10 Anlage-Mythen – das steckt dahinter

  • Vitamin C hilft gegen Erkältungen und Stiere reagieren aggressiv auf die Farbe Rot – so manche Mythen wie diese halten sich hartnäckig. Meist stecken dahinter allerdings nur Halbwahrheiten.
  • Gleiches gilt auch für die zehn Anlage-Mythen, die wir im Folgenden kritisch auf den Prüfstand stellen.
  • Wer sich von diesen Glaubenssätzen löst, kann sein Geld sinnvoller investieren und gezielter für die Zukunft vorsorgen.

Unser Tipp

Postbank Depot

Mythos 1: Gold ist teil­weise be­ständiger als viele andere Geld­anlagen

Gold wird vor allem in Krisenzeiten und bei hoher Inflation als eher sichere Geldanlage angesehen. Beispielsweise konnte während der Finanzkrise in den Jahren 2007 und 2008 eine deutliche Nachfrage an Gold verzeichnet werden. Ähnlich verhielt es sich während der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg. Das Edelmetall ist dennoch kein Garant für Stabilität: Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Goldpreise spürbar schwanken können. Gold kann Ihr Portfolio sinnvoll ergänzen so ein Beitrag von Stiftung Warentest, sollte aber nicht allein im Mittelpunkt stehen. Denn Gold bringt keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden. Darüber hinaus lag die Rendite historisch teils unter der von anderen Finanzprodukten wie etwa Anleihen. Vertrauen Sie bei der Geldanlage daher auf eine breite Streuung, anstatt alles auf eine Karte zu setzen.

Mythos 2: In­ves­tie­ren geht nur mit grö­ßeren Sum­men

Viele Men­schen den­ken beim Geld an­le­gen in Wert­pa­pie­ren an große In­ves­ti­ti­o­nen sowie pro­fes­si­o­nel­le In­vest­ment­ge­sell­schaf­ten oder gar an ver­mö­gen­de Spe­ku­lan­ten. Auch mit klei­ne­ren Be­trä­gen ist der Ein­stieg in die in die Welt der Wert­pa­pie­re mög­lich. Ein Spar­plan kann eine pas­sen­de Op­ti­on sein, so­fern er sich mit Ihrem in­di­vi­du­el­len An­la­ge­pro­fil und Ihrer Ri­si­ko­be­reit­schaft ver­ein­ba­ren lässt. Mit einem Spar­plan in­ves­tie­ren Sie re­gel­mä­ßig in Ihre Wert­pa­pier­an­la­ge – z. B. mit klas­si­schen In­vest­ment­fonds, bör­sen­ge­han­del­ten Fonds so­ge­nann­te ETFs. So kön­nen Sie Schritt für Schritt ein mittel-​ oder lang­fris­ti­ges Ver­mö­gen auf­bau­en. Wenn Sie über einen län­ge­ren Zeit­raum einen mo­nat­lich fest­ge­leg­ten Be­trag in einem ETF-​Portfolio an­le­gen, also bei fal­len­den Kur­sen mehr An­tei­le und bei stei­gen­den Kur­sen we­ni­ger An­tei­le kau­fen, fal­len zudem Kurs­schwan­kun­gen we­ni­ger ins Ge­wicht. Das nennt sich Cost-​Average-​Effekt.

Mythos 3: In­ves­tier­en ist erst später mit mehr Geld sinn­voll

Mit diesem Punkt knüpfen wir direkt an den zweiten Mythos an. Gerade junge Menschen teilen diese Sichtweise häufig. Wenn das Budget knapp ist, rückt die Geldanlage in die ferne Zukunft. Dabei lässt sich mit kleinen monatlichen Beträgen über einen längeren Zeitraum eine ansehnliche Summe ansparen. Bereits ab 25 Euro monatlich können Sie beispielsweise in einen Postbank ETF-Sparplan investieren. Kurzum: Ein früher Start verschafft Ihnen mehr Zeit, damit Ihr Vermögen schrittweise wachsen kann.

Mythos 4: Wert­pa­piere sind ein Thema für Profis

Um Geld anzulegen, braucht es kein Expertenwissen. Laut dem Altersvorsorgebarometer 2025 von J.P. Morgan Asset Management haben 31,9 Prozent der Privatanleger ihr Geld in Fonds und ETFs investiert. Immerhin 25,2 Prozent setzen für ihre Investments auf Aktien.

Starten Sie aber nicht überstürzt, sondern ganz in Ruhe. Zum Einstieg am Kapitalmarkt bieten sich z. B. Investmentfonds an. Bei einem Investmentfonds handelt es sich um eine Art Korb, in den viele Anleger Geld einzahlen und dafür Fondsanteile erhalten. Das Fondsmanagement investiert das Kapital dann in eine Vielzahl von Anlageobjekten. Je nach Ausrichtung des Fonds handelt es sich dabei um Aktien, Anleihen, Immobilien oder andere Wertpapiere. Viele Fonds decken sogar gleich mehrere dieser Anlageklassen ab. Die Vorteile für Sie als Anleger: Mit nur einem Investment erhalten Sie eine breit gestreute Geldanlage. Sie müssen sich somit nicht selbst um die Auswahl der einzelnen Wertpapiere kümmern.

