Notgroschen – Spartipps und clevere Finanzprodukte

  • Das Auto muss in die Werkstatt, ein Zahnarztbesuch ist teurer als erwartet und zu allem Überfluss verlangt das Finanzamt auch noch eine Steuernachzahlung – das Leben spielt bekanntlich nach seinen eigenen Regeln.
  • Mit einem Notgroschen können Sie so manchem unverhofften Ereignis zumindest finanziell etwas entspannter entgegenblicken.
  • Mit unseren Tipps erfahren Sie, wie Sie schnell einen Notgroschen aufbauen, welche Geldanlagen sich dafür eignen und wie hoch die Reserve sein sollte.  

Tipp

Postbank ETF-Sparplan

Not­gro­schen – wie hoch sollte die Rück­lage sein?

Sparen ist nicht nur wichtig, um sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen zu können. Ein Notgroschen als Rücklage für schlechte Zeiten zahlt sich doppelt aus: Wenn Sie unerwartet größere Ausgaben haben oder ungeplant weniger verdienen, können Sie sich auf Ihren finanziellen Puffer verlassen.

3 bis 6 Monats­gehälter als Not­groschen

Geld zu sparen und damit einen Notgroschen einzurichten, ist zweifelsfrei für jeden die richtige Entscheidung. Jetzt stellt sich nur noch die Frage nach der Höhe des Notgroschens. Die goldene Regel der privaten Finanzplanung besagt: Drei bis sechs Monatsgehälter sind als Finanzreserve ideal.

Um Ihren persönlichen Bedarf zu berechnen, nutzen Sie folgende Formel:
3 × Nettogehalt pro Monat = Notgroschen

Bei einem beispielhaften Nettogehalt von 2.700 Euro monatlich ergibt sich somit eine Rücklage in Höhe von 3 × 2.700 Euro = 8.100 Euro. Möchten Sie auf Nummer sicher gehen, erhöhen Sie Ihren Notgroschen z. B. auf 4 × 2.700 Euro = 10.800 Euro oder gar auf 6 × 2.700 Euro = 16.200 Euro.

Not­groschen für Fa­milien

Wie viel Geld auf die hohe Kante gehört, ist allerdings von verschiedenen Aspekten abhängig. Für Familien empfiehlt es sich in den meisten Fällen, das Sparziel an den monatlichen Fixkosten auszurichten. Wer mehr für Hauskredit, Kinderbetreuung etc. ausgibt, hat im Ernstfall wahrscheinlich einen höheren Finanzbedarf.

Der Notgroschen für eine 4-köpfige Familie sieht im Beispiel wie folgt aus: Bei Fixkosten in Höhe von 3.500 Euro im Monat sollte die Familie mindestens 3 × 3.500 Euro = 10.500 Euro als Notgroschen ansparen. Möchten Sie im Notfall einen längeren Zeitraum überbrücken können, passen Sie Ihre eiserne Reserve entsprechend an.

Selbstständige sind meist größeren Einkommensrisiken ausgesetzt als langjährig Angestellte und Beamte. Berücksichtigen Sie daher immer Ihre individuelle Situation, wenn Sie Ihren persönlichen Notgroschen berechnen.

Tipp

Die Postbank App unterstützt Sie dabei, den Überblick über Ihre Finanzen zu behalten. Mithilfe der Banking-App können Sie Ihre Ausgaben kontrollieren und Sparziele einrichten.

Not­groschen – wo lagern oder an­legen?

Omas Sparstrumpf hat ausgedient – erstens verdient Ihr Geld dort keine Zinsen und zweitens ist die Versuchung groß, mal eben ein paar Scheine für den Einkaufsbummel herauszufischen. Deshalb ist es in jedem Fall sinnvoll, dass Sie Ihren Notgroschen anlegen. Machen Sie sich dabei aber folgende Aspekte klar:

  • Ihre Rücklagen nutzen Ihnen im Notfall nur als eiserne Reserve, wenn Sie auch jederzeit kurzfristig darauf zugreifen können.
  • Die Geldanlage sollte möglichst sicher sein, damit keine Wertverluste entstehen.

