Der DAX: eine Erfolgsgeschichte

Der DAX stellt rund 80 Prozent des rechnerischen Gesamtwerts börsennotierter Aktiengesellschaften in Deutschland dar und dient Wirtschaftsexperten, Anlegern und Fondsmanagern als wichtiger Orientierungspunkt für die Lage am deutschen Aktienmarkt. Erfahren Sie mehr über die Geschichte des DAX – und ihre turbulenten Kapitel.

Unser Tipp

Marktüberblick

 

1988 – das Geburtsjahr des DAX

Am 1. Juli des Jahres 1988 wurde der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, aus der Taufe gehoben. Zwar erstellten vorher bereits Banken und Wirtschaftszeitungen Indizes, an denen sich die Entwicklung wichtiger deutscher Aktien ablesen ließ – ein allgemein anerkanntes Börsenbarometer fehlte jedoch. Für Anleger und Fondsmanager war es daher schwierig, sich einen schnellen und verlässlichen Überblick über die Lage am deutschen Aktienmarkt zu verschaffen. Britische Finanzexperten sollen zu jener Zeit sogar darüber gespottet haben, dass es hierzulande mehr Indizes als Aktien gebe. Die Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen änderte diesen Zustand in Zusammenarbeit mit der Börsen Zeitung und der Frankfurter Wertpapierbörse: Diese Akteure waren maßgeblich an der Entwicklung des DAX beteiligt.

Vorbilder aus anderen Ländern gab es zuhauf: Bereits seit 1884 hatten die Vereinigten Staaten den Dow-Jones-Index, 1948 veröffentlichte Großbritannien erstmals seinen Leitindex FTSE 100 und Frankreich zog 1987 mit dem Index CAC 40 nach. In Deutschland war es Anfang Juli 1988 so weit: Der Startschuss für den deutschen Aktienindex DAX fiel. 

 

Auf Erfolgskurs trotz bewegter Zeiten

Seitdem schreibt der DAX eine Erfolgsgeschichte, wenn auch mit turbulenten Kapiteln. Beispielsweise sorgten die beiden Irakkriege, der Terroranschlag auf das World Trade Center in New York 2001 sowie das Platzen der sogenannten Dotcom-Blase zwischenzeitlich für große Kursverluste. Ebenso ließen die Eurokrise ab 2010 und insbesondere die weltweite Finanzkrise 2007/2008 die Kurse sinken. So gerieten die Börsen nach der Insolvenz der US-Investmentbank Lehmann Brothers weltweit ins Wanken – der DAX verlor von Juli 2007 bis Februar 2009 rund die Hälfte seines Wertes.

Von all diesen Rückschlägen konnte sich der DAX jedoch erholen und seine Verluste in der Folge mehr als wettmachen.

An den deutschen Börsen schien am 19. Februar 2020 noch alles in bester Ordnung: Der Deutsche Aktienindex (DAX) erreichte mit 13.789 Punkten damals ein neues Allzeithoch. Doch dann brach die Corona-Krise über die Anleger mit voller Wucht herein: Bis zum 18. März verlor der DAX rund 39 Prozent an Wert. Im Laufe erholte sich der deutsche Leitindex jedoch wieder deutlich. 

DAX-Reform – was sich änderte

Am 20. September 2021 wurde der DAX reformiert. Der Börsenindex DAX wurde von 30 auf 40 Unternehmen erweitert. Die wichstigsten Änderungen im Überblick: 

  • Der Index wird auf 40 Konzerne erweitert. Im Gegenzug verkleinerte sich der Mittelwertindex MDAX von bisher 60 auf nun 50 Werte.
  • Die Indexmitglieder werden nur noch nach Marktkapitalisierung bestimmt. Der Börsenumsatz wird bei der Rangliste nicht mehr berücksichtigt; stattdessen müssen Indexmitglieder ein Mindesthandelsvolumen aufweisen.
  • Zweimal im Jahr findet eine planmäßige Hauptüberprüfung (März und September) statt wie bislang nur im September.
  • Alle Unternehmen müssen testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen.
  • Bereits schon seit Dezember 2020 müssen Unternehmen für die Aufnahme in den DAX mindestens zwei Jahre hintereinander ein positives Gewinn-Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, das sogenannte EBITDA („Earnings before interest, taxes, depreciation and amortization“), in ihren Finanzberichten aufweisen. Das gilt jedoch nicht für die Unternehmen, die bereits zuvor im DAX gelistet waren.

Warum wurde der DAX reformiert?

Durch die zahlenmäßige Erweiterung soll der DAX die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland umfassender abbilden. Die weiteren Änderungen im Indexregelwerk sollen die Qualität der DAX-Indizes DAX, MDAX, TecDAX sowie SDAX erhöhen und diese an internationale Standards angleichen.

Risikohinweis

Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Die Anlage ist nicht garantiert, Schwankungen des Markts können zu Kursverlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken des jeweiligen Wertpapierprodukts informieren Sie die jeweiligen gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Diese sind auf www.postbank.de abrufbar, wenn Sie dort in der Suche die ISIN/WKN des Produkts eingeben, außerdem erhältlich in der Postbank Filiale bei Ihrem Wertpapierberater. Weitere Informationen enthalten zudem die „Basisinformationen für Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“.