Eine weitere Möglichkeit könnten börsengehandelte Fonds sein – besser bekannt als ETFs. ETFs steht für Exchange Traded Funds (übersetzt: börsengehandelte Indexfonds). ETFs bilden i. d. R. die Wertentwicklung eines Index möglichst genau nach, wie etwa die des DAX®. Das heißt: Steigt der Index, profitiert der Anleger – und umgekehrt.

Egal, für was Sie sich entscheiden: Mit einem Depot können Sie verschiedene Arten von Wertpapieren kaufen oder verkaufen.

Mythos 5: Der KI-Blase droht der gro­ße Knall

Künstliche Intelligenz ist in der Arbeitswelt längst angekommen: In Deutschland nutzten 2025 bereits 36 Prozent aller Unternehmen KI – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (20 Prozent). Mit dem wachsenden Trend rücken auch KI-Aktien weiter in den Fokus der Anleger. Die gefürchtete KI-Blase bleibt aus jetziger Sicht trotzdem weiterhin ein Mythos: Der Boom basiert bislang auf einer realen Nachfrage und massiven Investitionen in die modernen Technologien.

Mythos 6: Die ge­setz­liche Rente reicht aus

Eine pri­va­te Al­ters­vor­sor­ge kann hel­fen, das Ri­si­ko von Al­ters­ar­mut zu sen­ken – be­son­ders für Frau­en. Da Frau­en im Ver­gleich zu Män­nern häu­fi­ger in Teil­zeit ar­bei­ten und im Durch­schnitt oft­mals ein ge­rin­ge­res Ein­kom­men er­zie­len, fällt bei ihnen die ge­setz­li­che Rente meist nied­ri­ger aus. Eine gän­gi­ge Faust­for­mel be­sagt: Um auch im Ru­he­stand den ge­wohn­ten Le­bens­stan­dard hal­ten zu kön­nen, soll­ten Sie mit rund 80 Pro­zent Ihres Net­to­ein­kom­mens kal­ku­lie­ren. Das 3-​Schichten-​Modell der Al­ters­vor­sor­ge teilt die Vor­sor­ge­mög­lich­kei­ten in drei Ka­te­go­rien ein: die Ba­sis­vor­sor­ge (z. B. ge­setz­li­che Rente, Rürup-​Rente), die staat­lich ge­för­der­te Vor­sor­ge (Riester-​Rente und be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge) sowie die pri­va­te Vor­sor­ge (z. B. pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung).

Ob­wohl die Ren­ten­lü­cke ein viel­dis­ku­tier­tes Thema ist, sor­gen fast zwei Drit­tel der unter 30-​Jährigen nicht für das Alter vor. Dabei zahlt es sich aus, mit der pri­va­ten Al­ters­vor­sor­ge so früh wie mög­lich zu be­gin­nen.

Mythos 7: Sparen ist gleich In­ves­tieren

Wir sind beim My­thos 3 be­reits auf das Wort Spar­plan ein­ge­gan­gen. Aber: Spa­ren und In­ves­tie­ren sind nicht immer iden­tisch.

Ein Fonds-​ oder ETF-​Sparplan bie­tet Ihnen die Mög­lich­keit, schon mit ge­rin­gen Be­trä­gen in den Ka­pi­tal­markt zu in­ves­tie­ren und lang­fris­tig Ver­mö­gen auf­zu­bau­en. Je nach per­sön­li­cher Ri­si­ko­nei­gung kön­nen damit hö­he­re Ri­si­ken, aber auch grö­ße­re Ren­di­te­chan­cen ver­bun­den sein. Spar­plä­ne sind zudem fle­xi­bel: Die Spar­ra­te lässt sich in der Regel je­der­zeit an­pas­sen oder aus­set­zen.

Mythos 8: Geld an­le­gen in Wert­pa­pie­ren kann als Not­gro­schen die­nen?

Auch wenn Sparen und Investieren unterschiedliche Ziele haben, bleiben Rücklagen wichtig. Eine eiserne Reserve bedeutet, Geld für schlechte Zeiten zurückzulegen. Sie sollten ein finanzielles Polster anlegen, damit Sie überraschende Ausgaben wie etwa einen kaputten Kühlschrank entspannt stemmen können. Ein Notgroschen in Höhe von rund drei bis sechs Monatsgehältern bewahrt Sie vor finanziellen Engpässen. Dafür könnte beispielsweise ein Tagesgeldkonto infrage kommen, auf welches Sie jederzeit zugreifen können.