Alter­nativen wie beispiels­weise: Aktien oder ETFs

Wie Sie anhand dieser wichtigen Kriterien bereits erkennen, eignen sich bestimmte Geldanlagen für einen Notgroschen mehr als andere.

Beispielsweise können Sie auch in Aktien investieren. Mit dem Erwerb einer Aktie werden Sie Miteigentümer eines Unternehmens. Erträge generieren sich bei einem Aktieninvestment zum einen aus möglichen Kurssteigerungen zwischen dem Kauf- und Verkaufszeitpunkt, zum anderen aus möglichen Ausschüttungen (Dividenden). Ein Nachteil: Sinkt der Wert einer Aktie unter ihren Kaufpreis, entstehen beim Verkauf Verluste. Deshalb sollte Ihr Anlagehorizont bei einem Aktieninvestment immer möglichst lang sein, damit Sie nicht ausgerechnet in einer Schwächephase verkaufen müssen. Darüber hinaus sollte das Anlagerisiko durch eine breite Streuung des Anlagekapitals über verschiedene Unternehmen, Branchen, Regionen etc. minimiert werden. Da eine solche „Diversifizierung“ für die meisten Privatanleger durch den Kauf einzelner Aktien selbst kaum möglich ist, könnte sich eine Anlage in entsprechende breit aufgestellte Investmentfonds und ETFs empfehlen.

Falls Sie Ihre finanziellen Rücklagen für den Notgroschen trotzdem an der Börse anlegen möchten, bietet sich ein Sparplan an. Eine spezielle Form von Investmentfonds sind sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds) bzw. börsengehandelte Indexfonds. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Investmentfonds bilden sie einfach nur den Kursverlauf eines Börsenindex nach, etwa des Deutschen Aktienindex DAX. ETFs werden an der Börse gehandelt bzw. angeboten, aus diesem Grund entfällt der Ausgabeaufschlag. ETFs werden in der Regel nicht aktiv gemanagt, weshalb grundsätzlich geringere laufende Kosten anfallen als bei aktiv gemanagten Fonds.

Tages­geld­konto

Ein Tagesgeldkonto können Sie meist zusätzlich zum Girokonto oder unabhängig davon bei einer anderen Bank eröffnen. Mit einem Tagesgeldkonto können Sie keine Abhebungen am Automaten tätigen. Überweisungen sind ausschließlich auf das bei der Eröffnung des Tagesgeldkontos angegebene Referenzkonto möglich – in der Regel das eigene Girokonto.
Vorteile von Tagesgeldkonten: Das Guthaben auf dem Tagesgeldkonto wird täglich zu einem variablen Zinssatz verzinst. Überweisungen auf das Referenzkonto sind jederzeit möglich und erfolgen in der Regel am selben Bankarbeitstag. Das Guthaben auf einem Tagesgeldkonto ist also flexibel verfügbar.

Gut zu wissen: Risikohinweis

Jede Geldanlage in Wertpapiere ist mit Risiken verbunden. Die Anlage ist nicht garantiert, Schwankungen des Markts können zu Kursverlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken des jeweiligen Wertpapierprodukts informieren Sie die jeweiligen gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Diese sind auf www.postbank.de abrufbar, wenn Sie dort in der Suche die ISIN/WKN des Produkts eingeben, außerdem erhältlich in der Postbank Filiale bei Ihrem Wertpapierberater. Weitere Informationen enthalten zudem die „Basisinformationen für Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“.

Not­groschen zu Hause auf­be­wahren

Viele Menschen haben zur Sicherheit gerne etwas Bargeld im Haus. Bedenken Sie dennoch, dass Diebe die Geldscheine möglicherweise trotz „sicherem“ Versteck finden können oder etwa ein Wasserschaden den Notgroschen zunichte machen kann. Für größere Summen kommt deswegen ein Wertschutzschrank oder Tresor in Betracht – siehe auch: Wertsachen sicher zu Hause aufbewahren.

