aufbauen

Ein Investmentfonds- oder ETF-Sparplan gibt Ihnen die Chance, mit vergleichsweise kleinen regelmäßigen Sparbeiträgen langfristig Vermögen aufzubauen. Laut Stiftung Warentest erzielten bei der Betrachtungen von Sparplänen auf den globalen Aktienindex MSCI World mit einer Spardauer von 30 Jahren Anleger in der Vergangenheit im Durchschnitt fast 8 Prozent Rendite pro Jahr. Über kürzere Zeiträume, etwa zehn Jahre, lag die durchschnittliche Rendite demnach sogar noch höher. Bestimmte Zeiträume endeten für Anleger aber auch im Minus. Umso wichtiger ist es langfristig zu denken und zur Not auch ein paar Jahre auf die erhofften Kursanstiege warten zu können. Dabei ist zu beachten, dass bisherige Wertentwicklungen keine Rückschlüsse auf künftige Wertentwicklungen zulassen und zur realen Rendite eines Investments auch andere Faktoren beitragen, etwa die Höhe der Inflation.

Fondssparplan: Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Die Vorteile:

  • Sparpläne lassen sich schon mit vergleichsweise kleinen Beträgen besparen: ETF-Sparpläne in der Regel ab 25 Euro monatlich, Investmentfondssparpläne ab 50 Euro monatlich. Sie benötigen also kein größeres Startkapital.
  • Sparpläne bieten eine hohe Flexibilität: Die Sparrate lässt sich in der Regel jederzeit anpassen oder aussetzen.
  • Bei einem Fondssparplan müssen Sie sich relativ wenig Gedanken über den passenden Einstiegszeitpunkt machen. Durch die Regelmäßigkeit der Einzahlungen lassen sich Kursschwankungen zumeist ausgleichen. Da Sie immer denselben Betrag investieren, kaufen Sie bei höheren Kursen weniger und bei niedrigeren Kursen mehr Fondsanteile.

Die Nachteile:

  • Da sich das eingezahlte Kapital bei einem Sparplan erst Schritt für Schritt erhöht, kann es bei Sparplänen deutlich länger dauern, bis eine angestrebte Summe aus Einzahlungen und Erträgen erreicht wird.
  • Das Anlageuniversum sparplanfähiger Fondsprodukte ist kleiner als jenes aller Fondsprodukte, da nicht jeder Fonds sparplanfähig ist.

Tipp

Die Postbank hat rund 140 sparplanfähige ETFs und 260 entsprechende Investmentfonds im Angebot. Die Mindestanlagesumme beträgt lediglich 25 Euro (ETFs) bzw. 50 Euro (Investmentfonds) monatlich.

Einmalanlage: Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Die Vorteile:

  • Mit einer Einmalanlage können Sie ab dem Moment des Fondserwerbs direkt mit einem größeren Anlagebetrag an den möglichen Renditechancen der Kapitalmärkte partizipieren.
  • Sie können unter bestimmten Umständen in größerem Maße als bei einem Fondssparplan vom sogenannten Zinseszinseffekt profitieren, nämlich dann, wenn die Einmalanlage zu Beginn eines Kursanstiegs erfolgt, der Fonds nach Kosten Gewinne abwirft und thesaurierend ist – also jährliche Erträge reinvestiert, statt sie auszuschütten, und so den Wert der Fondsanlage regelmäßig erhöht.

Die Nachteile:

  • Im Vergleich zum Fondssparen spielt der Einstiegszeitpunkt bei der Einmalanlage eine größere Rolle. Sinkt der Fondspreis nach dem Kaufzeitpunkt, rutscht das Investment automatisch ins Minus; dafür profitiert der Anleger bei steigenden Kursen in höherem Maße.

 

Immer langfristig anlegen

Natürlich können Sie die beiden Fondsanlagevarianten Sparplan und Einmalanlage auch kombinieren. Wichtig: Sowohl für die Geldanlage mit einem Sparplan als auch für die mit einer Einmalanlage sollten Sie immer mit einem längerfristigen Anlagehorizont haben. So können Sie selbst mögliche längere Kursrücksetzer aussitzen.

 

Risikohinweis

Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Die Anlage ist nicht garantiert, Schwankungen des Markts können zu Kursverlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken des jeweiligen Wertpapierprodukts informieren Sie die jeweiligen gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Diese sind auf www.postbank.de abrufbar, wenn Sie dort in der Suche die ISIN/WKN des Produkts eingeben, außerdem erhältlich in der Postbank Filiale bei Ihrem Wertpapierberater. Weitere Informationen enthalten zudem die „Basisinformationen für Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“.