Mythos 9: Nach­hal­tige Geld­an­la­gen brin­gen we­niger Ren­dite

Deutsche An­le­ger in­ves­tier­ten im ers­ten Halb­jahr 2025 knapp 750 Mil­li­ar­den Euro in nach­hal­ti­ge Fonds, wie der Bun­des­ver­band In­vest­ment und Asset Ma­nage­ment mel­de­te. Für mehr Nach­hal­tig­keit ma­chen sie gerne auch mal Ab­stri­che bei der Ren­di­te. Doch was ist dran an die­sem My­thos? Die Ren­di­te­chan­cen hän­gen von ver­schie­de­nen Fak­to­ren wie dem Markt­um­feld, der An­la­ge­stra­te­gie und der Ri­si­ko­streu­ung ab. Ent­schei­dend ist somit, genau hin­zu­schau­en: Was sind die Kri­te­ri­en? Wel­che Stra­te­gie ver­folgt das Fonds­ma­nage­ment? Und passt diese zu den ei­ge­nen Zie­len und zur Ri­si­ko­be­reit­schaft?

Gut zu wis­sen: Der­zeit fehlt es an ein­heit­li­chen Kri­te­ri­en und einem ein­heit­li­chen Markt­stan­dard, um Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen und Fi­nanz­pro­duk­ten als nach­hal­tig ein­zu­ord­nen und zu be­wer­ten. Dies kann dazu füh­ren, dass ver­schie­de­ne An­bie­ter die Nach­hal­tig­keit von Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen und Fi­nanz­pro­duk­ten un­ter­schied­lich be­wer­ten. Zudem sind die ge­setz­li­chen Vor­ga­ben zur Of­fen­le­gung der Be­rück­sich­ti­gung von Nach­hal­tig­keits­kri­te­ri­en und zum Um­gang mit dem Thema ESG (En­vi­ron­ment = Um­welt, So­cial = So­zi­a­les, Go­ver­nan­ce = Un­ter­neh­mens­füh­rung) und Sus­tain­a­ble Fi­nan­ce (nach­hal­ti­ge Fi­nanz­wirt­schaft) einem ste­ti­gen Wan­del un­ter­wor­fen. Die Aus­le­gung der re­le­van­ten ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen ist zudem nicht ein­deu­tig und ab­schlie­ßend. All dies kann dazu füh­ren, dass ge­gen­wär­tig als nach­hal­tig be­zeich­ne­te oder be­wor­be­ne Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen und Fi­nanz­pro­duk­te die künf­ti­gen ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen an die Qua­li­fi­ka­ti­on, als nach­hal­tig oder als Nach­hal­tig­keits­kri­te­ri­en be­rück­sich­ti­gend, nicht mehr er­fül­len.

Mythos 10: Ein Börsen­crash be­deutet den Total­ver­lust

Eine der größ­ten und nach­voll­zieh­ba­ren Ängs­te: Sie in­ves­tie­ren Ihr Geld, nur um zu­zu­se­hen, wie es bei Kurs­stür­zen wie­der ver­schwin­det. Hier kommt al­ler­dings wie­der das Thema Lang­fris­tig­keit ins Spiel. Auch wenn die Bör­sen­welt schnel­ler und dy­na­mi­scher ge­wor­den ist: Wert­pa­pie­re zu kau­fen und lang­fris­tig im Depot zu hal­ten, ist nach wie vor eine sinn­vol­le Stra­te­gie. Las­sen Sie sich daher von Kurs­schwan­kun­gen nicht aus der Ruhe brin­gen. In der Ver­gan­gen­heit lie­ßen sich auch grö­ße­re Kurs­ver­lus­te lang­fris­tig oft wie­der aus­glei­chen. Ein lan­ger Atem kann sich also aus­zah­len.

Wich­tig: Wert­ent­wick­lun­gen in der Ver­gan­gen­heit sind kein In­di­ka­tor für zu­künf­ti­ge Ent­wick­lun­gen.

Risikohinweis

Jede Geld­an­la­ge in Wert­pa­pie­re ist mit Ri­si­ken ver­bun­den. Die An­la­ge ist nicht ga­ran­tiert, Schwan­kun­gen des Markts kön­nen zu Kurs­ver­lus­ten bis hin zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren. Über die spe­zi­el­len Ri­si­ken des je­wei­li­gen Wert­pa­pier­pro­dukts in­for­mie­ren Sie die je­wei­li­gen ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­nen Ver­kaufs­un­ter­la­gen. Diese sind auf www.post­bank.de ab­ruf­bar, wenn Sie dort in der Suche die ISIN/WKN des Pro­dukts ein­ge­ben, au­ßer­dem er­hält­lich in der Postbank Fi­li­a­le bei Ihrem Wert­pa­pier­be­ra­ter. Wei­te­re In­for­ma­ti­o­nen ent­hal­ten zudem die „Ba­sis­in­for­ma­ti­o­nen für Wert­pa­pie­re und wei­te­re Ka­pi­tal­an­la­gen“.