Ein weiterer Nachteil von Bargeld als Notgroschen: Bares verdient keine Zinsen. Weitere Sachwerte wie z. B. Goldbarren sind als eiserne Reserve ebenfalls nur bedingt geeignet, da die Werte hierfür stetig schwanken.

Wie kann ich mir schnel­ler eine fin­an­zielle Re­serve auf­bau­en?

Im Idealfall beginnen Sie möglichst gleich mit dem Sparen – schließlich kann keiner voraussagen, wann Sie das Geld einmal dringend brauchen werden. Wir verraten Ihnen ein paar Tipps, wie Sie einen Notgroschen innerhalb kurzer Zeit aufbauen und finanziell besser aufgestellt sind.

1. Sparziel festlegen

Mit einem konkreten Ziel vor Augen fällt es Ihnen definitiv leichter, Geld zu sparen und einen soliden Notgroschen zu bilden. Definieren Sie daher eine Summe und einen realistischen Zeitrahmen. Selbstverständlich kann es sein, dass Sie einen Bonus von Ihrem Arbeitgeber erhalten und damit schneller auf der Zielgeraden landen. Andererseits kann es sein, dass Sie einen Monat weniger Geld zur Verfügung haben. Behalten Sie Ihren Sparfortschritt daher im Blick und passen Sie Ihre Sparrate gegebenenfalls an.

Tipp

Mit der 50-30-20-Regel lernen Sie, wie Sie Ihr Einkommen aufteilen können – nach Fixkosten, Wünschen und dem Topf fürs Sparen. So gelingt es Ihnen einfacher, in naher Zukunft einen Notgroschen aufzubauen.

2. Dauerauftrag einrichten

Automatisieren Sie Ihr Sparen. Damit vergessen Sie garantiert nicht, jeden Monat etwas Geld für Ihren Notgroschen beiseitezulegen. Vermögensaufbau beginnt schon mit kleinen monatlichen Raten. Selbst, wenn Sie jeden Monat nur wenig Geld sparen, können Sie mit der Zeit ein Vermögen aufbauen: Ein ETF-Sparplan ist schon mit kleinen Beträgen ab 25 Euro im Monat möglich.

3. Aus­gaben optimieren

Jeder Euro zählt und deshalb ist es entscheidend, weniger auszugeben und damit mehr Geld zu sparen. Beim Budgetieren unterstützen Sie praktische Apps, wie etwa die Anwendung Haushaltsbuch: Money Manager für iOS und Android. Mit ein paar wenigen Änderungen lässt sich hier und da etwas einsparen – das kommt wiederum dem Notgroschen zugute. Unser Tipp lautet daher: Es ist hilfreich, auf die kleinen Ausgaben zu achten. Vergleichen Sie die Angebote der Stromlieferanten, prüfen Sie Ihre Versicherungen und reduzieren Sie unnötige Haushaltsausgaben. Einsparungen sind überall im Alltag möglich, etwa durch einen sinnvoll geplanten Wocheneinkauf und ein bewussteres Einkaufsverhalten.

Wenn der Not­groschen nicht aus­reicht – Dispo und Kredite

Manchmal reichen die angehäuften Rücklagen für einen Notgroschen nicht aus – egal, wie motiviert Sie vorher gespart haben. Falls Sie doch einmal spontan eine größere Summe für eine Rechnung oder teure Reparatur benötigen, ziehen Sie einen Privatkredit in Betracht. Die eingeräumte Kontoüberziehung (Dispo) ist zwar bequem, allerdings auch mit höheren Zinskosten verbunden. Wenn Sie den Kreditbetrag lieber über einen längeren Zeitraum (ab 12 Monaten) zurückzahlen möchten, ist ein Kredit mit günstigem effektivem Jahreszins womöglich die bessere Wahl.