Früh­start-Rente – ab wann fürs Alter spa­ren?

  • Je früher, desto besser – diese Regel gilt vor allem für die private Altersvorsorge. 
  • Um Anreize für eine frühe Altersvorsorge zu schaffen, plant die Bundesregierung eine Frühstart-Rente für Kinder ab sechs Jahren.
  • Diese Seite erklärt, wie die Frühstart-Rente funktionieren könnte und welche Möglichkeiten es noch für die private Altersvorsorge gibt.

Tipp

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Was ist die Früh­start-Rente?

Die Frühstart-Rente für Kinder ist einer der zentralen Punkte des aktuellen Koalitionsvertrags aus dem Jahr 2025. Konkret geht es dabei um einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 10 Euro im Monat. Damit möchte die Bundesregierung den Vermögensaufbau für junge Menschen aktiv fördern. Die politische Initiative hat dabei den Kapitalmarkt für die Altersvorsorge im Blick: Die Frühstart-Rente soll jungen Menschen insbesondere den Einstieg in ETFs, Wertpapiere, Aktienfonds und weitere kapitalgedeckte Investments ermöglichen.

Mit der Frühstart-Rente sollen folgende Ziele verfolgt werden:

  • die private Altersvorsorge für die junge Generation in Deutschland stärken
  • Chancengleichheit schaffen
  • Finanzwissen vermitteln
  • Vertrauen in den Kapitalmarkt festigen

Pri­vate Al­ters­vor­sor­ge ist das Plus zur Rente

Der demografische Wandel in Deutschland gehört zu den Hauptgründen, weshalb das Rentensystem zunehmend unter Druck gerät. Da immer weniger Erwerbstätige die steigende Anzahl an Rentnern finanzieren, wird das Rentenniveau höchstwahrscheinlich weiter sinken. Im Dezember 2025 hat der Bundestag ein Rentenpaket verabschiedet, mit dem das Rentenniveau auf 48 Prozent bis 2031 gehalten werden soll, so die Bundesregierung. Klar ist jedenfalls: Für viele Menschen wird die gesetzliche Rente zur Erhaltung des Lebensstandards nicht ausreichen.

Um im Ruhestand finanziell abgesichert zu sein, ist daher Eigeninitiative gefragt, auch idealerweise schon von Eltern für ihre Kinder. Das Wichtigste dabei ist: Je früher der Start, desto besser die Chancen, maximal vom Zinseszins zu profitieren.

Gut zu wissen

Eine Umfrage der Deutschen Bank und der DWS zeigt große Zustimmung zu dem Thema. 60 Prozent der Befragten begrüßen die Initiative. Zudem können sich gut zwei Drittel der Befragten vorstellen, den Betrag der Frühstart-Rente privat zu erhöhen. 

Quelle: Altersvorsorge-Report der Deutschen Bank AG

 

Zins­es­zins­effekt ein­fach erklärt

Wenn Sie jeden Monat einen festen Betrag in einen Sparplan einzahlen, wächst das Kapital langsam, aber stetig an. Den entscheidenden Wachstumsschub liefert dabei der Zinseszins. Dabei handelt es sich um die Zinsen auf Zinsen. Wenn Sie auf lange Sicht investieren, kann der Zinseszins das Wachstum der Kapitalanlage erheblich beschleunigen. Denn ein längerer Anlagezeitraum verschafft dem Geld die nötige Zeit, wiederholt Zinsen zu generieren und sich dadurch Jahr für Jahr zu vermehren.

Tipp

Die geplante und noch nicht verabschiedete Frühstart-Rente genügt allerdings nicht als alleiniger Baustein der privaten Altersvorsorge. Setzen Sie beim Vermögensaufbau für den Nachwuchs vielmehr auf eine passende Mischung aus verschiedenen Anlageprodukten.

10 Euro monat­lich für das De­pot 

Über die Einzelheiten der Frühstart-Rente aus dem Koalitionsvertrag wird derzeit noch verhandelt. Bislang sind folgende Informationen bekannt:

