- Sie möchten regelmäßig Geld auf die hohe Kante legen, um sich ein finanzielles Polster anzusparen? Dann setzen Sie auf Routine!
- Denn gute Gewohnheiten im Umgang mit Geld müssen oft bewusst geübt werden. Dafür braucht es die richtige Strategie und natürlich auch etwas Durchhaltevermögen.
- Hier ist ein 5-Punkte-Plan, mit dem Sie Ihre Liquidität schrittweise verbessern können – von automatischen Sparplänen über das Haushaltsbudget bis zu regelmäßigen Finanz-Checks.
Sparen zur Routine machen – 5-Punkte-Plan
Warum Finanzroutinen so wichtig sind
Mit jedem kleinen Betrag, den Sie zur Seite legen, bauen Sie mit der Zeit ein finanzielles Polster auf. Das gibt Ihnen die Sicherheit, dass Sie bei Notfällen nicht sofort teure Kredite aufnehmen müssen. Wer finanziell stabil ist, kann auch unerwarteten Ausgaben gelassen entgegenblicken und besser für die Zukunft vorsorgen.
Vielleicht kennen Sie aus dem Berufsalltag den Begriff Liquiditätsplanung. Ähnlich wichtig ist Liquidität auch im Privathaushalt: Haben Sie genügend liquide Mittel (z. B. Guthaben auf Ihrem Bankkonto), können Sie laufende Ausgaben bezahlen und Ihre Zahlungsverpflichtungen pünktlich erfüllen. Fehlt dieser Spielraum, drohen schneller Mahnungen und Zahlungsausfälle. Dies kann sich dann auf den SCHUFA-Score auswirken.
Sparen fällt dabei nicht immer leicht. Oft ist es einfacher, wenn Sie die Zahlungsaufträge automatisieren und sich praktische Tools zur Hilfe nehmen.
Tipp
Wie viel Liquidität ist sinnvoll? Als Faustregel gilt: Ein Notgroschen sollte ungefähr drei bis sechs Monatsgehälter umfassen. Die genaue Höhe der Rücklagen hängt von Ihrer persönlichen Lebenssituation ab. Wer hohe Fixkosten hat oder als Alleinverdiener die Familie versorgt, fährt meist besser mit einer größeren Reserve.
1. Sparen automatisieren
Einer der einfachsten Tricks beim Sparen sind automatische Sparpläne. Überweisen Sie direkt nach dem Gehaltseingang einen festen Betrag auf ein anderes Konto. Anschließend planen Sie mit dem Budget, das Ihnen für den Monat zur Verfügung steht. So lässt sich Geld zurücklegen, bevor Sie es im Alltag ausgeben können. Für das automatisierte Sparen eignet sich besonders ein Tagesgeldkonto, da Ihr Geld dort sicher liegt und bei Bedarf schnell verfügbar ist.
2. Unterkonto / Pocket einrichten
Je nach Bank und Kontotyp gibt es die Möglichkeit, Unterkonten einzurichten – auch Pockets genannt. Anders als bei Ihrem klassischen Girokonto erhalten Sie für Unterkonten in der Regel keine eigene Zahlungskarte. Auch als Abwicklungskonto, etwa für ein Wertpapierdepot, sind sie nicht gedacht. Die Pockets dienen Ihnen vielmehr dazu, Ihre Finanzen übersichtlich zu organisieren.
Das Prinzip von Pockets ist simpel: Sie benennen ein Unterkonto z. B. „Haushalt“ und legen einen festen Betrag dafür zurück. Dadurch sehen Sie sofort, welcher Teil Ihres Geldes bereits für Fixkosten wie Miete und Strom vorgesehen ist. Mit dieser Strategie machen Sie Ihr Budget transparenter und senken das Risiko, mehr auszugeben als geplant.
Neben den Pflichtausgaben können Sie auch Pockets für Freizeit und persönliche Wünsche einrichten. Ein kleiner, fester Betrag pro Monat schafft einen klaren Rahmen für spontane Ausgaben. Wenn Sie sich etwas gönnen möchten – wie etwa einen Restaurantbesuch oder ein neues Gadget – greifen Sie in dieses Pocket. Ihr übriges Monatsbudget bleibt unangetastet. Wichtig ist dabei: Solche Pockets sind eine Ergänzung zum Sparen. Der Notgroschen ist dagegen Ihre Sicherheitsreserve für echte Ausnahmesituationen, wie etwa eine Autoreparatur oder kurzfristige finanzielle Engpässe.