  • Was? Die Frühstart-Rente ist ein Zuschuss zur privaten Altersvorsorge und beläuft sich auf 10 Euro im Monat. Das macht 120 Euro im Jahr.
  • Wer? Das Vorsorgemodell richtet sich an Kinder und Jugendliche von sechs bis 18 Jahren. Daraus ergäbe sich also ein staatlicher Zuschuss in Höhe von maximal 1.440 Euro, sofern mit dem 6. Lebensjahr begonnen wird.
  • Welche Voraussetzungen? Familien können die Frühstart-Rente nur für Kinder erhalten, die eine Bildungseinrichtung in Deutschland besuchen.
  • Wofür? Die Förderung soll laut Koalitionsvertrag für ein „individuelles, kapitalgedecktes und privatwirtschaftlich organisiertes Altersvorsorgedepot“ zur Verfügung stehen. Welche Produkte förderfähig sind, wurde bisher nicht bekannt gegeben.
  • Wie geht es nach dem 18. Lebensjahr weiter? Das Depot soll sich nach Ende der Frühstart-Rente weiterhin durch private Einzahlungen bis zum Renteneintritt besparen lassen. Aller Voraussicht nach gilt hierfür künftig ein jährlicher Höchstbetrag. Es ist zudem vorgesehen, dass die Erträge bis zum Eintritt ins Rentenalter steuerfrei bleiben.
  • Wann findet die Auszahlung statt? Das angesparte Kapital ist gegen staatlichen Zugriff gesichert. Die Auszahlung erfolgt dann, sobald der Depotinhaber die Regelaltersgrenze bei Renteneintritt erreicht hat.
  • Frühstart-Rente – ab wann? Geplanter Start der Frühstart-Rente war der 1. Januar 2026. Da allerdings noch einige Fragen zur Umsetzung offen sind und diese mit dem aktuellen Rentenpaket nicht verabschiedet wurden, wird sich die Einführung verzögern.
  • Wie lässt sich die Frühstart-Rente beantragen? Noch ist der Zuschuss zur privaten Altersvorsorge für Kinder nicht verfügbar. Der Sachverständigenrat für Wirtschaft hat in seinem Arbeitspapier (Stand: Oktober 2025) eine automatische Teilnahme an der Frühstart-Rente empfohlen.

Tipp

Was bringt die Frühstart-Rente für die Altersvorsorge? Der Gesamtverband der Versicherer (GDV) stellt auf seiner Website einen Frühstart-Rechner bereit. Damit können Sie genau nachrechnen, wie das Vermögen über einen längeren Zeitraum anwächst.

Wel­che Mög­lich­kei­ten gibt es da­rüber hin­aus?

Die Frühstart-Rente ist ein wichtiger Vorstoß der Politik, um die private Altersvorsorge bereits für Kinder zugänglich zu machen. Als Eltern oder Sorgeberechtigte brauchen Sie aber nicht erst auf die Einführung der Frühstart-Rente zu warten. Für Kinder und Jugendliche stehen verschiedene Anlagemöglichkeiten zur Wahl, mit denen sich ein finanzielles Polster schaffen lässt. Ein wesentlicher Vorteil dabei ist: Finanzbildung von klein auf legt den Grundstein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld im Erwachsenenleben.

Eine eigene Geldanlage in Ergänzung zur Frühstart-Rente ist noch aus einem weiteren Grund sinnvoll: Das angesparte Kapital aus der Frühstart-Rente soll nach den Plänen der Regierungsparteien erst im Ruhestand verfügbar sein. Im Kern geht es darum, die Rentenlücke durch eine langfristige Vermögensbildung zu schließen. Somit ist diese Sparform nicht dafür geeignet, um beispielsweise den Führerschein oder die Einrichtung der ersten Wohnung zu finanzieren.

Mög­lich­keit 1: ETF-Spar­pläne

Ein ETF-Sparplan bietet die Chance, mit kleinen Sparraten langfristig ein Vermögen aufzubauen und dabei vom Kapitalmarkt zu profitieren. Im Gegensatz zu einzelnen Aktien ist das Risiko bei ETFs breiter gestreut. ETF-Sparpläne eignen sich aus diesem und weiteren Gründen für passives Investieren über einen längeren Zeitraum. Bedenken Sie dennoch, dass den guten Renditechancen stets Risiken gegenüberstehen.

Um in Wertpapiere zu investieren und Sparpläne zu besparen, braucht der Nachwuchs ein Wertpapierdepot. Dorthin können Sie die monatlichen Sparbeträge per Dauerauftrag überweisen.

Mög­lich­keit 2: Ta­ges­geld

Ein Tagesgeldkonto bietet anders als das klassische Sparschwein auch Zinsen. Darüber hinaus haben Sie jederzeit Zugriff auf das angesparte Kapital. Bei vielen Banken lässt sich das Tagesgeldkonto im Namen des Kindes eröffnen. Das Girokonto dient dabei als Referenzkonto für flexible Ein- und Auszahlungen.

Tipp

Wir haben Ihnen hilfreiche Tipps zusammengestellt, worauf es bei der Geldanlage für Kinder ankommt.