3. Geld für jährliche Zahlungen ansparen
Manche Ausgaben fallen nur einmal im Jahr an, wie evtl. die Kfz-Versicherung, die private Haftpflichtversicherung oder auch eine Steuernachzahlung. Damit solche Beträge kein großes Loch ins Budget reißen, können Sie mit Pockets gezielt vorsorgen. Das funktioniert folgendermaßen:
- Jahresbetrag und die Fälligkeit notieren
- Jahresbetrag auf Monate umrechnen (Jahresbetrag durch 12 teilen)
- Monatlichen Teilbetrag per Dauerauftrag in das Pocket überweisen
So steht das Geld rechtzeitig bereit. Und: Sie müssen weder an anderer Stelle sparen noch Rücklagen anfassen, die für unvorhergesehene Ausgaben gedacht sind.
4. Budget regelmäßig prüfen
Automatisches Sparen ist eine bewährte Strategie. Noch besser funktioniert es aber, wenn Sie Ihr Budget im Blick behalten. Dafür müssen Sie nicht täglich jeden Euro nachverfolgen. Oft genügt eine einfache Routine – kontrollieren Sie z. B. einmal pro Woche oder zur Monatsmitte den Kontostand und die Buchungen.
Liquiditäts-Check: Wie viel Geld ist wirklich noch da?
Der Kontostand allein sagt wenig aus, wenn noch Abbuchungen anstehen. Machen Sie deshalb einen schnellen Abgleich:
- Aktuellen Kontostand im Online-Banking oder in der App prüfen
- Fixe Zahlungen abziehen, die in diesem Monat noch fällig sind (z. B. Abschläge, Abos, Kita, Kreditrate, Handyvertrag)
- Variable Ausgaben einplanen (z. B. Wocheneinkauf, Tanken, Geburtstage)
Was danach übrig bleibt, ist Ihre tatsächlich verfügbare Liquidität – also der Betrag, über den Sie im Moment frei verfügen können.
Auf Warnsignale achten
Ein regelmäßiger Check hilft auch dabei, drohende Engpässe frühzeitig zu erkennen. Typische Warnsignale sind:
- Sie schieben Zahlungen in den nächsten Monat.
- Sie nutzen Ihre geduldete Überziehung (Dispokredit), obwohl eigentlich genug Geld da sein sollte.
- Sie greifen immer wieder auf Ihre Pockets zurück, um laufende Ausgaben zu bezahlen.
Treten diese Probleme häufiger auf, passt die Budgetplanung meist nicht mehr. Möglicherweise haben Sie die Ausgaben unterschätzt oder die Kosten sind gestiegen. In jedem Fall braucht das Budget dann ein Update.
Haushaltsbuch als Finanzhelfer
Je klarer Sie Ihre Budgets festlegen, desto leichter behalten Sie die Kontrolle über Ihre Finanzen. Ein Haushaltsplan macht sichtbar, welche Fixkosten jeden Monat anfallen und welcher Spielraum danach realistisch bleibt.
5. Liquiditätsplanung anpassen
Private Liquiditätsplanung ist keine einmalige Sache. Versicherungen werden teurer, Verträge ändern sich, die Lebensumstände bleiben selten gleich. Damit verschiebt sich das Budget.
Überprüfen Sie Ihre Geldroutinen daher regelmäßig. Spätestens dann, wenn sich etwas spürbar verändert, lohnt sich eine Anpassung – wie etwa in diesen Fällen:
- steigende Versicherungsbeiträge und Energiepreise
- Änderungen bei Miete, Nebenkosten oder Kreditraten
- einem anderen Einkommen, etwa durch Jobwechsel oder Elternzeit
- neuen, dauerhaften Ausgaben
Achten Sie dabei besonders auf folgende Punkte:
- Pockets: Passen die monatlichen Beträge noch? Fehlt regelmäßig Geld oder bleibt dauerhaft etwas übrig?
- Sparrate: Eine kleine Sparrate ist für den Anfang oftmals besser als ein ambitioniertes Ziel, das Sie nach ein paar Monaten wieder abbrechen.
- Fixkosten: Gibt es Verträge, die sich optimieren oder kündigen lassen?
- Notgroschen: Bauen Sie erst eine eiserne Reserve auf. Pockets für andere Sparziele kommen danach.
Fazit: Wenn Sie Ihr Geld konsequent einteilen und das Budget regelmäßig prüfen, fällt Ihnen das Sparen leichter. Durch automatische Sparpläne und Pockets können Sie Ihre Finanzen sinnvoll verwalten und schaffen Spielraum für kleine Wünsche. Dank regelmäßiger Checks erkennen Sie früh, wo eventuell nachjustiert werden sollte.